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Thunderbird 102 als Flatpak installieren

01. Juli 2022 um 16:40

Fr, 1. Juli 2022, Lioh Möller

Vor einigen Tagen wurde Thunderbird 102 veröffentlicht (wir berichteten). Nur wenige Distributionen bieten die neue Version bereits an.

Unter Fedora 36, Arch Linux und openSUSE Tumbleweed ist zum heutigen Stand Thunderbird 91.11 verfügbar. Lediglich unter Slackware -current ist Thunderbird 102 bereits enthalten. Ubuntu bietet die aktuelle Version ebenfalls an, allerdings nur als Snap Paket, welches direkt vom Mozilla-Projekt betreut wird.

Wer zu den Menschen gehört, die gerne neue Software unmittelbar nach der Veröffentlichung ausprobieren möchten, kann die Anwendung dennoch als Flatpak installieren. Allerdings nicht aus dem stabilen Flatpak Repository, sondern aktuell nur aus dem Beta-Channel.

Dieser lässt sich auf einfache Weise aktivieren und nutzen.

flatpak remote-add --if-not-exists flathub-beta https://flathub.org/beta-repo/flathub-beta.flatpakrepo

Die eigentliche Installation erfolgt daraufhin mit folgendem Befehl:

flatpak install flathub-beta org.mozilla.Thunderbird

Wer parallel das Flatpak aus dem stabilen Zweig installiert hat, kann dafür sorgen, dass die Version aus dem Beta Channel bevorzugt wird und das entsprechende Symbol im Startmenü diese aktiviert:

flatpak make-current org.mozilla.Thunderbird beta

Alternativ kann bei einer parallelen Installation der Aufruf aus der Kommandozeile wie folgt erfolgen:

flatpak run --branch=beta org.mozilla.Thunderbird

Um den Flathub-Beta-Channel wieder zu entfernen, kann folgender Befehl ausgeführt werden:

flatpak remote-delete flathub-beta

Zum Wochenende: Die Gedanken sind frei

01. Juli 2022 um 17:00

Fr, 1. Juli 2022, Ralf Hersel

Als Ergänzung zur Podcast-Folge 024, die heute Mittag erschienen ist, gibt es diesen Artikel. Tatsächlich gab es zuerst diesen Artikel, bevor wir im Podcast über das Thema gesprochen haben.

Die Gedanken sind nicht frei. Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich die Lektüre des Buches Homo Deus von Yuval Noah Harari. In Teil 3, Kapitel 8, weist Harari sehr überzeugend nach, dass Gedanken und Handlungen das Ergebnis von elektrochemischen Prozessen im Gehirn sind. Diese Erkenntnis führt zu der Schlussfolgerung, dass das Bild von der freien Entscheidung des Individuums ein Trugschluss ist. Unsere Gedanken sind eine Funktion: f(x) = g, s, u. Also das Ergebnis von genetischer Prägung, Sozialisation und der Umwelt (Lebenserfahrung). In aktuellem Zusammenhang dazu, steht die Frage, ob Maschinen ein Selbstbewusstsein haben können.

Der Auslöser für diesen Artikel, ist die Diskussion über den Fall LaMDA, der seit einigen Wochen in den Medien kursiert. Kurz gesagt, geht es darum, dass ein Google-Mitarbeiter (Blake Lemoine) dem Language Model for Dialogue Applications ein Bewusstsein zugesprochen hat. Ich möchte hier nicht auf den Unterschied zwischen Bewusstsein und Selbstbewusstsein eingehen, sondern beziehe mich auf Letzteres, weil dieser Begriff eindeutiger ist. Wer sich dennoch dafür interessiert, möge hier nachschauen.

Können Maschinen ein Selbstbewusstsein haben?

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Verlosung Embedded Systeme

01. Juli 2022 um 14:30

Fr, 1. Juli 2022, Lioh Möller

Heute Abend um 19.00 findet die Auslosung des Gewinners unseres aktuellen Schreibwettbewerbes zum Thema Embedded Systeme und Appliances statt. Unter den teilnehmenden Autoren verlosen wir in unserer Talk-Gruppe einen Zipit Wireless Messenger 2 (Z2).

Wir bedanken uns schon jetzt für die Einreichungen und drücken allen Teilnehmenden die Daumen!

