X.Org-Fork XLibre in Fedoras COPR-Repository
Der X.Org-Fork XLibre ist jetzt im COPR-Repository von Fedora zu finden. Die Installation der Pakete ersetzt den herkömmlichen X.Org-Server mit dem Fork.
Der X.Org-Fork XLibre ist jetzt im COPR-Repository von Fedora zu finden. Die Installation der Pakete ersetzt den herkömmlichen X.Org-Server mit dem Fork.
Auf meinen privaten Linux-Installationen gehe ich Flatpak- und Snap-Paketen meistens aus dem Weg. Aber damit mir keiner vorwirft, ich sei zu altmodisch, mache ich hin und wieder doch die Probe auf Exempel: Wie gut funktionieren die neuen Paketsysteme? Meine Testkandidaten waren diesmal Fedora 42 sowie zwei Ubuntu-Installationen (25.04 und 25.10 daily), jeweils auf x86_64-Rechnern.
Red Hat setzt bekanntermaßen auf Flatpak als sekundäres Paketformat für Desktop-Pakete. Es gibt zwei Motiviationsgründe: Einerseits will Red Hat den Aufwand für die Wartung großer Pakete (LibreOffice, Gimp etc.) längerfristig reduzieren; andererseits soll die Software-Installation für Anwender einfacher werden, insbesondere für Programme, die nicht in den klassischen Paketquellen verfügbar sind.
In Fedora 42 sind Flatpaks optional. Per Default ist kein einziges Flatpak-Paket installiert. Die Flatpak-Infrastruktur ist aber vorkonfiguriert, inklusive zweier Paketquellen (flathub und fedora). Mit dem Gnome-Programm Software können Sie nach Desktop-Programmen suchen. Manche Programme stehen in mehreren Paketformaten zur Auswahl (z.B. Gimp wahlweise als RPM- oder Flatpak-Paket) — dann haben Sie die Wahl, welches Format Sie verwenden möchten. Außerhalb des Linux-Universums entwickelte Apps wie Google Chrome, IntelliJ, Postman, Spotify oder VSCode gibt es hingegen nur als Flatpaks.
Bei RHEL 10 ist die Ausgangssituation ähnlich wie bei Fedora: Die Infrastruktur ist da, aber es sind keine Flatpaks installiert. Falls Sie RHEL als Desktop-System verwenden möchten, ist der Druck hin zu Flatpak aber stärker. Beispielsweise bietet Red Hat LibreOffice nicht mehr als RPM-Paket, sondern nur als Flatpak an. (Für Fedora gilt dies noch nicht, d.h., Sie können LibreOffice weiterhin als RPM installieren. Schauen wir, wie lange das noch so bleibt …)
Mein »Referenztest« ist die Installation von Spotify in einem bisher leeren System (also ohne andere vorher installierte Flatpaks bzw. Snaps). Sie können die Installation in Software oder per Kommando durchführen. Ich ziehe zweiteres oft vor, damit ich sehe, was vor sich geht (Listing gekürzt):
sudo flatpak install flathub com.spotify.Client
Required runtime for com.spotify.Client/x86_64/stable found in remote
flathub. Do you want to install it? [Y/n]: y
...
org.freedesktop.Platform.GL.default 24.08 155 MB
org.freedesktop.Platform.GL.default 24.08extra 155 MB
org.freedesktop.Platform.Locale 24.08 382 MB (partial)
org.freedesktop.Platform.openh264 2.5.1 1 MB
org.freedesktop.Platform 24.08 261 MB
com.spotify.Client stable 208 MB
Für die Installation von Spotify ist ein Download von 1,6 GiB und Platz auf dem Datenträger im Umfang von 1,9 GiB erforderlich. Das ist einfach verrückt.
