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Meine zweite Ansible Collection

19. August 2024 um 05:00

Dies ist ein Erfahrungsbericht zur Migration meiner Ansible-Rolle „Nextcloud im Container“ in eine Ansible Collection. Er umfasst die Migration der bestehenden Rolle und die Ergänzung der neuen Collection um eine weitere Rolle, welche sich um die Aufgaben Backup und Restore kümmert.

Wer es ganz eilig hat, kann direkt zur Zusammenfassung springen. Allen anderen wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre.

Für grundlegende Informationen zu Ansible Collections siehe:

Randnotiz: Dass ihr zu meiner ersten Ansible Collection hier im Blog nicht fündig werdet, liegt darin begründet, dass meine Arbeit daran eingeschlafen ist.

Die Entwicklung der hier beschriebenen Collection könnt ihr auf Codeberg.org verfolgen. Die Repo-URL lautet: https://codeberg.org/Tronde/nextcloud

Motivation

Für mein Wochenendprojekt „Nextcloud im Container“ habe ich eine Ansible-Rolle entwickelt und auf Github veröffentlicht, die dem Zweck dient, Nextcloud mit einer MariaDB in einer rootless Podman-Umgebung zu installieren.

Wie ihr in Teil 5 der Artikel-Serie nachlesen könnt, war ich mit der Lösung für Backup und Restore nicht ganz zufrieden. Ich möchte dieses Thema erneut angehen und mithilfe einer Ansible-Rolle lösen.

Backup und Restore beschreiben jedoch andere Anwendungsfälle als die Bereitstellung, weswegen ich den dafür notwendigen Quelltext nicht mit in die bestehende Rolle pressen möchte. Da Backup und Restore für mich jedoch zum Betrieb dazugehören, möchte ich alle Ansible-Rollen, die ich zum Betrieb meines Nextcloud-Setups benötige, in einer Collection zusammenfassen.

Migration der bestehenden Rolle in eine Collection

Ich orientiere mich hierzu an der englischsprachigen Dokumentation „Migrating a role to a collection“. Da ich bereits einen Galaxy Namespace besitze, nutze ich diesen auch für die Erstellung der Collection. Der folgende Codeblock zeigt die verwendeten Befehle.

]$ ansible-galaxy collection init tronde.nextcloud
- Collection tronde.nextcloud was created successfully

]$ mkdir tronde/nextcloud/roles/deploy_nextcloud_with_mariadb_pod && rsync -a ../roles/ansible_role_deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/ tronde/nextcloud/roles/deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/

]$ tree -L 3 tronde/nextcloud/
tronde/nextcloud/
├── docs
├── galaxy.yml
├── meta
│   └── runtime.yml
├── plugins
│   └── README.md
├── README.md
└── roles
    └── deploy_nextcloud_with_mariadb_pod
        ├── defaults
        ├── meta
        ├── README.md
        ├── tasks
        ├── tests
        └── vars

]$ rm -rf tronde/nextcloud/roles/deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/.git

Im letzten Schritt entferne ich das .git-Verzeichnis, da ich die Collection als Ganzes in einem Repository verwalten möchte, statt alle Rollen einzeln zu versionieren und dann in die Collection einzufügen.

Anschließend aktualisiere ich die Dateien galaxy.yml und README.md. In der Rolle habe ich ein Playbook zum Testen verwendet, welches im Pfad deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/tests/test.yml liegt. Um konform mit der Struktur einer Ansible Collection zu sein, erstelle ich im Wurzelverzeichnis meiner Collection das Verzeichnis playbooks und kopiere das Test-Playbook hier hinein:

]$ tree playbooks/
playbooks/
└── deploy_nextcloud_with_mariadb_pod.yml

An dieser Stelle halte ich zunächst inne und überlege mir, welche Tools ich noch benötige, um meine Collection entwickeln und testen zu können.

Ansible Development Tools

Ansible Development Tools (ADT) ist ein Projekt mit dem Ziel, einen Werkzeugkasten mit allen wichtigen Werkzeugen zur Entwicklung von Ansible Content zu bieten. Genau so etwas habe ich gesucht. Das probiere ich gleich aus.

