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Vorstellung: Red Hat Accelerators Program

26. Juli 2021 um 07:00

In diesem Beitrag möchte ich euch das Red Hat Accelerators Programm vorstellen und einige Beispiele geben, was wir dort so tun. Ich selbst bin seit 2019 Mitglied dieser Gemeinschaft und freue mich, mit IT-Experten aus verschiedensten Branchen und Red Hat selbst austauschen zu können. Dieser Artikel gibt meine persönliche Meinung und Sicht auf die Red Hat Accelerators wieder. Diese kann mit der von Red Hat übereinstimmen, muss es aber nicht.

Das Programm selbst beschreibt sich als globale Gemeinschaft, bestehend aus IT-Experten unter den Red Hat Kunden/Partnern, welche ihr Wissen und ihre Leidenschaft für Red Hat Produkte und Open Source Projekte mit Fachkollegen und Red Hat teilen und sich darüber austauschen mögen. Dem Einzelnen verspricht das Programm dabei folgenden Nutzen.

Netzwerken

Kurz gesprochen sind die Red Hat Accelerators ein Slack Channel voller interessanter Menschen. Diese stammen aus den verschiedensten Branchen, wie z.B. dem Gesundheitswesen, der Automobilindustrie, Versicherungen und Banken, um nur einige zu nennen. Dazu gesellen sich auch einige „Rote Hüte“, darunter Technical Account Manager, Mitarbeiter:innen aus verschiedenen Produkt-Teams und selbstverständlich die Community-Managerinnen Andi und Lili.

Wenn man seit vielen Jahren im gleichen Unternehmen arbeitet und stets nur zu den eigenen Kollegen Kontakt hat, stellt sich häufig eine gewisse Betriebsblindheit ein. Bei den Red Hat Accelerators bietet sich die Gelegenheit, mit Fachkollegen aus der gleichen, aber vor allem auch aus anderen Branchen in Kontakt zu treten und sich auszutauschen, um über den Tellerrand schauen zu können und der Betriebsblindheit entgegen zu wirken.

Ganz nebenbei lernt man neue Anwendungsfälle für bekannte oder weniger bekannte Produkte kennen. Gleiches gilt für Fehler in bzw. Probleme mit eben diesen Produkten. So bilden sich im Chat häufig so etwas wie spontane Arbeitskreise, die Probleme in der allerneusten Version eines Produktes adressieren. Hier wird sich gegenseitig geholfen. Und sollte einmal noch keine Lösung existieren, nimmt meist einer der anwesenden TAMs (steht wahlweise für Technical Account Manager oder The Almighty Moderator) das Problem/die Frage mit, um eine Lösung zu finden.

Mir hat sich durch diesen Austausch schon einige Male ein neuer Blickwinkel eröffnet, wodurch sich neue Lösungswege auftaten. Und das selbst über Red Hat Produkte hinaus.

Zugang zu Produkt-Teams und zukünftigen Releases

Für mich persönlich ist dies der größte Nutzen, den ich aus dem Red Hat Accelerators Programm ziehe. Ich habe hier die Möglichkeit, frühzeitig Kenntnis über (geplante) Neuerungen in Red Hat Produkten zu erlangen und durch qualifizierte Beiträge die Produktentwicklung mit zu beeinflussen.

Die Produkt-Teams stellen ihre Ideen und Pläne in gemeinsamen Videokonferenzen mit den Accelerators vor und diskutieren mit uns über Anwendungsfälle sowie Vor- und Nachteile der Änderungen.

Diese Form der Kommunikation hat Vorteile sowohl für Red Hat selbst, als auch für uns Kunden. Red Hat erfährt von seinen Kunden, wo der Schuh drückt, was sich diese wünschen, um ihren Arbeitsalltag effizienter zu gestalten. Als Kund erfährt man frühzeitig von geplanten Entwicklungen und Ideen und kann diese in gewissem Rahmen mit beeinflussen. Dazu möchte ich drei Beispiele geben.

Umfragen

Regelmäßig werden Umfragen zu Produkten aus dem Red Hat Portfolio und IT-Themen durchgeführt, die viele von uns im Arbeitsalltag betreffen. Red Hat nutzt diese Fragen dazu, um seine Kunden besser kennen zu lernen. Basierend auf diesen Umfragen werden weitere Sitzungen geplant, um einzelne Punkte in kleineren Arbeitsgruppen besprechen zu können.

Umfragen werden z.B. als webbasierte Formulare durchgeführt oder als Live-Interviews mit den Produkt-Teams.

Produktvorstellungen

Hier stellt ein Produkt-Team geplante Neuerungen, Änderungen oder neue Funktionen vor und stellt sich direkt der Kritik der Accelerators. Es wird dabei darauf geachtet, dass Kritik konstruktiv geäußert wird. Ein einfaches „Das ist Mist.“ oder „Das finde ich doof.“ ist dabei nicht gern gesehen. Ein konstruktives „Ich würde mir dieses oder jenes aus folgenden Gründen wünschen.“ wird gern entgegengenommen.

Als Accelerator hat man hier die Möglichkeit, seine Wünsche mitzuteilen. Es besteht keine Garantie und kein Anspruch, dass diese Berücksichtigung finden. Auch kann man die Entwicklung nicht direkt bestimmen. Doch hat Red Hat selbstverständlich ein Interesse daran, möglichst viele seiner Kunden bei der Stange und bei Laune zu halten. Denn ein glücklicher Kunde kauft gern nochmal, während ein unglücklicher Kunde vermutlich etwas neues ausprobiert.

Schön finde ich bei diesen Veranstaltungen auch, dass man erfahren kann, warum einige Wünsche nicht berücksichtigt werden oder auf der Roadmap sehr weit hinten anstehen müssen. Dies schafft Transparenz und ist in meinen Augen sehr zu begrüßen.

Doch auch für Red Hat kann es hier manchmal eine Enttäuschung geben, wenn z.B. ein Design-Entwurf von einer großen Mehrheit abgelehnt (im Sinne von: „Wir mögen das wirklich nicht und wünschen es uns wie folgt.“) wird.

Fokus-Gruppen

In den sogenannten Fokus-Gruppen bietet sich für ausgewählte Accelerators die Chance, eng mit einem Red Hat Produkt-Team zusammen zu arbeiten.

