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Elasticsearch nimmt AGPL als Lizenz auf

31. August 2024 um 12:09

Interessanter Gegentrend: Während ich vor ziemlich genau einem Jahr über das zu der Zeit aktuellste Beispiel HashiCorp schrieb, wo eine Umstellung auf BSL-artige Lizenzen erfolgte, scheint es wohl auch einige Kandidaten zu geben, die wieder auf OSI-genehmigte Lizenzen umstellen. So verkündete Elastic am vergangenen Donnerstag, das sie wieder mit ihrer Suchmaschinensoftware Elasticsearch "Open Source" werden möchten, indem sie die AGPL als Lizenzoption aufnehmen.

Hintergrund

Hier einmal der Hintergrund bis jetzt, so wie es auf mich als externen Beobachter wirkte: Open Source hat es im Zeitalter der Cloud recht schwer, wenn man damit Geld verdienen möchte (um z. B. die Entwicklung zu finanzieren!). Das verbreitete Standardmodell zur Monetarisierung war bisher, eine Software Open Source anzubieten und den Support oder das Hosting kostenpflichtig anzubieten. Aus Kundensicht bestellt man dann direkt bei dem Hersteller, der seine Software auch am besten verstehen sollte.

Cloud Provider haben dem Modell das Wasser abgegraben, da sie einfach die Open Source Software nehmen und auf ihrer Plattform deployen konnten – ohne einen Cent dem Projekt zahlen zu müssen. Teilweise wurde die Software erweitert, ohne, die Änderungen wieder veröffentlichen zu müssen (deswegen sind auch die MIT- und BSD-Lizenzen so beliebt). Aus Kundensicht kauft man zwar nicht mehr bei dem Hersteller ein, hat aber

  • einerseits alles zentralisiert auf einer Cloudplattform und
  • andererseits gar keinen Bedarf für Herstellersupport, weil die Software sowieso über das SaaS-Modell supported wird und nicht mehr on-premise läuft.

Die Antwort vieler Projekte war es nun, die Lizenz so zu ändern, dass dieses Verhalten nicht mehr möglich ist, z. B. durch die Beschränkung von Konkurrenz-Hostingprodukten. Das verstößt allerdings gegen das Diskriminierungsverbot der OSI, nach dem die Verwendung von Produkten nicht durch die Lizenz beschränkt werden sollte (siehe auch das Good-Evil-Thema bei der JSON-Lizenz).

In der Konsequenz spalteten sich wie mit Open Search Elasticsearch-Forks ab, die weiterhin die offenen Lizenzen nutzen und durch Cloud Provider wie AWS direkt gepflegt wurden und werden. Wie Elasticsearch betont, sollen diese Projekte aber gleichzeitig auch einen eigenen Weg mit eigener Spezialisierung entwickelt haben. Die Community war natürlich aber auch verärgert, da die Software Elasticsearch nun nicht mehr als Free Open Source Software (FOSS) galt.

Wieder Open Source

Elasticsearch plant nun die Wogen zu glätten, indem die AGPL als weitere Lizenz zur ELv2 und SSPL zusätzlich aufgenommen wird. Die Nutzer können also frei entscheiden, welche Lizenz sie nutzen wollen, da insbesondere im Geschäftskontext die AGPL juristisch gesehen als heikel eingeschätzt wird, wenn man das Produkt aus verschiedenen Komponenten zusammengebaut und nicht den gesamten Quelltext veröffentlichen möchte. FOSS-Nutzer und Distributionen haben allerdings wieder die Möglichkeit, die Software wiederaufzunehmen. So entspricht z. B. die AGPL den Debian Free Software Guidelines.

Ende gut, alles gut? Wenn es nach der Ankündigung von Elastic geht, ist das Team zufrieden mit der Entscheidung, wieder Open Source zu sein. Ob der Fork OpenSearch aufrecht erhalten wird oder schlussendlich in das Urprodukt einfließt, ist allerdings noch nicht gewiss und muss sich in der Zukunft zeigen. Vielleicht sind die Communities auch schon zu sehr divergiert, sodass es nun unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Anwendungsfälle gibt.

