Das Zuweisen einer statischen IP-Adresse an einen Raspberry Pi ist sinnvoll, um sicherzustellen, dass das Gerät immer unter derselben Adresse im Netzwerk erreichbar ist. Dies ist besonders nützlich für bestimmte Anwendungen wie z.B. Nextcloud, für die eine konstante IP-Adresse wichtig ist.
Festlegen einer statischen internen IP-Adresse
Eine statische lokale IP setzt man wie folgt. Zuerst installiert man dhcpcd.
sudo apt install dhcpcd -y
und trägt dann folgenden Block mit
sudo nano /etc/dhcpcd.conf
am Ende der /etc/dhcpcd.conf ein. Hierbei habe ich mich für die interne IP 192.168.178.136. Dies ist natürlich abhängig vom Adressbereich des eigenen Netzwerks. Auch die IP des Routers ist entsprechend anzupassen.
Um später alle Vorzüge, wie Nextcloud Office, von Nextcloud Hub nutzen zu können, empfehle ich den Document Server Collabora Online – Built-in CODE Server (ARM64) auf dem Raspberry Pi via Terminal beizeiten zu installieren, da es über die grafische Oberfläche i.d.R. zu einem Timeout kommt. Wie das Ganze funktioniert erläutere ich in diesem Artikel.
Nextcloud Office
Nextcloud Office ist eine in Nextcloud integrierte Office-Lösung, die es ermöglicht, Dokumente, Tabellen und Präsentationen direkt im Browser zu erstellen und gemeinsam zu bearbeiten. Basierend auf Open-Source-Technologien wie Collabora Online unterstützt es gängige Dateiformate wie DOCX und ODT. Die Echtzeit-Zusammenarbeit und vollständige Integration in die Nextcloud-Plattform ermöglicht eine sichere und effiziente Teamarbeit, bei der alle Daten unter eigener Kontrolle bleiben. Ideal für Unternehmen, die Wert auf Datenschutz und Datensouveränität legen.
Vor einiger Zeit habe ich beschlossen eine Serie von Artikeln zum Thema Nextcloud auf dem RasPi auf meinem Blog intux.de zu veröffentlichen. Ziel ist es, eine eigene Cloud zu erstellen, die produktiv nutzbar ist. Diese soll später über das Internet erreichbar sein.
Was benötigt man dafür?
Um langfristig sicherzustellen, dass alles funktioniert, empfehle ich, die neueste Hardware zu verwenden, wie den Raspberry Pi 5. Allerdings würde hier auch ein Einplatinencomputer der vorherigen Generation mit 4GB RAM ausreichen.
Hier eine Auflistung der für das Projekt eingesetzten Komponenten:
Raspberry Pi 5
offizielles Gehäuse für den Raspberry PI 5
offizielles Netzteil für den Raspberry PI 5 (8GB RAM)
32GB MicroSD (SanDisk Extreme microSD UHS-I)
Vorbereitung
Diese kleine Anleitung soll helfen, das Projekt Nextcloud auf dem Raspberry Pi nicht nur umzusetzen, sondern auch besser zu verstehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Software und der Konfiguration. So können später auftretende Fehler besser lokalisiert und abgestellt werden.
Der Raspberry Pi wird als LAMP-Server (Linux, Apache, MariaDB, PHP) dienen, die Nextcloud zu betreiben. Wie man diese vier Bausteine aufsetzt, zeige ich im folgenden Abschnitt.
LAMP-Server
Installation
Der erste Baustein der installiert wird, ist Linux. Hierbei handelt es sich um das Betriebssystem Raspberry Pi OS. Dieses spielt man ganz einfach mit dem Raspberry Pi Imager auf die MicroSD.
Hier wählt man (siehe Screenshot) das zu installierende Betriebssystem aus. In diesem Fall ist es das Raspberry Pi OS (64-bit). Im Imager können vorab einige Einstellungen vorgenommen werden. Ich werde in dieser Anleitung einfache Bezeichnungen und Passwörter verwenden. Diese können während der Installation entsprechend frei angepasst werden!
Raspberry Pi Imager – OS und SD-Karte auswählenRaspberry Pi Imager – OS-Einstellungen vornehmen
Über das Zahnrad des Imagers lässt sich das Raspberry Pi OS vorkonfigurieren. Hier trägt man für den Anfang die entsprechenden Daten ein:
Danach wählt man am PC/Notebook die MicroSD aus, auf die geschrieben werden soll.