So hatte ich im Sommer 2020 das Vergnügen, in der Fokus-Gruppe Red Hat Insights unter Leitung von Mohit Goyal (Senior Principal Product Manager, Red Hat) mitzuarbeiten. Hier bot sich mir die Möglichkeit, die besonderen Anforderungen an den Einsatz einer solchen Lösung in Deutschland und in meiner Organisation zu vertreten und dafür zu sensibilisieren. Durch den Einfluss mehrerer Red Hat Accelerators wurde die geplante automatische Registrierung von RHEL-Systemen in Red Hat Insights auf unbestimmte Zeit verschoben.

So viel Einfluss auf eine laufende Produktentwicklung hatte ich bisher bei keinem anderen Hersteller. Und ich wünsche mir deutlich mehr davon.

Welche Vorteile hat Red Hat davon?

Selbstverständlich profitiert auch Red Hat von dem Accelerators-Programm. Wie bereits erwähnt, bekommt der Hersteller hier wertvolle Rückmeldungen von vertrauten Kunden, direkt aus der Praxis. Darüber hinaus stehen die Accelerators bereit, Produktneuheiten zu testen, zu validieren und den Einsatz in der eigenen Umgebung zu prüfen, bevor diese veröffentlicht werden. Dadurch kann bei Problemen noch rechtzeitig gegengesteuert werden.

Das Programm hilft Red Hat, seine Kunden und deren Bedürfnisse besser zu verstehen und die eigenen Produkte noch besser am Bedarf der Kunden auszurichten.

Und natürlich verfügt Red Hat mit den Accelerators über ein Heer aus Enthusiasten, Evangelisten und Missionaren, welche die Open Source Botschaft in die Welt hinaus tragen. Und wir alle wissen doch, dass Mund-zu-Mund-Propaganda die wirksamste Form der Werbung ist.

Wie kann man Mitglied werden?

Ihr seid bereits Red Hat Kunde und mein Beitrag hat euch neugierig gemacht, so dass ihr ebenfalls zu den Red Hat Accelerators dazustoßen möchtet? Das ist gut, denn die EMEA-Region und besonders der deutschsprachige Raum ist aktuell noch etwas unterrepräsentiert.

Bitte lest euch die Programm-Bedingungen (in englischer Sprache) durch und bewerbt euch.

Ich selbst darf übrigens keinerlei Geschenke von Red Hat oder dem Accelerators-Programm annehmen. Wenn ihr im letzten Feld des Bewerbungsformulars also meinen Namen angebt, ist mir nicht mehr und nicht weniger gewiss, als der ewige Dank von Andi und Lili.

Virtuozzo Linux folgt RHEL 8.4

07. Juli 2021 um 13:24

Mit der neuen Version 8.4 von Virtuozzo Linux (VzLinux) gleicht sich der Fork von Red Hat Enterprise Linux an dessen Version an. Die Virtuozzo-Macher betonen, dass sie ihrem Weg treu bleiben und auch künftig einen Fork des bestehenden RHEL anbieten.

Damit gehe man einen anderen Weg als CentOS, das nun als eine Art Upstream für RHEL dient und nicht länger die stabile Version abbildet. Darüber hinaus bietet sich VzLinux nun als Ersatz für CentOS an, heißt es bei Virtuozzo Linux. CentOS stellt nach dem Wechsel der Ausrichtung bei manchen Anwendern nun nicht mehr die gewohnt stabile Basis dar.

Ansonsten bildet VzLinux 8.4 nun RHEL 8.4 nach und bringt dessen Neuerungen mit. Neben Virtuozzo sind weitere Linuxe in die durch CentOS geöffnete Breche gesprungen und versuchen sich als CentOS-Ersatz. AlmaLinux und Rocky-Linux sind zwei dieser Kandidaten. Auch diese Distributionen sind inzwischen nach Ansicht ihrer Macher auf dem Stand von RHEL 8.4 und produktionsreif. Beide Distributionen bezeichnen sich als vollständig kompatibel.

Der Beitrag Virtuozzo Linux folgt RHEL 8.4 erschien zuerst auf Linux-Magazin.

AlmaLinux oder Oracle Linux oder Rocky Linux?

05. Juli 2021 um 19:01

Mein Linux-Freund Niki Kovacs hat mich heute kontaktiert: Soll man als CentOS-Ersatz Rocky Linux oder doch eher Oracle Linux empfehlen? Ich habe per Mail schon geantwortet, aber ich will die Frage hier ein wenig ausführlicher diskutieren und lade Sie ein, in den Kommentaren Ihre eigene Sichtweise zu präsentieren.

Prinzipiell geht es um die Frage: Welcher RHEL-Klon ist der beste, wenn kein Geld für eine RHEL-Lizenz da ist? CentOS 8 scheidet aus, der RHEL-Klon schlechthin hat ja für Ende 2021 die Einstellung von Updates angekündigt (siehe auch meinen Nachruf auf CentOS). Es gibt aber mittlerweile eine Menge Alternativen (hier in alphabetischer Reihenfolge):

  • AlmaLinux
  • CentOS Stream
  • Oracle Linux
  • Red Hat Enterprise Linux (RHEL) mit einem Developer Account kostenlos nutzen
  • Rocky Linux

Update 7.7.2021: Gerade habe ich noch einen RHEL-Klon entdeckt: Virtuozzo VzLinux

RHEL kostenlos nutzen

Beginnen wir mit dem Original. Natürlich ist es schön, dass Open-Source-Lizenzen das Angebot von RHEL-Klonen überhaupt möglich machen; aber wozu einen Klon verwenden, wenn Red Hat jetzt 16 kostenlose RHEL-Installationen im Produktiveinsatz erlaubt (FAQs for no-cost Red Hat Enterprise Linux)?

Ich habe es ausprobiert. Ein paar Mausklicks reichen aus, um einen Red Hat Developer Account einzurichten — aber in der Folge ist von der kostenlosen Red Hat Developer Subscription for Individuals in der Red-Hat-Weboberfläche nichts zu sehen. Auch die Registrierung einer neuen RHEL-Installation scheitert mit unklaren Fehlermeldungen.

Schließlich habe ich den Red-Hat-Support per Mail kontaktiert. Sehr freundlich hat man mir dann einen halben Tag später die RHEL-Subscription freigeschaltet. Anscheinend gibt es da keinen Automatismus. Das kostenlose Angebot ist allerdings auf ein Jahr limitiert und muss dann verlängert werden. (Mangels eigener Erfahrung kann ich nicht sagen, ob dazu wieder ein E-Mail-Kontakt erforderlich ist.)

Die Weboberfläche zur Verwaltung von RHEL-Subskriptionen

Nach der manuellen Freischaltung ist die Aktivierung von RHEL-Systemen dann möglich. Die Verwaltung der Subskriptionen bleibt allerdings unübersichtlich. Die dafür vorgesehene GUI innerhalb von Red Hat habe ich schon in der Vergangenheit als recht fehleranfällig erlebt.

