Lese-Ansicht

Erste Praxiserfahrungen mit Ubuntu Server 24.04

In den vergangengenen Wochen habe ich die erste »echte« Ubuntu-Server-Installation durchgeführt. Abgesehen von aktuelleren Versionsnummern (siehe auch meinen Artikel zu Ubuntu 24.04) sind mir nicht allzu viele Unterschiede im Vergleich zu Ubuntu Server 22.04 aufgefallen. Bis jetzt läuft alles stabil und unkompliziert. Erfreulich für den Server-Einsatz ist die Verlängerung des LTS-Supports auf 12 Jahre (erfordert aber Ubuntu Pro); eine derart lange Laufzeit wird aber wohl nur in Ausnahmefällen sinnvoll sein.

Update 1 am 25.6.2024: Es gibt immer noch keinen finalen Fix für fail2ban, aber immerhin einen guter Workaround (Installation des proposed-Fix).

Update 2 am 29.6.2024: Es gibt jetzt einen regulären Fix.

fail2ban-Ärger

Recht befremdlich ist, dass fail2ban sechs Wochen nach dem Release immer noch nicht funktioniert. Der Fehler ist bekannt und wird verursacht, weil das Python-Modul asynchat mit Python 3.12 nicht mehr ausgeliefert wird. Für die Testversion von Ubuntu 24.10 gibt es auch schon einen Fix, aber Ubuntu 24.04-Anwender stehen diesbezüglich im Regen.

Persönlich betrachte ich fail2ban als essentiell zur Absicherung des SSH-Servers, sofern dort Login per Passwort erlaubt ist.

Update 1:

Mittlerweile gibt es einen proposed-Fix, der wie folgt installiert werden kann (Quelle: [Launchpad](https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+source/fail2ban/+bug/2055114)):

* In `/etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources` einen Eintrag für `noble-proposed` hinzufügen, z.B. so:

„`
# zusätzliche Zeilen in `/etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources
Types: deb
URIs: http://archive.ubuntu.com/ubuntu/
Suites: noble-proposed
Components: main universe restricted multiverse
Signed-By: /usr/share/keyrings/ubuntu-archive-keyring.gpg
„`

Beachten Sie, dass sich Ort und Syntax für die Angabe der Paketquellen geändert haben.

* `apt update`

* `apt-get install -t noble-proposed fail2ban`

* in `/etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources` den Eintrag für `noble-proposed` wieder entfernen (damit es nicht weitere Updates aus dieser Quelle gibt)

* `apt update`

Update 2: Der Fix ist endlich offiziell freigegeben. apt update und apt full-upgrade, fertig.

/tmp mit tmpfs im RAM

Das Verzeichnis /tmp wird unter Ubuntu nach wie vor physikalisch auf dem Datenträger gespeichert. Auf einem Server mit viel RAM kann es eine Option sein, /tmp mit dem Dateisystemtyp tmpfs im RAM abzubilden. Der Hauptvorteil besteht darin, dass I/O-Operationen in /tmp dann viel effizienter ausgeführt werden. Dagegen spricht, dass die exzessive Nutzung von /tmp zu Speicherproblemen führen kann.

Auf meinem Server mit 64 GiB RAM habe ich beschlossen, max. 4 GiB für /tmp zu reservieren. Die Konfiguration ist einfach, weil der Umstieg auf tmpfs im systemd bereits vorgesehen ist:

systemctl enable /usr/share/systemd/tmp.mount

Mit systemctl edit tmp.mount bearbeiten Sie die neue Setup-Datei /etc/systemd/system/tmp.mount.d/override.conf, die nur Änderungen im Vergleich zur schon vorhandenen Datei /etc/systemd/system/tmp.mount bzw. /usr/share/systemd/tmp.mount enthält.

# wer keinen vi mag, zuerst: export EDITOR=/usr/bin/nano
systemctl edit tmp.mount

In diese Datei einbauen:

# Datei /etc/systemd/system/tmp.mount.d/override.conf
[Mount]
Options=mode=1777,strictatime,nosuid,nodev,size=4G,nr_inodes=1m

Mit einem reboot werden die Einstellungen wirksam.