Bildquelle: Mozzwald

GLN024 - Bewusste Maschinen, Massenüberwachung, Replicant, Gewinner

01. Juli 2022 um 12:00

Fr, 1. Juli 2022, Ralf Hersel

Folge 24 des GnuLinuxNews-Podcasts, aufgenommen am 28. Juni 2022.

In dieser Folge sprechen Ralf und Lioh darüber, ob eine Künstliche Intelligenz ein Bewusstsein haben kann, über den Stand der Massenüberwachung und die Auswege aus der Situation. Im Interview erzählen die Gewinner unseres letzten Programmierwettbewerbs über die Motivation und ihre Lösungen.

Für ein optimales Hörerlebnis, empfehlen wir eine Podcatcher-App zu verwenden. Zum Beispiel AntennaPod (Android) oder gPodder (Desktop) oder GNOME-Podcast (GNOME-Desktop).

Shownotes

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GitHub aufgeben

01. Juli 2022 um 11:00

Fr, 1. Juli 2022, Ralf Hersel

Die Software Freedom Conservancy (SFC) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich mit ethischer Technologie beschäftigt. Ihre Aufgabe sieht sie darin, das Recht zu gewährleisten, Software zu reparieren, zu verbessern und neu zu installieren. Die Organisation fördert und verteidigt diese Rechte, indem sie Projekte für freie und quelloffene Software unterstützt, Initiativen vorantreibt, die Technologie aktiv inklusiver machen, und politische Strategien zum Schutz von FOSS vorantreibt.

In einem ausführlichen Beitrag erklärt die Software Freedom Conservancy, warum sie GitHub den Rücken gekehrt hat und dass sie keine neuen Mitgliedsprojekte mehr akzeptieren, die keinen langfristigen Plan haben, von GitHub wegzuziehen.

Wir beenden alle unsere eigenen Nutzungen von GitHub und kündigen einen langfristigen Plan an, um FOSS-Projekte bei der Migration von GitHub zu unterstützen.

Ausserdem beschreibt die Organisation Erfolgsrezepte, wie man Projekte von GitHub auf andere Code-Hosting Plattformen umzieht und gibt Empfehlungen für GitHub-Alternativen. Diese Gründe nennt die SFC für ihre Abkehr von GitHub (stark gekürzt):

  • Copilot ist ein gewinnorientiertes Produkt.
  • Service-Verträge zwischen GitHub und der US Immigration and Customs Enforcement Behörde.
  • GitHub gibt vor, pro-FOSS zu sein (wie SourceForge vor ihnen), ihre gesamte Hosting-Site ist jedoch proprietär.
  • Keine Möglichkeit zum Self-Hosting.
  • GitHub hat lange versucht, Copyleft zu diskreditieren.

Als Alternative Hosting-Lösungen schlägt die SFC Codeberg oder SourceHut vor, bzw. empfiehlt das Self-Hosting mit Gitea, GitLab CE oder SourceHut.

Quellen:

Unity 7.6

01. Juli 2022 um 10:00

Fr, 1. Juli 2022, Lioh Möller

Der Entwickler Rudra Saraswat hat die Veröffentlichung einer neuen Version der Unity-Desktopumgebung bekannt gegeben. Nach über 6 Jahren nach dem Release der Vorgängerversion, bringt die nun vorliegende Version 7.6 eine Vielzahl an Neuerungen mit sich.

Unity wurde in der Vergangenheit massgeblich durch Canonical, der Firma hinter Ubuntu Linux, entwickelt. Die hauseigene Desktopumgebung war von 2010 bis 2017 der Standard in der offiziellen Ubuntu Variante, bis sich das Projekt entschloss, zurück auf GNOME zu wechseln. Dennoch erfreut sich auch Unity weiterhin bei einigen Anwendern grosser Beliebtheit und seit einiger Zeit steht wieder eine Ubuntu Variante mit dem Unity Desktop zur Verfügung. Nutzer dieser Remix Version, können ihr System mit folgenden Befehlen auf Unity 7.6 aktualisieren:

sudo apt update && sudo apt upgrade

Alternativ lässt sich das Repository wie folgt hinzufügen und eine Installation der Desktopumgebung durchgeführt werden:

wget https://repo.unityx.org/unityx.key
sudo apt-key add unityx.key
echo 'deb https://repo.unityx.org/main testing main' | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/unity-x.list
sudo apt-get update && sudo apt-get install -y unity