GUI zur Subskriptionsverwaltung innerhalb von RHEL

Immerhin lässt sich die Verwaltung auch per Kommando erledigen:

subscription-manager register --username <yourname> --password <pw>

  Das System wurde mit ID registriert: 764c...
  Der registrierte Systemname lautet: <hostname>

subscription-manager role --set="Red Hat Enterprise Linux Server"

  role set to "Red Hat Enterprise Linux Server".

subscription-manager service-level --set="Self-Support"

  service_level_agreement set to "Self-Support".

subscription-manager usage --set="Development/Test"

  usage set to "Development/Test".

subscription-manager attach

  Aktueller Status der installierten Produkte:
  Produktname: Red Hat Enterprise Linux for x86_64
  Status: Subskribiert

Fazit: Red Hat ist mittlerweile durchaus großzügig und erlaubt die kostenlose Nutzung von bis zu 16 RHEL-Installationen im Produktivbetrieb. Allerdings ist das Handling der Lizenzen mühsam und für Open-Source-verliebte Linux-Anwender ungewohnt. Ein wenig stellt sich die Frage nach dem Nutzen. Letzlich bleibt nur ein Argument: Paket- und Versions-Updates erfolgen beim Original in der Regel ein paar Tage schneller als bei den Klonen.

CentOS Stream

Red Hat bewirbt CentOS Stream als Nachfolger von CentOS. CentOS Stream ist wie CentOS kostenlos verfügbar. Ansonsten gibt es aber zwei gewichtige Unterschiede:

  • Zum einen ist CentOS Stream nicht mehr vollständig RHEL-kompatibel. Vielmehr werden für RHEL geplante Updates zuerst für CentOS Stream freigegeben. Das kann man durchaus als Vorteil sehen — vor allem, weil die lahme Update-Versorgung in der Vergangenheit ein großes CentOS-Problem war. Andererseits ist klar, dass CentOS Stream für Red Hat damit zur Testumgebung wird: Sollte bei einem Update doch ein Problem auftreten, werden die CentOS-Stream-Anwender dieses feststellen, bevor die zahlenden RHEL-Kunden damit beglückt werden.
  • Zum anderen hat CentOS Stream eine viel kürze Lebenszeit als RHEL. Während für CentOS in der Vergangenheit wie RHEL 10 Jahre Updates versprach, wird es diese für CentOS Stream nur ca. vier bis fünf Jahr geben. (Dieser Zeitraum ist nicht in Stein gemeißelt. Er hängt davon ab, wir rasch Red Hat die jeweils nächste RHEL-Version fertig stellt.)

Persönlich könnte ich mit Punkt 1 leben. In aller Regel sind die Paket-Updates absolut ausgereift (siehe auch diesen Artikel in der CentOS-Mailing-Liste), wenn sie für CentOS Stream freigegeben werden. CentOS Stream ist nicht Fedora und schon gar nicht Debian unstable. Aber aufgrund von Punkt 2 ist CentOS Stream aus meiner Sicht weitgehend uninteressant für den produktiven Server-Einsatz.

Oracle Linux

Damit kommen wir zu den Klonen. Seit über 15 Jahren am Markt etabliert ist Oracle Linux. Oracle vermarktet sein Linux primär als kommerzielles Angebot und versucht, sich mit Zusatzfunktionen von RHEL abzuheben: Dazu zählen ein neuerer Kernel (im Marketing-Jargon: »Unbreakable Enterprise Kernel«), Ksplice-Kernel-Updates im laufenden Betrieb sowie eine bessere Unterstützung des von Oracle mitentwickelten Dateisystems btrfs.

Anfänglich war Oracle Linux wie RHEL ausschließlich für zahlende Kunden zugänglich, wenn auch zu günstigeren Preisen als bei RHEL. Seit 2012 kann Oracle Linux inklusive aller Updates kostenlos bezogen werden und steht damit auf einer Ebene mit AlmaLinux und Rocky Linux. Oracle verspricht, dass Linux auch weiterhin frei zugänglich bleiben wird.

Für Oracle spricht, dass die Update-Versorgung in den letzten 15 Jahren ausgezeichnet (viel besser als bei CentOS) funktioniert hat. Dagegen spricht, dass Oracle in der Vergangenheit keine glückliche Hand mit Open-Source-Projekten hatte. Java, MySQL, OpenOffice führen die Liste der von Oracle übernommenen Projekte an, die prompt Konflikte mit der Community und Forks verursacht haben.

Eine Oracle-Linux-Installation in einer virtuellen Maschine

AlmaLinux und Rocky Linux

Wenige Tage nach der Ankündigung vom Ende von CentOS haben der ehemalige CentOS-Gründen Greg Kurtzer und die Firma CloudLinux jeweils einen eigenen RHEL-Klon angekündigt. Mittlerweile sind beide Produkte unter den Namen Rocky Linux (in Gedenken an ein weiteres CentOS-Gründermitglied) und AlmaLinux fertig und stehen jeweils für zwei Architekturen (x86 und ARM) zur Auswahl. Ich habe beide Klone kurz angetestet und keinerlei Probleme festgestellt.

Cloud Linux hat die weitere Verantwortung für AlmaLinux in die Hände der neu geschaffenen AlmaLinux OS Foundation gelegt, und verspricht außerdem, pro Jahr eine Million Dollar für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Zumindest im ersten halben Jahr hinterließ AlmaLinux als Distribution wie als Organisation einen äußerst professionellen Eindruck.

Rocky Linux war mit der Fertigstellung etwas langsamer. Das Ende Juni 2021 vorgestellte Release unterstützt zudem noch kein UEFI Secure Boot. Dieses Feature soll aber in naher Zukunft nachgereicht werden. Rocky Linux genießt immerhin bereits die Unterstützung durch Amazon, Google und Microsoft. (Lesen Sie auch dieses Interview mit dem Greg Kurtzer.)

Machen Sie sich keine Illusionen: Eine echte Beurteilung von AlmaLinux bzw. von Rocky Linux ist aktuell schlicht unmöglich. Die Wartung einer Enterprise-Distribution verlangt einen langen Atem. Die regelmäßige Update-Versorgung über einen Zeitraum von 10 Jahren kostet richtig viel Arbeit (= Geld)! Das gilt umso mehr, wenn demnächst zwei und in ferner Zukunft womöglich drei Major-Versionen (RHEL 8 + 9 + 10) parallel laufen.

