Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 154 eine neue Version seines Open Source E-Mail-Clients für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht.
Neuerungen von Thunderbird 154
Mit Thunderbird 154 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Auf macOS lässt sich durch Drücken der Leertaste bei einem ausgewählten Dateianhang nun direkt eine Vorschau anzeigen, ohne die Datei dafür in einem externen Programm öffnen zu müssen. Die Unterstützung von Microsoft Graph für Microsoft 365 wurde aktiviert. Ein optionaler Modus für den System-Tray auf Windows wurde integriert, der Thunderbird beim Schließen des letzten Fensters ausblendet. Eine neue Einstellung ermöglicht das Öffnen von Ergebnissen der globalen Suche standardmäßig in der Listenansicht. Ansonsten gab es auch wieder eine ganze Reihe von Verbesserungen unter der Haube und Fehlerkorrekturen, welche sich wie immer in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen. Auch Sicherheitslücken wurden im neuesten Update wieder behoben.
Proton hat AI Paper Trail veröffentlicht. Das kostenlose Werkzeug analysiert exportierte Chatverläufe und zeigt persönliche Informationen daraus. Dafür können Nutzer Gesprächsdaten aus ChatGPT oder Claude hochladen. Die Analyse läuft über Lumos KI und erstellt anschließend einen persönlichen Bericht. Dabei werden vier Bereiche betrachtet, die unterschiedliche Aspekte der eigenen Datenspur sichtbar machen. Ein Bestandteil ist der […]
System76 hat COSMIC Desktop 1.6 veröffentlicht. Die neue Version bringt individuelle Soundeinstellungen für einzelne Anwendungen und weitere Verbesserungen. Damit lassen sich Lautstärken künftig gezielt pro Anwendung steuern. Die bisherigen systemweiten Einstellungen werden dadurch um eine praktische Möglichkeit ergänzt. Auch der Einstellungsdienst wurde für diese Audiofunktionen erweitert. Der Audio-Bereich des Desktops wurde ebenfalls überarbeitet. Lautstärkeänderungen werden […]
TUXEDO setzt künftig, wie bereits berichtet, auf Debian Testing als Grundlage seiner Linux Distribution. Dabei bleibt der Hersteller bei eigenen Anpassungen für seine Hardware. Die neue Basis folgt dem Konzept „Continuous Debian“. TUXEDO OS bleibt dauerhaft bei Debian Testing. Ein späterer Wechsel auf eine stabile Debian-Version ist damit nicht vorgesehen. Auch beim Kernel übernimmt TUXEDO […]
Mozilla hat Firefox 154 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.
Auf Windows kann das App-Symbol von Firefox geändert werden. Nutzer von Firefox auf Android und iOS kennen diese Möglichkeit bereits. Ausnahme sind Firefox-Installationen, die über den Microsoft Store erfolgt sind. Auch auf macOS und Linux steht diese Funktion noch nicht zur Verfügung, soll es aber mit einem späteren Update.
Dabei stehen für Nutzer, die Firefox zum Standard-Browser machen, weitere App-Symbole zur Verfügung.
Startpage als neue Suchmaschine
Nach einem Experiment vor wenigen Monaten steht Startpage nun dauerhaft als neue Suchmaschinen-Option für Nutzer in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und den Niederlanden zur Verfügung.
Spiele streamen mit Nvidia GeForce NOW
Firefox für Windows ist jetzt ein unterstützter Browser für GeForce NOW von Nividia, um über 4.500 Spiele direkt in den Browser streamen zu können, womit weder teure Hardware noch ein Download der entsprechenden Spiele notwendig sind.
Backup-Funktion auf Apple macOS
Die Backup-Funktion von Firefox, welche bereits für Nutzer von Windows und Linux zur Verfügung stand, ist ab sofort auch für Nutzer von Apple macOS verfügbar. Eine Wiederherstellung von Firefox-Daten ist auch plattformübergreifend möglich.
Sonstige Endnutzer-Neuerungen in Firefox 154
Die Schaltfläche für „Firefox View”, welche bislang standardmäßig links in der Tableiste erschien, wird nicht länger für neue Nutzer sowie bestehende Nutzer, welche diese Seite nicht nutzten, angezeigt.
Die Seite about:keyboard zum Ändern von Tastatur-Kommandos wurde optisch verschönert und in den Einstellungen unter „Tabs und Surfen” sowie unter „Barrierefreiheit” verlinkt.
