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Canonical bestätigt Behebung der DirtyClone‑Lücke in Ubuntu

Canonical veröffentlich ergänzende Informationen zur DirtyClone Kernel‑Lücke. DirtyClone erlaubt lokalen Nutzern den Root‑Zugriff und betrifft mehrere Ubuntu‑Versionen. Die Schwachstelle trägt die Kennung CVE‑2026‑43503 und wurde Anfang Juni öffentlich gemacht. Laut Canonical lag den Kernel‑Maintainern bereits eine frühere Meldung vor. Erste Ubuntu‑Updates erschienen ebenfalls Anfang Juni und sollten betroffene Ubuntu Systeme absichern. Die Lücke ermöglicht lokale […]

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Urlaub mit dem Lama

Urlaub ist herrlich, um einfach mal abzuschalten. Doch nach ein paar Tagen der puren Erholung packt mich meistens wieder der Drang, etwas Kreatives oder Produktives zu tun. Ein gutes Buch lesen? Schon erledigt. Rätseln? Nun ja, dieses Jahr hatte ich mir Sudoku als Endgegner ausgesucht – was mich am Ende ehrlicherweise mehr angestrengt als erfreut hat. Immerhin war ich an anderer Stelle produktiv und habe die Auffrischung meines A2-Fernpiloten-Kompetenznachweises erfolgreich hinter mich gebracht.

Doch der Tech-Spleen lässt einen auch im Urlaub nicht ganz los. Mir ging da nämlich eine Sache durch den Kopf: Letztes Jahr hat Prof. Klaus Knopper auf den Chemnitzer Linux-Tagen einen extrem spannenden Vortrag zum Thema lokale KI gehalten. Konkret ging es um Ollama auf dem Raspberry Pi. Warum also nicht die freie Zeit nutzen, um das Ganze mal aus der Ferne auf dem heimischen RasPi zu installieren und selbst auszuprobieren?

Was ist Ollama?

Für alle, die den Begriff noch nicht gehört haben, hilft ein kurzer Blick in die Wikipedia:

Ollama ist eine Open-Source-Software zur lokalen Ausführung von Large Language Models (LLMs) auf Desktop-Computern. Die Plattform ermöglicht die lokale Nutzung frei verfügbarer KI-Modelle und unterstützt die Integration mit weiteren lokalen Werkzeugen, die über eine Kommandozeilenschnittstelle oder eine Programmierschnittstelle (API) angebunden werden können. Ollama ist für macOS, Linux und Windows verfügbar.

Installation

Gesagt, getan. Die Installation auf dem Raspberry Pi – in meinem Fall ein Raspberry Pi 5 mit 8 GB RAM – erfolgt denkbar einfach über das Terminal mit folgendem Befehl:

curl -fsSL https://ollama.com/install.sh | sh

Am Ende des Installationsvorgangs spuckt das System noch den dezenten Hinweis aus, dass keine NPUs oder Grafikkarten von Nvidia gefunden wurden, die die Ausführung des Large Language Models beschleunigen könnten. Das war beim RasPi natürlich zu erwarten, hält uns aber nicht auf.

Damit wir der KI überhaupt Fragen stellen können, muss im Anschluss ein passendes und vor allem schlankes Modell installiert werden. Für diesen ersten Test habe ich mich für Llama 3.2 (ca. 2 GB) entschieden:

ollama run llama3.2:3b

Der Praxistest: Was taugt die lokale KI?

Nachdem das Modell geladen war, wollte ich es natürlich wissen. Ich habe der lokalen KI eine klassische Frage gestellt:

Welche Linux-Distribution würdest du einem Anfänger empfehlen?

Eine gute Frage!

Als Anfänger ist es wichtig, eine Linux-Distribution zu wählen, die leicht zu installieren und zu bedienen ist. Hier sind einige beliebte Optionen:

  1. Ubuntu: Ubuntu ist eine der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Linux-Distributionen. Sie bietet eine intuitive Benutzeroberfläche und eine riesige Gemeinschaft von Benutzern, die ihr helfen können, wenn
    etwas nicht funktioniert.
  2. Linux Mint: Linux Mint basiert auf Ubuntu und ist für ihre einfache und benutzerfreundliche Oberfläche bekannt. Sie ist auch sehr sicher und bietet viele zusätzliche Funktionen wie eine verbesserte
    Sicherheitsfunktion und eine integrierte Diskografie.
  3. Debian: Debian ist eine weitere beliebte Linux-Distribution, die für ihre Stabilität und Sicherheit bekannt ist. Sie bietet eine riesige Auswahl an Software und ist ein beliebter Kandidat für Entwickler und
    Systemadministratoren.
  4. Fedora: Fedora ist eine Linux-Distribution, die von der Open Source Initiative verwaltet wird. Sie bietet eine aktuelle und sichere Version von Linux und ist ein beliebter Kandidat für Entwickler und
    Systemadministratoren.

Meine Empfehlung wäre Ubuntu. Sie ist eine großartige Option für Anfänger, da sie leicht zu installieren und zu bedienen ist. Außerdem bietet sie eine riesige Gemeinschaft von Benutzern, die ihr helfen können, wenn
etwas nicht funktioniert.

Ich hoffe, das hilft! Wenn du noch weitere Fragen hast, stehe ich gerne zur Verfügung.

Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen. Die Antwort hätte ich so oder so ähnlich wahrscheinlich auch gegeben. Ich bin wirklich nachhaltig beeindruckt, was der kleine Einplatinen-Computer hier ganz ohne Cloud-Anbindung zu leisten vermag.

