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Microsoft: Azure Linux 4.0 steht als Vorschauversion zum Testen bereit

06. Juni 2026 um 12:00

Microsoft hat die erste öffentliche Preview-Version von Azure Linux 4.0 zum Download bereitgestellt. Die für Microsofts Cloud-Plattform Azure angepasste Linux-Distribution ist unter anderem für die Nutzung in virtuellen Maschinen angepasst. Mit Version 4.0 wird erstmals Fedora Linux als Basis verwendet.

Linux Kommandoreferenz: Shell-Befehle von A bis Z

06. Juni 2026 um 08:46

Linux Kommandoreferenz: Shell-Befehle von A bis Z“ von Michael Kofler ist 2024 in der 6., aktualisierten Auflage im Rheinwerk Verlag erschienen und umfasst 547 Seiten.

Wer kennt es nicht: Unter Linux ist nahezu alles machbar, was man an einem Computer tun kann – von der Textverarbeitung über Grafikdesign bis hin zur Erstellung eigener Webseiten oder Videos mit faszinierenden Tonspuren. Dennoch weiß man oft nicht, welches Programm oder Tool für die jeweilige Aufgabe am sinnvollsten einzusetzen wäre. Langes Stöbern und Recherchieren ist oft notwendig, bis das richtige Programm gefunden ist. Abgesehen von all den grafischen Anwendungen für Linux findet man etliche Programme und Kommandos, die sich im Terminal ausführen lassen. Eine komplexe Übersicht hierzu gibt das Buch „Linux Kommandoreferenz: Shell-Befehle von A bis Z“ aus dem Rheinwerk Verlag.

Der Autor und Linux-Experte Michael Kofler gibt dem Leser nicht nur eine große Auswahl von Kommandos, sondern auch die wichtigsten Optionen mit ausreichenden Erklärungen an die Hand und weist zudem auf die umfangreichen Manual-Seiten (man pages) des Linux-Systems hin. Über den Befehl tldr lassen sich auch direkte Anwendungsbeispiele zu den einzelnen Kommandos ausgeben.

Nicht nur Kommandos mit den entsprechenden Optionen werden thematisiert, sondern auch die wichtigsten Konfigurationsdateien besprochen – genauso wie Tastenkürzel, die den Anwender schneller zum Ziel führen. Das Buch ist dabei wie ein echtes Werkzeug aufgebaut: Dank einer klaren Gliederung nach Themenbereichen wie Systemadministration, Netzwerk oder Programmierung findet man sofort den passenden Befehl. Ein besonderes Highlight des Verlagsdesigns ist das hilfreiche Griffregister am Buchrand, das wie ein Daumenkino funktioniert und das Nachschlagen im Terminal-Alltag enorm beschleunigt.

Leseprobe

Fazit

Dieses Buch besticht durch inhaltliche Tiefe und Aktualität. Das Linux-Ökosystem ist ständig im Wandel, was die mittlerweile 6. Auflage dieses Klassikers deutlich zeigt. Kofler geht auf viele Befehle bzw. Kommandos ein und erklärt sie bildhaft an Beispielen. Rheinwerk liefert hier gewohnt hohe Qualität mit einem robusten Hardcover, das für den täglichen Einsatz auf dem Schreibtisch gemacht ist. Ein Buch, um noch tiefer in die Arbeit mit dem Terminal einzusteigen – egal ob als Einsteiger, Student oder erfahrener Administrator.

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Python-Modulmanager uv

06. Juni 2026 um 05:27

Vor gut zweieinhalb Jahren habe ich hier über pip-Probleme berichtet, die unter aktuellen Ubuntu- und Debian-Systemen aufgetreten sind: externally-managed-environment (PEP 668) verhinderte lokale pip-Installationen wegen Konflikten zwischen System-Paketen. Die damals beschriebenen Lösungen, insbesondere das Einrichten eines virtuellen Environments, funktionieren weiterhin.

Aber inzwischen gibt es eine bessere Option: uv ist ein schneller, moderner Paketmanager für Python, der pip, venv, pipx und noch einige andere Tools auf einmal ersetzt. Wer regelmäßig Python-Module installiert, sollte sich die paar Minuten nehmen, uv kennenzulernen. Es lohnt sich.

