VR-Browser Wolvic ab sofort im Wartungsmodus
Wolvic, der Browser für Virtual und Mixed Reality, befindet sich ab sofort in einem Wartungsmodus und wird nur noch notwendige Anpassungen erhalten.
Igalia hat angekündigt, dass sich Wolvic ab sofort in einem Wartungsmodus befindet. Bei Wolvic handelt es sich um einen Browser für Virtual und Mixed Reality, welcher auf dem eingestellten Firefox Reality basiert.
VR-Browser Wolvic im Wartungsmodus
Nachdem im September 2018 die erste Version von Firefox Reality erschienen und die Weiterentwicklung durch Mozilla im Dezember 2020 eingestellt worden ist, hat Igalia im Februar 2022 die Weiterentwicklung unter dem neuen Namen Wolvic offiziell übernommen. Seit dem sind zahlreiche Updates mit vielen Neuerungen und Verbesserungen erschienen. Nun ist, mit Ausnahme von Wartungs-Updates, Schluss damit.
Gründe für die Entscheidung
Igalia hat in den letzten Jahren gemeinsam mit Partnern in die Entwicklung investiert, den Code modernisiert und dafür gesorgt, dass Wolvic zum Standard-Browser auf einer Reihe von Geräten wurde. Im Laufe der Zeit hätten sich die Strategien der Partner jedoch geändert: Einige seien zu Android XR gewechselt, andere zu HarmonyOS, andere hätten den XR-Bereich („Extended Reality”, Sammelbegriff für Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality) komplett verlassen. Dies hat dazu geführt, dass Partnerschaften nach und nach beendet wurden.
Ein weiteres Problem ist die verwendete Gecko-Engine, da Mozilla nicht mehr in wesentliche XR-Features investiert, die benötigt würden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im September 2024 hatte Igalia eine alternative Wolvic-Version mit Chromium-Engine gestartet, welche in Bezug auf Extended Reality schneller ist und mehr Feature besitzt. In dem Zeitraum kündigte dann aber auch Google eigene Bemühungen im Bereich der XR-Browser an, was zu einer weiteren Veränderung der XR-Landschaft führte.
Als die ursprüngliche Architektur konzipiert wurde, gab es laut Igalie außerdem noch keine Standardanforderungen an die Benutzeroberfläche und Benutzererfahrung auf Betriebssystemebene für Extended Reality. Die Architektur von Wolvic wurde entwickelt, um diese Fragen zu beantworten. Mittlerweile seien diese Antworten redundant und ihre Pflege kostspielig.
Wie geht es für Wolvic weiter?
Ohne starke Partnerschaften und Unterstützung auf Engine-Ebene wird es immer schwieriger, Wolvic wettbewerbsfähig zu halten. Aus diesem Grund wurde entschieden, Wolvic in einen Wartungsmodus zu versetzen.
Das bedeutet, dass es weiterhin ein paar Mal im Jahr Sicherheits-Updates geben soll. Auch kleinere Arbeiten zur Sicherstellung der Stabilität sollen weiterhin durchgeführt werden. Größere Weiterentwicklungen und neue Features sind hingegen keine mehr zu erwarten.
Igalia ist weiterhin vom Web als Plattform für immersive Erlebnisse sowie der Wichtigkeit von Open Source Browsern für Extended Reality überzeugt. Aber um diese Vision nachhaltig zu gestalten, benötige es neue Partner, gemeinsame Investitionen und eine neue Architektur, die heutigen Erwartungen entspricht.
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