Lese-Ansicht

Aber auf Linux gibt's doch keine Viren!?!11elf!!

Wenn ich mir überlege, dass die heutige Generation Tablet gar nicht mehr in den Kontakt mit Dateisystemen kommt, keine ausführbaren Dateien kennt und nun auch auf Android vom Sideloading befreit wird, sehe ich auch ein Stück Computergeschichte verloren: Die Zeit der Virenscanner. Diese waren in den 2000ern kaum wegzudenken. Viele der verbreiteten Scanner verwandelten sich dann irgendewann zu Bloatware und ab 2015 mit dem Aufkommen von Windows Defender und dem Siegeszug der mobilen Endgeräte verschwanden sie allmählich in ihrer bisherigen Form. Viele der AV-Hersteller haben sich dann auf Endpoint Security und Mobile Device Management konzentriert. Auf den beiden großen mobilen Plattformen iOS und Android gibt es durch das Sandboxing und die regulierte App-Verteilung sowieso Bedingungen, unter denen das Konzept des Virenscanners einfach nicht mehr funktioniert.

Was aber auch zur goldenen Ära der Virenscanner dazugehörte, war das Argument, dass es Viren auf Linux nahezu nicht gäbe. Das System habe von Haus eine strikte Rechtevergabe und da die Verbreitung des Systems im geringen Prozentbereich liegt, ist es für Angreifer schlicht zu irrelevant für die Entwicklung, als dass es ein lohnenswertes Ziel sei.

AUR

Diese Erklärung greift allerdings zu kurz, wenn wir die aktuellen Beobachtungen im Arch User Repository (AUR) einbeziehen. Angriffswellen in bisher beispiellosem Ausmaß zwangen das Projekt bereits, die Registrierung neuer Benutzer abzuschalten. Am 13. Juli wurde die Nutzerregistrierung zwar wieder erlaubt, aber die Gegenmaßnahmen erwiesen sich in der ersten Iteration als wirkungslos. Aktuell wurde die Übernahme von Paketen deaktiviert, da legitime AUR-Pakete immer mehr von Malware befallen werden.

Das Konzept von Arch Linux, die Paketbereitstellung in die „offiziellen Repositories“ von den vertrauenswürdigen Entwicklung und in eine freie Skriptesammlung (AUR) zu unterteilen, erweist sich rückblickend als gute Entscheidung und Balance zwischen Flexibilität, die bisher immer hervorgehoben wurde, und Sicherheit, wie sie jetzt benötigt wird. Glücklicherweise sind die offiziellen Repositories bisher auch nicht betroffen.

Zwei Punkte sprechen meiner Meinung nach dafür, dass Linux immer mehr ein Ziel wird. Erstens ist die Verbreitung von Linux in den letzten Jahren gestiegen, u. a. auch durch integrierte Systeme wie SteamOS. Das ist für den Desktop eine super Sache, aber macht das System für Malware-Autoren immer attraktiver.

Zweitens werden auf Linux-Systemen immer wertvollere Daten verarbeitet. Die Systeme werden überwiegend von Entwicklern genutzt, die wiederum sich damit auf Server, Cloudumgebungen oder LLM-Kontingente schalten. Im Risikozone-Podcast berichten wir mit einer besonderen Hingabe über Supply-Chain-Attacken und hier trifft es besonders oft die SSH-Keys, CI-Variablen, Wallets oder Cloud-Credentials.

Angreifer, die diese Daten erbeuten, können Informationen kopieren – gut, das konnten sie unter Windows auch. Aber speziell unter Linux-Systemen finden sich durch die ganzen Credentials Daten, mit denen Angreifer Rechenzeit klauen können. Das ist quasi wie moderner Kreditkartenbetrug, nur mit einer Indirektion mehr: Während man einen fremdgetätigten Einkauf vor dem Versand noch mit Mühe rückgängig machen kann, ist die Rechenzeit schon verbraucht und der Cloud-Provider treibt einfach nur das Geld ein.