Fazit

Eine lokale und ethische KI auf dem eigenen Raspberry Pi ist auf jeden Fall einen Blick wert. Wer seine Daten nicht ungeschützt den großen Hyperscalern in die Cloud blasen möchte, findet hier eine fantastische Alternative. Im Sinne der digitalen Souveränität ist diese Lösung für kleinere, alltägliche Aufgaben auf jeden Fall hervorragend geeignet.

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Kernel Live Patching für Red Hat Enterprise Linux (RHEL)

Dieser Artikel richtet sich an jene, die sich für das Thema Kernel Live Patching (KLP) interessieren.

Im ersten Teil des Artikels stelle ich dar, wann KLP in meinen Augen keine gute Lösung darstellt und man auf den Einsatz nach Möglichkeit verzichten sollte. Wissend, dass es manchmal nicht anders geht, beschreibe ich im zweiten Teil am Beispiel von RHEL 9, wie KLP eingerichtet und genutzt werden kann.

Transparenzhinweis: Ich arbeite als Technical Account Manager (TAM) für die Firma Red Hat, welche die Distribution Red Hat Enterprise Linux (RHEL) herausgibt. Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Meinung wider, welche mit der meines Arbeitgebers übereinstimmen kann, dies jedoch nicht in jedem Fall muss.

Der Userspace wird in diesem Artikel ausgeklammert, um den Umfang nicht zu sprengen. Ich werde diesen in einem folgenden Artikel aufgreifen.

Warum bzw. wann man Kernel Live Patching nicht nutzen sollte

Folgende Gründe sollten nicht zur Nutzung von KLP führen, sondern auf andere Weise adressiert werden:

  • Angst vor dem Serverneustart
  • Eine Softwarearchitektur, die Serverneustarts nicht vorsieht/zulässt
  • Ungeklärte Abhängigkeiten in vernetzten Systemen
  • Der Glaube, mit KLP nie wieder neustarten zu müssen

Angst ist in der IT ein ganz schlechter Ratgeber. Hier sollte unbedingt die Ursache und nicht das Symptom behandelt werden. Denn Serverneustarts können auch noch aus folgenden Gründen passieren bzw. notwendig werden:

  • Der Server verliert vorübergehend die Stromversorgung
  • Eine Kernel Panic bringt das System zum Absturz
  • Ein nicht mehr reagierendes System muss durch einen Reset neugestartet werden
  • Umzug der Hardware an einen neuen Standort

Dies sind nur vier Gründe, die mir sofort in den Sinn kommen. Wenn wir länger darüber nachdenken, fallen uns bestimmt noch viele weitere ein (ergänzt diese gern in den Kommentaren). Wichtig ist zu verstehen, dass Serverneustarts aus verschiedenen Gründen passieren und per se nicht schlimm sind.

Wenn die Softwarearchitektur keine Neustarts einzelner Komponenten zulässt, hat man ein ganz anderes Problem, welches dringend adressiert werden sollte. Soetwas wie 100%-tige Verfügbarkeit gibt es nicht. Hier ist in meinen Augen zu klären, ob es wirklich an der Anwendung oder eher an nicht verhandelten Wartungsfenstern liegt. KLP ist hier keine Lösung, da die Häufigkeit von Neustarts nur reduziert bzw. das Problem in die Zukunft verschoben wird.

Viele Sysadmins sind faul und das ist gut so. Motiviert es diese Personengruppe doch, manuelle Tätigkeiten zu automatisieren und sich die Arbeit zu erleichtern. Diese Faulheit darf allerdings nicht dazu führen, dass man sich vor der Analyse komplexer und vernetzter Systeme drückt. Abhängigkeiten können analysiert und in den meisten Fällen aufgelöst werden. Sind sie bekannt, kann man sie im Patchprozess berücksichtigen und den Vorgang inkl. Neustarts automatisieren. Auch in diesem Fall verzögert KLP das Unvermeidliche nur.

Kernel Live Patching kümmert sich, wie der Name schon sagt, nur um den Kernel. Was ist mit dem Userspace? Auch hier gibt es sicherheitskritische Bibliotheken und Anwendungen, wie z.B. openssl, gnutls oder die glibc, welche bei erkannten Schwachstellen zeitnah abgesichert werden müssen, um die Sicherheit des Systems nicht zu gefährden.

Neustarts sind per se nicht schlecht. Wer seine Server regelmäßig neustartet, gewinnt Vertrauen, dass diese auch wieder hochfahren und ihre Dienste korrekt erbringen. Schlummernde Probleme werden schneller erkannt und türmen sich nicht zu einem Störfall auf, der nur darauf wartet, im ungünstigsten Moment zu passieren. Und im Optimalfall sind die Dienste so entworfen worden, dass der Ausfall/Neustart eines einzelnen Servers nicht automatisch zu einer Nichtverfügbarkeit des Dienstes führt.

Ich möchte mein Plädoyer für Serverneustarts an dieser Stelle beenden und mich zwei Szenarios zuwenden, in denen KLP die Schmerzen des IT-Betriebs lindern kann.