Einen Überblick über alle installierte Flatpaks samt Größenangaben erhalten Sie mit flatpak list -d
. Das folgende Listing ist aus Platzgründen stark gekürzt. Irritierend ist, dass die Paketgrößen in keiner Weise mit den Angaben während der Installation übereinstimmen (siehe das vorige Listing).
flatpak list -d
com.spotify.Client 1.2.63.394 stable 14 MB
org.freedesktop.Platform 24.08.22 24.08 672 MB
org.freedesktop.Platform.GL.default 25.1.3 24.08 464 MB
org.freedesktop.Platform.GL.default 25.1.3 24.08extra 464 MB
org.freedesktop.Platform.openh264 2.5.1 2.5.1 1 MB
Flatpak-Installationen landen im Verzeichnis /var/lib/flatpak
. Die unzähligen dort angelegten Verzeichnisse und Dateien verwenden UUIDs und hexadezimale Codes als Namen. Für die Installation von Spotify auf einem zuvor leeren Flatpak-System werden mehr als 46.000 Verzeichnisse, Dateien und Links mit einem Platzbedarf von 1,9 GiB eingerichtet. Es ist nicht lange her, da reichte das für eine ganze Linux-Distribution aus!
sudo du -h -d 0 /var/lib/flatpak/
1,9G /var/lib/flatpak/
sudo find /var/lib/flatpak | wc -l
46241
Immerhin teilen weitere Flatpaks die nun etablierte Infrastruktur von Bibliotheken und Basispakete, so dass der Platzbedarf bei der Installation weitere Flatpaks etwas langsamer steigt.
Beim Start beansprucht Spotify »nur« ca. 400 MiB im Arbeitsspeicher (gemessen mit free -m
vor und nach dem Start des Audio-Players). Von den vielen installierten Bibliotheken wird also nur ein Bruchteil tatsächlich genutzt. Wenn Sie mit Ihren Ressourcen sparsamer umgehen wollen/müssen, führen Sie Spotify am einfachsten in einem Webbrowser aus :-)
Canonical hat Snap-Pakete bereits tief in der Ubuntu-Infrastruktur verankert. Bei Ubuntu 25.10 (daily 2025-07-31) sind
mehrere wichtige Desktop-Programme als Snap-Pakete vorinstalliert: Firefox, das App-Zentrum, der Firmware-Aktualisierer sowie ein relativ neues Security Center zur Verwaltung von Snap-Zugriffsrechten. Dazu kommen die dafür erforderlichen Basispakete. Immerhin ist der Platzbedarf auf der SSD mit 1,1 GByte spürbar geringer als bei vergleichbaren Flatpaks. Ein wenig frech erscheint mir, dass apt install thunderbird
mittlerweile ungefragt zur Installation des entsprechenden Snap-Pakets führt.
Im Unterschied zu Flatpaks, die rein für Desktop-Installationen gedacht sind, bietet Canonical auch eine Menge Snap-Pakete für den Server-Einsatz an: https://snapcraft.io/store?categories=server
Zur Installation von Desktop-Snaps verwenden Sie das App-Zentrum. Als einzige Paketquelle ist https://snapcraft.io/store vorgesehen. Weil schon einige Basispakete vorinstalliert sind, ist die Installation eines weiteren Pakets nicht mit so riesigen Downloads wie beim konkurrierenden Flatpak-System verbunden.
Im Terminal administrieren Sie Snap durch das gleichnamige Kommando. Mit snap install
installieren Sie ein neues Paket. snap list
zählt alle installierten Snap-Anwendungen auf. snap run
startet eine Anwendung, snap refresh
aktualisiert alle Snap-Pakete, snap remove name
löscht ein Paket.
Mein Referenztest ist wieder die Spotify-Installation. Zusammen mit spotify
werden auch die Pakete core20
und gnome-3-38
heruntergeladen. Der Platzbedarf für alle drei Pakete beträgt ca. 600 MiB. (Der Vergleich hinkt aber, weil ja schon diverse Snap-Basispakete installiert sind.) Nach dem Start von Spotify sind ca. 320 MiB zusätzlich im RAM belegt.
sudo snap install spotify
spotify 1.2.63.394.g126b0d89 from Spotify installed
Die interne Verwaltung von Snaps erfolgt ganz anders als bei Flatpak. Snap-Anwendungen werden in Form von komprimierten *.snap
-Dateien in /var/lib/snapd/snaps
gespeichert:
ls -lh /var/lib/snapd/snaps
... 4,0K ... bare_5.snap
... 64M ... core20_2599.snap
... 74M ... core22_2045.snap
... 13M ... desktop-security-center_83.snap
... 246M ... firefox_6565.snap
... 12M ... firmware-updater_167.snap
... 350M ... gnome-3-38-2004_143.snap
... 517M ... gnome-42-2204_202.snap
... 92M ... gtk-common-themes_1535.snap
... 4,0K ... partial
... 15M ... prompting-client_104.snap
... 51M ... snapd_25227.snap
... 51M ... snapd_25241.snap
... 576K ... snapd-desktop-integration_315.snap
... 11M ... snap-store_1270.snap
... 190M ... spotify_88.snap
Der im Hintergrund laufende Snap-Dämon snapd
bindet diese Dateien als squashfs
-Dateisysteme an der Stelle /snap/xxx
in den Verzeichnisbaum ein und macht die Anwendungen so zugänglich (alle Größenangaben in MiB):
sudo du -mcs /snap/*
210 /snap/core20
248 /snap/core22
30 /snap/desktop-security-center
644 /snap/firefox
35 /snap/firmware-updater
903 /snap/gnome-3-38-2004
1294 /snap/gnome-42-2204
360 /snap/gtk-common-themes
417 /snap/spotify
...
