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Raspberry Pi Imager 2.0

28. November 2025 um 08:16

Die Raspberry Pi Foundation hat vor einigen Tagen eine komplett reorganisierte Implementierung Ihres Raspberry Pi OS Imager vorgestellt. Das Programm hilft dabei, Raspberry Pi OS oder andere Distributionen auf SD-Karten für den Raspberry Pi zu schreiben. Mit der vorigen Version hatte ich zuletzt Ärger. Aufgrund einer Unachtsamkeit habe ich Raspberry Pi OS über die Windows-Installation auf der zweite SSD meines Mini-PCs geschrieben. Führt Version 2.0 ebenso leicht in die Irre?

Installation unter Linux

Der Raspberry Pi Imager steht für Windows als EXE-Datei und für macOS als DMG-Image zur Verfügung. Installation und Ausführung gelingen problemlos.

Unter Linux ist die Sache nicht so einfach. Die Raspberry Pi Foundation stellt den Imager als AppImage zur Verfügung. AppImages sind ein ziemlich geniales Format zur Weitergabe von Programmen. Selbst Linux Torvalds war begeistert (und das will was sagen!): »This is just very cool.« Leider setzt Ubuntu auf Snap-Pakete und die Red-Hat-Welt auf Flatpaks. Dementsprechend mau ist die Unterstützung für das AppImage-Format.

Ich habe meine Tests unter Fedora 43 durchgeführt. Der Versuch, den heruntergeladenen Imager einfach zu starten, führt sowohl aus dem Webbrowser als auch im Gnome Dateimanager in das Programm Gnome Disks. Fedora erkennt nicht, dass es sich um eine App handelt und bietet stattdessen Hilfe an, in die Image-Datei hineinzusehen. Abhilfe: Sie müssen zuerst das Execute-Bit setzen:

chmod +x Downloads/imager_2.2.0.amd64.AppImage

Aber auch der nächste Startversuch scheitert. Das Programm verlangt sudo-Rechte.

Der Screenshot zeigt den Raspberry Pi Imager v2.0.0 mit einer Fehlermeldung zu fehlenden Rechten. In einem Dialogfenster steht „Unzureichende Berechtigungen“ und es wird erklärt, dass zum Schreiben auf Speichermedien Root-Rechte nötig sind. Als Lösung wird der Start per `sudo imager_2.0.0_amd64.AppImage` genannt. Unten ist ein „BEENDEN“-Button sichtbar.
Der Raspberry Pi Imager muss mit sudo ausgeführt werden

Mit sudo funktioniert es schließlich:

sudo Downloads/imager_2.2.0.amd64.AppImage

Tipp: Beim Start mit sudo müssen Sie imager_n.n.AppImage unbedingt einen Pfad voranstellen! Wenn Sie zuerst mit cd Downloads in das Downloads-Verzeichnis wechseln und dann sudo imager_n.n.AppImage ausführen, lautet die Fehlermeldung Befehl nicht gefunden. Hingegen funktioniert sudo ./imager_n.n.AppImage.

Bedienung

Ist der Start einmal geglückt, lässt sich das Programm einfach bedienen: Sie wählen zuerst Ihr Raspberry-Pi-Modell aus, dann die gewünschte, dazu passende Distribution und schließlich das Device der SD-Karte aus. Vorsicht!! Wie schon bei der alten Version des Programms sind die Icons irreführend. In meinem Fall (PC mit zwei zwei SSDs und einer SD-Karte) wird das SD-Karten-Icon für die zweite SSD verwendet, das USB-Icon dagegen für die SD-Karte. Passen Sie auf, dass Sie nicht das falsche Laufwerk auswählen!! Ich habe ein entsprechendes GitHub-Issue verfasst.

Der Screenshot zeigt die Distributionsauswahl im „Raspberry Pi Imager v2.0.0“. Links sind die Setup-Schritte gelistet, wobei „Betriebssystem“ markiert ist. In der Mitte werden mehrere Optionen angezeigt, darunter „Raspberry Pi OS (64-bit)“, „(32-bit)“ und „(Legacy, 32-bit)“ mit Downloadgröße und Veröffentlichungsdatum. Unten stehen die Buttons „Einstellungen“, „Zurück“ und „Weiter“.
Distributionsauswahl
Der Screenshot zeigt den Raspberry Pi Imager v2.0.0 im Schritt „Speicher“ zur Auswahl des Zielmediums. In der Liste werden zwei Laufwerke angezeigt: oben „KINGSTON …“ mit 953,9 GB (SSD/Windows), unten „Generic STORAGE DEVICE (bootfs, rootfs)“ mit 14,8 GB (SD‑Karte). Die Icons wirken vertauscht: oben ein SD‑Karten‑Symbol, unten ein USB‑Symbol. Unten ist „Systemlaufwerke ausschließen“ aktiviert.
Die Icons zur Auswahl der SD-Karte sind irreführend. Der obere Eintrag ist eine SSD mit meiner Windows-Installation, der untere Eintrag ist die SD-Karte!

In den weiteren Schritten können Sie eine Vorabkonfiguration von Raspberry Pi OS vornehmen, was vor allem dann hilfreich ist, wenn Sie den Raspberry Pi ohne Tastatur und Monitor (»headless«) in Betrieb nehmen und sich direkt per SSH einloggen möchten.

Der Screenshot zeigt den Raspberry Pi Imager v2.0.0 im Schritt „Anpassung: SSH Authentifizierung“. Links ist die Navigationsleiste der Setup-Schritte zu sehen, wobei „Anpassung“ markiert ist. Rechts kann „SSH aktivieren“ per Schalter eingeschaltet werden. Darunter wird der Authentifizierungsmechanismus gewählt: Passwort oder öffentlicher Schlüssel. Unten befinden sich Buttons wie „Einstellungen“, „Zurück“ und „Weiter“.
Diverse Parameter können vorkonfiguriert werden

Bei den Zusammenfassungen wäre die Angabe des Device-Namens der SD-Karte eine große Hilfe.

Der Screenshot zeigt den Schritt „Schreibe Image“ im Raspberry Pi Imager v2.0.0. In der Zusammenfassung sind als Modell „Raspberry Pi 5“ und als Betriebssystem „Raspberry Pi OS (64-bit)“ ausgewählt. Beim Speicher steht nur „Generic STORAGE DEVICE (bootfs, rootfs)“, der konkrete SD-Karten-Device-Name fehlt. Links sind die Setup-Schritte sowie der Button „Schreiben“ sichtbar.
In der Zusammenfassung fehlt der Device-Name der SD-Karte

Fazit

Die Oberfläche des Raspberry Pi Imager wurde überarbeitet und ist ein wenig übersichtlicher geworden. An der Funktionalität hat sich nichts geändert. Leider kann es weiterhin recht leicht passieren, das falsche Device auszuwählen. Bedienen Sie das Programm also mit Vorsicht!

Quellen/Links

GNOME 49.2 bringt Pflege für den Linux Desktop

Von: MK
28. November 2025 um 07:00

Das GNOME Projekt hat die Version 49.2 veröffentlicht und liefert damit das zweite Pointrelease für die aktuelle Brescia Serie. Rund sechs Wochen nach dem letzten Release folgt nun eine Sammlung von Verbesserungen und Fehlerkorrekturen, die den Alltag vieler Nutzer spürbar erleichtern sollen. Besonders auffällig sind die Änderungen an der Eingabe und Darstellung. Sticky Keys und […]

Der Beitrag GNOME 49.2 bringt Pflege für den Linux Desktop erschien zuerst auf fosstopia.

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