Um mir mein System nicht zu verhunzen, installiere ich die ADT in ein Python Virtual Environment und lasse mir anzeigen, welche Werkzeuge ADT mitbringt:

]$ python -m venv adt
]$ . adt/bin/activate
(adt) ]$ pip install --upgrade pip
(adt) ]$ pip install ansible-dev-tools
(adt) ]$ pip install molecule-podman
(adt) ]$ adt --version
ansible-builder                          3.1.0
ansible-core                             2.17.1
ansible-creator                          24.7.0
ansible-dev-environment                  24.7.0
ansible-dev-tools                        24.7.1
ansible-lint                             24.7.0
ansible-navigator                        24.7.0
ansible-sign                             0.1.1
molecule                                 24.7.0
pytest-ansible                           24.7.0
tox-ansible                              24.7.0

Bei molecule-podman handelt es sich um einen Molecule-Treiber, welcher benötigt wird um Molecule-Tests in Podman-Containern ausführen zu können. Ich habe dieses Paket mitinstalliert, da ich mir vorstellen kann, dies in naher Zukunft zu nutzen.

ansible-lint

Ansible Lint ist das erste Werkzeug aus der ADT-Sammlung, welches ich verwende, um den Quelltext meiner Collection zu prüfen. Dazu wird das Kommando einfach im Wurzelverzeichnis der Collection ausgeführt. Anschließend können die gefundenen Fehler behoben werden.

Da es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, werde ich dem Thema einen eigenen Text widmen.

molecule

Ansible Molecule eignet sich zum Testen von Ansible-Rollen und Collections. Ich nutze meine Ansible Collection, um mich mit diesem Werkzeug vertraut zu machen.

Zwar gibt es auch hier erst eine Lernkurve, doch wird mir eine durchdachte Test-Konfiguration bei der weiteren Entwicklung sicher zugutekommen. Ich orientiere mich zu Beginn am Ansible Molecule Getting Started Guide.

Zu Beginn möchte ich meine in die Collection migrierte Rolle testen. Dazu bearbeite ich die Datei tronde/nextcloud/extensions/molecule/default/converge.yml. Sie enthält schließlich folgenden Inhalt:

extensions]$ cat molecule/default/converge.yml 
---
- name: Converge
  hosts: localhost
  gather_facts: false
  tasks:
    - name: Test collection role deploy_nextcloud_with_mariadb_pod
      ansible.builtin.import_role:
        name: tronde.nextcloud.deploy_nextcloud_with_mariadb_pod

Und mit folgendem Befehl teste ich, ob meine Nextcloud-Instanz erfolgreich deployt wird:

extensions]$ molecule converge
…
PLAY RECAP *********************************************************************
localhost                  : ok=10   changed=9    unreachable=0    failed=0    skipped=0    rescued=0    ignored=0

extensions]$ podman ps
CONTAINER ID  IMAGE                                    COMMAND               CREATED             STATUS             PORTS                    NAMES
48438d1bd884  quay.io/centos/centos:stream8            bash -c while tru...  7 minutes ago       Up 7 minutes                                instance
104c525a6b50  localhost/podman-pause:5.1.1-1717459200                        About a minute ago  Up About a minute  127.0.0.1:40671->80/tcp  e34ddf4d4203-infra
f27842b12d56  docker.io/library/mariadb:10.11.2        mariadbd              About a minute ago  Up About a minute  127.0.0.1:40671->80/tcp  nc_mariadb
9ee391a57fbd  docker.io/library/nextcloud:25-apache    apache2-foregroun...  13 seconds ago      Up 13 seconds      127.0.0.1:40671->80/tcp  nextcloud

Das Ergebnis ist positiv und kann durch Aufruf von http://127.0.0.1:40671 im Webbrowser überprüft werden. Ein Login mit den Default-Werten aus tronde/nextcloud/roles/deploy_nextcloud_with_mariadb_pod/defaults/main.yml bestätigt das erfolgreiche Deployment.

Es handelt sich hierbei noch nicht um ein adäquates Test-Setup; doch für den Moment ist es ausreichend. Ich werde mich noch weiter einarbeiten müssen, um das Test-Setup verbessern zu können. Vermutlich wird auch dazu dann ein weiterer Artikel folgen.