Es folgt eine Übersicht der Änderungen im Vergleich zur Vorgängerversion:

  • Die Dash (App-Launcher) und das HUD wurden neu gestaltet und wirken zeitgemässer.
  • Im unity-control-center lassen sich ähnlich wie bei aktuellen GNOME-Versionen Akzentfarben definieren. Ausserdem wurden weitere Themes hinzugefügt.
  • Die Schaltfläche 'Papierkorb leeren' im Dock wurde korrigiert und verwendet jetzt Nemo anstatt Nautilus.
  • Der Unity7-Shell-Quellcode wurde nach GitLab migriert und lässt sich vollständig auf Ubuntu 22.04 compilieren.
  • Die Menüs und Tooltips des Docks haben ein moderneres Aussehen erhalten.
  • Die Speicher-Nutzung konnte unter Ubuntu Unity 22.04 deutlich auf etwa 700-800 MB reduziert werden.

Quelle: https://unity.ubuntuunity.org/blog/unity-7.6/

Dateien verstecken

30. Juni 2022 um 13:00

Do, 30. Juni 2022, Ralf Hersel

Es gibt viele Gründe, warum man Dateien verstecken möchte. Wenn ich "verstecken" schreibe, dann meine ich weder verschlüsseln noch unzugänglich machen, sondern "auf den ersten Blick nicht sichtbar machen". Der hier beschriebene Trick funktioniert in den gängigen Dateimanagern, jedoch nicht im Terminal.

Dass ein Punkt vor dem Dateinamen eine Datei unsichtbar macht und mit Ctrl+h wieder sichtbar gemacht werden kann, weiss jeder. Dumm nur, dass damit auch der Dateiname geändert wird, was nicht immer erwünscht ist (man denke an das Snap-Verzeichnis bei Ubuntu). Um Dateien verschwinden zu lassen, ohne deren Namen zu ändern, geht man so vor:

Angenommen, ihr habt drei beliebige Dateien in einem Verzeichnis, dann erzeugt ihr eine weitere Datei namens .hidden. In diese Datei tragt ihr die Namen der drei Dateien ein (ohne Pfad). Das war es schon; weg sind sie. Mit Ctrl+h könnt ihr wie gewohnt umschalten.

Wer sich das Mausgefummel ersparen möchte, führt diesen Befehl im Terminal aus:

 ls -1 > .hidden

Epiphany kann bald Erweiterungen

30. Juni 2022 um 11:00

Do, 30. Juni 2022, Ralf Hersel

Der Webbrowser Epiphany wird auch als GNOME Web bezeichnet. Er basiert auf WebKit und gehört eher zu den Exoten auf dem Browser Markt. Dennoch handelt es sich um den Standardbrowser des GNOME-Projektes. Sein Dasein als Mauerblümchen könnte sich bald ändern, da Epiphany mit GNOME 43 Unterstützung für Firefox-Erweiterungen erhält.

GNOME Anwendungen sind bekanntlich eher spartanisch ausgelegt; da macht auch GNOME-Web keine Ausnahme. Viele Anwender:innen schätzen jedoch diesen Minimalismus und die gute Integration in die Desktop-Umgebung. Wer den GNOME-Brower deshalb verwenden möchte, aber dennoch ein paar Erweiterungen benötigt, hat mit der kommenden Version GNOME 43 die Möglichkeit dazu.

Man kann das heute bereits ausprobieren, indem man den Nightly-Build des Browsers installiert. Das geht so:

flatpak remote-add --if-not-exists gnome-nightly https://nightly.gnome.org/gnome-nightly.flatpakrepo
flatpak install gnome-nightly org.gnome.Epiphany.Devel
flatpak run --command=gsettings org.gnome.Epiphany.Devel set org.gnome.Epiphany.web:/org/gnome/epiphany/web/ enable-webextensions tru

Nach dem Start findet sich im Hamburger-Menü die Option Erweiterungen, mit der sich eine Liste der installierten Erweiterungen öffnet (siehe Screenshot) und neue hinzugefügt werden. Dazu geht man in den Mozilla Extensions Store und lädt die .xpi-Datei der Erweiterung herunter. Diese kann dann im Erweiterungsdialog von Epiphany hinzugefügt werden.

In meinem Beispiel hat das leider nicht funktioniert, was vermutlich an der laufenden Entwicklung des Nightly-Builds liegt.