PS: In Debian 13 wird /tmp mit tmpfs standardmäßig aktiv sein (Quelle). Ubuntu wird in zukünftigen Versionen vermutlich folgen.

Links/Quellen

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Linux on Arm: Tuxedo arbeitet an Notebook mit Snapdragon X Elite

Die neuen Prozessoren der Snapdragon-X-Serie von Qualcomm werden aktuell vor allem mit Windows on Arm und dem Thema „Copilot+ PC“ in Verbindung gebracht. Alle Vorstellungen der Partner setzen bislang ausschließlich auf Windows. Tuxedo will für den Snapdragon X Elite jedoch auch „Linux on Arm“ anbieten, wie ein Prototyp zeigt.

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Mit InstructLab zu Large Language Models beitragen

Dies ist mein Erfahrungsbericht zu den ersten Schritten mit InstructLab. Ich gehe darauf ein, warum ich mich über die Existenz dieses Open Source-Projekts freue, was ich damit mache und was ich mir von Large Language Models (kurz: LLMs, zu Deutsch: große Sprachmodelle) erhoffe. Der Text enthält Links zu tiefergehenden Informationen, die euch mit Hintergrundwissen versorgen und einen Einstieg in das Thema ermöglichen.

Dieser Text ist keine Schritt-für-Schritt-Anleitung für:

  • die Installation von InstructLab CLI,
  • die Installation und das Training von LLMs

Terminologie und Abkürzungen in diesem Text

Die Begriffe Künstliche Intelligenz (KI) oder englisch artificial intelligence (AI) werden in diesem Text synonym verwendet und zumeist einheitlich durch KI abgekürzt.

Beim Bezug auf große Sprachmodelle bediene ich mich der englischen Abkürzung LLM oder bezeichne diese als KI-ChatBot bzw. nur ChatBot.

Was ist InstructLab?

InstructLab ist ein von IBM und Red Hat ins Leben gerufenes Open Source-Projekt, mit dem die Gemeinschaft zur Verbesserung von LLMs beitragen kann. Jeder

  • mit einem Linux-Notebook oder
  • MacBook und
  • der Fähigkeit Anleitungen zu folgen und
  • wer YAML-Dateien schreiben kann,

der kann nun teilhaben und ausgewählte LLMs lokal auf seinem Endgerät ausführen, testen und verbessern. Für eine ausführliche Beschreibung siehe:

Informationen zu Open Source LLMs und Basismodellen für InstructLab bieten diese Links:

Meine Einstellung gegenüber KI-ChatBots

Gegenüber KI-Produkten im Allgemeinen und KI-ChatBots im Speziellen bin ich stets kritisch, was nicht bedeutet, dass ich diese Technologien und auf ihnen basierende Produkte und Services ablehne. Ich versuche mir lediglich eine gesunde Skepsis zu bewahren.

Was Spielereien mit ChatBots betrifft, bin ich sicherlich spät dran. Ich habe schlicht keine Lust, mich irgendwo zu registrieren und unnötig Informationen über mich preiszugeben, nur um anschließend mit einer Büchse chatten und ihr Fragen stellen zu können, um den Wahrheitsgehalt der Antworten anschließend noch verifizieren zu müssen.

Mittlerweile gibt es LLMs, welche ohne spezielle Hardware auch lokal ausgeführt werden können. Diese sprechen meine Neugier und meinen Spieltrieb schon eher an, weswegen ich mich nun doch mit einem ChatBot unterhalten möchte.

Mein InstructLab-Setup

Für meine ersten Versuche nutze ich mein Lenovo ThinkPad T14s (AMD) in der Ausstattung von 2021. Aktuell installiert ist Fedora 40 Workstation, welches zu den getesteten Betriebssystemen von InstructLab zählt.

Die Einrichtung des InstructLab-CLI und der erste Chat

Für die Einrichtung halte ich mich an den Getting Started Guide. Es sind folgende Befehle auszuführen, bis das erste LLM gestartet werden kann:

sudo dnf install gcc-c++ gcc make pip python3 python3-devel python3-GitPython
mkdir instructlab
cd instructlab
python3 -m venv --upgrade-deps venv
source venv/bin/activate
pip cache remove llama_cpp_python
pip install git+https://github.com/instructlab/instructlab.git@stable --extra-index-url=https://download.pytorch.org/whl/cpu
eval "$(_ILAB_COMPLETE=bash_source ilab)"
ilab init
ilab download
ilab serve

Der lokale LLM-Server wird mit dem Befehl ilab serve gestartet. Mit dem Befehl ilab chat wird die Unterhaltung mit dem Modell eingeleitet.