Im Vergleich zu Flatpak sparen die komprimierten Flat-Images zwar Platz auf dem Datenträger. Allerdings speichert
Snap standardmäßig von jedem installierten Paket ein Backup mit der vorigen Version. Im Laufe der Zeit verdoppelt das den von Snap beanspruchten Speicherplatz! Um nicht mehr benötigte Pakete zu löschen, verfassen Sie das folgende Mini-Script. export LANG=
stellt dabei die Spracheinstellungen zurück, damit die Ausgaben von snap
in englischer Sprache erfolgen. Das Script entfernt alle Snap-Pakete, deren Status disabled
ist.
#!/bin/bash
# Datei ~/bin/delete-snap-crap.sh
# Idee: https://superuser.com/questions/1310825
export LANG=
snap list --all | awk '/disabled/{print $1, $3}' |
while read snapname revision; do
snap remove "$snapname" --revision="$revision"
done
Dieses Script führen Sie mit root
-Rechten aus:
sudo bash delete-snap-crap.sh
Auf einem Testsystem mit diversen Snap-Paketen (Firefox, Gimp, LibreOffice, Nextcloud Client, VSCode) sank mit der Ausführung dieses Scripts der Platzbedarf in /var/lib/snapd/snaps
von 7,6 auf 4,0 GiB.
Spotify bietet seinen Client auch als Paket für Debian/Ubuntu an: https://www.spotify.com/us/download/linux/
Also habe ich einen Vergleich gemacht.
Download: ca. 150 MB
Platzbedarf auf der SSD: ca. 340 MB
RAM-Bedarf: ca. 350 MB
Fazit: RAM-Bedarf ist bei allen drei Varianten ähnlich, aber die RPM-Variante braucht weniger Platz am Datenträger.
Ich sehe die Probleme, die herkömmliche Paketformate verursachen.
Ich verstehe auch den Wunsch nach einem universellem Paketformat, das für alle Distributionen funktioniert, das aus Anwendersicht einfach zu nutzen und das für den Software-Anbieter mit überschaubarem Wartungsaufwand verbunden ist.
Aus meiner Sicht bieten allerdings weder Flatpak noch Snap eine optimale Lösung für diese Probleme/Wünsche. Diese Erkenntnis ist nicht neu, ich habe sie in diesem Blog schon mehrfach formuliert. Die Weiterentwicklung beider Formate in den letzten Jahren hat diesbezüglich leider keine spürbaren Verbesserungen mit sich gebracht.
Bei Flatpak sind die Paketgrößen einfach absurd. Bei Snap sind sie auch zu groß, aber es ist nicht ganz so schlimm — zumindest, wenn alle Doppelgänger regelmäßig entfernt werden. Allerdings ist der Snap Store (also die Paketquelle) Closed Source, was die ohnedies schon geringe Akzeptanz nicht verbessert. Das Software-Angebot im Snap Store ist zwar größer als das auf Flathub, aber ich sehe dennoch die Gefahr, dass das Snap-Format eine Insellösung bleibt und Canonical auch mit dieser Eigenentwicklung Schiffbruch erleidet (ich sage nur Upstart Init System, Unity Desktop, Mir Display Server). Während Flatpaks außerhalb der Red-Hat-Welt zumindest als Option genutzt werden, scheint keine Distribution außer Ubuntu etwas mit Snaps zu tun haben wollen.
Letztlich ist meine Meinung natürlich irrelevant. Ubuntu ist aus meiner Sicht nach wie vor eine attraktive Distribution, sowohl am Desktop als auch am Server. Wer Ubuntu verwenden will, muss eben in den Snap-Apfel beißen. Auf einem Rechner mit einer ausreichend großen SSD und genug RAM funktioniert das gut.