Raspberry Pi Imager – Schreibvorgang
Zum Schluss werden die Daten auf die MicroSD geflasht. Ist dies erledigt, kann die Karte ausgeworfen und in den vorbereiteten Raspbberry Pi (Kühlkörper, Gehäuse, Lüfter) geschoben werden. Dieser wird dann via LAN-Kabel mit dem heimischen Router verbunden und über das Netzteil mit Strom versorgt.
Natürlich könnte der RasPi auch via WLAN mit dem Router kommunizieren. Hiervon rate ich jedoch ab, da über die Funkverbindung oft nicht die volle Geschwindigkeit einer Ethernet-Verbindung genutzt werden kann. Weiterhin kann es zu Verbindungsabbrüchen bzw. -lücken kommen.
Nachdem der Raspberry Pi mit Strom versorgt wird, startet dieser. Ist der Raspberry Pi hochgefahren, kann dieser via arp-scan vom PC/Notebook im Netzwerk lokalisiert werden. In meinem Fall hat er die IP-Adresse 192.168.178.136.
sudo apt install arp-scan
sudo arp-scan -l
Identifizieren des RasPi mit arp-scan
Zugriff auf den Pi erhalte ich nun via zuvor im Imager aktiviertem SSH-Zugang.
ssh Benutzer@IP-Adresse
Zugang via SSH
Ist man eingeloggt, empfiehlt es sich die Lokalisierung über raspi-config auf deutsch (siehe Screenshots) umzustellen. Damit wird Datum und Uhrzeit des Servers an die europäische Zeitzone (Berlin) angepasst.
Nachdem die Installation durchgelaufen ist, kann man zum Testen den Webserver Apache via Browser über die Web-Adresse http://ip erreichen.
Anschließend wird die von der Nextcloud benötigte Datenbank installiert. Zuerst wird jedoch die mysql_secure_installation durchgeführt. Ich empfehle hier das Ganze gemäß meinen Empfehlungen (Enter, n, n, y, y, y, y) zu durchlaufen. Hierbei wird für den MariaDB-Server kein separates Root-Passwort vergeben, der anonyme User wird gelöscht, die Remote-Root-Anmeldung wird verboten, die Test-DB wird gelöscht und die Änderungen ausgeführt.
sudo mysql_secure_installation
If you’ve just installed MariaDB, and you haven’t set the root password yet, the password will be blank, so you should just press enter here. Enter
Switch to unix_socker_authentication [Y/n] n Change the root password? [Y/n] n Remove anonymous users? [Y/n] y Disallow root login remotely? [Y/n] y Remove test database and access to it? [Y/n] y Reload privilege tables now? [Y/n] y
Nachdem dieser Schritt durchgeführt wurde, kann über folgenden Befehl die Datenbank erstellt werden.
sudo mysql -u root -p
In meinem Fall heißen die Datenbank und der Benutzer „nextcloud“. Die Datenbank liegt dann auf dem „localhost“.
> CREATE DATABASE nextcloud;
> CREATE USER 'nextcloud'@'localhost' IDENTIFIED BY 'geheim';
> GRANT ALL ON nextcloud.* TO 'nextcloud'@'localhost';
> FLUSH PRIVILEGES;
> \q
Im Nachgang wechselt man in das Verzeichnis /var/www/html, wo die Nextcloud installiert wird. Die letzte Version wird vom Entwickler herunter geladen und entpackt. Danach wird die nicht mehr benötigte Zip-Datei wieder gelöscht und die Rechte der Dateien an den Benutzer www-data übertragen.
Nun ist die Nextcloud über http://ip/nextcloud (http://102.168.178.136/nextcloud) erreichbar. Man legt den Admin fest und trägt die Daten der zuvor erstellten MariaDB-Datenbank in die Eingabemaske ein. Hat das alles geklappt, dann dauert die Einrichtung ein paar Minuten und die Nextcloud steht bereit zum ersten Login des neuen Administrators.
Administrator-Konto anlegen
Vorschau
Im nächsten Teil zeige ich, wie man die App Collabora Online – Built-in CODE Server (ARM64) in der Nextcloud via Terminal installiert.