Bei Credentials handelt es sich auch nicht um Daten, vor denen die klassische Rechtevergabe auf dem lokalen Computer schützt. Wenn die Entwicklungsumgebung, die mit Benutzerrechten arbeitet, die Angabe verarbeiten muss, hat Malware, die unter den gleichen Rechten läuft, zwangsläufig auch Zugriff darauf. Hier haben wir es nicht mit Malware zu tun, die Software systemweit installieren möchte. Man könnte zwar einen Proxy einführen, der die API-Keys in einem geschützten Nutzer wegsperrt und durch den man die Anfragen leiten muss, aber das wären nach heutigem Stand individuelle Speziallösungen.

Geschichte wiederholt sich

Linux steht möglicherweise an einem ähnlichen Punkt wie Windows vor drei Jahrzehnten. AUR und aus dem Internet heruntergeladene Skripte sind natürlich grundsätzlich nicht vertrauenswürdig. Das ist ähnlich wie die .exe-Dateien unter Windows, bevor Signaturen und Smart Screen umfangreich ausgerollt wurden. Besonders fies sind allerdings Package-Adoptions, da ehemals vertrauenswürdige Pakete feindlich übernommen werden.

Paketmanager werden ja sowieso im AUR auf eigene Gefahr bereitgestellt und gute Paketmanager lassen die PKGBUILD vorher noch diffen. Aber genau das Vertrauen in die bekannten Prozesse wie Paketupdates lässt Malware in Form einer Supply-Chain-Attacke durch Updates zu.

Wir werden beobachten müssen, wie das AUR-Team mit den Angriffskampagnen umzugehen lernt und wie der Umgang mit solchen Repositories zukünftig aussehen wird.

Aus Viren wurden Exploits

Bleibt abschließend die Frage, was eigentlich aus Windows und macOS wurde. Sind die Systeme malwarefrei geworden? Mitnichten. Der Fakt, dass der Virenscanner obsolet wurde, begründet sich auf der Eindämmung des Verbreitungsweges des freiwilligen Downloads.

Lädt das Opfer die Viren nicht freiwillig herunter oder wird schlicht der Weg durch das Betriebssystem versperrt, werden härtere Geschütze aufgefahren. Das wären konkret Sicherheitslücken, im aggressivsten Fall Zero Days. Und auch hier sehen wir eine deutliche Zunahme und niederschwellige Verfügbarkeit eben solcher, nicht zuletzt durch LLMs.

Für potentiell Betroffene Nutzergruppen ist nun erhöhte Wachsamkeit bei AUR gefragt: PKGBUILDs auch bei Updates individuell kontrollieren, unbekannte Software höchstens in Containern oder VMs auszuführen und Überlegungen anstellen, wer überhaupt auf Credentials zugreifen kann. Wer z. B. Testing und Entwicklung in getrennte Systeme oder VMs auslagert, verringert das Risiko, dass Daten gestohlen werden können.

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Debian diskutiert jetzt 5 Vorschläge zum Umgang mit KI

Die Debian-Entwickler diskutieren weiterhin über den Umgang mit generativer KI. Inzwischen stehen fünf Vorschläge zur Auswahl. Sie reichen vom vollständigen Verbot bis zur verantwortungsvollen Nutzung. Der weitreichendste Vorschlag sieht ein Verbot aller Beiträge vor. Betroffen wären Inhalte, die mit Sprachmodellen oder anderen generativen KI-Werkzeugen erstellt wurden. Solche Änderungen dürften künftig nicht mehr in das Projekt […]

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COSMIC Desktop 1.6 behebt Chromium-Probleme und optimiert den Desktop

System76 veröffentlicht COSMIC Desktop 1.6 mit zahlreichen Verbesserungen. Das Update konzentriert sich vor allem auf Stabilität, Bedienkomfort und Fehlerkorrekturen. Eine wichtige Änderung betrifft Chromium-basierte Anwendungen. Diese bereiteten bislang Probleme bei einer Display-Skalierung unter 100 Prozent. Der COSMIC-Compositor enthält nun eine Lösung, die das Verhalten von Chromium und Electron-Anwendungen verbessert. Auch unter der Haube wurde nachgebessert. […]