Es ist unklar, ob Red Hat sein Flatpak-Format genauso vehement durchsetzen wird. Bis jetzt sieht es nicht so aus, aber es würde mich nicht überraschen, wenn auch Red Hat irgendwann keine Lust mehr hat, eigene RPM-Pakete für Firefox, Thunderbird, Gimp, Libreoffice usw. zu pflegen und parallel für diverse Distributionen (aktuell: RHEL 8/9/10, Fedora 40/41/42/Rawhide etc.) zu warten.
Vielleicht wir man sich / werde ich mic an den verrückten Ressourcenbedarf neuer Paketsysteme gewöhnen. Auf einem Rechner mit 32 GB RAM und 1 TB SSD — keine ungewöhnlichen Eckdaten heutzutage — spielen 10 GB mehr oder weniger für ein paar Flatpaks oder Snap-Pakete ja keine große Rolle … Mir widerspricht es trotzdem: Wenn es möglich ist, ein Auto zu bauen, das mit 5 Liter Treibstoff pro 100 km auskommt, warum dann eines verwenden, das 8 Liter braucht?
Flatpaks
Snap
Diskussion auf mastadon
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Das Windows Subsystem for Linux (WSL) ist um eine weitere Distribution reicher: Ab sofort gehört Fedora zu den offiziell unterstützten Linux-Systemen.
Das Windows Subsystem for Linux (WSL) ist um eine weitere Distribution reicher: Ab sofort gehört Fedora zu den offiziell unterstützten Linux-Systemen.
X11 ist auf dem Rückzug, Wayland übernimmt. Das soll mit Fedora 43 im Herbst durch die endgültige Entfernung des X11-Codes zementiert werden.
Die Fedora RISC-V SIG meldet das Erscheinen von RISC-V-Images für Fedora Linux 42.
Mit Fedora Linux 42 ist die neueste Version des Fedora-Projekts erschienen.
Gerade ist Fedora 42 erschienen. Die Veröffentlichungen des Fedora-Projects eignen sich zunehmend auch für die breite Masse der Linux-Anwender als Desktop-Distribution, ohne dabei an Innovationskraft einzubüßen.
Hardware-Tests sind eigentlich nicht meine Spezialität, aber wenn ich schon einmal ein neues Gerät kaufe, kann es nicht schaden, ein paar Sätze zur Linux-Kompatibilität zu schreiben. Die Kurzfassung: relativ hohe Leistung fürs Geld, inkl. Windows-Pro-Lizenz, erweiterbar. Leise, aber nie lautlos. Weitestgehend Linux-kompatibel (Ausnahmen: WLAN, Bluetooth).
Kurz die Ausgangslage: Ich besitze zwei Notebooks, ein Lenovo P1 für Linux und ein MacBook. Mein Windows-PC, den ich gelegentlich zum Testen brauche, hat dagegen seine planmäßige Lebensdauer schon lange überschritten — lahm, nur SATA-SSDs, inkompatibel zu aktuellen Windows-Releases. Zielsetzung war, dafür Ersatz zu schaffen. Aus Platzgründen kein drittes Notebook. Ich wollte ein vorinstalliertes Windows-Pro, mit dem ich mich nicht über die Maßen ärgern muss, einen Slot für eine zweite PCIe-SSD, damit ich parallel Linux installieren kann, eine AMD-CPU mit ordentlicher Rechenleistung und ausreichend RAM für Virtualisierung, Docker & Co. Ein zugängliches BIOS (leider nicht ganz selbstverständlich.) Außerdem sollte das Ding einigermaßen leise sein.
Nach etwas Recherche ist es ein Minisforum UM 870 mit AMD 8745H (Ryzen 7) geworden. 32 GB RAM, 1 TB SSD (plus 1 Slot frei), 2,5 GB Ethernet, 1xUSB-C, 4xUSB-A, HDMI, Displayport, WIFI 6, Bluetooth. Preis zum Zeitpunkt des Kaufs: EUR 550
Also im Prinzip ein »typischer« Mini-PC im mittleren Preissegment. Es gibt billigere Modelle, die aber meist eine langsamere CPU und keinen freien PCIe-Slot haben. Es gibt teurere Modelle mit noch mehr Leistung (verbunden mit mehr Lärm). Für meine Anforderungen erschien mir das Modell genau richtig.