Meine zweite Ansible Collection

19. August 2024 um 05:00

Dies ist ein Erfahrungsbericht zur Migration meiner Ansible-Rolle „Nextcloud im Container“ in eine Ansible Collection. Er umfasst die Migration der bestehenden Rolle und die Ergänzung der neuen Collection um eine weitere Rolle, welche sich um die Aufgaben Backup und Restore kümmert.

Wer es ganz eilig hat, kann direkt zur Zusammenfassung springen. Allen anderen wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre.

Für grundlegende Informationen zu Ansible Collections siehe:

Randnotiz: Dass ihr zu meiner ersten Ansible Collection hier im Blog nicht fündig werdet, liegt darin begründet, dass meine Arbeit daran eingeschlafen ist.

Die Entwicklung der hier beschriebenen Collection könnt ihr auf Codeberg.org verfolgen. Die Repo-URL lautet: https://codeberg.org/Tronde/nextcloud

Motivation

Für mein Wochenendprojekt „Nextcloud im Container“ habe ich eine Ansible-Rolle entwickelt und auf Github veröffentlicht, die dem Zweck dient, Nextcloud mit einer MariaDB in einer rootless Podman-Umgebung zu installieren.

Wie ihr in Teil 5 der Artikel-Serie nachlesen könnt, war ich mit der Lösung für Backup und Restore nicht ganz zufrieden. Ich möchte dieses Thema erneut angehen und mithilfe einer Ansible-Rolle lösen.

Backup und Restore beschreiben jedoch andere Anwendungsfälle als die Bereitstellung, weswegen ich den dafür notwendigen Quelltext nicht mit in die bestehende Rolle pressen möchte. Da Backup und Restore für mich jedoch zum Betrieb dazugehören, möchte ich alle Ansible-Rollen, die ich zum Betrieb meines Nextcloud-Setups benötige, in einer Collection zusammenfassen.

Migration der bestehenden Rolle in eine Collection

Ich orientiere mich hierzu an der englischsprachigen Dokumentation „Migrating a role to a collection“. Da ich bereits einen Galaxy Namespace besitze, nutze ich diesen auch für die Erstellung der Collection. Der folgende Codeblock zeigt die verwendeten Befehle.

]$ ansible-galaxy collection init tronde.nextcloud
- Collection tronde.nextcloud was created successfully

]$ mkdir tronde/nextcloud/roles/deploy_nextcloud_with_mariadb_pod && rsync -a ../roles/ansible_role_deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/ tronde/nextcloud/roles/deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/

]$ tree -L 3 tronde/nextcloud/
tronde/nextcloud/
├── docs
├── galaxy.yml
├── meta
│   └── runtime.yml
├── plugins
│   └── README.md
├── README.md
└── roles
    └── deploy_nextcloud_with_mariadb_pod
        ├── defaults
        ├── meta
        ├── README.md
        ├── tasks
        ├── tests
        └── vars

]$ rm -rf tronde/nextcloud/roles/deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/.git

Im letzten Schritt entferne ich das .git-Verzeichnis, da ich die Collection als Ganzes in einem Repository verwalten möchte, statt alle Rollen einzeln zu versionieren und dann in die Collection einzufügen.

Anschließend aktualisiere ich die Dateien galaxy.yml und README.md. In der Rolle habe ich ein Playbook zum Testen verwendet, welches im Pfad deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/tests/test.yml liegt. Um konform mit der Struktur einer Ansible Collection zu sein, erstelle ich im Wurzelverzeichnis meiner Collection das Verzeichnis playbooks und kopiere das Test-Playbook hier hinein:

]$ tree playbooks/
playbooks/
└── deploy_nextcloud_with_mariadb_pod.yml

An dieser Stelle halte ich zunächst inne und überlege mir, welche Tools ich noch benötige, um meine Collection entwickeln und testen zu können.

Ansible Development Tools

Ansible Development Tools (ADT) ist ein Projekt mit dem Ziel, einen Werkzeugkasten mit allen wichtigen Werkzeugen zur Entwicklung von Ansible Content zu bieten. Genau so etwas habe ich gesucht. Das probiere ich gleich aus.