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KDE Plasma 6.8 bekommt Remotedesktop und Multi-Monitorbetrieb

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LibreOffice 26.2.5 behebt zahlreiche Fehler in Writer und Calc

The Document Foundation veröffentlicht LibreOffice 26.2.5. Das Wartungsupdate beseitigt 21 Fehler im Büropaket. Writer, Calc und Base profitieren von den Verbesserungen. Writer verarbeitet DOC-Dokumente jetzt zuverlässiger. Bedingte Textfelder bleiben beim Bearbeiten erhalten. Auch die automatische Textkorrektur arbeitet in bestimmten Fällen präziser. Abstürze bei der Texteingabe wurden ebenfalls behoben. Calc verbessert die Kompatibilität mit Microsoft Excel. […]

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Ubuntu 26.04 zeigt verfügbare Updates wieder zuverlässig an

Ein Fehler verhinderte Update Hinweise unter Ubuntu 26.04 LTS. Betroffen waren normale Softwareaktualisierungen. Canonical hat das Problem inzwischen behoben. Auslöser war eine Änderung am Benachrichtigungssystem. Update Hinweise erschienen nur mit sichtbarem Statussymbol. Dieses Symbol ist jedoch standardmäßig deaktiviert. Dadurch blieben verfügbare Aktualisierungen oft unbemerkt. Sicherheitsupdates waren von diesem Fehler nicht betroffen. Sie werden weiterhin automatisch […]

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Debian diskutiert Verbot von KI erstelltem Code

Bei Debian ist eine Grundsatzdebatte über künstliche Intelligenz gestartet. Entwickler streiten über den Einsatz generativer KI im Projekt. Eine Entscheidung steht noch aus. Ein Vorschlag fordert ein vollständiges Verbot KI unterstützter Beiträge. Betroffen wären Quellpakete, Dokumentationen und Übersetzungen. Auch offizielle Projektkommunikation soll darunter fallen. Die Befürworter nennen mehrere Gründe für ihre Forderung. Sie warnen vor […]

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Linux Kernel verzeichnet 432 CVEs in nur zwei Tagen

Innerhalb von zwei Tagen erschienen 432 neue Linux Kernel Einträge. Die hohe Zahl sorgt für Diskussionen in der Open Source Gemeinschaft. Experten warnen vor wachsendem Aufwand. Sicherheitsteams stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Jede gemeldete Schwachstelle muss geprüft und bewertet werden. Die steigende Menge erschwert sinnvolle Priorisierungen erheblich. Als mögliche Lösung gilt eine stärkere Automatisierung. Künstliche […]

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Fedora 45 könnte eine neue Installationsmethode erhalten. Atomic Desktop Systeme sollen sich künftig per Browser einrichten lassen. Die Funktion befindet sich noch in Planung. Grundlage ist die neue Anaconda Weboberfläche. Nach dem Systemstart erfolgt die Installation über einen Browser. Ein zweiter Rechner übernimmt dabei die komplette Einrichtung. Die Verbindung erfolgt verschlüsselt über HTTPS. Für zusätzlichen […]

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Steam Client Update behebt Linux Fehler und verbessert Remote Play

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Canonical veröffentlicht Enterprise Store für Ubuntu Pro

Canonical stellt mit Enterprise Store einen neuen Verwaltungsdienst vor. Unternehmen erhalten mehr Kontrolle über Snap Pakete. Besonders abgeschottete Umgebungen sollen davon profitieren. Der Dienst arbeitet direkt im eigenen Rechenzentrum. Er vermittelt zwischen lokalen Geräten und dem öffentlichen Snap Store. Pakete werden zwischengespeichert und schneller verteilt. Gleichzeitig sinkt der externe Datenverkehr deutlich. Administratoren können freigegebene Paketversionen […]