Wie auf Windows kann Firefox jetzt auch unter Apple macOS via about:pdf zur Standard-Anwendung von PDF-Dateien gemacht werden.
Das Springen zu anderen Stellen in Videos funktioniert nun auf allen Betriebssystemen deutlich schneller.
Die Übersetzungsfunktion für Websites führt nun auf jeder Seite eine Spracherkennung durch, statt sich alleine auf die explizite Angabe im HTML zu verlassen. Außerdem werden jetzt auch Inhalte von iFrames übersetzt.
Ein Neuladen der Website mit gedrückter Umschalt-Taste, um den Cache der Seite zu leeren, aktualisiert jetzt auch das Favicon der Website.
Für die sogenannten intelligenten Fenster, einem neuen KI-Feature, welches schrittweise ausgerollt wird, kann Firefox nun Gruppen verwandter Tabs vorschlagen und Namen für jede Gruppe vorschlagen.
Websites können nun als Ausnahme für das Löschen von Cookies und Website-Daten beim Beenden eingestellt werden, ohne dass sie dadurch vom Tracking-Schutz und anderen Cookie-Einschränkungen ausgenommen werden.
Im JSON-Betrachter gibt es unten nun eine Breadcrumbs-Darstellung für das ausgewählte Element.
Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer
Auch in Firefox 154 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 154 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.
Verbesserungen der Webplattform
Firefox 154 unterstützt neue CSS-Eigenschaften wie text-box-trim und text-box-edge, CSS-Funktionen wie sibling-index() und sibling-count().
Für Eingabefelder vom Typ time wird jetzt ein Uhrzeit-Picker angezeigt.
Die Schutzmaßnahmen für den Zugriff auf das lokale Netzwerk gelten in Zukunft auch für WebSocket-Verbindungen. Websites, die versuchen, eine WebSocket-Verbindung zu einem Gerät im lokalen Netzwerk herzustellen, fragen nun zunächst nach einer Berechtigung.
Dies war nur eine Auswahl. Weitere Verbesserungen der Webplattform und für Erweiterungsentwickler lassen sich wie immer in den MDN Web Docs nachlesen.
Die Kernel von Tuxedo OS auf Debian-Testing-Basis werden sehr aktuell sein und spezielle Treiber umfassen. Damit möchte das Augsburger Unternehmen Tuxedo Computers die Unterstützung für neue Hardware-Komponenten sicherstellen.
Microsoft aktualisiert Azure Linux 3.0 mit zahlreichen Sicherheitskorrekturen. Die neue Version behebt mehr als 233 Schwachstellen aus aktuellen CVE-Meldungen. Azure Linux 3.0.20260809 bleibt auf dem Linux-Kernel 6.6 LTS. Zusätzlich aktiviert Microsoft FSCRYPT und übernimmt weitere Aktualisierungen aus dem Kernel-Zweig. Auch eigene Fehlerkorrekturen für Azure Linux sind enthalten. Der Schwerpunkt liegt allerdings klar auf der Sicherheit. […]
KDE Frameworks 6.29 ist erschienen und verbessert zahlreiche Grundlagen. Die Aktualisierung bringt unter anderem Neuerungen bei Archiven, Bildern und Dateivorgängen. Eine wichtige Änderung betrifft KArchive und das Arbeiten mit ZIP-Dateien. KZip kann nun auch große ZIP64-Archive erstellen. Außerdem wurden Probleme beim Öffnen entsprechender Archive behoben. Auch die Bildverarbeitung erhält mehrere Verbesserungen. KImageFormats unterstützt das Speichern […]
Forscher haben eine Schwachstelle bei verschlüsselten KI-Denkprotokollen entdeckt. Betroffen sind offenbar Modelle von OpenAI, Anthropic und Google. Moderne Modelle verarbeiten komplexe Aufgaben intern Schritt für Schritt. Diese sogenannten Reasoning-Traces werden teilweise verschlüsselt an Anwendungen zurückgegeben. Bei späteren Anfragen können sie erneut an den jeweiligen Dienst übertragen werden. Genau diese Architektur haben die Forscher untersucht. Sie […]
TUXEDO Computers geht mit dem Wechsel der Basis von Ubuntu zu Debian einen großen Schritt. Die jetzt freigegebene Open Beta wird unter anderem durch Btrfs-Snapshots aufgewertet.