Wann Kernel Live Patching Sinn macht

Für besonders geschäftskritische IT-Dienste existieren häufig Service-Level-Agreements (SLA), die eine sehr hohe Verfügbarkeit garantieren. Verstöße gegen diese SLA werden von den Stakeholdern meist nicht toleriert und sind in manchen Fällen mit Vertragsstrafen belegt. Zwar gilt auch hier, dass das Problem eher in der Softwarearchitektur liegt, doch hilft dies den Sysadmins nicht, die mit dem Betrieb beauftragt sind. Sie müssen irgendwie damit umgehen, bis eine bessere Lösung gefunden wird. Hier kann KLP eine Notlösung sein, um Sicherheitsrisiken im Betrieb zu reduzieren und SLA-Verstöße zu vermeiden.

Angelehnt an die SLA spielt die Zeit, die ein Server für einen Neustart benötigt, eine Rolle. Während die meisten VMs in Sekunden oder 1-2 Minuten neustarten, dauert dieser Vorgang bei Hardwareservern manchmal deutlich länger. Im Feld werden hier vereinzelt Zeiten zwischen 10-20 Minuten beobachtet (pro Server). Müssen mehrere Server für einen IT-Dienst sequentiell neugestartet werden, summieren sich die Zeiten schnell auf und machen größere Wartungsfenster erforderlich. KLP kann helfen, die Anzahl der langen Wartungsfenster zu reduzieren.

Es gibt Systeme, für deren Start ein manueller Eingriff durch Sysadmins notwendig ist. Dies kann z.B. die Eingabe eines BIOS-, Grub-, LUKS- oder UEFI-Passworts sein. Dies ist aufwändig und lästig, lässt sich aber leider nicht in allen Fällen wegautomatisieren. Auch hier erscheint es legitim, die Anzahl der manuellen Eingriffe durch den Einsatz von KLP zu minimieren.

Kernel Live Patching für RHEL 9 konfigurieren

Um mich für die Konfiguration vorzubereiten, habe ich folgende drei Quellen studiert:

Die wichtigsten Erkenntnisse daraus sind für mich:

  • Nicht jeder RHEL-Kernel erhält Live-Patches
  • An jedem 1. März, Juni, September und Dezember (jedes Quartal) wird für jedes unterstützte RHEL-Release ein Kernel festgelegt, welcher Live-Patches erhält
  • Für jeden dieser Kernel verspricht Red Hat bis zu einem Jahr lang Updates für CVEs, die nach Red Hats Ermessen als critical oder important kategorisiert wurden (siehe Severity Ratings)

Dass Red Hat für ausgewählte Kernel-Releases ein Jahr lang Live-Patches bereitstellt, lässt nicht den Schluss zu, nur noch einmal pro Jahr neustarten zu müssen. Denn:

  • CVEs der Kategorien moderate und low werden gar nicht adressiert
  • Man erhält keinerlei Bugfixes und keinerlei Produktverbesserungen (Red Hat Enhancement Advisories (RHEA))

Die Planung eines Neustarts wird jedoch ggf. vereinfacht.

Konfiguration von Kernel Live Patching für ein Labor-System

Ich habe ein Labor-System mit RHEL 9 auserkoren, welches als Hypervisor für einige Libvirt/KVM-VMs genutzt wird.

Dieses läuft aktuell mit dem Kernel 5.14.0-687.15.1.el9_8.x86_64, welcher laut Kernel Live Patch life cycles kein Kernel ist, für den KLP angeboten wird. Es ist also zuerst der kernel-5.14.0-687.10.1 zu installieren. Anschließend folge ich der Dokumentation, um den Live-Patch-Stream für diesen Kernel zu aktivieren (siehe folgender Codeblock).

~]$ sudo dnf search kernel-5.14.0-687.10.1.el9_8
Updating Subscription Management repositories.
Last metadata expiration check: 0:04:34 ago on Tue 23 Jun 2026 11:31:09 AM CEST.
================ Summary Matched: kernel-5.14.0-687.10.1.el9_8 ================
kpatch-patch-5_14_0-687_10_1.x86_64 : Initial empty kpatch-patch for
                                    : kernel-5.14.0-687.10.1.el9_8.x86_64
~]$ sudo dnf install kpatch-patch-5_14_0-687_10_1.x86_64

Wie im obigen Codeblock zu sehen, handelt es sich dabei um den initialen und leeren kpatch-patch. Das System hat also noch keinen Fix erhalten, sondern ist lediglich darauf vorbereitet.

Im jetzigen Zustand würde DNF das System bei einem Update jedoch auf die letzte verfügbare Kernelversion aktualisieren, welche keine Live-Patches erhält. Da dies von mir nicht gewünscht ist, aktiviere ich einen Filter, der zukünftig nur noch KLP-fähige Kernel anzeigt. Der folgende Codeblock zeigt den Zustand vor der Aktivierung des Filters, die Aktivierung selbst und den Zustand danach.

~]$ sudo dnf kpatch status
Updating Subscription Management repositories.
Last metadata expiration check: 0:04:36 ago on Tue 23 Jun 2026 11:43:44 AM CEST.
Kpatch update setting: auto-update
Kpatch filter setting: no-filter
Dependencies resolved.
Nothing to do.
Complete!

~]$ sudo dnf kpatch auto-filter
Updating Subscription Management repositories.
Kpatch filter setting: auto-filter

~]$ sudo dnf kpatch status
Please note, kpatch filter is enabled, only kpatch supported kernels are shown.
Kpatch update setting: auto-update
Kpatch filter setting: auto-filter
Dependencies resolved.
Nothing to do.
Complete!

Zum Abschluss ein Neustart und mein System läuft mit dem richtigen Kernel 5.14.0-687.10.1.el9_8.x86_64.