Mehr Informationen zur Hardware:
Das Gehäuse lässt sich mühelos mit vier Schrauben öffnen. Die Schrauben sind allerdings unter angeklebten Gumminoppen versteckt. Diese Noppen leiden bei der Demontage etwas, bleiben aber verwendbar. (Minisforum liefert zwei Ersatznoppen mit. An sich sehr nett, aber warum nicht gleich vier?) Der Einbau der zweiten SSD gelang mühelos. Die SSD war bisher in meinem Notebook im Einsatz. Dort hatte ich Ubuntu und Fedora installiert. Beim nächsten Reboot tauchten beide Linux-Distributionen im Bootmenü auf und ließen sich anstandslos starten. Das ist Linux wie ich es liebe!
Windows war vorinstalliert, erfreulicherweise ohne jede Bloatware. Ein Lob an den Hersteller!
Ich habe solange Updates durchgeführt, bis ich bei 24H2 gelandet bin. Das dauert stundenlang, meine Güte! Arm ist, wer viel mit Windows arbeiten muss …
Danach Google Chrome, Nextcloud Client, VSCode, WSL, Docker, VirtualBox, Git, PowerShell, Ollama etc.
Alles in allem keine Probleme. Vielleicht sollte ich doch auf Windows umsteigen? (Kleiner Scherz …)
Ich habe bisher nur Ubuntu 24.10 und Fedora 41 ausprobiert. Beide Distributionen laufen vollkommen problemlos. Das Grafiksystem verwendet Wayland.
Pech hat, wer WLAN oder Bluetooth verwenden will. Linux erkennt den WLAN/Bluetooth-Adapter (MediaTek MT7902) nicht. Das war mir schon vor dem Kauf bekannt. Eine kurze Suche zeigt, dass Linux-Treiber nicht in Sicht sind. Zum Glück sind beide Funktionen für mich nicht relevant (USB-Tastatur, Kabel-gebundenes Netzwerk). Andernfalls wäre ein USB-Dongle die einfachste Lösung. Theoretisch wäre es wohl auch möglich, den WLAN/Bluetooth-Adapter auszutauschen. Im Internet gibt es entsprechende Video-Anleitungen, die aber darauf hinweisen, dass die Neuverkabelung der Antennen ziemlich schwierig ist.
Die WLAN/Bluetooth-Probleme beweisen, dass fehlende Hardware-Treiber bis heute zum Linux-Alltag gehören. Hardware-Kauf ohne vorherige Recherche kann direkt in die Sackgasse führen.
Update 15.4.: Ich habe mit dnf system-upgrade download --releasever=42
und dnf system-upgrade reboot
ein Upgrade auf Fedora 42 durchgeführt. Der Bildschirmhintergrund ist merkwürdig, sonst ist mir kein offensichtlicher Unterschied aufgefallen. Hinter den Kulissen hat sich natürlich wie immer eine Menge getan, siehe What’s new und Change set.
In das BIOS/EFI bzw. zu den Boot-Einstellungen gelangt man mit Entf oder F7. Nicht unendlich viele Einstellungen, aber ausreichend. Secure Boot kann ausgeschaltet werden. Eine Möglichkeit, die Größe des für die GPU reservierten RAMs zu beeinflussen, habe ich hingegen nicht gefunden. (Wäre interessant für Ollama.)
Alle Tests mit Geekbench 6.4 und mit den Original-BIOS-Einstellungen (Balanced Mode, außerdem stünde ein Performance Mode zur Wahl). Die Lüfterlautstärke ändert sich während der Tests nur minimal. Das Gerät bleibt immer leise, aber es wird nie lautlos (auch nicht, wenn der PC längere Zeit nichts zu tun hat). Rechner, die schnell und lautlos sind, schafft anscheinend nur Apple.
Unter Ubuntu und Fedora habe ich die Gnome-Energiemodi verwendet. Zwischen Ausgeglichen und Leistung gibt es wie unter Windows keinen nennenswerten Unterschied, zumindest nicht, solange die BIOS-Einstellungen nicht verändert werden. Interessanterweise schneidet Windows bei den Geekbench-Tests ein wenig besser ab als Fedora. Noch deutlicher ist der Vorsprung zu Ubuntu.