Linux 7.2 ist erschienen und bringt zahlreiche technische Verbesserungen. Im Mittelpunkt stehen Hardware, Dateisysteme, Netzwerk und Sicherheit. Zu den Neuerungen gehört ein fairerer Scheduler für Grafikeinheiten. AMDGPU unterstützt erstmals HDMI 2.1 FRL. Auch Intels Xe-Treiber erhält erste CRI-Plattformunterstützung. Rust entwickelt sich ebenfalls weiter. Linux 7.2 bringt Unterstützung für IBM System/390. Außerdem kommt die Zerocopy-Bibliothek für […]
KDE Plasma 6.6 erhält erstmals drei Jahre langfristige Pflege. Davon profitieren auch Frameworks und KDE-Anwendungen. Der Schritt kommt überraschend, denn KDE hatte das alte LTS-Modell beendet. Damals fehlte eine langfristige Pflege des gesamten KDE-Stacks. Jedoch erhielt Plasma ausgewählte zurückportierte Fehlerbehebungen. Mit Plasma 6.6 ändert sich dieser Ansatz grundlegend. Kubuntu 26.04 setzt auf Plasma 6.6 als […]
Threema wurde von einer größeren DDoS-Angriffswelle getroffen. Dadurch kam es zeitweise zu Ausfällen und kurzen Unterbrechungen. Die Angriffe begannen am Dienstagabend (11.8.) und dauerten Mittwoch an. Besonders betroffen war Threema am Dienstagabend. Danach folgten am Mittwoch weitere kürzere Unterbrechungen. Die Angreifer veränderten ihre Methoden während der Attacken laufend. Dadurch musste Threema seine Schutzmaßnahmen immer wieder […]
Die erste öffentliche Beta-Version von Tuxedo OS auf Basis von Debian Testing steht zum Download bereit. Die ISO-Abbilder der Linux-Distribution aus Augsburg können seit Sonntagmittag über das Download-Portal des Herstellers heruntergeladen werden.
Wero gewinnt weiter an Reichweite. Mit der Norisbank startet eine weitere Bank, während die Targobank bereits den nächsten Schritt vorbereitet. Kunden der Norisbank können Wero ab sofort vollständig nutzen. Neben Geldtransfers zwischen Privatpersonen sind jetzt auch Zahlungen in unterstützten Online-Shops möglich. Damit erweitert sich das Angebot des europäischen Bezahldienstes erneut. Auch die Targobank hat ihren […]
Debian feiert heute seinen 33. Geburtstag. Weltweit treffen sich Gemeinschaften und feiern das freie Projekt. Die Geschichte begann am 16. August 1993. Damals kündigte Ian Murdock eine neue Linux-Distribution an. Sein Ziel war eine offene Entwicklung mit Beteiligung der Nutzer. Murdocks Vorstellungen gingen deutlich über eine einfache Softwaresammlung hinaus. Debian sollte gemeinschaftlich entwickelt und dauerhaft […]
TUXEDO OS steht vor einem wichtigen Schritt: Die geplante Open Beta auf Basis von Debian Testing wird heute am 16. August 2026 offiziell vorgestellt. Damit wird der bereits angekündigte Wechsel weg von Ubuntu LTS konkret und erstmals für Interessierte zum Ausprobieren verfügbar. Die Premiere findet auf der FrOSCon 2026 statt, wo TUXEDO mit einem eigenen […]
Debian entscheidet derzeit, wie bereits berichtet, über den künftigen Umgang mit generativer KI. Zur Abstimmung stehen acht Vorschläge plus eine Option dagegen. Die Abstimmung läuft seit dem 15. August und endet am 28. August. Stimmberechtigt sind ausschließlich Debian-Entwickler. Dabei kommt Debians Ranglistenwahl zum Einsatz. Ein Vorschlag fordert weiterhin ein grundsätzliches KI-Verbot. Dieses würde KI-Unterstützung bei […]
Dies ist der Begleit-Artikel zu meinem gleichnamigen Vortrag auf FrOSCon 2026 am Samstag um 11:15 Uhr in Raum HS 4. Ich möchte das Thema hier nochmals in Textform aufarbeiten und zur Diskussion stellen.
Worin besteht die Gefahr?