Quelle: https://blog.tingping.se/2022/06/29/WebExtensions-Epiphany.html

Replicant Installation auf dem Samsung Galaxy S III (i9300)

30. Juni 2022 um 09:50

Do, 30. Juni 2022, Lioh Möller

Bei Replicant handelt es sich um eine vollständig Freie Android-Implementierung. Dies bedeutet, dass keinerlei Binary Blobs, also Treiber-Bestandteile, welche nur im Binärcode vorliegen, enthalten sind. Damit einher geht, dass Treiber für Hardware-Komponenten, welche Binary Blobs benötigen, vom Projekt neu implementiert werden müssen. Dieser Vorgang ist aufwändig und zeitintensiv, zahlt sich letztendlich allerdings aus. Neu entwickelte Freie Treiber, sollten dabei möglichst in den Mainline-Kernel aufgenommen werden, um so allen Interessierten zu Gute zu kommen.

Als Referenzplattform hat sich das Replicant Projekt aktuell für das Samsung Galaxy S III (i9300) entschieden. Allerdings wird auch an einer Unterstützung der 4G-Variante mit der Modellnummer i9305 gearbeitet.

Da dem kleinen Entwicklerteam nur bedingt Ressourcen zur Verfügung stehen, werden nur Teile der Hardware unterstützt, wobei das Galaxy S III zu den am weitesten fortgeschrittenen Modellen zählt. Das integrierte 3G-Modem funktioniert beispielsweise, WLAN allerdings nur mit einem externen Adapter. GPS wird aktuell ebenfalls nicht unterstützt.

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Collabora Code 22.05 veröffentlicht

29. Juni 2022 um 15:00

Mi, 29. Juni 2022, Lioh Möller

Collabora hat die Veröffentlichung der Online Office-Suite Code in Version 22.05 bekannt gegeben. Diese beinhaltet eine Vielzahl neuer Funktionen und Fehlerkorrekturen. Unter anderem werden externe Rechtschreibkorrekturprogramme wie LanguageTool unterstützt.

Möglich geworden ist dies durch die Unterstützung von Adfinis, ein Schweizer Systemintegrator, welcher auch als Sponsor der Plattform fungiert.

Die Tabellenkalkulation Calc ermöglicht neu bis zu 16384 Spalten und sogenannte Sparklines. Bei letzteren handelt es sich um kleine Diagramme, welche auch in Microsoft’s XLSX Standard definiert wurden.

Webp wird in allen Dokumententypen unterstützt und erlaubt statische sowie animierte Grafiken. Bitmap Grafiken lassen sich ausserdem schneller rotieren.

Die Eingabemaske für Formeln wurde in HTML neu implementiert, was insbesondere auf mobilen Endgeräten die Eingabe deutlich vereinfacht.

Wie bisher stellt LibreOffice die technologische Basis für Code dar. Eine Integration in andere Anwendungen wie Nextcloud kann über ein WOPI-ähnliches Protokoll erfolgen. Die Multihost Configuration erlaubt eine Einbindung einer Collabora Code Instanz aus mehreren Anwendungen heraus.

Quelle: https://www.collaboraoffice.com/press-releases/code-22-05-released-with-powerful-new-features-like-grammar-checks-sparklines-and-jumbo-spreadsheets/

Orchid Linux

29. Juni 2022 um 14:00

Mi, 29. Juni 2022, Lioh Möller

Wem die Installation und Konfiguration von Gentoo zu aufwändig oder zu kompliziert ist, der kann einen Blick auf Orchid Linux werfen. Das aus Frankreich stammende Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Gentoo für eine grössere Nutzergruppe zur Verfügung zu stellen. Dennoch richtet sich auch diese Distribution nicht an Einsteiger.

Dabei wird versucht, dem Geiste Gentoos treu zu bleiben und möglichst wenige Modifikationen durchzuführen. Lediglich die Installation wird durch vorcompilierte Paketgruppen beschleunigt, welche beispielsweise als KDE Plasma, Xfce, GNOME oder eine Variante mit dwm angeboten werden.

Darüber hinaus werden Tools bereitgestellt, welche die Arbeit mit dem System vereinfachen sollen und zum Beispiel Systemaktualisierungen ermöglichen.