Single Core Multi Core
---------------------------------- ------------- ------------
Windows 11 24H2 Energieeffizient 1896 9057
Ausbalanziert 2622 13129
Leistung 2609 13187
Ubuntu 24.10 Ausgeglichen 2382 12348
Leistung 2420 12399
Fedora 41 Ausgeglichen 2585 13142
Leistung 2589 13205
Links:
Unter Windows habe ich auch Ollama ausprobiert. Mein minimalistischer Ollama-Benchmarktest liefert 12 Token/Sekunde (reine CPU-Leistung, die GPU wird nicht benutzt). Traurig, aber mehr war nicht zu erwarten.
Die Lebensdauer kann ich noch nicht beurteilen. Die Stabilität war bisher ausgezeichnet, kein einziger Absturz unter Windows/Ubuntu/Fedora/Kali. WLAN und Bluetooth brauche ich nicht, insofern ist mir das Linux-Treiberproblem gleichgültig. Aber ein Notebook mit MT7902 wäre ein totales No-go!
Update 3.5.2025: Theoretisch sollte es möglich sein, den Computer über USB-C mit Strom zu versorgen (siehe auch diesen heise-Test). In Kombination mit meinem Monitor (LG 27UL850-W, 27 Zoll, 4k) funktioniert das aber nicht.
Ich bin ein Fan lautloser Computer. In dieser Liga spielt das Gerät nicht mit. Der Computer ist leise, aber man vergisst keine Minute, dass der PC eingeschaltet ist.
Davon abgesehen bin ich zufrieden. Das Gerät wäre theoretisch auf 64 GB RAM erweiterbar (unwahrscheinlich, dass ich so viel RAM je brauche). Die beiden PCIe-Slots geben auch beim Speicherplatz viel Flexibilität. Eine zweite USB-C-Buchse und eine SD-Karten-Slot wären nett, aber ich kann ohne leben.
Den neuen Apple Mini mit M4-CPU kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, ich beziehe mich also auf Infos aus dem Netz. Der Vergleich drängt sich aber auf. Bei etwa gleichem Preis bietet Apples Mini-PC in Minimalausstattung im Geekbench-Test eine deutlich höhere Single-Core-Leistung (ca. 3700), eine unwesentlich höhere Multi-Core-Leistung (ca. 14.700), macht weniger Lärm, ist kleiner, braucht auch kein externes Netzteil, hat aber nur halb so viel RAM und nur 1/4 des Speicherplatzes. Das RAM ist nicht erweiterbar, die SSD nur kompliziert und relativ teuer. (Zur Einordnung: Ein Mac Mini mit 32 GB RAM und 1 TB SSD würde absurde EUR 1500 kosten.) Und natürlich läuft ohne Virtualisierung weder Windows noch Linux. Ich gebe schon zu: Das ist ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Beide PC-Varianten haben Ihre Berechtigung. Apple zeigt, was technisch möglich ist, wenn Geld keine Rolle spielt. Aus Linux- oder Windows-Perspektive bieten Mini-PCs wie das hier präsentierte Modell aber viel Leistung für wenig Geld.
Fedora 42 Beta lädt seit gestern zum Testen ein. Der neue Installer Anaconda Web UI vereinfacht die Installation besonders für Neueinsteiger erheblich. Zudem wurde KDE Plasma neben GNOME in den Stand einer Edition erhoben.
Fedora 42 steht kurz vor der Veröffentlichung im April, doch die Entwickler blicken bereits nach vorn: Die Arbeiten an Fedora 43 laufen auf schon. Die neue Version soll voraussichtlich im späten Oktober oder frühen November erscheinen und könnte eine wegweisende Neuerung mitbringen. Ein bedeutender Schritt ist der geplante Wechsel zu RPM 6, dem neuesten Paketverwaltungssystem, […]
Der Beitrag Fedora plant große Umstellung auf RPM 6 in Version 43 erschien zuerst auf fosstopia.
Fedora-Releases sind immer spannend. Das nächste Woche als Beta erwartete Fedora 42 ist da keine Ausnahme. Neben dem neuen Installer und der Beförderung von KDE Plasma zur Edition wird es einen neuen Spin für den COSMIC Desktop geben.
RISC-V erfuhr in den vergangenen Jahren viel Aufmerksamkeit. Bei Fedora arbeitet man seit rund zehn Jahren an der Integration der lizenzfreien Architektur. Jetzt stehen erstmals bootbare Images bereit.