Für uns Nerds oder allgemein für technikaffine Personen ist der Umgang mit Technik interessant, spannend und häufig normal. Nicht selten betreiben wir in unserem Haus oder Wohnung eine komplexe Heimnetz-Infrastruktur. Viele von uns blicken gerne hinter die Technik und wollen sie verstehen. Diese Faszination teilen leider die meisten Menschen nicht.
Außerhalb unserer kleinen Nerd-Blase gibt es eine sehr große Gruppe von Menschen, die Technik benutzen, weil sie müssen oder die Nutzung digitaler Dienste Komfort verspricht und ihnen nützlich ist. Dass all dieser Kram funktioniert, wird häufig als selbstverständlich hingenommen und nicht selten mit schwarzer Magie in Zusammenhang gebracht. Und es mag einige unter uns überraschen, doch nicht alle Menschen finden Technik interessant und wollen diese verstehen. Die meisten Menschen wollen tatsächlich einfach nur keine Probleme damit haben.
Ein ganz normales Heimnetzwerk (ohne Nerd)
Abbildung 1 zeigt ein Bild von einem Heimnetzwerk, so wie es sich die meisten Internetdiensteanbieter und normale Menschen vorstellen.
Abb. 1: Ein einfaches Heimnetzwerk, wie es sich Internetdiensteanbieter und normale Menschen vorstellen.
Wer einen Internetanschluss bucht, erhält vom Anbieter meist eine Box und einen Brief mit Zugangsdaten. Letzterer ist optional und kann entfallen, wenn die Box schon komplett vorkonfiguriert ist. Während Kundige hierin einen WLAN-Router mit integriertem Kabel- oder DSL-Modem erkennen, beizeichnen andere Menschen diese Box schlicht als Das Internet. Das ist aus ihrer Perspektive nachvollziebar, denn funktioniert der Kasten nicht richtig, geht meist der Internetzugriff verloren. Dennoch ist diese Bezeichnung natürlich fachlich falsch. Doch was kümmert das den Menschen?
Alle netzwerkfähigen Geräte befinden sich in Abb. 1 in einem Netzwerk. Die Kaffeevollautomaten, Kühlschränke, Waschmaschinen und Wäschetrockner, Heizung, PV-Anlage, etc. habe ich rein aus Platzgründen weggelassen.
Während dieses einfache Setup viele Nachteile mit sich bringt, besitzt es allerdings auch einige Vorteile. Fast alle Internetdiensteanbieter, Elektronik-Fachmärkte und PC-Einzelhändler sind mit diesem Setup vertraut und nehmen an, dass es bei uns so aussieht. Die üblichen Boxen sind meist bekannt und können entsprechend konfiguriert oder im Fehlerfall ersetzt werden. Hierzu sind weder ein Informatikstudium noch 20 Jahre Berufserfahrung notwendig. Kurz gesagt, man findet leicht relativ günstige Hilfe, wenn es mal klemmt.
Ein (stark vereinfachtes) Nerd-Netzwerk
Ich verdiene mein Geld seit über 20 Jahren mit EDV/IT. Ich kenne sehr viele Menschen, die eine ähnliche Einstellung zu Technik haben, wie ich selbst. Glaubt mir bitte, wenn ich hier schreibe, dass das Netzwerk aus Abbilung 2 noch relativ einfach für Menschen unserer Profession ist.
Abb. 2: Beispiel eines stark vereinfacht dargestellten Nerd-Netzwerks
Das geschulte Auge erkennt, dass es hier nichts besonderes zu sehen gibt. Eine Firewall mit Dual-WAN-Konfiguration über zwei separate Internetdiensteanbieter (kanten- und knotendisjunkt) mit unterschiedlicher Technik, Mesh-WLAN, NAS, Linux-Hypervisor und eine Menge an Netzwerkgeräten.
Was in Abb. 2 nicht dargestellt ist, jedoch häufig ebenfalls vorzufinden ist, sind zentral verwaltete Switches mit Spanning-Tree-Protokoll, VLAN-Segmentierung für unterschiedliche Geräteklassen, diverse Netzwerkzonen und unterschiedliche WLAN-Netze für Bewohner, Besucher und Geräte aus Küche und Keller.