Das pip-Problem

Zuerst eine kurze Wiederholung meines alten Artikels: Bei immer mehr Linux-Distributionen verhindert PEP 668, dass pip install systemweit Pakete installiert. Stattdessen erscheint die Fehlermeldung externally-managed-environment. Es gibt zwei Auswege: entweder installieren Sie das Python-Modul als Distributionspaket (falls verfügbar), oder sie richten ein Virtual Environment, also ein projektspezifisches Verzeichnis mit eigenen, isolierten Modul-Installationen.

Das Einrichten eines Virtual Environments mit python3 -m venv .venv ist nicht schwierig, aber umständlich. Man muss es bei jedem neuen Terminal-Fenster aktivieren (source .venv/bin/activate oder eine Variante dieses Kommandos für Zsh, Fish oder PowerShell), eine requirements.txt pflegen und bei der Weitergabe des Projekts dem Empfänger erklären, was er zu tun hat. uv macht das alles einfacher.

Was ist uv?

uv ist in der Programmiersprache Rust entwickelt worden und stammt von der Firma Astral. Im März 2026 hat OpenAI Astral übernommen; das Team arbeitet seitdem in der Codex-Abteilung. Ob und wie das die Weiterentwicklung von uv beeinflusst, ist noch nicht absehbar. Das Projekt bleibt aber Open Source (https://github.com/astral-sh/uv).

Was uv von pip unterscheidet:

  • Es ersetzt pip, venv, pip-tools, pipx und pyenv in einem einzigen Binary.
  • Es ist laut eigenen Benchmarks 10- bis 100-mal schneller als pip.
  • Es verwaltet Abhängigkeiten in pyproject.toml und einer Lock-Datei. Das manuelle Pflegen von requirements.txt ist damit vorbei.

Allein im Februar 2026 wurde uv über 126 Millionen Mal heruntergeladen. Es hat sich als De-facto-Standard für neue Python-Projekte etabliert. Auch bei meinen eigenen Python-Projekten ist uv inzwischen eine Selbstverständlichkeit geworden. Das Kommando ist einfach zu bedienen und funktioniert gut.

uv installieren

uv wird unabhängig von Python installiert. Unter macOS gelingt das am einfachsten mit Homebrew:

brew install uv

Bei manchen Linux-Distributionen steht uv als Paket zur Verfügung (apt install uv, dnf install uv). Falls nicht, funktioniert dieses Vorgehen:

curl -LsSf https://astral.sh/uv/install.sh -o uv_install.sh
less uv_install.sh   # kurze Kontrolle
sh uv_install.sh

Das Script gibt am Ende Hinweise, wie .local/bin zur PATH-Variablen hinzuzufügen ist. Unter Windows führen Sie folgende PowerShell-Kommandos aus:

powershell -ExecutionPolicy ByPass `
    -c "irm https://astral.sh/uv/install.ps1 | iex"

$env:Path = "C:\Users\<accountname>\.local\bin;$env:Path"

Nach der Installation überzeugen Sie sich kurz davon, dass alles geklappt hat:

uv --version

  uv 0.11.19 (...)

Updates führen Sie mit brew upgrade uv (macOS) bzw. durch Wiederholung des Installations-Kommandos durch.

Weitere Installationstipps finden Sie auf der GitHub-Seite.

Neues Projekt einrichten

Nehmen wir an, Sie entwickeln ein Script, das die Module requests und beautifulsoup4 benötigt. Die folgenden Kommandos richten das Projekt ein:

uv init my-webscraper   # erzeugt das Projektverzeichnis
cd my-webscraper        # dorthin wechseln
uv add requests beautifulsoup4  # Module installieren

Falls es schon ein Projektverzeichnis gibt, wechseln Sie mit cd dorthin und führen uv init . aus. uv init erzeugt ein Projektverzeichnis mit folgender Struktur:

my-webscraper/
├── .gitignore
├── .python-version
├── .venv/
├── main.py
├── pyproject.toml
└── README.md

uv init kümmert sich also um das Virtual Environment im Verzeichnis .venv. uv add installiert das gewünschte Modul und trägt es in pyproject.toml ein.