Die Installation selbst ähnelt hingegen aktuell eher einem klassischen Gentoo Installationsvorgang. Es wird weder ein grafisches noch ein textbasiertes Installationsprogramm angeboten und die erforderlichen Schritte müssen manuell durchgeführt werden. Englischkenntnisse werden dazu zwingend vorausgesetzt. Sofern das System einmal auf die Festplatte gebannt wurde, kann es auf Wunsch mit dem sogenannten Tkg-Kernel ausgestattet werden, der Optimierungen insbesondere für das Gaming- und die Desktop-Nutzung enthält. Mithilfe des Kommandos orchid-nvidia lässt sich bei Bedarf auf einfache Weise NVIDIA Treiber installieren.

Viele der enthaltenen Tools sind lediglich Wrapper in Gentoo enthaltene Standardwerzeuge wie emerge oder eix-sync. Ob es sinnvoller wäre, sich direkt mit der Mutterdistribution auseinanderzusetzen und deren Befehle zu erlernen, oder ob man von den Vereinfachungen des Orchid Linux Projektes profitieren möchte, bleibt letztendlich die Entscheidung des interessierten Anwenders. Mittels orchid-transform lässt sich alternativ auch ein bereits installiertes Gentoo in ein Orchid Linux verwandeln.

Quelle: https://orchid-linux.org/en/index.html

SoundRecorder

29. Juni 2022 um 12:40

Mi, 29. Juni 2022, Lioh Möller

Einige kennen vielleicht noch das Diktiergerät. Zur damaligen Zeit war es mit diesem möglich, Audio-Notizen auf eine Kassette abzuspeichern. Mittlerweile gibt es ähnliche Geräte auch digital, doch mit der entsprechenden Software, lässt sich jeder Computer dafür nutzen. Alternativen stehen auch für Mobilgeräte zur Verfügung.

Eine mögliche Anwendung dieser Art stellt SoundRecorder aus dem Umfeld des GNOME Projektes dar. Die Installation erfolgt wahlweise aus den Quellen, dem Repository der Distribution oder mithilfe von Flatpak, wie folgt:

flatpak install flathub org.gnome.SoundRecorder

Die Applikation stellt sich minimalistisch dar und erlaubt nur wenige Einstellungen, wie beispielsweise die Auswahl des Ausgabeformates (standardmässig flac).

Durch einen Klick auf das entsprechende Symbol wird die Aufnahme gestartet. Sobald diese fertiggestellt wurde, kann man einen Namen vergeben und sie bei Bedarf an einem entsprechenden Ort abspeichern.

Wer eine ähnliche Funktion auf seinem Android-Smartphone haben möchte, kann sich den Audio-Recorder aus dem F-Droid Store anschauen.

Quelle: https://wiki.gnome.org/Apps/SoundRecorder

Escape to Freedom

29. Juni 2022 um 12:00

Mi, 29. Juni 2022, Ralf Hersel

"Escape to Freedom" ist ein neues Animationsvideo der Free Software Foundation (FSF), das eine Einführung in die Konzepte hinter der Softwarefreiheit gibt: sowohl was wir dadurch gewinnen, als auch welche Rechte auf dem Spiel stehen.

Akteurin ist die freiheitssuchende Zara, die die Bedeutung freier Software kennenlernt und sich durch das Labyrinth der Herausforderungen der heutigen digitalen Gesellschaft bewegt, die verlockende Annehmlichkeiten im Austausch gegen wichtige Rechte bietet. Auf der Suche nach Freiheit lernt sie, wie sie die Kontrolle über ihre eigene, scheinbar vorgegebene Geschichte übernehmen kann, und hilft anderen dabei, dasselbe zu tun - so erklimmt sie Schritt für Schritt die Leiter, die zur digitalen Befreiung führt, schreibt die FSF.

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Grep on Steroids

29. Juni 2022 um 10:00

Mi, 29. Juni 2022, Ralf Hersel

Nein, ich habe keine Lust, einen Artikel über die 102. Folge von Firefox zu schreiben. Viel interessanter finde ich "grep on steroids". Jede Linux-Anwenderin, die sich ein paar Wochen mit dem Terminal beschäftigt hat, kennt das grep Kommando, mit dem man Dateien nach Texten durchsuchen kann.

Grep ist sozusagen das lokale Googlen auf der Kommandozeile (shame on me). Aber grep hat ein Problem, es durchsucht nur Textdateien. Ripgrep-all löst diese Einschränkung auf.