Das Überleben von Rocky Linux und AlmaLinux wird also letztlich von der langfristigen Unterstützung durch Sponsoren abhängen. Dementsprechend zeigen beide Projekte auf ihrer Website eine lange Liste von Sponsoren-Logos an :-) Aber ob bzw. welche der beiden Projekte in 10 Jahren noch aktiv sind, kann heute niemand seriös vorhersehen. Den großartigen Ruf, den das CentOS-Projekt hatte und den Red Hat vorigen Dezember quasi über Nacht verspielte, müssen sich AlmaLinux und Rocky Linux erst mühsam erarbeiten.

Das Installations-Programm von AlmaLinux ist nur an der optischen Gestaltung der Seitenleiste vom Original bzw. von den anderen RHEL-Klonen unterscheidbar.

Die Qual der Wahl

Damit sind wir bei der eingangs gestellten Frage: Welcher Klon soll es nun sein?

Selbst habe ich aktuell kein Projekt, wo ich einen RHEL-Klon produktiv einsetzen will. Dafür habe ich im Linux-Unterricht auf der FH Kapfenberg dieses Sommersemester mit Oracle Linux 8 gearbeitet. Ich habe dutzendweise virtuelle Maschinen mit Oracle Linux erzeugt und wieder gelöscht. Das hat vollkommen klaglos funktioniert.

Vielleicht liegt es daran, dass meine Empfehlung am ehesten in diese Richtung geht: Oracle hat schon bewiesen, dass es langfristig einen RHEL-Klon warten kann. Oracle hat die Ressourcen und die Erfahrung. Natürlich könnte Oracle den kostenlosen Zugang zu Oracle Linux jederzeit einstellen — aber persönlich erwarte ich das nicht. Dagegen spricht schon der Umstand, dass Oracle mit dem kostenlosen Angebot den großen Linux-Mitbewerber Red Hat (letztlich also IBM) ein wenig ärgern kann.

AlmaLinux und Rocky Linux machen aus meiner Sicht ebenfalls einen sehr vielversprechenden Eindruck. Ich denke eigentlich nicht, dass Sie mit der Wahl für eine der beiden Distributionen viel falsch machen können. Das liegt auch daran, dass es Migrations-Scripts gibt, die einen Umbau von einen RHEL-Klon in einen anderen bewerkstelligen. Diese Scripts sind vielleicht nicht frei von Problemen, aber sie sollten doch garantieren, dass Sie im Fall der Fälle nicht komplett in der Sackgasse landen.

Vielleicht haben Sie schon eigene Erfahrungen gemacht. Ich freue mich über Ihre Meinung in den Kommentaren!

Quellen/Links

Migrations-Scripts:

RPM prüft Signaturen nicht richtig

02. Juli 2021 um 13:09

Eigentlich werden RPM-Pakte unter Linux signiert. Viele wichtige Teile der Signaturprüfung sind bisher aber gar nicht implementiert.

Die unter anderem von Red Hat und Suse in ihren Enterprise-Distributionen genutzte Paketverwaltung RPM geht offenbar nicht so mit digitalen Signaturen für Pakete um, wie das eigentlich zu erwarten wäre. So gibt es in der Software bisher keine Unterstützung für zurückgezogene oder auch abgelaufene Schlüssel. Damit signierte Pakete werden weiter mit einer gültigen Signatur akzeptiert, obwohl dies eigentlich nicht der Fall sein sollte.

Das geht aus einem entsprechenden Bug-Report auf Github hervor. Das Problem entdeckt hat demnach Dmitry Antipov, ein Linux-Entwickler bei Cloudlinux, die mit Alma Linux an einer Alternativen zum klassischen CentOS arbeiten und damit ebenfalls auf die RPM-Paketverwaltung setzen. Das Magazin ZDNet hatte zuerst über den Fehler berichtet.

Wichtigste Grundannahme für digitale Signaturen ist, dass den dafür genutzten privaten Schlüsseln vertraut wird. Da dies aber nicht dauerhaft gegeben sein muss, können die Schlüssel zurückgezogen werden, etwa weil Angreifer diese entwendet haben könnten. Ebenso kann das Vertrauen für die Schlüssel automatisch nach einer bestimmten Zeit ablaufen. In beiden Fällen sollen aber auch die entsprechenden Signaturen nicht mehr akzeptiert werden, was bei RPM aber nicht passiert.

Der Red-Hat-Angestellte und RPM-Entwickler Panu Matilainen schreibt dazu: “Das Zurückziehen ist eines der vielen nicht implementierten Dinge bei der OpenPGP-Unterstützung von RPM. Mit anderen Worten, es handelt sich als solches nicht um einen Fehler, es ist einfach überhaupt nicht implementiert, ähnlich wie das Ablaufen auch nicht.” Das ist allerdings eine klare Verletzung der üblichen Erwartungen an das OpenPGP-System, in dem diese Vorgänge ja explizit vorgesehen und umgesetzt sind.

Der Entwickler Antipov hat einen Patch für RPM erstellt, der die bisher fehlenden Funktionen umsetzt. Noch ist dieser aber nicht in den Hauptzweig von RPM aufgenommen worden. Ob dies letztlich auch passiert, ist derzeit noch nicht absehbar. Um dem Nachdruck zu verleihen, überlegen die Beteiligten, für die fehlende Signaturprüfung auch eine CVE-Nummer zu beantragen und dies damit explizit als Sicherheitslücke zu kennzeichnen.

Der Beitrag RPM prüft Signaturen nicht richtig erschien zuerst auf Linux-Magazin.

Red Hat-Paketsystem RPM braucht Nachbesserung

02. Juli 2021 um 10:40

Aufgrund fehlender Mechanismen klafft im Paketformat RPM seit 24 Jahren eine Sicherheitslücke. Abgelaufene oder zurückgezogene Schlüssel können missbraucht werden.

Quelle

Red Hat stellt Openshift 4.8 vor

29. Juni 2021 um 11:15

Red Hat veröffentlicht voraussichtlich im Juli seine Kubernetes-Plattform Openshift in Version 4.8. Die Basis bildet Kubernetes 1.21.

Zudem ist die CRI-O 1.21-Laufzeitschnittstelle dabei. Zu den Neuerungen zählt Red Hat auch IPv6-/IPv4-Dual-Stack- und IPv6-Single-Stack-Support. Damit bleiben Anwendungen interoperabel, die in Umgebungen laufen, die IPv6 zusätzlich zu IPv4 verwenden. Das sei etwa bei Cloud-nativen Netzwerkfunktionen für die Telekommunikation und für Regierungsbehörden der Fall, die IPv6-Funktionen benötigen, teilt Red Hat mit.