Im folgenden Video sende ich zwei Anweisungen an das LLM merlinite-7b-lab-Q4_K_M. Den Chatverlauf seht ihr in der rechten Bildhälfte. In der linken Bildhälfte seht ihr die Ressourcenauslastung meines Laptops.

Screencast eines Chats mit merlinite-7b-lab-Q4_K_M

Wie ihr seht, sind die Antwortzeiten des LLM auf meinem Laptop nicht gerade schnell, aber auch nicht so langsam, dass ich währenddessen einschlafe oder das Interesse an der Antwort verliere. An der CPU-Auslastung im Cockpit auf der linken Seite lässt sich erkennen, dass das LLM durchaus Leistung abruft und die CPU fordert.

Exkurs: Die Studie Energieverbrauch Index-basierter und KI-basierter Websuchmaschinen gibt einen interessanten Einblick in den Ressourcenverbrauch. Leider war ich nicht in der Lage, diese Studie als PDF aufzutreiben.

Mit den Antworten des LLM bin ich zufrieden. Sie decken sich mit meiner Erinnerung und ein kurzer Blick auf die Seite https://www.json.org/json-de.html bestätigt, dass die Aussagen des LLM korrekt sind.

Anmerkung: Der direkte Aufruf der Seite https://json.org, der mich mittels Redirect zu obiger URL führte, hat sicher deutlich weniger Energie verbraucht als das LLM oder eine Suchanfrage in irgendeiner Suchmaschine. Ich merke dies nur an, da ich den Eindruck habe, dass es aus der Mode zu geraten scheint, URLs einfach direkt in die Adresszeile eines Webbrowsers einzugeben, statt den Seitennamen in eine Suchmaske zu tippen.

Ich halte an dieser Stelle fest, der erste kleine Test wird zufriedenstellend absolviert.

KI-Halluzinationen

Da ich einige Zeit im Hochschulrechenzentrum der Universität Bielefeld gearbeitet habe, interessiert mich, was das LLM über meine ehemalige Dienststelle weiß. Im nächsten Video frage ich, wer der Kanzler der Universität Bielefeld ist.

Frage an das LLM: „Who is the chancellor of the Bielefeld University?“

Da ich bis März 2023 selbst an der Universität Bielefeld beschäftigt war, kann ich mit hinreichender Sicherheit sagen, dass diese Antwort falsch ist und das Amt des Kanzlers nicht von Prof. Dr. Karin Vollmerd bekleidet wird. Im Personen- und Einrichtungsverzeichnis (PEVZ) findet sich für Prof. Dr. Vollmerd keinerlei Eintrag. Für den aktuellen Kanzler Dr. Stephan Becker hingegen schon.

Da eine kurze Recherche in der Suchmaschine meines geringsten Misstrauens keine Treffer zu Frau Vollmerd brachte, bezweifle ich, dass diese Person überhaupt existiert. Es kann allerdings auch in meinen unzureichenden Fähigkeiten der Internetsuche begründet liegen.

Bei der vorliegenden Antwort handelt es sich um eine Halluzination der Künstlichen Intelligenz.

Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ist eine Halluzination (alternativ auch Konfabulation genannt) ein überzeugend formuliertes Resultat einer KI, das nicht durch Trainingsdaten gerechtfertigt zu sein scheint und objektiv falsch sein kann.