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Pine64 arbeitet an RISC-V Single-Board Computer

29. Juni 2022 um 09:00

Mi, 29. Juni 2022, Ralf Hersel

Während die x86-64 CPUs, die wir in ihren Ursprüngen seit 1978 kennen, auf der CISC-Architektur aufbauen und bezüglich ihrer Effizienz etwas altbacken wirken, schreiten Apple im Grossen und die Raspberry Pi Foundation im Kleinen, mit ARM-basierten SoCs bzw. SBCs voran. Insbesondere bei Apples Silicon M-Serie beeindruckt die Leistung im Verhältnis zum Energieverbrauch.

ARM SoCs werden immer leistungsfähiger bei geringerem Energieverbrauch als die klassischen x86-CPUs. Apple zeigt das sehr deutlich mit den M1 und M2 Geräten. Die Lizenzrechte an der Advanced RISC Machines Architektur hält die britische Firma ARM Limited. Alle Unternehmen, die ARM-Chips bauen möchten (z.B. Apple), leisten Lizenzzahlungen an ARM Limited.

Anders ist das bei der RISC-V Architektur, die 1981 an der University of California in Berkeley entwickelt wurde und der BSD-Lizenz unterliegt. Das bedeutet, dass RISC-V nicht patentiert ist und frei verwendet werden darf. Somit ist es jedem erlaubt, RISC-V Mikroprozessoren zu entwerfen, herzustellen, weiterzuentwickeln und zu verkaufen.

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Thunderbird 102 veröffentlicht

29. Juni 2022 um 08:30

Mi, 29. Juni 2022, Lioh Möller

Die Entwickler des E-Mail-Clients Thunderbird haben die Veröffentlichung der Version 102 bekannt gegeben. Diese enthält zahlreiche Verbesserungen, insbesondere im Bereich der Darstellung. Die Symbole in der Seitenleiste wurden überarbeitet und farbige Ordnersymbole wurden integriert.

Mit der als Spaces Toolbar bezeichneten Schnellstartleiste, ist ein direkter Zugriff auf die wichtigsten Funktionen, wie Mail, Chat oder Kalender möglich.

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Converseen jetzt auch als Flatpak

28. Juni 2022 um 11:00

Di, 28. Juni 2022, Ralf Hersel

Converseen ist ein freies (GPL-3.0), plattformübergreifendes Stapelverarbeitungsprogramm für Windows und Linux, mit dem man eine unbegrenzte Anzahl von Bildern mit einem Mausklick konvertieren, in der Grösse verändern, drehen und spiegeln kann. Ausserdem kann Converseen eine ganze PDF-Datei in eine Reihe von Bildern mit den bevorzugten Eigenschaften umwandeln: Man kann eines der über 100 Formate auswählen, die Grösse, die Auflösung und den Dateinamen festlegen.

Dank ImageMagick, der leistungsstarken Bildbearbeitungsbibliothek, auf der das Programm basiert, kann Converseen mehr als 100 Bildformate unterstützen, darunter DPX, EXR, GIF, JPEG, JPEG-2000, PhotoCD, PNG, Postscript, SVG, TIFF und viele andere. Converseen ist sehr einfach zu bedienen, es ist schnell und praktisch. Es eignet sich für alle, denen dieselbe Funktionalität im Termin mit ImageMagick zu kompliziert ist.

Das bietet Converseen:

  • Eine einzelne oder mehrere Konvertierungen durchführen
  • Die Grösse eines oder mehrerer Bilder ändern
  • Bilder für Webseiten komprimieren
  • Bilder rotieren und spiegeln
  • Umbenennen einer Reihe von Bildern mit einer fortlaufenden Nummer oder einem Präfix/Suffix
  • Auswählen eines Resampling-Filters zur Grössenänderung von Bildern
  • Konvertieren einer ganzen PDF-Datei in eine Reihe von Bildern
  • Extrahieren eines Bildes aus einer Windows-Symboldatei (*ico)

Neben anderen Formaten steht Converseen als Flatpak zur Verfügung.

Quelle: https://converseen.fasterland.net/

Verschlagworten mit reinem Python

28. Juni 2022 um 10:00

Di, 28. Juni 2022, Andreas Räumer

Im Mai startete GNU/Linux.ch einen Programmierwettbewerb. Dabei ging es darum, die vielen Artikel auf GNU/Linux.ch mit Schlagworten bzw. Tags zu versehen. Als ich die Aufgabe gelesen habe, dachte ich zuerst, dass hierfür eine komplizierte Lösung nötig wäre, um geeignete Ergebnisse zu erzielen. Deshalb habe ich überlegt, ob es auch einen einfachen Weg gibt.