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VirtualBox 7.2.14 verbessert Linux Unterstützung und behebt Windows Probleme

VirtualBox 7.2.14 steht als neues Wartungsupdate bereit. Die Version erweitert die Linux Unterstützung und beseitigt mehrere Fehler. Auch Windows Nutzer profitieren von wichtigen Verbesserungen. Für Linux Hosts beginnt bereits die Vorbereitung auf Kernel 7.2. VirtualBox unterstützt dessen kommende Änderungen frühzeitig. Gastsysteme mit RHEL 9.8 und RHEL 9.9 funktionieren wieder zuverlässig. Aktualisierte Kernel werden jetzt korrekt […]

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openSUSE sucht neue Sponsoren

Das openSUSE Projekt steht deklaratorisch zwar dem Unternehmen SUSE nah, sucht jedoch weitere Unternehmenspartner. Ziel ist eine breitere finanzielle und technische Unterstützung. Davon soll die gesamte Open Source Gemeinschaft profitieren. Zu den wichtigsten Förderern zählen bereits SUSE und AMD. Auch Fastly unterstützt das Projekt seit vielen Jahren. Weitere Unternehmen beteiligen sich als Sponsoren unterschiedlicher Stufen. […]

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Frame: Ein kompletter X11 Server passt in eine Assemblerdatei

Ein außergewöhnliches Open Source Projekt sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Frame implementiert einen vollständigen X11 Server in Assembler. Künstliche Intelligenz spielte dabei eine zentrale Rolle. Der gesamte Quellcode steckt in einer einzigen Datei. Sie umfasst inzwischen fast 25000 Programmzeilen. Externe Bibliotheken kommen dabei nicht zum Einsatz. Frame kommuniziert direkt mit Linux Systemaufrufen und der Grafikhardware. Entwickelt […]

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Wayland 1.26 verbessert Maussteuerung und erleichtert die Fehlersuche

Wayland 1.26 ist ab sofort verfügbar. Die neue Version bringt gezielte Verbesserungen für Entwickler. Besonders die Maussteuerung erhält eine wichtige Erweiterung. Kernstück des Updates ist das neue Ereignis wl_pointer.warp. Anwendungen erhalten damit genauere Positionsdaten des Mauszeigers. Das funktioniert auch ohne aktive Mausbewegung. Falsche Zeigerpositionen sollen dadurch der Vergangenheit angehören. Die Neuerung hilft besonders bei veränderten […]

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GNOME OS plant Test Center für Softwaretests

GNOME möchte das Testen neuer Software deutlich vereinfachen. Ein neues Projekt richtet sich an GNOME OS. Experimentelle Anwendungen sollen künftig schneller ausprobiert werden können. Im Mittelpunkt steht eine neue Anwendung namens Test Center. Sie vereinfacht Installation und Verwaltung von Testversionen. Entwickler teilen dafür lediglich einen Freigabelink. Tester benötigen keine manuellen Installationsschritte mehr. Die Bedienung erinnert […]

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Linus Torvalds bezieht Stellung zur Rolle von KI im Linux Kernel

Linus Torvalds hat seine Haltung zu KI deutlich bekräftigt. Der Linux Kernel bleibt offen für den Einsatz entsprechender Werkzeuge. Eine Pflicht zur Nutzung soll es dennoch nicht geben. Auslöser waren anhaltende Diskussionen innerhalb der Entwicklergemeinschaft. Dabei ging es um Sprachmodelle und automatische Codeprüfungen. Einige Stimmen lehnen deren Einsatz grundsätzlich ab. Torvalds widerspricht dieser Haltung entschieden. […]

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Torvalds: Fork it or walk away

Linus Torvalds machte kürzlich unmissverständlich klar, dass der Kernel kein Anti-KI-Projekt ist und das auch nicht werden wird. Wer damit ein Problem habe, könne forken oder gehen.

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