Um mir mein System nicht zu verhunzen, installiere ich die ADT in ein Python Virtual Environment und lasse mir anzeigen, welche Werkzeuge ADT mitbringt:

]$ python -m venv adt
]$ . adt/bin/activate
(adt) ]$ pip install --upgrade pip
(adt) ]$ pip install ansible-dev-tools
(adt) ]$ pip install molecule-podman
(adt) ]$ adt --version
ansible-builder                          3.1.0
ansible-core                             2.17.1
ansible-creator                          24.7.0
ansible-dev-environment                  24.7.0
ansible-dev-tools                        24.7.1
ansible-lint                             24.7.0
ansible-navigator                        24.7.0
ansible-sign                             0.1.1
molecule                                 24.7.0
pytest-ansible                           24.7.0
tox-ansible                              24.7.0

Bei molecule-podman handelt es sich um einen Molecule-Treiber, welcher benötigt wird um Molecule-Tests in Podman-Containern ausführen zu können. Ich habe dieses Paket mitinstalliert, da ich mir vorstellen kann, dies in naher Zukunft zu nutzen.

ansible-lint

Ansible Lint ist das erste Werkzeug aus der ADT-Sammlung, welches ich verwende, um den Quelltext meiner Collection zu prüfen. Dazu wird das Kommando einfach im Wurzelverzeichnis der Collection ausgeführt. Anschließend können die gefundenen Fehler behoben werden.

Da es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, werde ich dem Thema einen eigenen Text widmen.

molecule

Ansible Molecule eignet sich zum Testen von Ansible-Rollen und Collections. Ich nutze meine Ansible Collection, um mich mit diesem Werkzeug vertraut zu machen.

Zwar gibt es auch hier erst eine Lernkurve, doch wird mir eine durchdachte Test-Konfiguration bei der weiteren Entwicklung sicher zugutekommen. Ich orientiere mich zu Beginn am Ansible Molecule Getting Started Guide.

Zu Beginn möchte ich meine in die Collection migrierte Rolle testen. Dazu bearbeite ich die Datei tronde/nextcloud/extensions/molecule/default/converge.yml. Sie enthält schließlich folgenden Inhalt:

extensions]$ cat molecule/default/converge.yml 
---
- name: Converge
  hosts: localhost
  gather_facts: false
  tasks:
    - name: Test collection role deploy_nextcloud_with_mariadb_pod
      ansible.builtin.import_role:
        name: tronde.nextcloud.deploy_nextcloud_with_mariadb_pod

Und mit folgendem Befehl teste ich, ob meine Nextcloud-Instanz erfolgreich deployt wird:

extensions]$ molecule converge
…
PLAY RECAP *********************************************************************
localhost                  : ok=10   changed=9    unreachable=0    failed=0    skipped=0    rescued=0    ignored=0

extensions]$ podman ps
CONTAINER ID  IMAGE                                    COMMAND               CREATED             STATUS             PORTS                    NAMES
48438d1bd884  quay.io/centos/centos:stream8            bash -c while tru...  7 minutes ago       Up 7 minutes                                instance
104c525a6b50  localhost/podman-pause:5.1.1-1717459200                        About a minute ago  Up About a minute  127.0.0.1:40671->80/tcp  e34ddf4d4203-infra
f27842b12d56  docker.io/library/mariadb:10.11.2        mariadbd              About a minute ago  Up About a minute  127.0.0.1:40671->80/tcp  nc_mariadb
9ee391a57fbd  docker.io/library/nextcloud:25-apache    apache2-foregroun...  13 seconds ago      Up 13 seconds      127.0.0.1:40671->80/tcp  nextcloud

Das Ergebnis ist positiv und kann durch Aufruf von http://127.0.0.1:40671 im Webbrowser überprüft werden. Ein Login mit den Default-Werten aus tronde/nextcloud/roles/deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/defaults/main.yml bestätigt das erfolgreiche Deployment.

Es handelt sich hierbei noch nicht um ein adäquates Test-Setup; doch für den Moment ist es ausreichend. Ich werde mich noch weiter einarbeiten müssen, um das Test-Setup verbessern zu können. Vermutlich wird auch dazu dann ein weiterer Artikel folgen.