Daraufhin habe ich angefangen, meine Lösung zu entwickeln. Ohne zusätzliche Bibliotheken, ohne Pauken und Trompeten, nur mit reinem Python.

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Der Trend zu freier Software

28. Juni 2022 um 09:00

Di, 28. Juni 2022, Ralf Hersel

Schaut man sich die Nachrichten der letzten Wochen und Monate an, kann man eine Tendenz hin zu Freier Software erkennen. Diesen Ruck sieht man insbesondere im öffentlichen Bereich, bei Behörden und Schulen. Ob sich dieser Trend fortsetzt und Bestand haben wird, ist fraglich, haben wir doch schon viele Rückschritte gesehen.

Jedes Jahr wird als Jahr des Linux-Desktops herbei gewünscht. Ob es so ist oder nicht, kann man mit Ja oder Nein beantworten. Es ist eine Frage der Sichtweise, Argumentation und der eigenen Wunschvorstellung. Tatsache ist, dass in Firmen, Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen, die Dominanz von Microsoft und Apple als Betriebssysteme und bei den Anwendungen für Büroarbeiten ungebrochen ist.

Allerdings sieht man in letzter Zeit einen Trend, der weniger auf der Überzeugung von CIOs, Behörden- oder Unternehmensvorständen basiert, auch nicht ein Drang der Mitarbeitenden ist, sondern durch Gesetzte, der DSGVO und politischen Entscheiden getrieben ist.

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Neue Listenansicht für Nautilus

27. Juni 2022 um 14:00

Mo, 27. Juni 2022, Ralf Hersel

In der nächsten Hauptversion von GNOME erhält der Dateimanager Nautilus eine komplett neu geschriebene Listenansicht für Dateien. Laut Release-Plan wird GNOME 43 Ende September 2022 erscheinen. Bisher verwendete Nautilus das GtkTreeView Widget, welches Einschränkungen hat, die mit dem jetzt zum Einsatz kommenden GtkColumnView nicht mehr bestehen und somit neue und lange Zeit gewünschte Funktionen ermöglichen.

So zum Beispiel die Möglichkeit in der Dateiliste mehrere Dateien mit der Maus auszuwählen (Rubberband). Dies ging bisher nur in der Icon-Ansicht. Neu ist auch der Leerraum zwischen den Elementen, wodurch es möglich sein wird, das Kontextmenü zu öffnen. Das ermöglicht z. B. das Anlegen eines neuen Ordners, ohne mit der Tastatur oder dem Menü zu arbeiten. Zeilen werden beim Darüberfahren hervorgehoben, wodurch sie sich vom Hintergrund abheben und besser lesbar sind.

Bei der Suche nach Dateien in Nautilus oder beim Zugriff auf "Zuletzt verwendet" in der Seitenleiste werden die Dateinamen nicht mehr durch das Vorhandensein von langen Pfadnamen beeinträchtigt, sodass wieder Platz für die Anzeige der Dateigrösse ist. Lange Dateinamen werden in der Mitte statt am Ende gekürzt, damit sowohl der Anfang als auch das Ende (Dateityp) zu sehen ist.

Quellen:

Video zu GNU Taler

27. Juni 2022 um 11:00

Mo, 27. Juni 2022, Ralf Hersel

Einmal im Monat treffen sich Hacker, Aktivistinnen und Interessierte zum netzpolitischen Abend der Digitalen Gesellschaft Schweiz in Zürich, um sich zu Themen rund um Informationstechnologie, Vernetzung und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft auszutauschen. Am 21. Juni war es wieder so weit. An diesem Abend hielt Professor Christian Grothoff zum Thema GNU Taler einen Vortrag, in dem es um datenschutzfreundliches digitales Bezahlen ging.

Darüber haben wir bereits geschrieben und mit Prof. Grothoff ein Interview geführt. Nun könnt ihr euch in einem einstündigen Video über GNU Taler, dessen Hintergründe und den Stand des Projektes informieren.

