Normale Ansicht

Proof of Concept: Abfrage der nicht mehr unterstützten AppStreams über die Red Hat Lifecycle API

18. Mai 2026 um 05:00

Im Folgenden möchte ich euch einen Proof of Concept (PoC) vorstellen, der aus einem Gespräch mit einem meiner Kunden entstanden ist.

AppStreams != AppStream

Es geht hier nicht um den offenen Standard AppStream, sondern um die in RHEL 8 und RHEL 9 genutzten AppStreams. Letztere sind ein inzwischen abgekündigtes Konzept zur Bereitstellung verschiedener Paketversionen mit einem definierten Unterstützungszeitraum innerhalb eines Major-Release. Für weitere Informationen hierzu siehe den englischsprachigen Artikel: Red Hat Enterprise Linux Application Streams Life Cycle.

Das Risiko

  • Pakete aus AppStreams werden auf Servern installiert.
  • Die Unterstützung dieser AppStreams endet und niemand merkt es.
  • Es wird Software in der Infrastruktur betrieben, die nie wieder ein Update erhält.

User Story

Im IT-Betrieb möchten wir die Lebenszyklusinformationen der AppStreams über eine API abfragen, deren Unterstützungszeitraum abgelaufen ist. Diese Liste möchten wir mit den auf unseren Servern installierten AppStreams abgleichen, um die Installationen zu identifizieren, die aktualisiert oder migriert werden müssen.

Lösungsansatz

Die gewünschten Informationen können über die Red Hat Lightspeed for RHEL Planning API abgerufen werden.

Wer seine Systeme an der Hybrid Cloud Console registriert hat, kann mit den abgelaufenen AppStreams gleichzeitig eine Liste der Systeme abrufen, auf denen diese installiert sind. Wer seine Systeme dort nicht registriert hat, kann die abgelaufenen AppStreams abfragen und die Informationen mit eigenen Mitteln weiterverarbeiten, um einen Abgleich durchzuführen.

Zur Demonstration habe ich einen Proof of Concept erstellt:

Die Repos beinhalten eine README.md mit der Dokumentation des Bash- und Python-Skripts sowie Links zu weiterführenden Informationen.

Falls euch dieses Beispiel gefällt, gebt ihm doch gerne einen Stern im jeweiligen Repository oder hinterlasst hier einen Kommentar.

Was gibt es dazu sonst noch wissenswertes?

Die in RHEL Lightspeed enthaltene Roadmap/Lifecycle-Anwendung verhält sich für einige User unerwartet. Als installiert werden AppStreams angezeigt, die auf einem System aktiviert sind. Dies ist auch der Fall, wenn ein Module Stream lediglich aktiviert ist, aber kein RPM-Paket aus diesem Stream tatsächlich installiert wurde. Dies kann zu einer Fehlinterpretation führen.

Red Hat liegt ein Feature Request vor, um dieses Verhalten zu ändern und nur AppStreams aufzuführen, deren RPM-Pakete tatsächlich installiert wurden. Mir liegen keine Informationen vor, ob und wann Red Hat dies umsetzen wird.

Des Weiteren liegt Red Hat die Anfrage vor, die Lightspeed Planning App als on-premises App im Satellite bereitzustellen. Auch hier kann ich leider nicht vorhersagen, ob und wann dies umgesetzt wird.

Falls ihr euch dafür interessiert, nehmt bitte Kontakt zum Red Hatter eures Vertrauens auf.

Ansible Lightspeed wird mit euren Galaxy-Inhalten trainiert

24. März 2025 um 06:00

Ich bin heute darüber gestolpert, dass die Künstigliche Intelligenz (KI) Ansible Lightspeed u.a. mit meinen Ansible Collections und Roles auf Ansible Galaxy trainiert wird. In diesem kurzen Beitrag möchte ich darüber informieren und den Weg zum Opt-out aufzeigen.

Wie viele andere Entwickler und Autoren von Ansible-Inhalten veröffentliche auch ich meine Ansible Collections und Roles auf Ansible Galaxy. Da ich nicht zu den besonders aktiven Nutzern gehöre, schaue ich dort eher gelegentlich vorbei, weswegen ich vermutlich einfach nicht mitbekommen habe, dass Ansible Lightspeed die Inhalte auf Ansible Galaxy als Trainingsmaterial benutzt.

Aufgefallen ist mir dies erst, als ich auf das Menü in der Ansicht unter Roles –> Role Namespaces geklickt und den Punkt Ansible Lightspeed settings gesehen habe.

Das Bildschirmfoto zeigt das Menü unterhalb von Roles/Role Namespaces, in dem sich auch die Einstellungen für Ansible LIghtspeed finden.
Abbildung 1: Ansible Lightspeed settings im Menü

Obige Abbildung zeigt, wo die Einstellungen zu finden sind. Die folgende Abbildung zeigt den Opt-Out-Dialog:

Die Abbildung zeigt den Dialog "Opt out of Ansible Lightspeed", wo man der Verwendung der eigenen Inhalte für Trainingszwecke widersprechen kann.
Abbildung 2: Opt out of Ansible Lightspeed Dialog

Schade, dass es sich um ein Opt-out handelt. Ein Opt-in würde mir besser gefallen. So werden meine inhalte vermutlich längst für das Training von Ansible Lightspeed verwendet, ohne dass ich mir dessen bewusst war.

Ich habe kurz überlegt und mich dann gegen ein Opt-out entschieden. Ich schreibe Ansible Collections und Roles aus der Motivation heraus, dass diese mir und anderen die IT-Administration erleichtern. Ob meine Inhalte anderen Menschen nun direkt oder indirekt über eine KI nutzen, macht für mich keinen entscheidenen Unterschied. Ich freue mich, wenn sie nützlich sind (selbst wenn sie als abschreckendes Beispiel dienen).

Und machen wir uns nichts vor, viele andere KI-Raubritter da draußen interessiert weder ein Opt-in noch ein Opt-out. Diese scannen und trainieren mit allen öffentlich zugänglichen Daten, derer sie habhaft werden können. Schöne neue Welt.

❌