Aufräumarbeiten

Aktuell sind auf meinem System noch Kernel-Pakete installiert, die für KLP nicht vorgesehen sind, aber bei einem dnf update aktualisiert werden würden:

~]# dnf list --installed kernel*
Updating Subscription Management repositories.
Please note, kpatch filter is enabled, only kpatch supported kernels are shown.
Installed Packages
kernel.x86_64              5.14.0-611.55.1.el9_7 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel.x86_64              5.14.0-687.10.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel.x86_64              5.14.0-687.15.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-core.x86_64         5.14.0-611.55.1.el9_7 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-core.x86_64         5.14.0-687.10.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-core.x86_64         5.14.0-687.15.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-devel.x86_64        5.14.0-611.38.1.el9_7 @rhel-9-for-x86_64-appstream-rpms
kernel-devel.x86_64        5.14.0-611.55.1.el9_7 @rhel-9-for-x86_64-appstream-rpms
kernel-devel.x86_64        5.14.0-687.15.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-appstream-rpms
kernel-headers.x86_64      5.14.0-687.15.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-appstream-rpms
kernel-modules.x86_64      5.14.0-611.55.1.el9_7 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-modules.x86_64      5.14.0-687.10.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-modules.x86_64      5.14.0-687.15.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-modules-core.x86_64 5.14.0-611.55.1.el9_7 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-modules-core.x86_64 5.14.0-687.10.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-modules-core.x86_64 5.14.0-687.15.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-tools.x86_64        5.14.0-687.15.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-tools-libs.x86_64   5.14.0-687.15.1.el9_8 @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms

Um aufzuräumen, habe ich alle überflüssigen Pakte entfernt, bis nur noch der KLP-fähige Kernel vorhanden ist:

~]# dnf list --installed kernel*
Updating Subscription Management repositories.
Please note, kpatch filter is enabled, only kpatch supported kernels are shown.
Installed Packages
kernel.x86_64                5.14.0-687.10.1.el9_8   @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-core.x86_64           5.14.0-687.10.1.el9_8   @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-modules.x86_64        5.14.0-687.10.1.el9_8   @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms
kernel-modules-core.x86_64   5.14.0-687.10.1.el9_8   @rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms

Verhalten bei zukünftigen Updates

Durch den konfigurierten kpatch-Filter werden bei zukünftigen Updates nur Kernel aufgeführt, die KLP-fähig sind. Wird ein KLP veröffentlicht, erscheint dieser als kpatch-patch in der Ausgabe von dnf up`. Der folgende (gekürzte) Codeblock zeigt dies beispielhaft.

~]# dnf up
Updating Subscription Management repositories.
Please note, kpatch filter is enabled, only kpatch supported kernels are shown.
Dependencies resolved.
===================================================================================
 Package       Arch   Version               Repository                        Size
===================================================================================
Upgrading:
…
kpatch-patch-5_14_0-687_10_1 x86_64 1-1.el9_8 rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms   22 k
…

Mit dem Befehl aus dem nächsten Codeblock kann kontrolliert werden, welche KLP aktuell installiert sind und welche CVEs sie adressieren.

~]# kpatch list
Loaded patch modules:
kpatch_5_14_0_687_10_1_1_1 [enabled]
	CVE-2026-43037

Installed patch modules:
kpatch_5_14_0_687_10_1_1_1 (5.14.0-687.10.1.el9_8.x86_64)

Obige Ausgabe bestätigt, dass ein KLP aktiv ist, der die kritische Schwachstelle CVE-2026-43037 schließt.

Fazit

KLP funktioniert und ist einfach einzurichten. Es ist nicht in jedem Fall die richtige Lösung und löst nicht alle Probleme, kann jedoch in manchen Fällen die Schmerzen im IT-Betrieb lindern.

Der Userspace wurde ausgeklammert, um den Umfang dieses Artikels nicht zu sprengen. Dies hebe ich mir für einen folgenden Artikel auf.

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Ubuntu Livepatch erhält offizielle ARM64 Unterstützung

Canonical erweitert seinen Livepatch Dienst nun auch auf ARM64 Systeme und ermöglicht damit sicherheitsrelevante Kernel Updates ohne Neustart auf performanter ARM-Hardware. Die neue Unterstützung richtet sich vor allem an Betreiber großer Serverlandschaften. Livepatch hält kritische Kernel Lücken geschlossen, während Dienste weiterlaufen. Das senkt Ausfallzeiten und schützt sensible Systeme an entfernten Standorten. Besonders ARM-Server und Edge-Geräte […]

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Roadmap für Ubuntu 26.10

Ubuntus Interims-Versionen geben häufig einen Ausblick darauf, was Aufnahme in die kommende LTS-Version finden könnte. Kürzlich hat Canonical die Roadmap für Ubuntu 26.10 veröffentlicht.