Falls sich jemand wundert, es ist durchaus Absicht, dass die Nextcloud nur via 127.0.0.1 und per HTTP erreichbar ist. Ich betreibe diese hinter einem Reverse-Proxy. Details können in Nextcloud im Container — Teil 3: Mit Reverse-Proxy nachgelesen werden.

Backup und Restore für die Nextcloud

Um die Konfiguration und die in der Nextcloud gespeicherten Daten sichern und wiederherstellen zu können, werde ich eine Offline-Sicherung der verwendeten Podman Volumes durchführen. Der Ablauf für die Sicherung sieht wie folgt aus:

  1. Den Pod ˋnc_podˋ inkl. aller darin enthaltenen Container stoppen
  2. Alle zum Setup gehörenden Podman Volumes in Tarballs exportieren
  3. Diese Tarballs vom managed Node auf den Control Node sichern
  4. Den ˋnc_podˋ wieder starten

Die Wiederherstellung läuft sinngemäß andersherum ab:

  1. Die Tarballs werden vom Control Node auf den Managed Node kopiert
  2. Der Pod ˋnc_podˋ inkl. aller darin enthaltenen Container wird gestoppt
  3. Die Podman Volumes aus Schritt 1 werden importiert
  4. Der nc_pod wird wieder gestartet
  5. Die zur Wiederherstellung auf den Managed Node kopierten Tarballs werden wieder entfernt

Um diese neue Rolle der Collection hinzuzufügen, navigiere ich in das Rollenverzeichnis tronde/nextcloud/roles/ und erstelle dort das Grundgerüst für die Rolle: ansible-galaxy role init backup_nextcloud

Die Struktur sieht bei mir wie folgt aus, wobei nicht benötigte Verzeichnisse noch nicht entfernt wurden:

ansible_collections]$ tree -L 2 tronde/nextcloud/roles/backup_restore_nextcloud/
tronde/nextcloud/roles/backup_restore_nextcloud/
├── defaults
│   └── main.yml
├── files
├── handlers
│   └── main.yml
├── meta
│   └── main.yml
├── README.md
├── tasks
│   └── main.yml
├── templates
├── tests
│   ├── inventory
│   └── test.yml
└── vars
    └── main.yml

9 directories, 8 files

Den aktuellen Entwicklungsstand könnt ihr unter dieser URL einsehen: https://codeberg.org/Tronde/nextcloud/src/branch/main/roles/backup_restore_nextcloud

Das dortige README.md enthält wie bei dedizierten Rollen die Dokumentation zu dieser Rolle. Um doppelte Texte zu vermeiden, verweise ich im Collection-README auf die jeweiligen README-Dateien in den einzelnen Rollen.

Getestet wird diese Rolle ebenfalls mit Molecule. Zu den Tests mit Molecule werde ich noch mehr schreiben, sobald ich dies etwas verfeinert habe.

Fallen mir noch weitere Anwendungsfälle ein, können diese nun einfach als weitere Rollen der Collection hinzugefügt werden.

Ansible-Variablen definieren

Jede Rolle in dieser Collection ist für sich alleine nutzbar. Somit definiert jede Rolle die Eingangs-Variablen in der defaults/main.yml der jeweiligen Rolle.

Bei der Entwicklung achte ich darauf, dass Variablen, die z.B. den Namen eines Podman Volumes enthalten, in allen Rollen gleich geschrieben werden. Damit ist es möglich, diese Variablen an anderer Stelle zu definieren und in den verschiedenen Rollen nutzbar zu machen. So können an individuelle Deployments angepasste Variablen in Playbooks, group_vars, host_vars, etc. definiert werden.

Wo Variablen definiert werden können und welche Präzedenz diese besitzen, kann in der offiziellen Doku nachgelesen werden: Variable precedence: Where should I put a variable?

Zusammenfassung

Eine Ansible-Rolle ohne Plug-ins in eine Ansible Collection zu überführen, ist mit dem kurzen Abschnitt aus der Dokumentation schnell erledigt.