Falls sich jemand wundert, es ist durchaus Absicht, dass die Nextcloud nur via 127.0.0.1 und per HTTP erreichbar ist. Ich betreibe diese hinter einem Reverse-Proxy. Details können in Nextcloud im Container — Teil 3: Mit Reverse-Proxy nachgelesen werden.

Backup und Restore für die Nextcloud

Um die Konfiguration und die in der Nextcloud gespeicherten Daten sichern und wiederherstellen zu können, werde ich eine Offline-Sicherung der verwendeten Podman Volumes durchführen. Der Ablauf für die Sicherung sieht wie folgt aus:

  1. Den Pod ˋnc_podˋ inkl. aller darin enthaltenen Container stoppen
  2. Alle zum Setup gehörenden Podman Volumes in Tarballs exportieren
  3. Diese Tarballs vom managed Node auf den Control Node sichern
  4. Den ˋnc_podˋ wieder starten

Die Wiederherstellung läuft sinngemäß andersherum ab:

  1. Die Tarballs werden vom Control Node auf den Managed Node kopiert
  2. Der Pod ˋnc_podˋ inkl. aller darin enthaltenen Container wird gestoppt
  3. Die Podman Volumes aus Schritt 1 werden importiert
  4. Der nc_pod wird wieder gestartet
  5. Die zur Wiederherstellung auf den Managed Node kopierten Tarballs werden wieder entfernt

Um diese neue Rolle der Collection hinzuzufügen, navigiere ich in das Rollenverzeichnis tronde/nextcloud/roles/ und erstelle dort das Grundgerüst für die Rolle: ansible-galaxy role init backup_nextcloud

Die Struktur sieht bei mir wie folgt aus, wobei nicht benötigte Verzeichnisse noch nicht entfernt wurden:

ansible_collections]$ tree -L 2 tronde/nextcloud/roles/backup_restore_nextcloud/
tronde/nextcloud/roles/backup_restore_nextcloud/
├── defaults
│   └── main.yml
├── files
├── handlers
│   └── main.yml
├── meta
│   └── main.yml
├── README.md
├── tasks
│   └── main.yml
├── templates
├── tests
│   ├── inventory
│   └── test.yml
└── vars
    └── main.yml

9 directories, 8 files

Den aktuellen Entwicklungsstand könnt ihr unter dieser URL einsehen: https://codeberg.org/Tronde/nextcloud/src/branch/main/roles/backup_restore_nextcloud

Das dortige README.md enthält wie bei dedizierten Rollen die Dokumentation zu dieser Rolle. Um doppelte Texte zu vermeiden, verweise ich im Collection-README auf die jeweiligen README-Dateien in den einzelnen Rollen.

Getestet wird diese Rolle ebenfalls mit Molecule. Zu den Tests mit Molecule werde ich noch mehr schreiben, sobald ich dies etwas verfeinert habe.

Fallen mir noch weitere Anwendungsfälle ein, können diese nun einfach als weitere Rollen der Collection hinzugefügt werden.

Ansible-Variablen definieren

Jede Rolle in dieser Collection ist für sich alleine nutzbar. Somit definiert jede Rolle die Eingangs-Variablen in der defaults/main.yml der jeweiligen Rolle.

Bei der Entwicklung achte ich darauf, dass Variablen, die z.B. den Namen eines Podman Volumes enthalten, in allen Rollen gleich geschrieben werden. Damit ist es möglich, diese Variablen an anderer Stelle zu definieren und in den verschiedenen Rollen nutzbar zu machen. So können an individuelle Deployments angepasste Variablen in Playbooks, group_vars, host_vars, etc. definiert werden.

Wo Variablen definiert werden können und welche Präzedenz diese besitzen, kann in der offiziellen Doku nachgelesen werden: Variable precedence: Where should I put a variable?

Zusammenfassung

Eine Ansible-Rolle ohne Plug-ins in eine Ansible Collection zu überführen, ist mit dem kurzen Abschnitt aus der Dokumentation schnell erledigt.