Solche Phänomene werden in Analogie zum Phänomen der Halluzination in der menschlichen Psychologie als von Chatbots erzeugte KI-Halluzinationen bezeichnet. Ein wichtiger Unterschied ist, dass menschliche Halluzinationen meist auf falschen Wahrnehmungen der menschlichen Sinne beruhen, während eine KI-Halluzination ungerechtfertigte Resultate als Text oder Bild erzeugt. Prabhakar Raghavan, Leiter von Google Search, beschrieb Halluzinationen von Chatbots als überzeugend formulierte, aber weitgehend erfundene Resultate.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Halluzination_(K%C3%BCnstliche_Intelligenz)

Oder wie ich es umschreiben möchte: „Der KI-ChatBot demonstriert sichereres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit.“

Wenn ihr selbst schon mit ChatBots experimentiert habt, werdet ihr sicher selbst schon auf Halluzinationen gestoßen sein. Wenn ihr mögt, teilt doch eure Erfahrungen, besonders jene, die euch fast aufs Glatteis geführt haben, in den Kommentaren mit uns.

Welche Auswirkungen überzeugend vorgetragene Falschmeldungen auf Nutzer haben, welche nicht über das Wissen verfügen, diese Halluzinationen sofort als solche zu entlarven, möchte ich für den Moment eurer Fantasie überlassen.

Ich denke an Fahrplanauskünfte, medizinische Diagnosen, Rezepturen, Risikoeinschätzungen, etc. und bin plötzlich doch ganz froh, dass sich die EU-Staaten auf ein erstes KI-Gesetz einigen konnten, um KI zu regulieren. Es wird sicher nicht das letzte sein.

Um das Beispiel noch etwas auszuführen, frage ich das LLM erneut nach dem Kanzler der Universität und weise es auf seine Falschaussagen hin. Der Chatverlauf ist in diesem Video zu sehen:

ChatBot wird auf Falschaussage hingewiesen

Die Antworten des LLM enthalten folgende Fehler:

  • Professor Dr. Ulrich Heidt ist nicht der Kanzler der Universität Bielefeld
  • Die URL ‚https://www.uni-bielefeld.de/english/staff/‘ existiert nicht
  • Die URL ‚http://www.universitaet-bielefeld.de/en/‘ existiert ebenfalls nicht
  • Die Universität hieß niemals „Technische Universitaet Braunschweig“
  • Sie wurde 2009 auch nicht umbenannt
  • Es gibt nicht 8, sondern 14 Fakultäten

Der Chatverlauf erweckt den Eindruck, dass der ChatBot sich zu rechtfertigen versucht und nach Erklärungen und Ausflüchten sucht. Hier wird nach meinem Eindruck menschliches Verhalten nachgeahmt. Dabei sollten wir Dinge nicht vermenschlichen. Denn unser Chatpartner ist kein Mensch. Er ist eine leblose Blechbüchse. Das LLM belügt uns auch nicht in böser Absicht, es ist schlicht nicht in der Lage, uns eine korrekte Antwort zu liefern, da ihm dazu das nötige Wissen bzw. der notwendige Datensatz fehlt. Daher versuche ich im nächsten Schritt, dem LLM mit InstructLab das notwendige Wissen zu vermitteln.

Wissen und Fähigkeiten hinzufügen und das Modell anlernen

Das README.md im Repository instructlab/taxonomy enthält die Beschreibung, wie man dem LLM Wissen (englisch: knowledge) hinzufügt. Weitere Hinweise finden sich in folgenden Dateien:

Diese Dateien befinden sich auch in dem lokalen Repository unterhalb von ~/instructlab/taxonomy/. Ich hangel mich an den Leitfäden entlang, um zu sehen, wie weit ich damit komme.

Wissen erschaffen

Die Überschrift ist natürlich maßlos übertrieben. Ich stelle lediglich existierende Informationen in erwarteten Dateiformaten bereit, um das LLM damit trainieren zu können.

Da aktuell nur Wissensbeiträge von Wikipedia-Artikeln akzeptiert werden, gehe ich wie folgt vor:

  1. Erstelle das Repository https://github.com/Tronde/instructlab_knowledge_contributions_unibi mit einer README.md, ohne .gitignore und LICENCE
  2. Konvertiere den Wikipedia-Artikel Bielefeld University ohne Bilder und Tabellen in eine Markdown-Datei und füge sie dem in Schritt 1 erstellten Repository unter dem Namen unibi.md hinzu
  3. Füge dem lokalen Taxonomy-Repository neue Verzeichnisse hinzu: mkdir -p university/germany/bielefeld_university
  4. Erstelle in dem neuen Verzeichnis eine qna.yaml und eine attribution.txt Datei
  5. Führe ilab diff aus, um die Daten zu validieren