Mit den Openshift-Pipelines seien Anwender zudem in der Lage, ihre Pipelines zur Anwendungsbereitstellung neben ihrem Anwendungsquellcode in Git-Repositories zu deklarieren, zu versionieren und Änderungen nachzuverfolgen, so Red Hat. Entwickler bekämen damit den Git-Workflow an die Hand, um die Bereitstellung ihrer CI-/CD-Pipelines zu automatisieren. Zur Verwaltung ihrer Pipelines können Entwickler einen Git-Commit als Prüfpfad hinterlassen. Der werde dann während des gesamten Lebenszyklus aktualisiert.

Die Openshift-Konsole bete nun die Möglichkeit für Spring-Boot-Entwickler, lokal zu coden und zu testen, bevor sie den Code weiter verbreiten, heißt es von Red Hat. Als Vorschau dabei sind die Openshift Serverless Funktionen. Die ermöglichen es Entwicklern, Funktionen auf Openshift zu erstellen und auszuführen.

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Erste stabile Rocky-Linux-Version will CentOS beerben

22. Juni 2021 um 12:51

Die Distribution Rocky Linux entsteht aus dem Quellcode von Red Hat Enterprise Linux 8.4 und ist zu diesem System vollständig kompatibel. Ein spezielles Werkzeug hilft bei der Migration.

Kurz nach dem Aus von CentOS gründete dessen Erfinder Gregory Kurtzer ein Nachfolge-Projekt. Die Rocky Linux getaufte Distribution fand schnell weitere Helfer und liegt jetzt in einer ersten stabilen Version vor. Diese basiert auf dem aktuellen Red Hat Enterprise Linux 8.4 (RHEL 8.4).

Mit dem Skript „migrate2rocky“ lässt sich schnell ein bestehendes RHEL-kompatibles System auf Rocky Linux 8.4 umstellen. Konkret unterstützt das Skript die Migration von CentOS 8.4, Alma Linux 8.4, Red Hat Enterprise Linux 8.4 und Oracle Linux 8.4. Die Nutzung von „migrate2rocky“ erfolgt allerdings auf eigene Gefahr, ein Backup des alten Systems ist daher Pflicht.

Da es sich um die erste offizielle Rocky-Linux-Version handelt, gibt es kein Changelog. Die Release Notes listen daher nur die Unterschiede von RHEL 8.3 zur Version 8.4 auf, die folglich auch Rocky Linux betreffen. Wer bereits eine Vorabversion von Rocky Linux ausprobiert hat, dem raten die Entwickler explizit zu einer Neuinstallation der finalen Fassung.

Rocky Linux 8.4 steht für die Architekturen x86_64 und ARM64 (aarch64) bereit. Anwender können dabei jeweils zwischen verschiedenen Installationsmedien wählen. Den vollen Funktionsumfang bietet die DVD-Fassung. Darüber hinaus gibt es Container-Images etwa für Docker sowie Images für die Cloud-Dienste von Amazon und Google.

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Red Hat untersucht Kubernetes-Sicherheit

17. Juni 2021 um 12:23

Red Hat stellt einen Bericht vor, der die Sicherheitsherausforderungen von Unternehmen beim Einsatz von Kubernetes, Containern und Cloud-nativen Technologien haben. Über 500 DevOps-Experten, Entwickler und Sicherheitsverantwortliche sind dafür befragt worden.

Die Untersuchung “State of Kubernetes Security” zeige als zentrales Ergebnis, dass Sicherheitsbedenken trotz zunehmenden Kubernetes-Einführung bestehen bleiben. 94 Prozent der Befragten hätten einen Sicherheitsvorfall in ihren Kubernetes- und Container-Umgebungen in den letzten zwölf Monaten verzeichnet, hat die Befragung ergeben. 55 Prozent hätten zudem den Produktiveinsatz von Kubernetes-Applikationen aus Sicherheitsgründen verschieben müssen.

Die am häufigsten genannte Ursache für Sicherheitsverletzungen seien menschliche Fehler gewesen. Rund 60 Prozent der Befragten hätten in den vergangenen zwölf Monaten einen Vorfall mit Fehlkonfigurationen in ihren Umgebungen genannt.

Die Studie habe aber gezeigt, dass DevSecOps mehr als ein Schlagwort sei, teilt Red Hat mit. Die Mehrheit der Befragten habe bereits DevSecOps-Prozesse umgesetzt. Nur 26 % der Befragten betreiben DevOps weiterhin getrennt von der Security. Positiv sei zu bewerten, dass 67 Prozent der Befrgaten eine Basis-Sicherheitsstrategie im Kubernetes-Umfeld verfolgen. Nur sieben Prozent hätten keine derartige Strategie, schreibt Red Hat. Die vollständige Untersuchung steht als PDF zum Download bereit.

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Red Hat Enterprise Linux 8.4 (RHEL 8) – Test der ultimativen Linux Server Distro

11. Juni 2021 um 16:00
Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ist eine der größten und bekanntesten Enterprise Linux Distributionen weltweit. Der Fokus liegt auf Geschäftskunden und ganz speziell auf einem [...]

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Red Hat Enterprise Linux 8.4 veröffentlicht

24. Mai 2021 um 09:30
Red Hat hat den vierten Softwarestack für RHEL 8 veröffentlicht. Damit einhergehend werden Stabilitätsverbesserungen und Änderungen ausgeliefert. Etwa alle sechs Monate kommt eine Red Hat [...]

AlmaLinux schließt zu RHEL 8.4 auf

27. Mai 2021 um 11:31

Die Distribution AlmaLinux entsteht aus den freien Quellcodepaketen des nur kommerziell erhältlichen Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und möchte das eingestellte CentOS beerben. Das neue AlmaLinux 8.4 unterstützt erstmals Secure Boot und bietet neue Module Streams.

Die offerieren unter anderem Python 3.9, Redis 6, PostgreSQL 13 und MariaDB 10.5. Änderungen gibt es auch bei zwei Repositories. So ist das “PowerTools”-Repository standardmäßig deaktiviert, um sich enger an die Vorlage RHEL 8.4 zu halten. Die entsprechenden Daten für das Repository finden Administratoren in der Datei “almalinux-powertools.repo”.

Das “devel”-Repository hält zusätzliche Pakete für Entwickler bereit und ergänzt so das Angebot von RHEL. Das AlmaLinux-Team rät jedoch davon ab, dieses Repository in produktiv genutzten Installationen zu aktivieren.