Hinweis: Die Datei .gitignore wird nicht erzeugt bzw. verändert, wenn das aktuelle Verzeichnis bereits unter Git-Kontrolle steht. In diesem Fall sollten Sie selbst in .gitignore eine Regel einbauen, die das Verzeichnis .venv ignoriert.

Ihr Script führen Sie mit uv run aus:

uv run main.py

uv run sorgt dafür, dass die richtige Python-Version und das Virtual Environment aktiv sind. Sie müssen sich um nichts weiter kümmern.

Weitere Module fügen Sie mit uv add hinzu, überflüssige entfernen Sie mit uv remove. Normalerweise verwendet uv einfach die gerade installierte Python-Version. Wenn Sie ausnahmsweise für ein Projekt eine andere Version benötigen, installieren und fixieren Sie diese:

uv python install 3.12
uv python pin 3.12

Projektweitergabe

uv pflegt mehrere Dateien für die Projektverwaltung:

  • pyproject.toml enthält die Abhängigkeiten des Projekts.
  • uv.lock enthält die exakten Versionsnummern aller installierten Module.
  • .python-version enthält die gewünschte Python-Version.

Wenn Sie Ihr Projekt weitergeben oder auf einem anderen Rechner einsetzen möchten, geben Sie neben dem Quellcode die ersten beiden Dateien weiter, falls die Python-Version wichtig ist, auch die dritte. Die Empfängerin kann das Projekt dann sofort ausführen:

uv run main.py

uv erkennt pyproject.toml und uv.lock, richtet das Virtual Environment ein und installiert alle erforderlichen Module — vollautomatisch, ohne weitere Anweisungen.

Ältere Projekte mit requirements.txt

Bei bestehenden Projekten, die noch requirements.txt verwenden, bietet uv ebenfalls Unterstützung:

uv venv                             # Virtual Environment einrichten
uv pip install -r requirements.txt  # Abhängigkeiten installieren

Bestehende Projekte auf uv migrieren

Wer ein vorhandenes Projekt von pip auf uv umstellen möchte, beginnt mit uv init --bare im Projektverzeichnis. Das Flag --bare verhindert, dass Beispieldateien erzeugt oder vorhandene Dateien überschrieben werden. Als Ergebnis erscheint eine minimale pyproject.toml. Im nächsten Schritt importieren Sie die bisherigen Abhängigkeiten aus requirements.txt:

cd my-project
uv init --bare
uv add -r requirements.txt

uv add -r requirements.txt trägt alle Module in pyproject.toml ein und erzeugt gleichzeitig uv.lock mit den exakten Versionsnummern. Mit uv sync installiert uv anschließend alle Module in einem neuen .venv-Verzeichnis — ohne manuelles Aktivieren der Umgebung. Ab jetzt führen Sie Ihr Script mit uv run aus.

Nach erfolgreicher Migration geben Sie künftig pyproject.toml und uv.lock weiter — requirements.txt können Sie löschen. Falls CI-Systeme oder Docker-Builds weiterhin eine requirements.txt benötigen, lässt sie sich jederzeit automatisch aus der Lock-Datei erzeugen:

uv export --format requirements-txt > requirements.txt

Python-Tools global installieren

uv ersetzt auch pipx: Mit uv tool install installieren Sie in Python entwickelte Kommandozeilen-Tools direkt auf Ihrem Rechner, außerhalb eines Projektverzeichnisses. Die Tools landen in .local/share/uv/tools, Links dazu werden in .local/bin angelegt:

uv tool install httpie

httpie --version
  3.2.4

Noch praktischer ist uvx: Damit führen Sie ein Tool aus, ohne es permanent zu installieren. uv lädt die erforderlichen Dateien in ein Cache-Verzeichnis und führt das Tool sofort aus — ideal für die gelegentliche Nutzung:

uvx ruff check .   # überprüft alle Python-Dateien im Verzeichnis

Mit uv cache clean löschen Sie bei Bedarf die zwischengespeicherten Dateien.

Quellen/Links

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