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Ubuntu 25.10 erreicht bald das Supportende

Ubuntu 25.10 nähert sich seinem letzten Unterstützungsmonat. Am 9. Juli endet die Versorgung mit Updates und Sicherheitskorrekturen für Questing Quokka, wie Canonical verkündete. Die Version erschien im Oktober 2025 und brachte Kernel 6.17 sowie GNOME 49 auf den Desktop. Sie setzte erstmals vollständig auf Wayland und führte mehrere tiefgreifende Änderungen im System ein. Dazu gehörten […]

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Ubuntu 26.10 Daily Builds starten für Neugierige und Entwickler

Ubuntu Desktop 26.10 steht nun als täglicher Testbuild für klassische 64‑Bit‑Rechner bereit. Damit beginnt eine neue Phase im Entwicklungszyklus von Stonking Stingray. Die ersten Daily Builds erschienen Mitte Mai nur für ARM‑Systeme. Kurz darauf veröffentlichte Canonical einen Snapshot ohne reguläre Desktop‑Images für x86‑64. Diese Lücke ist nun geschlossen und zusätzlich gibt es erstmals ein Desktop‑Image […]

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Ubuntu 26.10 kommt mit GNOME 51 und neuen Desktop Plänen

Ubuntu 26.10 trägt den Namen Stonking Stingray und erscheint im Oktober. Die neue Version dient als erster wichtiger Zwischenschritt zur nächsten LTS Ausgabe und bringt viele Neuerungen für Desktop Nutzer und Entwickler. Ein zentrales Element ist die Einführung von GNOME 51. Die Desktop Umgebung erscheint kurz vor dem Release und soll ein moderneres Nutzererlebnis bieten. […]

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Linux Kommandoreferenz: Shell-Befehle von A bis Z

Linux Kommandoreferenz: Shell-Befehle von A bis Z“ von Michael Kofler ist 2024 in der 6., aktualisierten Auflage im Rheinwerk Verlag erschienen und umfasst 547 Seiten.

Wer kennt es nicht: Unter Linux ist nahezu alles machbar, was man an einem Computer tun kann – von der Textverarbeitung über Grafikdesign bis hin zur Erstellung eigener Webseiten oder Videos mit faszinierenden Tonspuren. Dennoch weiß man oft nicht, welches Programm oder Tool für die jeweilige Aufgabe am sinnvollsten einzusetzen wäre. Langes Stöbern und Recherchieren ist oft notwendig, bis das richtige Programm gefunden ist. Abgesehen von all den grafischen Anwendungen für Linux findet man etliche Programme und Kommandos, die sich im Terminal ausführen lassen. Eine komplexe Übersicht hierzu gibt das Buch „Linux Kommandoreferenz: Shell-Befehle von A bis Z“ aus dem Rheinwerk Verlag.

Der Autor und Linux-Experte Michael Kofler gibt dem Leser nicht nur eine große Auswahl von Kommandos, sondern auch die wichtigsten Optionen mit ausreichenden Erklärungen an die Hand und weist zudem auf die umfangreichen Manual-Seiten (man pages) des Linux-Systems hin. Über den Befehl tldr lassen sich auch direkte Anwendungsbeispiele zu den einzelnen Kommandos ausgeben.

Nicht nur Kommandos mit den entsprechenden Optionen werden thematisiert, sondern auch die wichtigsten Konfigurationsdateien besprochen – genauso wie Tastenkürzel, die den Anwender schneller zum Ziel führen. Das Buch ist dabei wie ein echtes Werkzeug aufgebaut: Dank einer klaren Gliederung nach Themenbereichen wie Systemadministration, Netzwerk oder Programmierung findet man sofort den passenden Befehl. Ein besonderes Highlight des Verlagsdesigns ist das hilfreiche Griffregister am Buchrand, das wie ein Daumenkino funktioniert und das Nachschlagen im Terminal-Alltag enorm beschleunigt.

Leseprobe

Fazit

Dieses Buch besticht durch inhaltliche Tiefe und Aktualität. Das Linux-Ökosystem ist ständig im Wandel, was die mittlerweile 6. Auflage dieses Klassikers deutlich zeigt. Kofler geht auf viele Befehle bzw. Kommandos ein und erklärt sie bildhaft an Beispielen. Rheinwerk liefert hier gewohnt hohe Qualität mit einem robusten Hardcover, das für den täglichen Einsatz auf dem Schreibtisch gemacht ist. Ein Buch, um noch tiefer in die Arbeit mit dem Terminal einzusteigen – egal ob als Einsteiger, Student oder erfahrener Administrator.

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Ubuntu 26.10 wirft Schatten voraus und bringt neue Technik

Canonical hat die Arbeit an Ubuntu 26.10 aufgenommen und gibt damit den Startschuss für den nächsten Zwischenrelease. Die neue Version trägt den Namen Stonking Stingray und soll Mitte Oktober erscheinen. Ubuntu 26.10 folgt auf die aktuelle LTS Ausgabe Ubuntu 24.04 und setzt den Fokus auf frische Technik. Die Planung deutet auf GNOME 51 und einen […]

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Ubuntu Core 26 ist da und setzt neue Maßstäbe für IoT Geräte

Canonical stellt mit Ubuntu Core 26 eine neue Version für vernetzte Geräte vor. Die Veröffentlichung richtet sich an IoT Systeme, industrielle Anlagen und kompakte Edge Hardware. Die Basis bildet Ubuntu 26.04 LTS und verspricht viele Jahre Sicherheit. Ein großer Schwerpunkt liegt auf deutlich kleineren Aktualisierungen. Das neue Snap Delta Format reduziert viele Downloads spürbar. Auch […]

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Ubuntu am KI-Scheideweg

Ein Kommentar von Michal Kohútek Ende April 2026 hat Jon Seager, Canonicals VP of Engineering, die Pläne für die kommenden Ubuntu-Releases vorgestellt, darunter auch zusätzliche KI-Funktionen und…

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Ubuntu 26.04 LTS öffnet die Upgrade Türen für Ubuntu 25.10