Nun stellen wir uns alle kurz vor, was es für unsere Familie bedeutet, wenn ein Dienst bzw. eine App auf dem Smartphone oder Tablet nicht mehr wie gewohnt funktionieren, wir nicht verfügbar sind und sie sich mit einer solchen Infrastruktur konfrontiert sehen. Tipp: Fragt eure Familie, wie sie im Fall einer IT-Störung ohne euch vorgehen würde und wie sicher sie wäre, diese Situation zu bewältigen, ohne ein tiefes Tal der Tränen durchschreiten zu müssen.
Um es einmal deutlich zu machen, mit unserer Nichtverfügbarkeit meine ich unsere Abwesenheit durch Scheidung, Krankheit, Knast oder Tod. Auf uns zu warten ist keine Option.
Vereinfacht dargestellt, sieht sich unsere Familie nun mit folgenden Herausforderungen konfrontiert:
Wie finde ich heraus, wo der Fehler liegt bzw. was nicht mehr funktioniert?
Wie greife ich auf diese vielen unterschiedlichen Geräte zu und wo finde ich die Zugangsdaten?
Exkurs: Ich erzähle immer gerne die Anekdote, dass ich in meiner Ausbildung zum Fachinformatiker FR. Systemintegration in Privathaushalten die DSL-Internetzugänge eingerichtet habe. Wenn ich an der entscheidenen Stelle um die Internetzugangsdaten bat, wurde mir häufig der Ordner mit den Telefonrechnungen gegeben. Es bedurfte dann weiterer Erklärung, was ich brauche und wie dies aussieht. Manchmal stellte sich dann heraus, dass der entsprechende Brief als unwichtig erachtet und bereits entsorgt wurde.
Der kleine Exkurs macht deutlich, dass es für „normale Menschen“ schon bei einer einfachen Umgebung die Chance zum Scheitern gab und gibt. Viel Spaß mit der Spielwiese eures Nerds. Vielleicht nutzt eure Familie eure selbstgehosteten Dienste wie z.B. Paperless-NGX und sind sogar darauf angewiesen. Doch weiß sie, dass dieser Anwendung durch mehrere rootless Podman-Container bereitgestellt wird, die in einer virtuellen Maschine auf eurem Linux-Server laufen?
Dabei muss sich eure Familie für ihre Unkenntnis nicht schämen. Denn bei OPNsense, Linux-Hypervisor mit virtuellen Maschinen und Containern und einer nicht ganz so weit verbreiteten WLAN-Mesh-Lösung sind auch die meisten Support-Abteilungen der Internetdiensteanbieter, PC-Einzelhändler und Elektronikmärkte überfordert. Zwar können hier häufig professionelle Systemhäuser weiterhelfen, doch dann wird es schnell sehr teuer (bei Tagessätzen zwischen 800-1400 Euro).
Hypothese: Wir basteln gern und probieren gerne Dinge aus. Die wenigsten von uns pflegen einen Servicekatalog für die Dienste im Heimnetzwerk.
Das Risiko ist groß, dass eure Familie den Zugriff auf Dokumente, Familienfotos und die Haussteuerung verliert, wenn ihr nicht mehr verfügbar seid und ein Fehler auftritt.
Lösungsansätze
Doch wie bereiten wir unsere Familie nun auf unsere Nichtverfügbarkeit vor?
In meinen Augen gibt es nicht die eine Lösung, die überall funktioniert. Ich stelle euch im Folgenden meine Lösungsansätze vor. Falls ihr denkt, dass diese auch für euch funktionieren, dürft ihr sie selbstverständlich gerne übernehmen. Versteht sie als Anregung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.
Zugangsdaten
Ich verwalte meine Zugangsdaten in KeePassXC. Meine Familie hat weder auf die Geräte Zugriff, wo die KeePassXC-Datenbank liegt, noch auf die Datenbank selbst.
Einen gemeinsamen Passwort-Manager zu verwenden, wo wir den Zugriff auf bestimmte Zugangsdaten teilen können, funktioniert für uns nicht. Unsere Nutzungsgewohnheiten sind dafür aktuell einfach zu unterschiedlich.