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Pacman-Contrib

27. Juni 2022 um 10:00

Mo, 27. Juni 2022, andhet

Da vor einigen Tagen ein kleiner aber feiner Artikel über die Möglichkeit von parallelen Downloads erschien, möchte ich kurz auf das bei Archlinux vorhandene Paket pacman-contrib eingehen.Dieses Paket enthält einige nützliche, kleine Skripte für Archlinux-User, die im Folgenden für die Paketversion 1.5.3-1 kurz vorgestellt werden.

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Right to use

27. Juni 2022 um 09:00

Mo, 27. Juni 2022, Ralf Hersel

In einer Motion fordert der Schweizer Nationalrat und Präsident der Grünen, Balthasar Glättli, die Einführung des Right to Use: Freier Zugang zu Hard- und Software als Hebel für eine nachhaltige Nutzung elektronischer Geräte. Mit einer Motion verlangt ein Parlamentsmitglied von der Regierung, dass diese eine Gesetzesänderung, einen Beschluss nach eidgenössischem, kantonalem oder kommunalem Recht ausarbeite oder eine bestimmte Massnahme ergreife. Dieser Auftrag ist verbindlich, wenn ihm das Parlament zustimmt.

Dieser Vorstoss passt gut zur Upcycling Android Kampagne der FSFE über die wir berichteten. Die Motion ist jedoch nicht nur auf Android-Handys gerichtet, sondern ist weiter gefasst:

Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen für ein "Right to use" zu schaffen. Eigentümerinnen und Eigentümern ist der freie Zugang zu Hardware und Software ihrer gekauften Geräte zu gewährleisten, damit eine nachhaltige Nutzung elektronischer Geräte möglich wird. Dies umfasst verbindliche Standards für die Interoperabilität elektronischer Geräte, das Recht auf die freie Wahl von Betriebssystemen, Software und Anbietern von Onlinediensten für alle Geräte sowie die Pflicht zur Offenlegung der Quellcodes von Treibern, Tools und der Dokumentation notwendiger Schnittstellen.

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Zum Wochenende: Buridans Esel

24. Juni 2022 um 17:00

Fr, 24. Juni 2022, Lioh Möller

Das Gleichnis von Buridans Esel lautet wie folgt:

„Wenn ein durstiger ... auf zwei unterschiedliche Gläser Wasser zugreifen kann, die für seine Zwecke in jeder Hinsicht gleich sind, müsste er verdursten, solange eins nicht schöner, leichter oder näher an seiner rechten Hand ist […].“

Übertragen lässt sich dies auf die schier unendliche Vielfalt an Linux Distributionen. Viele Einsteiger sind mit der Qual der Wahl vollkommen überfordert, zumal die Qualität mittlerweile bei den Mainstream-Projekten gleichwertig hoch ist.

Zwar hat Canonical es über die Jahre erreicht, dass Ubuntu wohl die am häufigsten genutzte Distribution für Linux-Anfänger ist, damit wird allerdings ein verzerrtes Bild erzeugt. Denn auch wenn Ubuntu eine gute Option für einen ersten Kontakt mit der Materie darstellt, landen interessierte Anwendern letztendlich zwangsläufig in der Distro-Hopping-Hölle.

Print-Magazine (und auch wir) fördern dies durch die fortlaufende Vorstellung neuer Spielarten von Distributionen und Desktops. Tatsächlich sind die Unterschiede allerdings gering, zumindest was die Betriebssystembasis betrifft. deb oder rpm Paketformat, pacman oder pamac, sind nur eine Sache der Gewöhnung und des Geschmacks. Beim Desktop sieht es schon anders aus. KDE Plasma unterscheidet sich stark von GNOME und Tiling-Windowmanager wie bei sway oder river bieten weitere Wahlmöglichkeiten.

Es stellt sich die Frage, ob die umfangreiche Auswahl nicht schädlicher ist, als eine klar definierte Lösung, wie es beispielsweise bei macOS der Fall ist. Doch lassen sich diese vom Hersteller vorgegebenen Ansätze nur im 'Friss oder stirb' Prinzip konsumieren. Entweder gefällt es dem Nutzer, er hat das Gefühl, es mögen zu müssen, weil er ja viel Geld dafür ausgegeben hat, oder er gewöhnt sich aufgrund mangelnder Alternativen daran.

Da bleibt nur, sich einen Ruck zu geben und sich durch die scheinbar gleich schmeckenden Heuhaufen durchzufuttern, um schlussendlich doch denjenigen zu finden, der einem ganz persönlich noch etwas besser schmeckt.

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