Ubuntu 25.10 (STS) Nutzer können jetzt ganz offiziell auf Ubuntu 26.04 LTS wechseln. Die Freigabe der Upgrades kommt planmäßig, denn die Unterstützung für Ubuntu 25.10 endet im Juli. Es ist also kein Druck hinter dem Upgrade, da noch knapp zwei Monate Zeit bleiben. Dennoch sollte es demnächst angegangen werden. Die neue LTS Version bringt viele […]

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Upgrade auf Ubuntu 26.04 für Ungeduldige

Auf einen Blick

​Der erste Blick auf die neue Long-Term-Support-Version (LTS) von Ubuntu lässt vermuten, dass die Entwickler in den vergangenen zwei Jahren im Tiefschlaf gewesen sind. Doch der Schein trügt: Ubuntu 26.04 hat es in sich, auch wenn es rein optisch kaum Unterschiede zur Vorgängerversion 24.04 gibt.

​Ubuntu 26.04 LTS wird mit GNOME 50 und Linux-Kernel 7.0 ausgeliefert und setzt nativ ausschließlich auf den Display-Server Wayland. X11 ist damit endgültig Geschichte. Zwar könnten dadurch vereinzelt Legacy-Anwendungen den Dienst quittieren, doch für den Großteil der Nutzer wird dieser Übergang dank ausgereifter Kompatibilitätsschichten nahtlos verlaufen.

​Die wichtigsten Neuerungen

​Besonders hervorzuheben sind folgende Funktionen, die den Desktop-Alltag effizienter gestalten:

  • Optimierte Energie-Modi: Die Energieverwaltung wurde deutlich verfeinert. Nutzer können nun noch einfacher zwischen den Profilen Leistung, Ausgeglichen und Energie sparen wählen, um die Akkulaufzeit oder die Systemperformance gezielt auf die aktuelle Aufgabe abzustimmen.
  • Autostart-Management: Software kann nun direkt nach dem Systemstart automatisch ausgeführt werden. Besonders für Kiosk-Szenarien ist dies ein echter Gewinn: So lässt sich beispielsweise festlegen, dass direkt nach dem Booten automatisch der Browser im Vollbild startet.
  • Individuelle Skalierung: Endlich lassen sich angeschlossene Monitore unabhängig voneinander skalieren – ein Segen für Setups mit unterschiedlichen Pixeldichten.
  • Moderner Dokumentenbetrachter: PDFs können jetzt nativ mit Kommentaren, Texten und handschriftlichen Notizen versehen werden, was Drittanbieter-Tools für einfache Korrekturen überflüssig macht.
  • System-Werkzeuge: Mit Sysprof (Benchmark-Tool) und Ressourcen (ein moderner, einsteigerfreundlicher Taskmanager) ziehen mächtige Analyse-Tools ein, die nicht nur schick aussehen, sondern auch intuitiv bedienbar sind.
  • Neues Terminal (Ptyxis): Das neue Standard-Terminal speichert Bearbeitungsstände und erlaubt mehrere Sitzungen in einem einzigen Fenster.
  • Sicherheitszentrum: Hier können App-Berechtigungen (ähnlich wie unter Android) nachträglich verwaltet, erteilt oder entzogen werden.
  • Systempflege: Das Tool Anwendungen & Aktualisierungen weicht einer Verschlankung der Systemsteuerung. Während Einsteiger nun eine übersichtlichere Oberfläche im neuen App-Center (vormals Anwendungszentrum) vorfinden, werden komplexe Repository-Einstellungen künftig – wie bei Profis ohnehin üblich – direkt über das Terminal verwaltet.

​Das Upgrade

Wichtig: Bevor man das Upgrade wagt, ist ein vollständiges Backup des Systems und der persönlichen Daten unabdingbar!

​Offiziell wird das Upgrade von älteren Versionen meist erst mit dem ersten Point-Release (26.04.1) angeboten. Ungeduldige können den Prozess jedoch vorab manuell erzwingen.

Tipp: Während der Aktualisierung wird man oft gefragt, ob bestehende Konfigurationsdateien ersetzt werden sollen. Hierzu wählt man im Zweifel das Beibehalten der alten Dateien, um individuelle Anpassungen nicht zu verlieren.

sudo apt install ubuntu-release-upgrader-core
sudo do-release-upgrade -d
Systemdetails – Systeminformationen Ubuntu 26.04
Systeminformationen Ubuntu 26.04

Fazit

​Nach dem ersten Reboot lohnt es sich, das Dash kurz aufzuräumen und verwaiste Icons zu entfernen. Ein kurzer Check der Paketquellen unter /etc/apt/sources.list.d stellt zudem sicher, dass alle Drittanbieter-Repositorys korrekt auf die neue Version umgestellt oder bei Bedarf modernisiert wurden.

​Nutzer von Ubuntu 24.04 werden sich sofort heimisch fühlen, da die gewohnte Bedienung trotz der vielen technischen Neuerungen unter der Haube erhalten bleibt. Das Upgrade lohnt sich besonders für User, die von der verbesserten Hardware-Unterstützung und den neuen Sicherheits-Features profitieren wollen.

Ubuntu 26.04 LTS wird fünf Jahre unterstützt – Ubuntu Pro erweitert den Support auf zehn Jahre.