Daher drucke ich alle wichtigen Zugangsdaten aus und stecke sie in einen Umschlag. Zu den Zugangsdaten gehören auch die Backup-Codes für Konten mit Multi-Faktor-Authentifizierung. Der Umschlag wird verschlossen, über der Verschlusslasche wird das Datum notiert und es kommt noch ein transparenter Klebestreifen darüber. Das ist eine einfache Sicherung, um zu erkennen, ob der Umschlag geöffnet wurde. Aus meiner Erfahrung ist es nicht möglich, den Klebestreifen zu entfernen und den Umschlag zu öffnen, ohne dass die Beschriftung erheblichen Schaden nimmt. Der Umschlag selbst wird an einem uns wohlbekannten Ort hinterlegt.
Falls der Umschlag mal geöffnet wurde und es niemand gewesen sein will, oder er gar weg ist, bedeutet das für mich einen Einmalaufwand zur Zugangsänderung. Das nehme ich in Kauf.
Meine Familie kann so im Notfall an die wichtigsten Zugangsdaten gelangen und sich Zugriff verschaffen.
Ein Risiko ist damit nicht abgesichert, nämlich dass der Umschlag und ich beide nicht verfügbar sind. Dieses Risiko akzeptieren wir.
Der Inhalt des Umschlags wird immer dann aktualisiert, wenn sich wichtige Zugangsdaten geändert haben. Glücklicherweise passiert dies nur ca. 1-2 Mal im Jahr.
Die Dokumentation für den Notfall
Jeder Systemadministrator schätzt eine gute Dokumentation. Kein Systemadministrator schreibt gerne Dokumentation.
Meine Meinung
Es hilft aber alles nichts. Ich habe zu diesem Thema bereits die Artikel Dokumentation für den Notfall bzw. das digitale Erbe und das Update dazu geschrieben. Für den Vortrag habe ich eine Version erstellt, in der ich unsere echten Daten durch Platzhalter und Beispiele ersetzt habe. Diese habe ich als Datei in diesen Artikel eingefügt.
Ich hoffe, in dieser Dokumentation den richtigen Ton getroffen zu haben, so dass diese sowohl meiner Familie, als auch einer hinzugerufenen Fachkraft hilft.
Den Schreibtischtest hat diese Dokumentation bestanden. Meine Frau hat diese Dokumentation gelesen und sie für hilfreich befunden. Eine Notfall-Übung steht jedoch noch aus.
Fazit
Wir Nerds denken und funktionieren zum Teil anders als unsere Familienangehörigen. Es ist sinnvoll, mit diesen über das Theme der eigenen Nichtverfügbarkeit zu sprechen und zu erörtern, welche Informationen diese im Notfall benötigen.
Einigt euch bei der Dokumentation und Hinterlegung von Informationen auf Formate und Orte, die für alle Beteiligten funktionieren. Unsere Angewohnheiten unterscheiden sich teils deutlich.
Haltet die Notfall-Dokumentation aktuell, sonst nützt sie nichts. Dies ist vermutlich der schwierigste Punkt.
Führt Übungen durch. Sonst ist es ein Schrödingers-Notfall-Konzept.
Die Fairmaus ist ein gelungenes Lötprojekt mit guter Hardware, aber die katastrophale Anleitung voller Fehler trübt den sonst positiven Gesamteindruck.
Canonical setzt den Umbau von Ubuntu fort. Künftig wird das Systemwerkzeug „hwctl“ ausschließlich als Snap ausgeliefert. Hwctl gehört zur Hardwarebibliothek rust-hwlib, die bereits fester Bestandteil von Ubuntu ist. Die Werkzeugsammlung steht sowohl auf Desktop- als auch auf Server-Systemen zur Verfügung. Die bisherige Deb-Version wird schrittweise eingestellt. Als Grund nennt Canonical vor allem Sicherheitsvorteile. Die Snap-Version […]
Die FrOSCon ist neben den Chemnitzer Linuxtagen der wichtigste deutsche Treffpunkt der Linux- und Open-Source-Szene. Sie öffnet am 15. und 16. August zum 21. Mal ihre Pforten.
GNOME arbeitet an mehreren Ideen für die Zukunft. Einige Änderungen könnten bereits mit GNOME 51 sichtbar werden. Besonders konkret wird es bei der Suche. Künftig sollen Ergebnisse über der Übersicht erscheinen. Die bisherige Ansicht bleibt dabei weiterhin sichtbar. GNOME möchte die Suche später zusätzlich deutlich leistungsfähiger machen. Auch die Schnelleinstellungen sollen flexibler werden. Nutzer könnten […]