Der folgende Code-Block zeigt den Inhalt der Dateien qna.yaml und eine attribution.txt sowie die Ausgabe des Kommandos ilab diff:

(venv) [tronde@t14s instructlab]$ cat /home/tronde/src/instructlab/taxonomy/knowledge/university/germany/bielefeld_university/qna.yaml
version: 2
task_description: 'Teach the model the who facts about Bielefeld University'
created_by: tronde
domain: university
seed_examples:
 - question: Who is the chancellor of Bielefeld Universtiy?
   answer: Dr. Stephan Becker is the chancellor of the Bielefeld University.
 - question: When was the University founded?
   answer: |
     The Bielefeld Universtiy was founded in 1969.
 - question: How many students study at Bielefeld University?
   answer: |
     In 2017 there were 24,255 students encrolled at Bielefeld Universtity?
 - question: Do you know something about the Administrative staff?
   answer: |
     Yes, in 2017 the number for Administrative saff was published as 1,100.
 - question: What is the number for Academic staff?
   answer: |
     In 2017 the number for Academic staff was 1,387.
document:
 repo: https://github.com/Tronde/instructlab_knowledge_contributions_unibi.git
 commit: c2d9117
 patterns:
  - unibi.md
(venv) [tronde@t14s instructlab]$ 
(venv) [tronde@t14s instructlab]$ 
(venv) [tronde@t14s instructlab]$ cat /home/tronde/src/instructlab/taxonomy/knowledge/university/germany/bielefeld_university/attribution.txt 
Title of work: Bielefeld University
Link to work: https://en.wikipedia.org/wiki/Bielefeld_University
License of the work: CC-BY-SA-4.0
Creator names: Wikipedia Authors
(venv) [tronde@t14s instructlab]$ 
(venv) [tronde@t14s instructlab]$ 
(venv) [tronde@t14s instructlab]$ ilab diff
knowledge/university/germany/bielefeld_university/qna.yaml
Taxonomy in /taxonomy/ is valid :)
(venv) [tronde@t14s instructlab]$

Synthetische Daten generieren

Aus der im vorherigen Abschnitt erstellten Taxonomie generiere ich im nächsten Schritt synthetische Daten, welche in einem folgenden Schritt für das Training des LLM genutzt werden.

Dazu wird der Befehl ilab generate aufgerufen, während sich das LLM noch in Ausführung befindet. Dieser endet bei mir erfolgreich mit folgendem Ergebnis:

(venv) [tronde@t14s instructlab]$ ilab generate
[…]
INFO 2024-05-28 12:46:34,249 generate_data.py:565 101 instructions generated, 62 discarded due to format (see generated/discarded_merlinite-7b-lab-Q4_K_M_2024-05-28T09_12_33.log), 4 discarded due to rouge score
INFO 2024-05-28 12:46:34,249 generate_data.py:569 Generation took 12841.62s
(venv) [tronde@t14s instructlab]$ ls generated/
discarded_merlinite-7b-lab-Q4_K_M_2024-05-28T09_12_33.log
generated_merlinite-7b-lab-Q4_K_M_2024-05-28T09_12_33.json
test_merlinite-7b-lab-Q4_K_M_2024-05-28T09_12_33.jsonl
train_merlinite-7b-lab-Q4_K_M_2024-05-28T09_12_33.jsonl

Zur Laufzeit werden alle CPU-Threads voll ausgelastet. Auf meinem Laptop dauerte dieser Vorgang knapp 4 Stunden.

Das Training beginnt

Jetzt wird es Zeit, das LLM mit den synthetischen Daten anzulernen bzw. zu trainieren. Dieser Vorgang wird mehrere Stunden in Anspruch nehmen und ich verplane mein Laptop in dieser Zeit für keine weiteren Arbeiten.

Um möglichst viele Ressourcen freizugeben, beende ich das LLM (ilab serve und ilab chat). Das Training beginnt mit dem Befehl ilab train… und dauert wirklich lange.

Nach 2 von 101 Durchläufen wird die geschätzte Restlaufzeit mit 183 Stunden angegeben. Das Ergebnis spare ich mir dann wohl für einen Folgeartikel auf und gehe zum Fazit über.