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Ubuntu sortiert sich neu: Weniger offizielle Flavors für mehr Fokus

Ubuntu steht vor einem spürbaren Wandel. Die Zahl der offiziellen Varianten / Flavors schrumpft und genau das sorgt für neue Diskussionen in der Community. Viele Nutzer lieben die große Auswahl, doch immer mehr Projekte kämpfen mit knappen Ressourcen und fehlenden Maintainern. Die Vielfalt bleibt ein Kernstück der Linux Welt, doch Ubuntu muss klarer zeigen, welche […]

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Ubuntu 16.04 erreicht Supportende

Ubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus erhält keine Sicherheitsupdates mehr, da der bisher noch laufenden “Expanded security maintenance” Supportplan auslief. Die Version erschien 2016 und bekam fünf Jahre Standardsupport sowie fünf weitere Jahre über ESM. Diese verlängerte Phase endete nun im April 2026 und macht gemäß Ubuntu Release-Cycle ein Handeln notwendig. Ein direktes Upgrade auf eine […]

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Ubuntu und die KI‑Zukunft: Canonical setzt auf einen vorsichtigen Kurs

Canonical hat seine Pläne für KI in Ubuntu vorgestellt und wählt dabei einen ungewöhnlich ruhigen Weg. Statt großer Sprünge setzt das Unternehmen auf viele kleine Schritte, die erst dann im System landen, wenn sie wirklich ausgereift sind. Im Mittelpunkt steht lokale Verarbeitung. Modelle sollen möglichst auf dem eigenen Gerät laufen und nicht auf fremden Servern. […]

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Ubuntu 26.04

Ubuntu 26.04 ist fertig und stellt für die nächsten zwei Jahre die LTS-Messlatte. Im Vergleich zu Version 24.04 hat sich viel geändert. Ich habe mich bemüht, in diesem Blog-Artikel die wichtigsten Details knapp zusammenzufassen.

Noch mehr Lesestoff bieten die Release Notes sowie omgubuntu.co.uk. Einige wesentliche technische Neuerungen waren bereits in Version 25.10 präsent (Rust Core Utilities, Dracut, TPM-Verschlüsselung); diese habe ich im Detail bereits im Blog beschrieben.

Der Screenshot zeigt den Ubuntu-Desktop mit geöffnetem System-Monitor „Resources“ und einem laufenden Paketupdate im Terminal. Links ist die Dock-Leiste mit Programmsymbolen zu sehen, oben die GNOME-Leiste mit Datum/Uhrzeit. Im Fenster „Ressourcen“ ist der Reiter „Prozesse“ aktiv und listet u. a. gnome-shell, systemd und apt samt RAM- und CPU-Auslastung. Unten zeigt das Terminal den apt-Fortschritt bei 78 %.
Der Ubuntu-Desktop mit dem neuen System-Monitor »Resources«

Software

Die folgende Tabelle fasst die Versionen der Kernkomponenten von Ubuntu 26.04 zusammen:

Basis               Programmierung     Server
---------------     --------------     --------------------------
Kernel      7.0     bash       5.3     Apache      2.4
glibc      2.43     gcc         16     CUPS        2.4
Wayland    1.24     git       2.53     MariaDB 11.8 / MySQL 8.4
Gnome        50     Java        25     OpenSSH    10.0
Mesa       26.0     PHP        8.5     PostgreSQL   18
Systemd     250     Podman     5.7     Postfix    3.10
NetworkMan 1.54     Python    3.14     qemu/KVM   10.2
GRUB       2.14     Node.js     22     Samba      4.23

Ubuntu hat eine ganze Reihe neuer Default-Programme:

                     Bisher                 Neu
                     -----------------      -----------
Image-Viewer         Eye of Gnome           Loupe
PDF-Viewer           Evince                 Paper
System Monitor       Gnome System Monitor   Resources
Terminal Emulator    Gnome Terminal         Ptyxis
Video Player         Totem                  Showtime

Apropos Terminal Emulator: Ptyxis ist ein modernes Programm samt GPU-Rendering. Falls Sie noch höhere Ansprüche stellen, steht nun auch Ghostty in den Paketquellen zur Verfügung (Snap-frei mit apt install ghostty).

Standardmäßig nicht mehr installiert wird das Programm Anwendungen & Aktualisierung, mit dem die Paketquellen verändert und proprietäre Treiber installiert werden konnten. Vor allem letztere Funktion war sehr beliebt. Immerhin ist das Programm nur ein apt-Kommando entfernt (apt install software-properties-gtk).

Kein Durchbruch stellt Ubuntu 26.04 bezüglich des Ubuntu-eigenen Snap-Formats dar. Per Default sind überraschend wenige Apps als Snap-Pakete installiert: Firefox, der Firmware Updater, das neue Security Center und die Paketverwaltung App Zentrum alias Snap Store. Das App-Zentrum unterstützt zudem schon seit der vorigen Version auch Debian-Pakete. Die Snap-Revolution bleibt vorerst aus.

Technische Neuerungen

  • Gnome ist jetzt Wayland-only, X11 wird nicht mehr unterstützt. (XWayland natürlich schon, aber nicht der Betrieb von Gnome unter X.)
  • Der Kernel hat einen Sprung auf 7.0 gemacht.

  • Initial-Ramdisk-Dateien werden nun mit Dracut erstellt (schon seit Version 25.10).

  • Chrony ist der Default-Time-Dämon (ersetzt systemd-timesyncd).