Weitere Rollen können der Collection hinzugefügt werden, indem man sie im Verzeichnis roles der Collection-Verzeichnisstruktur wie gewohnt mit ansible-galaxy role init <Rollenname> erstellt und mit Leben füllt. Sorgfalt ist und bleibt bei der Benennung von Variablen und deren Präzedenz geboten, um nicht wahnsinnig zu werden. Dies ist nicht wirklich schwierig, doch muss ich fast jedes Mal in der Dokumentation nachschlagen, um sicher zu sein.

Die Ansible Development Tools (ADT) sind eine praktische Sammlung von Werkzeugen zur Entwicklung von Rollen und Collections für Ansible. Für mich sind aktuell Ansible Lint und Ansible Molecule die wichtigsten Werkzeuge aus dieser Sammlung. Wobei gerade die Dokumentation von Molecule auf dem Weg zu meinem Ziel, nämlich meine Collections in verschiedenen rootless Podman Containern mit nested Podman und Ansible zu testen, leider viele Fragen offen lässt. Grundsätzlich lassen sich Testpläne damit realisieren und vereinfachen mein bisheriges Testsetup bestehend aus diversen Skripts und virtuellen Maschinen. Und sie bieten Stoff für weitere Einträge in diesem Blog.

Die weitere Entwicklung meiner Nextcloud Collection findet auf Codeberg statt. Ihr findet sie dort unter der URL: https://codeberg.org/Tronde/nextcloud

IT Tools – Sammlung praktischer Online-Tools

07. August 2024 um 10:00

Ein neuer adminForge Service kann ab sofort genutzt werden.

IT Tools ist eine Sammlung praktischer Online-Tools für Entwickler, mit großartiger UX.

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Euer adminForge Team

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In 2024 wurde ein Lenovo T570 für Debian Cinnamon beschafft

05. August 2024 um 05:00

Vor einigen Wochen habe ich um Empfehlungen für Laptop-Hardware, eine Linux-Distribution und eine Desktopumgebung gebeten. Für die vielen Rückmeldungen, die ich erhalten habe, an dieser Stelle vielen Dank.

Heute möchte ich euch wissen lassen, welche Kombination es geworden ist.

Die Hardware

Ich habe mich für ein wiederaufbereitetes Lenovo T570 entschieden, welches für günstige 240 Euro im Onlinehandel verfügbar war. Da war dann auch noch für 30 Euro ein Schutzbrief drin, der Flüssigkeiten und Stürze abdeckt.

Mit dem Intel Core-i5 der 6. Generation, 8 GB RAM und einer 256 GB SSD bietet dieses Gerät mehr als ausreichend Leistung.

Das Gerät weist einige Gebrauchsspuren auf. Den Preis empfinde ich dennoch günstig, da Geräte dieser Klasse nicht unter 1.000 Euro Neupreis zu bekommen sind. Viel wichtiger jedoch ist, dass der Nutzer sich ebenfalls über das Gerät freut.

Linux-Distribution und Desktopumgebung

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen, habe ich mir einen USB-Stick mit Ventoy und einer Auswahl an verschiedenen Linux-Distributionen erstellt. So konnte ich die verschiedenen Live-Systeme booten und prüfen, ob alles funktioniert und wie es sich in der Oberfläche navigieren lässt.

Schlussendlich habe ich mich für Debian Cinnamon entschieden. Dies machte nach dem ersten kurzen Test insgesamt den besten Eindruck. Firefox, Thunderbird, Bookmarks, Desktop-Verknüpfungen und Zoom-Client waren schnell eingerichtet und das Gerät bereit zur Übergabe.

Die Übergabe ist erfolgt

Mit der Übergabe gab es eine kurze Einweisung in das Gerät:

  • Wo schließt man das Netzteil an
  • Wo schaltet man das Gerät ein
  • Wie meldet man sich an
  • Wo findet man die Programme inkl. Tests aller wichtigen Dienste
  • Druck eines Anhangs aus Thunderbird
  • Wie fährt man das Gerät herunter

So reibungslos hat das bisher noch nie geklappt. Die Nutzungserfahrung ist positiv. Wir freuen uns.