Fazit

Mit dem InstructLab Getting Started Guide gelingt es in kurzer Zeit, das Projekt auf einem lokalen Linux-Rechner einzurichten, ein LLM auszuführen und mit diesem zu chatten.

KI-Halluzinationen stellen in meinen Augen ein Problem dar. Da LLMs überzeugend argumentieren, kann es Nutzern schwerfallen oder gar misslingen, die Falschaussagen als solche zu erkennen. Im schlimmsten Fall lernen Nutzer somit dummen Unfug und verbreiten diesen ggf. weiter. Dies ist allerdings kein Problem bzw. Fehler des InstructLab-Projekts, da alle LLMs in unterschiedlicher Ausprägung von KI-Halluzinationen betroffen sind.

Wie Knowledge und Skills hinzugefügt werden können, musste ich mir aus drei Guides anlesen. Dies ist kein Problem, doch kann der Leitfaden evtl. noch etwas verbessert werden.

Knowledge Contributions werden aktuell nur nach vorheriger Genehmigung und nur von Wikipedia-Quellen akzeptiert. Der Grund wird nicht klar kommuniziert, doch ich vermute, dass dies etwas mit geistigem Eigentum und Lizenzen zu tun hat. Wikipedia-Artikel stehen unter einer Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License und können daher unkompliziert als Quelle verwendet werden. Da sich das Projekt in einem frühen Stadium befindet, kann ich diese Limitierung nachvollziehen. Ich wünsche mir, dass grundsätzlich auch Primärquellen wie Herstellerwebseiten und Publikationen zugelassen werden, wenn Rechteinhaber dies autorisieren.

Der von mir herangezogene Wikipedia-Artikel ist leider nicht ganz aktuell. Nutze ich ihn als Quelle für das Training eines LLM, bringe ich dem LLM damit veraltetes und nicht mehr gültiges Wissen bei. Das ist für meinen ersten Test unerheblich, für Beiträge zum Projekt jedoch nicht sinnvoll.

Die Generierung synthetischer Daten dauert auf Alltagshardware schon entsprechend lange, das anschließende Training jedoch nochmals bedeutend länger. Dies ist meiner Ansicht nach nichts, was man nebenbei auf seinem Laptop ausführt. Daher habe ich den Test auf meinem Laptop abgebrochen und lasse das Training aktuell auf einem Fedora 40 Server mit 32 GB RAM und 10 CPU-Kernen ausführen. Über das Ergebnis und einen Test des verbesserten Modells werde ich in einem folgenden Artikel berichten.

Was ist mit euch? Kennt ihr das Projekt InstructLab und habt evtl. schon damit gearbeitet? Wie sind eure Erfahrungen?

Arbeitet ihr mit LLMs? Wenn ja, nutzt ihr diese nur oder trainiert ihr sie auch? Was nutzt ihr für Hardware?

Ich freue mich, wenn ihr eure Erfahrungen hier mit uns teilt.

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Universeller Passwortmanager: KeePass 2.57 bietet Verbesserungen der UI

Der Passwortmanager KeePass ist in einer aktualisierten Version 2.57 mit umfangreichen Verbesserungen und Modifikationen erschienen. Die wichtigsten Neuerungen betreffen vorrangig die Benutzeroberfläche und die Integration von Funktionen. Darüber hinaus halten verschiedene weitere kleinere neue Funktionen & Korrekturen Einzug.

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Mozilla Hubs wird von der Hubs Foundation weiterentwickelt

Mozilla Hubs war eine Plattform, um virtuelle Treffpunkte zu erstellen. Mit dem 31. Mai 2024 erfolgte die planmäßige Abschaltung durch Mozilla. In Zukunft geht es bei der neu gegründeten Hubs Foundation weiter.

Was ist Mozilla Hubs?

Mit dem Start von Mozilla Hubs im April 2018 ging eine Online-Plattform an den Start, welche es Nutzern ermöglicht, sich in sogenannten Räumen virtuell zu treffen. Das Besondere an Hubs: es spielt sich komplett im Web ab – keine geschlossene Plattform, keine Installation einer Anwendung, keine Abhängigkeit von einem bestimmten Gerät. Einfach eine URL teilen und miteinander treffen. Hubs funktioniert in jedem Browser, am Smartphone – und auch mit der VR-Brille, wo Hubs als virtuelle Plattform sein volles Potenzial entfaltet. Mozilla Hubs ist quasi eine Miniatur-Ausgabe eines Web-basierten „Metaverse“, aber Open Source und mit Fokus auf Datenschutz.