  • Rust Utilities: Die Rust-Programme/Utilities sudo-rs und rust-coreutils kommen standardmäßig zum Einsatz (schon seit Version 25.10)

  • Software-Entwicklern hilft das neue Gnome-Programm Sysprof-Programm bei Debugging und Profiling (siehe https://apps.gnome.org/de/Sysprof/).

  • ROCm: Ubuntu ist stolz darauf, dass die Installation der ROCm-GPU-Bibliotheken von AMD nun ganz einfach mit sudo install rocm gelingt. Praktisch ist das vor allem für KI-Anwendungen und die Ausführung von Sprachmodellen. Phoronix hat das ausprobiert und festgestellt, dass damit die sechs Monate alte Version 7.1 auf der SSD landet. (Aktuell wäre 7.2.2.) Das stiftet wenig Vertrauen in die zukünftige Wartung dieser Pakete …

  • Das neue Sicherheitszentrum (security_center, ein Snap-Paket) hilft bei der Ubuntu-Pro-Aktivierung und der Verwaltung weiterer Sicherheitsfunktionen. Die App hat noch Luft nach oben, würde ich sagen.

Der Screenshot zeigt das Ubuntu‑Sicherheitszentrum im Bereich „App‑Berechtigungen“. Links ist die Navigation mit Einträgen wie „Ubuntu Pro“, „App‑Berechtigungen“ und „Festplattenverschlüss…“ zu sehen. Rechts wird die experimentelle Option „Apps müssen nach Systemberechtigungen fragen“ mit einem deaktivierten Schalter angezeigt. Darunter stehen Links für „Mehr erfahren“, „Rückmeldung geben“ und „Probleme melden“.
Das neue Security Center wirkt noch etwas leer.

Vier GByte RAM sind nicht genug

In der Vergangenheit waren 4 GiB RAM bei den meisten Distributionen zumindest für erste Tests ausreichend. Ubuntu verlangt für Desktop-Installationen nun offiziell 6 GiB. Eine praxisnahe Nutzung unter 8 GiB RAM ist sicher nicht zu empfehlen; das galt auch schon für frühere Versionen. Andererseits waren die 4 GiB lange absolut ausreichend, um Ubuntu zumindest in virtuellen Maschinen einfach schnell mal auszuprobieren. (Und bei vielen anderen Distributionen reicht das noch immer.) Insofern stellt sich die Frage, warum Ubuntu so viel mehr Arbeitsspeicher braucht. (Snap?)

Im Internet gibt es unterschiedliche Angaben, ob der Betrieb nicht doch mit 4 GiB gelingt. Vermutlich. In einer meiner Testinstallationen (6 GiB RAM in einer virtuellen Maschine) sind nach dem Desktop-Login noch 3 GiB verfügbar.

free -h
               gesamt       benutzt     frei      gemns.  Puffer/Cache verfügbar
Speicher:      5,3Gi       2,2Gi       1,7Gi       108Mi       1,6Gi       3,0Gi
Auslager:      4,0Gi          0B       4,0Gi

Andererseits blieb eine virtuelle Installation auf einem MacBook mit UTM vor ein paar Tagen hängen (schon während der Installation, nicht im Betrieb). In der Folge habe ich auf weitere 4-GiB-Tests verzichtet. So relevant ist das Limit für mich nun auch wieder nicht. Meine Rechner sind mit ausreichend RAM ausgestattet :-)

Letzte Anmerkung zu diesem Thema: Für Ubuntu Server empfehlen die Release Notes ein Minimum von 1,5 GiB. Zur Einordnung: Im Linux-Unterricht verwende ich dutzendweise Alma-Linux-10-VMs mit 1 GiB RAM, die absolut rund laufen.

Gnome Middle-Click

Ich wechsle berufsbedingt viel zwischen Linux und macOS hin und her. Der für mich auf dem Desktop irritierendste Nachteil von macOS besteht darin, dass das Markieren und Einfügen mit der mittleren Maustaste nicht funktioniert (im Terminal schon, aber nicht mit anderen Programmen). Unter Linux verwende ich diese Funktion ständig, sicher mehrere Male pro Stunde.

Die Gnome-Entwickler sind naturgemäß anderer Meinung und wollen Gnome auch in dieser Hinsicht auf das niedrigere macOS-Niveau angleichen. Die Funktion Einfügen per mittlerer Maustaste ist seit Gnome 50 deaktiviert. Wem fällt so ein Wahnsinn ein? Wer keine Maus bzw. kein Trackpad mit drei Tasten hat, konnte die Funktion schon bisher nicht nutzen. Gut, das ist dann nicht zu ändern. Aber warum muss Gnome alle anderen Anwender ohne jede Not gängeln?

Zum Glück kann der Mittelklick in gnome-tweaks (Optimierungen) oder mit dem folgenden Kommando reaktiviert werden:

gsettings set org.gnome.desktop.interface gtk-enable-primary-paste true

Ubuntu hat die Gnome-Entscheidung einfach nachvollzogen, scheint also irgendwie einverstanden zu sein. Merkwürdig.

Fazit

Bei meinen nicht allzu intensiven Tests hat Ubuntu 26.04 einen runden Eindruck gemacht. Optisch glänzt der Ubuntu-Desktop: Ich kenne keine andere Distribution, die mir out of the box so gut gefällt.

Davon losgelöst klingt mein Fazit schon seit Jahren ziemlich ähnlich: Linux-Einsteiger können mit Ubuntu nicht viel falsch machen. Für mich persönlich ist Ubuntu aber schon eine Weile nicht mehr die erste Wahl.

Quellen/Links

Andere Tests

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