Entwickler dürfen sich über aktualisierte Toolchains freuen. So gibt es jetzt GCC 10, LLVM 11.0.0, Rust 1.49.0 und Go 1.15.7. Abschließend gelten die Profile für die Audit-Lösung OpenSCAP als stabil.

Sämtliche Neuerungen listen auch die Release Notes auf.

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Special Interest Group lenkt Features von CentOS Stream

25. Mai 2021 um 12:22

Nachdem Red Hat die CentOS-Distribution künftig als Upstream für sein Enterprise Linux nutzen will, soll nun eine Special Interest Group (SIG) für die korrekte Eingliederung von Feature-Requests zuständig sein, die in künftigen Versionen von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) landen sollen.

Die sogenannte CentOS Stream Feature Request SIG ist bereits vom CentOS-Board abgesegnet worden. Die CentOS-Special-Interest-Group wird von Red Hat-Interessensvertretern gebildet, um sicherzustellen, dass technisch interessante CentOS-Stream-Änderungen bewertet und für die Aufnahme in zukünftige RHEL-Releases vorbereitet werden. Die SIG-Mitglieder stammen derzeit alle von Red Hat und CentOS, die Besetzung könne sich aber auch ändern, heißt es seitens des CentOS-Boards.

Die SIG soll sich unter anderem mit der Überprüfung potenzieller Funktionsanfragen anhand der bestehenden RHEL-Kriterien befassen. Zudem soll es zu einer Kontaktaufnahme mit externen Feature-Requestern zur Klärung und Verfeinerung der Anforderungen kommen, wenn das Feature die Kriterien erfüllt. Die SIG soll sich einmal pro Woche zusammenfinde, teilt das CentOS-Board mit.

Der Beitrag Special Interest Group lenkt Features von CentOS Stream erschien zuerst auf Linux-Magazin.

Red Hat Enterprise Linux 8.4 veröffentlicht

24. Mai 2021 um 09:30
Red Hat hat den vierten Softwarestack für RHEL 8 veröffentlicht. Damit einhergehend werden Stabilitätsverbesserungen und Änderungen ausgeliefert. Etwa alle sechs Monate kommt eine Red Hat [...]

CentOS Nachfolger AlmaLinux angetestet

23. Mai 2021 um 13:00
Von: Gerrit

Die faktische Abkündigung von CentOS durch Red Hat hat mehrere Nachfolgeprojekte entstehen lassen. Oracle versuchte seine eigene Distribution prominenter zu präsentieren, aus der Community kam noch Rocky Linux. Aussichtsreichster Kandidat ist aber wohl AlmaLinux.

Bei allen Projekte handelt es sich um freie Klone von Red Hat Enterprise Linux. Deshalb gibt es naturgemäß kaum Abweichungen zu RHEL und die Arbeit besteht „nur“ in der Übernahme der RHEL-Entwicklung. Man hat allerdings in den letzten Jahren bei CentOS gesehen, dass dieses „nur“ ganz schön viel Arbeit machen kann. Vor allem durch Neuerungen wie die App Streams, die Red Hat in Version 8 eingeführt hat.

RHEL und seine freien Klone dürften die meisten vor allem im Server-Kontext interessieren. RHEL bietet aber auch einen Desktop und hier wird es interessant, denn Red Hat bietet extrem lange Supportzeiträume. Anvisiertes Ende für RHEL 8 ist zur Zeit 2029. RHEL und seine freien Clone sind deshalb vor allem für Desktops interessant, die extrem lange (vermutlich sogar über die gesamte Lebenszeit der Hardware) stabil laufen sollen.

Installation von AlmaLinux

Zur Installation stehen einige Images bereit. Es gibt u.a. eine minimale und eine vollständige ISO. Die Installation erledigt das von RHEL und Fedora bekannt Anaconda mit all seinen Stärken und Schwächen (Partitionierung!).

Die Installation einer grafischen Oberfläche ist in der Installationsroutine dezidiert nicht vorgesehen. Da zeigt sich wieder mal der Server-Fokus. Dafür gibt es die Möglichkeit, ein „kopfloses Management“ einzurichten. Die schönen Fallstricke der Lokalisierung.

Es muss also zuerst eine minimale Variante installiert werden und anschließend nachträglich die Desktopumgebung.

Dies geschieht nach einem Neustart auf der Kommandozeile mit folgendem Befehl.

# dnf groupinstall "Server mit GUI"

Von dem „Server“ nicht irritieren lassen. Die Bezeichnung ist etwas komisch und könnte falsche Schlussfolgerungen aufkommen lassen. Ich vermute, dass bei der Gruppenbezeichnung der X-Server gemeint gewesen ist.

Anschließend muss man noch festlegen, dass das System direkt im grafischen Modus startet.

# systemctl set-default graphical

Nach einem Neustart begrüßt einen GDM.

Desktop und Programme

AlmaLinux enthält genau wie RHEL nur GNOME. Nachdem man in der letzten Version KDE rausgeschmissen hat, macht Red Hat hier keine Kompromisse mehr. Alle RHEL-Klone sind deshalb nur für Anwender interessant, die mit GNOME arbeiten können und wollen.

GNOME liegt in Version 3.28 vor. Das ist natürlich schon ein bisschen älter, aber ich wüsste nicht, welche Funktionen danach hinzugekommen wären, die wirklichen Mehrwert bringen. Die Auswahl an vorinstallierten Programmen ist sehr reduziert und beschränkt sich auf die wesentlichen GNOME Programme.

Firefox wird in der aktuell vorliegenden ESR-Variante 78 ausgeliefert, LibreOffice in 6.4.

Die Programmauswahl in den Paketquellen ist natürlich eingeschränkt, wobei für normale Desktopanforderungen nicht wirklich etwas fehlt.

Ansonsten ist Flatpak in den Paketquellen enthalten, womit sich auch aktuelle Programmversionen beliebiger Software z. B. über Flathub installieren lassen.

Zusammengefasst

Wer gerne mit GNOME arbeitet und Ruhe am Desktop haben will, für den ist AlmaLinux sicherlich nicht uninteressant. Ich würde mir ja genau so etwas für KDE wünschen.

In jedem Fall ist AlmaLinux allem Anschein nach ein würdiger CentOS-Nachfolger und kommt entsprechend nun hier auf die Seite mit den LTS-Empfehlungen.