Das Team von Nextcloud hat ein großes Update für den Nextcloud KI-Assistenten zur Verfügung gestellt. Ab sofort gibt es Context Chat und Context Write. Zudem ist GPU-Beschleunigung möglich und der Nextcloud-Server lässt sich vom KI-Server abspalten. Ferner arbeitet das Nextcloud-Team mit mehreren bekannten europäischen Hosting-Unternehmen zusammen, darunter IONOS und OVHcloud, um KI-as-a-Service-Lösungen anzubieten, die Privatsphäre und digitale Souveränität respektieren. In diesem Fall benötigst Du selbst keine teuren GPUs, um KI und Nextcloud zu vereinen. Nextcloud Assistant 2.0 Die Oberfläche wurde […]
Es handelt sich um Wartungsversionen und die laufen normalerweise schnell und problemlos durch. Die Updates bringen verschiedene Korrekturen und Leistungsverbesserungen in allen unterstützten Versionen von Nextcloud Hub. In Versionsnummern gibt es ab sofort Nextcloud 26.0.13, 27.1.8 sowie 28.0.4. Ich habe es schon mehrmals erwähnt, finde den Mix aus Hub und Versionsnummern echt verwirrend, zumal eine große Versionsnummer nicht zwingend eine große Hub-Nummer repräsentiert. Klar, es ist ein kosmetisches Problem, aber weniger Verwirrung wäre dennoch besser. Nextcloud 26 hat ihr Lebensende […]
Lange Zeit wurde ich glücklicherweise verschont, größere Anhänge versenden zu müssen. In letzter Zeit hat sich das allerdings etwas geändert und mein Thunderbird hat mir immer wieder angeboten, Dateien via FileLink zu verschicken. Dabei wird die größere Datei zunächst in eine Cloud Deiner Wahl hochgeladen und danach fügt das Programm einen Link direkt in Deine Nachricht ein. Das funktioniert auch mit Deiner eigenen Nextcloud, sofern Du das richtige Add-on benutzt. In dieser Anleitung zeige ich Dir, wie Du Thunderbirds FileLink […]
Ich habe bei meiner Nextcloud-Testinstanz die Beta-Version von Nextcloud 29 installiert und war etwas neugierig. Insbesondere die Optionen für KI haben mich interessiert. Bei der letzten Version wurden Möglichkeiten erwähnt, Bilder via KI erstellen zu lassen und so weiter. Allerdings habe ich keine Möglichkeiten gefunden, die erwähnten Funktionen einfach zu nutzen. Mit Nextcloud 29 scheint die Sache nun ein Gesicht zu bekommen. Werfen wir zunächst einen Blick darauf, wie der Nextcloud-Assistent in Version 28 aussieht. Betreibst Du selbst eine NC, […]
Kurz notiert: Nextcloud (Dateispeicher) und Roundcube (Webmail) gehen eine Partnerschaft ein. Wie heute das Nextcloud-Team in einer Blogmitteilung bekannt gab, wird Roundcube in die "Nextcloud family" aufgenommen. Dabei lässt sich die Kooperation in erster Linie strategisch verstehen, wird aber bereits kurzfristige Auswirkungen haben, da das Entwicklerteam des bekannten Webmail-Clients vergrößert werden kann.
Die wichtigste Information bei der Nachricht ist, dass Roundcube nach aktuellem Stand weiterhin als eigenes Produkt erhalten bleibt. Es handelt sich somit nicht um eine "Verschmelzung" bzw. "Übernahme" des Produkts.
Die Nachricht sendet allerdings ein positives Signal für produktiv eingesetzte Open-Source-Systeme aus: Nextcloud als ein in Unternehmensumgebungen weit verbreiter Cloud-Dienst (Dateispeicher, Kalender, etc.) ermöglicht anderen Büroprogrammen, sich weiterzuentwickeln und auf dem technisch aktuellen Stand zu bleiben. Dies meine ich dabei besonders im Sicherheitskontext. Zero-Days können immer auftreten, aber mit viel Entwicklungsressourcen kann die Wahrscheinlichkeit proaktiv gesenkt werden.
Nextcloud möchte somit auch einen attraktiven Gegenpol für klassische proprietäre Anwendungen aufbauen. Wir können also gespannt sein, was sich aus der Partnerschaft entwickelt.