Weitere Rollen können der Collection hinzugefügt werden, indem man sie im Verzeichnis roles der Collection-Verzeichnisstruktur wie gewohnt mit ansible-galaxy role init <Rollenname> erstellt und mit Leben füllt. Sorgfalt ist und bleibt bei der Benennung von Variablen und deren Präzedenz geboten, um nicht wahnsinnig zu werden. Dies ist nicht wirklich schwierig, doch muss ich fast jedes Mal in der Dokumentation nachschlagen, um sicher zu sein.

Die Ansible Development Tools (ADT) sind eine praktische Sammlung von Werkzeugen zur Entwicklung von Rollen und Collections für Ansible. Für mich sind aktuell Ansible Lint und Ansible Molecule die wichtigsten Werkzeuge aus dieser Sammlung. Wobei gerade die Dokumentation von Molecule auf dem Weg zu meinem Ziel, nämlich meine Collections in verschiedenen rootless Podman Containern mit nested Podman und Ansible zu testen, leider viele Fragen offen lässt. Grundsätzlich lassen sich Testpläne damit realisieren und vereinfachen mein bisheriges Testsetup bestehend aus diversen Skripts und virtuellen Maschinen. Und sie bieten Stoff für weitere Einträge in diesem Blog.

Die weitere Entwicklung meiner Nextcloud Collection findet auf Codeberg statt. Ihr findet sie dort unter der URL: https://codeberg.org/Tronde/nextcloud

Asus ROG Ally: SteamOS-Unterstützung für die Konkurrenz

14. August 2024 um 14:15

Mit dem Linux basierten Steam Deck hat Valve einen Nerv getroffen und PC-Spiele ins Handheld-Format gebracht. Entsprechend groß ist mittlerweile die Konkurrenz in Form anderer Handhelds. Mit dem Langzeit-Ziel das Arch-basierte SteamOS auch für weitere Plattformen zu bringen, geht Valve nun einen ersten Schritt Richtung ROG Ally.

YH4F Countdown: Time for Jury evaluation and new sponsor on board

12. August 2024 um 23:00

YH4F Countdown: Time for Jury evaluation and new sponsor on board

The FSFE’s hacking competition for young Europeans successfully concluded its six-month programming period on 30 June, with the submission of the participants’ projects. Now, it's the jury's turn to evaluate the work of the participants. We are also happy to announce a new sponsor for the contest, OpenSSF.

The third programming period of Youth Hacking 4 Freedom has ended. During the past six months, teenagers from all over Europe worked on their Free Software projects, and eventually submitted their work for evaluation to the jury. To give you a teaser, 2024 submissions include Free Software research and scientific projects, projects that tackle social problems, and some fun games. As with previous editions, it is stunning to see the great ideas the teenagers come up with. And the best thing is to see how they manage to stick to a project idea for six months.

Now it is the jury’s turn to evaluate all the amazing projects and decide on the six winners, who will join us in October for the award ceremony in Brussels.

Why your company or organisation should sponsor YH4F

Youth Hacking 4 Freedom is possible thanks to it's financial contributors. Just recently OpenSSF joined as sponsor. With their support, the FSFE can keep organising this programming competition for young Europeans and help to spread knowledge about Free Software, helping the participants to develop programming and project management skills while having fun and meeting new people from all over Europe.

As an organisation or company, you can sponsor Youth Hacking 4 Freedom or even better, become a donor. By supporting Youth Hacking 4 Freedom, you contribute to strengthening young people's skills, enhancing their understanding about Free Software, and helping them to develop crucial competencies like time management.

Watch Reinhard Wisesmann, founder of the Linuxhotel and the Vielrespekt Stiftung, an inspiring donor, who explains why YH4F is so rewarding for him. Winning a similar contest in his youth helped him to found his first company.

Forty years ago, Reinhard Wiesemann won a hacking competition for young people. He used the money from his cash prize to advance his professional development. Youth Hacking 4 Freedom has been financially supported with donations by Reinhard Wiesemann, Linuxhotel, and Vielrespektzentrum.

Youth Hacking 4 Freedom is more than just your average programming competition. Young people get in contact with other like-minded teenagers from all over Europe while also learning more about licensing, Free Software, and programming. There are different sponsorship levels available with various benefits for your company or organisation. For more information get in contact with us via email – we are happy to hear from you!

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