Der Artikel CentOS Nachfolger AlmaLinux angetestet erschien zuerst auf [Mer]Curius

CentOS 8 Stream – Test der “rollenden” Linux Server Distro

14. Mai 2021 um 16:00
CentOS war stets bekannt, ein binärkompatibler Klon von RedHat Linux Enterprise (RHEL) zu sein. Mit CentOS Stream ändert sich hier ein entscheidendes Detail, denn CentOS [...]

Rocky Linux 8.3 RC1 für x86_64 und aarch64 erschienen

03. Mai 2021 um 06:25

Rocky Linux 8.3 RC1 ist die erste Veröffentlichung des Anwärters auf die Nachfolge von CentOS, dessen Einstellung von Red Hat im Dezember verkündet wurde.

Quelle

Red Hat Enterprise Linux 8.4 vorgestellt

28. April 2021 um 10:24

Bei derzeit digital stattfindenden Red Hat Summit hat der amerikanische Open-Source-Spezialist Red Hat die Version 8.4 seines Enterprise Linux vorgestellt. Der Anbieter sieht sein Enterprise Linux als die Basis für die Red Hat Edge Initiative. Entsprechend sind darauf die Neuerungen zugeschnitten

Die neue Version optimiere unter anderem die Plattform, als leichtgewichtiges, produktionsfähiges Betriebssystem für Edge-Implementierungen, teilt Red Hat mit. Dafür dienten Red Hat Enterprise Linux (RHEL) neue Linux-Container-, Deployment- und Management-Funktionen, die speziell für die Anforderungen des Edge Computing konzipiert seien. Das beginne bereits mit Updates für Podman, der auf offenen Standards basierenden Container Engine von RHEL, teilt der Anbieter mit. Podman ermöglicht die Verwaltung von Containern in der offenen Hybrid Cloud von einem zentralen Punkt aus, unabhängig davon, ob sie im Rechenzentrum oder an einem entfernten Edge-Standort ausgeführt werden. Automatisierter Container-Updates ermöglichten den Anwendern dann Container-Workloads am Edge ordnungsgemäß und sicherer betreiben, so Red Hat weiter.

RHEL 8.4 bringe zudem neue Funktionen für den Image Builder mit. Mit dem Werkzeug lassen sich anforderungsspezifische Betriebssystem-Images für Anwendungen erstellen. Image Builder können nun Installationsmedien erstellen, die auf Bare-Metal-Umgebungen zugeschnitten seien, so Red Hat. Red Hat Enterprise Linux 8.4 soll in den kommenden Wochen über das Kundenportal von Red Hat verfügbar sein.

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Red Hat kündigt OpenShift Platform Plus an

27. April 2021 um 15:42

Mit der Red Hat Openshift Platform Plus hat der amerikanische Open-Source-Spezalist bei der derzeit digital stattfindenden Hauskonferenz Red Hat Summit eine erweiterte Ausgabe seiner Kubernetes-Plattform angekündigt. Unter anderem ist die Plus-Ausgabe um das ebenfalls neue Red Hat Advanced Cluster Security for Kubernetes erweitert.

Die Advanced Cluster Security dient der Absicherung von Software-Lieferketten, Infrastrukturen und Workloads, teilt Red Hat mit. Das Sicherheitssystem erweitert die nativen Kontrollen von Kubernetes und bietet eine detaillierte Datenerfassung und -analyse auf Systemebene, teilt das Unternehmen mit. Über 60 Sicherheitsrichtlinien, die von der Erstellung von Anwendungen bis zur Bereitstellung und Ausführung angewendet und durchgesetzt werden können, seien enthalten.

Die weiteren zusätzlichen Bestandteile von Openshift Platform Plus sind das Advanced Cluster Management for Kubernetes für die End-to-End-Sichtbarkeit, -Verwaltung und -Kontrolle von Kubernetes-Clustern in hybriden und Multi-Coud-Umgebungen und Red Hat Quay. Letzteres diene der Bereitstellung einer globalen, skalierbaren und sicheren Container-Registry für eine konsistente, Infrastruktur-übergreifende Build-Pipeline.

Red Hat Advanced Cluster Security for Kubernetes sei ab sofort verfügbar, die Red Hat OpenShift Platform Plus soll im zweiten Quartal 2021 erhältlich sein, teilt der Anbieter mit

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Opensearch: Amazon und Red Hat starten Elasticsearch-Fork

13. April 2021 um 12:37

Nach dem Lizenzwechsel bei Elasticsearch hilft sich die Open-Source-Community nun selbst und startet wie erwartet einen eigenen Fork.

Wie bereits Anfang dieses Jahres von Amazon Web Services (AWS) angekündigt, werden die Softwareprojekte Elasticsearch und Kibana künftig mit Unterstützung des Cloud-Hosters in einem eigenen Fork weitergeführt. Der Code für das Opensearch-Projekt, so der Name des Forks, steht wie Elasticsearch bisher auch weiter unter Apache-Lizenz. Für den Fork kooperiert AWS unter anderem mit den Open-Source-Spezialisten von Red Hat, mit SAP, dem Finanzdienstleister Capital One sowie mit Logz.io, das zuerst die Idee eines kollaborativen Elasticsearch-Forks angekündigt hatte.

Hintergrund des Forks ist der Lizenzwechsel bei Elasticsearch. Elastic, der bisherige Hauptsponsor und Entwickler der Software, hatte zu Jahresbeginn einen Lizenzwechsel auf die SSPL angekündigt, wodurch die Projekte keine Open-Source-Software mehr sind. Elastic folgt damit einer Strategie zur Finanzierung seiner Software, die zuvor schon für andere, besonders in der Cloud beliebte Open-Source-Software umgesetzt wurde. Dazu gehören neben Elasticsearch auch MongoDB, Redis oder Sentry.

Konkret umfasst das neue Projekt Opensearch, abgeleitet von Elasticsearch 7.10.2, und Opensearch Dashboards, abgeleitet von Kibana 7.10.2. Hinzu kommen zahlreiche Zusatzfunktionen für den Enterprise-Einsatz, die AWS bisher schon mit der sogenannten Open Distro for Elasticsearch gepflegt hatte. Diese Zusatzfunktionen sollen nun also auch in Opensearch integriert werden. Der Code des Elasticsearch-Forks steht auf Github bereit. Ein CLA wird nicht zum Beitragen benötigt, AWS kann den Code damit langfristig auch nicht selbst kontrollieren oder etwa selbstständig die Lizenz wechseln. AWS will zudem gemeinsam mit der Community eine geeignete Führungsstruktur für das Opensearch-Projekt finden und aufbauen.