Mitte Februar hatte Mozilla angekündigt, im Rahmen einer Umstrukturierung die Weiterentwicklung von Mozilla Hubs einzustellen. Am 31. Mai 2024 folgte schließlich die planmäßige Abschaltung.

Hubs Foundation

Mit der Hubs Foundation hat die Community eine neue Non-Profit-Heimat für die Hubs ins Leben gerufen. Hier soll das Projekt weiterentwickelt werden. Die Git-Repositorys wurden von Mozilla an die Hubs Foundation übertragen, ebenso wie der Discord-Server.

Der Beitrag Mozilla Hubs wird von der Hubs Foundation weiterentwickelt erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

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Analyse-Tool für Mediendateien: MediaInfo 24.05 bietet „Dark Theme“ und mehr für Windows [Notiz]

Das Open-Source-Analyseprogramm für Mediendateien ist in der neuesten Version 24.05 für unterschiedliche Betriebssysteme mit einigen Neuerungen erschienen. Dazu zählt unter anderem für Windows ein neues „Dark Theme“ und die Unterstützung von höheren Auflösungen. Darüber hinaus ist die Größe der Blattansicht nun veränderbar.

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Video: Backup Tutorial — Back In Time

Mit Back In Time kannst du auf einfach Weise unter Linux ein regelmässiges Backup einrichten. Die Sicherung erfolgt dabei inkrementell. Das heisst es werden nur Daten gesichert, die neu erstellt wurden oder die sich geändert haben.

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Das Gespenst der Vorratsdatenspeicherung ist zurück

Ich hatte es geahnt, aber dann ging es doch schneller als gedacht. Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes Ende April wurde in einem Fall in Frankreich die Speicherung von IP-Adressen seitens des ISPs auf Vorrat nicht nur für den Bereich schwerer Straftaten, sondern auch für Urheberrechtsverstöße für zulässig erachtet. Damit ist eine Diskussion wieder auf dem Tisch, die seit 20 Jahren regelmäßig aufflammt, aber bisher durch Urteile gegen die erlassenen Gesetze eingefangen wurde.

Mit diesem Thema haben wir uns vergangene Woche mit Professor Dr. Stephan G. Humer in der 48. Episode des Risikozone-Podcasts beschäftigt, den ich euch wärmstens empfehlen kann.

Die klassische VDS in Deutschland wird momentan nicht praktiziert, da sie nach einem älteren Urteil des EuGH, das konkret das deutsche Gesetz betraf, als rechtswidrig eingestuft wurde. Nichtsdestotrotz ist die Diskussion wieder eröffnet und alle Möglichkeiten für Vorhaben zur Wiedereinführung werden wieder eingebracht. Das Thema wird uns also weiterhin noch eine ganze Weile verfolgen.

Klar, im Urteil des EuGH wird als Bedingung gestellt, dass Maßnahmen getroffen werden müssen, damit die Privatsphäre der einzelnen Nutzer gewahrt bleibt, aber das ändert nichts daran, dass die Daten grundsätzlich erstmal erhoben werden. Die "Neuerung" in diesem Urteil zu der Thematik ist, dass IP-Adressen und Identitäten getrennt gespeichert werden müssen. Mir ist allerdings noch nicht einleuchtend, was im Urteil mit der "Verknüpfung nur unter Verwendung eines leistungsfähigen technischen Verfahrens [...], das die Wirksamkeit der strikten Trennung dieser Datenkategorien nicht in Frage stellt" gemeint ist. Sollen die Datenbanken mit einem anschließend zu verwerfenden Schlüssel verschlüsselt werden, der bei der Verknüpfung erst geknackt werden muss? Am Ende kann ein technisches Verfahren doch gar nicht feststellen, ob ein Gesuch den formellen juristischen Anforderungen genügt oder nicht.