Nextcloud auf dem RasPi – Teil 1

29. Juli 2024 um 04:00

Vor einiger Zeit habe ich beschlossen eine Serie von Artikeln zum Thema Nextcloud auf dem RasPi auf meinem Blog intux.de zu veröffentlichen. Ziel ist es, eine eigene Cloud zu erstellen, die produktiv nutzbar ist. Diese soll später über das Internet erreichbar sein.

Was benötigt man dafür?

Um langfristig sicherzustellen, dass alles funktioniert, empfehle ich, die neueste Hardware zu verwenden, wie den Raspberry Pi 5. Allerdings würde hier auch ein Einplatinencomputer der vorherigen Generation mit 4GB RAM ausreichen.

Hier eine Auflistung der für das Projekt eingesetzten Komponenten:

  • Raspberry Pi 5
  • offizielles Gehäuse für den Raspberry PI 5
  • offizielles Netzteil für den Raspberry PI 5 (8GB RAM)
  • 32GB MicroSD (SanDisk Extreme microSD UHS-I)

Vorbereitung

Diese kleine Anleitung soll helfen, das Projekt Nextcloud auf dem Raspberry Pi nicht nur umzusetzen, sondern auch besser zu verstehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Software und der Konfiguration. So können später auftretende Fehler besser lokalisiert und abgestellt werden.

Der Raspberry Pi wird als LAMP-Server (Linux, Apache, MariaDB, PHP) dienen, die Nextcloud zu betreiben. Wie man diese vier Bausteine aufsetzt, zeige ich im folgenden Abschnitt.

Mindmap LAMP-Server
LAMP-Server

Installation

Der erste Baustein der installiert wird, ist Linux. Hierbei handelt es sich um das Betriebssystem Raspberry Pi OS. Dieses spielt man ganz einfach mit dem Raspberry Pi Imager auf die MicroSD.

Hier wählt man (siehe Screenshot) das zu installierende Betriebssystem aus. In diesem Fall ist es das Raspberry Pi OS (64-bit). Im Imager können vorab einige Einstellungen vorgenommen werden. Ich werde in dieser Anleitung einfache Bezeichnungen und Passwörter verwenden. Diese können während der Installation entsprechend frei angepasst werden!

Raspberry Pi Imager - OS und SD-Karte auswählen
Raspberry Pi Imager – OS und SD-Karte auswählen
Raspberry Pi Imager - OS-Einstellungen vornehmen
Raspberry Pi Imager – OS-Einstellungen vornehmen

Über das Zahnrad des Imagers lässt sich das Raspberry Pi OS vorkonfigurieren. Hier trägt man für den Anfang die entsprechenden Daten ein:

Hostname: nextcloud
SSH aktivieren
Benutzername: radiouser
Passwort: geheim

Danach wählt man am PC/Notebook die MicroSD aus, auf die geschrieben werden soll.

Raspberry Pi Imager - Schreibvorgang
Raspberry Pi Imager – Schreibvorgang

Zum Schluss werden die Daten auf die MicroSD geflasht. Ist dies erledigt, kann die Karte ausgeworfen und in den vorbereiteten Raspbberry Pi (Kühlkörper, Gehäuse, Lüfter) geschoben werden. Dieser wird dann via LAN-Kabel mit dem heimischen Router verbunden und über das Netzteil mit Strom versorgt.

Natürlich könnte der RasPi auch via WLAN mit dem Router kommunizieren. Hiervon rate ich jedoch ab, da über die Funkverbindung oft nicht die volle Geschwindigkeit einer Ethernet-Verbindung genutzt werden kann. Weiterhin kann es zu Verbindungsabbrüchen bzw. -lücken kommen.