Laut Ankündigung soll das Beitragen zu Opensearch so einfach wie möglich für Einzelpersonen wie auch für Unternehmen werden. Alle, die bisher Produkte oder Dienste auf Grundlage von Elasticsearch anbieten, seien in dem neuen Projekt willkommen. Betont wird außerdem, dass der Code zu jedem Zweck genutzt werden kann, insbesondere um diesen zu monetarisieren oder anderweitig weiterzuverkaufen sowie Elasticsearch natürlich auch als Cloud-Dienst anzubieten. Die Markenrechtslizenz des Opensearch-Projekts sei ebenso besonders freizügig gewählt, um eigene Dienste und Produkte damit bewerben zu können.

Zwar steht der Code nun bereit, AWS weist aber darauf hin, dass die Software des Projekts noch als Alpha-Status betrachtet werden soll. Es sei weder vollständig, ausgiebig getestet noch bereit für den produktiven Einsatz. Letzteres soll im Frühsommer erreicht werden, hofft AWS.

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CentOS-Alternative AlmaLinux OS ist produktionsreif

31. März 2021 um 11:02

Mit Version 8.3 des zu Red Hat Enterprise Linux (RHEL) binärkompatiblen AlmaLinux gilt die CentOS-Alternative als produktionsreif. Die Führung des AlmaLinux OS übernimmt eine Stiftung.

Nach der Ansage von Red Hat, CentOS zum Upstream für Red Hat Enterprise Linux zu machen, statt es wie bisher als stabile Ausgabe ohne Red-Hat-Branding laufen zu lassen, haben viele Nutzer empört reagiert und es regten sich Bestrebungen nach Alternativen. Das von CloudLinux vorangetriebene AlmaLinux OS ist eine davon. Mit Version 8.3 können de Macher nun eine finale Version vorlegen, die auf Red Hat Enterprise Linux 8.x basiert. CloudLinux hat gleichzeitig angekündigt, dass die Leitung des Projekts an eine Non-Profit-Organisation gegeben wird. CloudLinux will sich mit einem jährlichen Beitrag von einer Million US-Dollar am Projekt beteiligen.

Ernannt wurden für die Führungsaufgaben Jack Aboutboul als Community-Manager von AlmaLinux. Er bringe über 20 Jahre Erfahrung in Open-Source-Communities mit, fast 10 Jahre davon habe er als Community-Ingenieur am Fedora-Projekt gearbeitet Fedora, angestellt war er zu der Zeit bei Red Hat.Daneben sind auch fünf Mitglieder des Verwaltungsrats der AlmaLinux OS Foundation ernannt worden, darunter neben Aboutboul auch Open-Source-Advocat Simon Phipps auch der CEO von CloudLinux, Igor Seletskiy sowie Eugene Zamriy, Release-Engineer bei CloudLinux. Zwei weitere Sitze sollen von der Communty besetzt werden.

AlmaLinux liegt als Sourcecode bei Github. Zudem gibt es auf der Projektseite ein Wiki. ISO-Dateien gibt es ebenfalls auf der Projektseite zum Download.

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Fedora 34 geht in die Betaphase

24. März 2021 um 11:14

Die von Red Hat finanzierte Linux-Distribution Fedora geht mit der neuen Version 34 in die Beta-Phase. Das Fedora-Projekt nennt unter anderem die neue Desktop-Version Gnome 40 als Neuerung.

Mit Gnome 40 landen Neuerungen wie die neue Anordnung von Funktionen wie der Suche, der Fenster und der Arbeitsbereiche in Fedora. Auch den Betrieb mit mehreren Displays verbessert Gnome 40.

Außerdem ist die Btrfs Transparent Compression als neues Feature genannt, das Fedora einführt. Das Dateisystem Btrfs ist seit Fedora 33 der Standard. Mit der transparenten Kompression soll nun Plattenplatz gespart und auch eine bessere Performance beim Schreiben und Lesen von Dateien erreicht werden. Daneben soll sich die transparente Kompression positiv auf die Lebensdauer von Solid-State-Drives auswirken, weil weniger Schreibvorgänge anfallen. Btrfs kennt mehrere Kompressionsmethoden für die transparente Kompression. Fedora setzt laut dem Wiki auf ZSTD.

Mit Fedora 34 verabschiedet sich das Projekt von PulseAudio als Standard-Audio-Suite für den Desktop. Mit Fedora 4 kommt PipeWire zum Mischen und Verwalten von Audio-Streams zum Einsatz. Das Projekt verspricht sich davon niedrigere Latenzen für professionelle Audioanwendungen. Zudem sei PipeWire besser auf die Anforderungen von Containern und Anwendungen im Flatpak-Format angepasst. Den Download der öffentlichen Beta-Version von Fedora 34 gibt es hier.

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Open Source Software befeuert IT-Modernisierung

03. März 2021 um 11:46

Linux-Spezialist Red Hat veröffentlicht mit dem The State of Enterprise Open Source Report zum dritten Mal eine Befragung unter weltweit 1250 IT-Führungskräften. Enterprise Open Source kommt demnach bei 64 Prozent bei der Modernisierung der IT-Infrastruktur zum Einsatz.

Die Mehrheit (53 Prozent) gab an, dass sie Open Source Software vor allem für die Digitale Transformation ihres Unternehmens einsetzen. Damit hat sich der Einsatz von freier Software in diesem Bereich gegenüber der Befragung vor zwei Jahren um elf Prozent gesteigert. Auch bei der Entwicklung von Anwendungen ist die quelloffene Software mit 54 Prozent bei vielen Firmen im Einsatz.

Auf das Gebiet EMEA heruntergebrochen, nutzen 56 Prozent OSS für die Digitale Transformation, 56 Prozent setzen freie Software für die IT-Modernisierung ein und 53 Prozent für die Anwendungsentwicklung.

Zu den beliebtesten Einsatzgebieten zählen weltweit betrachtet Netzwerk (54 Prozent), Datenbanken (53 Prozent) und Security (52 Prozent).

Freie Software bietet Zugang zu angesagten Technologien. Quelle: Red Hat

Wie Red Hat mitteilt, zählte in der Vergangenheit die im Vergleich zu proprietärer Software geringeren Gesamtbetriebskosten von Open Source als größter Vorteil. In der aktuellen Umfrage habe sich das gewandelt, die Unternehmensentscheider sehen Open Source immer häufiger als bessere Alternative zu kommerziellen Lösungen und bewerten Qualität und die Sicherheit höher. Zudem erleichtere ihnen Open Source Software den Zugang zu Innovationen.

Der Report steht online zum Download.

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