Technisch reden wir hier im Übrigen von zwei Teilaspekten: einerseits die Speicherung, welche Stationen (mit welchen IP-Adressen) miteinander kommunizieren und andererseits, wer hinter welcher IP-Adresse steckt. Diese ganze letzte Thematik haben wir allerdings nur, weil die ISPs einerseits ungern Privatkunden feste IP-Adressen vergeben und andererseits mitunter gar nicht so viele IP(v4)-Adressen wie Kunden haben und dann zu Tricks wie CG-NAT greifen müssen. Hämisch könnte man jetzt fragen, warum in dem Zusammenhang die Politik noch nicht alle zu IPv6 verpflichtet hat. Auf der anderen Seite wird deutlich, wie sehr sich das Internet verändert hat, nachdem es ein Massenmedium wurde.

Früher wurden feste IP-Adressen genutzt und die Zuordnung größtenteils öffentlich hinterlegt. Die Teilnehmer des Internets kannten sich mehr oder weniger sowieso alle untereinander. Als das Internet mehr und mehr ein Massenmedium wurde, ging es allerdings nicht mehr um den wissenschaftlichen oder beruflichen Austausch, sondern auch vorrangiger um das private Leben, wodurch auf einmal Grundrechte tangiert wurden und das Thema der Anonymität im Netz aufkam.

Gespeichert werden die Zuordnungen wohl auch weiterhin noch, aber sichtbar sind sie nur noch für Behörden und ähnliche Organisationen. Spätestens mit dem breiten Ausrollen der DSGVO wurde z. B. der whois-Dienst der DENIC für die Öffentlichkeit geschlossen. Wer einen Webseitenbetreiber ermitteln möchte, der kein Impressum auf der Seite stehen hat, schaut seitdem in die Röhre.

Vorratsdatenspeicherung ist und bleibt somit ein netzpolitisches Thema und lässt sich somit nicht auf der rein technischen Ebene erklären. Von da aus kann man sich oft an den Kopf fassen, was da alles von der Technik erwartet wird. Solche Themen sind auch ein Abbild der Gesellschaftspolitik, was daran deutlich wird, dass im Wesentlichen Deutschland eines der wenigen kritischen Länder diesbezüglich ist.

Die Never-ending-Story geht jetzt also in die nächste Runde. Weitere Probleme, Risiken und Lösungsansätze könnt ihr gerne euch in unserem Podcast anhören und in den Kommentaren mitdiskutieren.

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Linux - Diese Vorteile solltest Du kennen

Willkommen in der Welt von Linux, wo Innovation keine Grenzen kennt. Entdeckt das ungenutzte Potenzial von Linux durch seine vielfältigen Merkmale, Anwendungen und Vorteile. Von Servern bis hin zu Desktops, eingebetteten Systemen und Cloud-Computing steht Linux für Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit. Nach diesem Video kennt Ihr die vielen Einsatzbereiche von Linux und seine Vorteile. Erfahrt, warum Linux das bevorzugte Betriebssystem für Millionen von Menschen weltweit ist. Viel Spaß!

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Debian befürwortet abgespeckte Version von KeePassXC

Debian hat eine neue, abgespeckte Version des KeePassXC-Pakets eingeführt, die sich auf die Kernfunktionen konzentriert und erweiterte Funktionen weglässt, wie die KeePassXC Entwickler berichten. Ziel ist es die Angriffsfläche zu minimieren und die Sicherheit zu erhöhen. Der Paketbetreuer von KeePassXC bei Debian hat kürzlich beschlossen, eine abgespeckte Version des Passwortmanagers bereitzustellen. Dieses neue Paket, das...

Der Beitrag Debian befürwortet abgespeckte Version von KeePassXC erschien zuerst auf MichlFranken.

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Debian oder Arch Linux? Was ist die bessre Wahl für Dich?

Linux ist für seine Vielfalt an Distributionen bekannt, die unterschiedliche Schwerpunkte, Philosophien und Zielgruppen haben. Zwei der bekanntesten Distros passen zusammen wie Ying und Yang: Debian und Arch Linux. Trotz Gemeinsamkeiten könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Doch es ist nicht alles so, wie es zunächst scheint. Debian: Die Stabilität und Zuverlässigkeit Debian ist eine der...

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