Nachdem der Raspberry Pi mit Strom versorgt wird, startet dieser. Ist der Raspberry Pi hochgefahren, kann dieser via arp-scan vom PC/Notebook im Netzwerk lokalisiert werden. In meinem Fall hat er die IP-Adresse 192.168.178.136.

sudo apt install arp-scan
sudo arp-scan -l
Identifizieren des RasPi mit arp-scan
Identifizieren des RasPi mit arp-scan

Zugriff auf den Pi erhalte ich nun via zuvor im Imager aktiviertem SSH-Zugang.

ssh Benutzer@IP-Adresse
Zugang via SSH
Zugang via SSH

Ist man eingeloggt, empfiehlt es sich die Lokalisierung über raspi-config auf deutsch (siehe Screenshots) umzustellen. Damit wird Datum und Uhrzeit des Servers an die europäische Zeitzone (Berlin) angepasst.

sudo raspi-config
raspi-config - Localisation Options
raspi-config – Localisation Options
raspi-config - Locale
raspi-config – Locale

Nun wählt man de_DE.UTF-8 UTF-8 aus und deaktiviert en_GB.UTF-8 UTF-8. Die deutsche Lokalisierung wird abschließend noch bestätigt.

raspi-config - de aktivieren
raspi-config – de aktivieren
raspi-config - en deaktivieren
raspi-config – en deaktivieren

Danach wird der Raspberry Pi mit

sudo reboot

neu gestartet. Ist dies geschehen, empfiehlt es sich, das OS zu aktualisieren.

sudo apt update && sudo apt upgrade -y

Danach werden die noch fehlenden 3 Bausteine (Apache 2, MariaDB und PHP) nachinstalliert.

sudo apt install apache2 mariadb-server php php-mysql php-zip php-gd php-json php-curl php-mbstring php-intl php-imagick php-xml php-dom php-bcmath -y

Nachdem die Installation durchgelaufen ist, kann man zum Testen den Webserver Apache via Browser über die Web-Adresse http://ip erreichen.

Anschließend wird die von der Nextcloud benötigte Datenbank installiert. Zuerst wird jedoch die mysql_secure_installation durchgeführt. Ich empfehle hier das Ganze gemäß meinen Empfehlungen (Enter, n, n, y, y, y, y) zu durchlaufen. Hierbei wird für den MariaDB-Server kein separates Root-Passwort vergeben, der anonyme User wird gelöscht, die Remote-Root-Anmeldung wird verboten, die Test-DB wird gelöscht und die Änderungen ausgeführt.

sudo mysql_secure_installation

If you’ve just installed MariaDB, and you haven’t set the root password yet, the password will be blank, so you should just press enter here. Enter

Switch to unix_socker_authentication [Y/n] n
Change the root password? [Y/n] n
Remove anonymous users? [Y/n] y
Disallow root login remotely? [Y/n] y
Remove test database and access to it? [Y/n] y
Reload privilege tables now? [Y/n] y

Nachdem dieser Schritt durchgeführt wurde, kann über folgenden Befehl die Datenbank erstellt werden.

sudo mysql -u root -p

In meinem Fall heißen die Datenbank und der Benutzer „nextcloud“. Die Datenbank liegt dann auf dem „localhost“.

> CREATE DATABASE nextcloud;
> CREATE USER 'nextcloud'@'localhost' IDENTIFIED BY 'geheim';
> GRANT ALL ON nextcloud.* TO 'nextcloud'@'localhost';
> FLUSH PRIVILEGES;
> \q

Im Nachgang wechselt man in das Verzeichnis /var/www/html, wo die Nextcloud installiert wird. Die letzte Version wird vom Entwickler herunter geladen und entpackt. Danach wird die nicht mehr benötigte Zip-Datei wieder gelöscht und die Rechte der Dateien an den Benutzer www-data übertragen.

cd /var/www/html
sudo wget https://download.nextcloud.com/server/releases/latest.zip
sudo unzip *.zip
sudo rm *.zip
sudo chown -R www-data:www-data /var/www/html/nextcloud

Nun ist die Nextcloud über http://ip/nextcloud (http://102.168.178.136/nextcloud) erreichbar. Man legt den Admin fest und trägt die Daten der zuvor erstellten MariaDB-Datenbank in die Eingabemaske ein. Hat das alles geklappt, dann dauert die Einrichtung ein paar Minuten und die Nextcloud steht bereit zum ersten Login des neuen Administrators.

Administrator-Konto anlegen
Administrator-Konto anlegen

Vorschau

Im nächsten Teil zeige ich, wie man die App Collabora Online – Built-in CODE Server (ARM64) in der Nextcloud via Terminal installiert.

Viel Spaß!

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