KI-Firmen rationieren Rechenleistung für persönliche Bots
Nachdem bereits OpenAI und Anthropic Einschränkungen bei der Nutzung ihrer KI-Agenten eingeführt haben, begrenzt nun offenbar auch SpaceX die Nutzung seines Agenten Grok Bot.
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Wie wir die neuen ENISA-Empfehlungen zur Software Bill of Materials (SBOM) auf unserem Linux-System konkret in die Praxis umsetzen.


Raspberry Pi erhöht die Preise für seine Produkte mit 16 GByte Arbeitsspeicher.
Das Tor-Projekt hat Tor Browser 16.0 für Desktops und Android veröffentlicht.
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KDE arbeitet an Plasma 6.9, das Ende Februar 2027 erscheinen soll. Die kommende Desktop-Version bringt Verbesserungen für Wayland, die Verwaltung mehrerer Monitore und die Sicherheit von Anwendungen. Auch die Browser-Integration und verschiedene Funktionen für den täglichen Einsatz werden überarbeitet. Eine wichtige Neuerung betrifft den Fenstermanager KWin. Seine Unterstützung für das Wayland-Picture-in-Picture-Protokoll hat eine längere Testphase […]
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Raspberry Pi erhöht erneut die Preise für seine 16-GB-Modelle. Da die meisten Anwender mit weniger RAM auskommen dürften, bleiben die Auswirkungen vermutlich begrenzt.
Im Rahmen einer neuen Rahmenvereinbarung wird Schulen in sechs deutschen Bundesländern eine souveräne Open-Source-Technologie für die Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Die Lösung basiert auf Nextcloud und wird von IONOS bereitgestellt.


Arch Linux hat mit Version 2026.11.0 ein neues Installationsabbild veröffentlicht. Die November-ISO enthält den aktuellen Stand der Paketquellen aus dem Oktober und richtet sich vor allem an Anwender, die eine Neuinstallation planen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt der Wechsel auf den Linux-Kernel 7.2.11, nachdem das vorherige Installationsmedium noch Kernel 7.2.7 enthielt. Auch zahlreiche grundlegende Systemkomponenten […]
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Mit Firefox 157 hatte Mozilla unter anderem das neue „Nova“-Design an den Start gebracht. Zu den bereits angebotenen Farbvarianten kommen mit Firefox 161 auch noch „klassische“ Varianten ohne Farbverlauf in die integrierte Auswahl dazu. Darunter auch ein „OLED-Theme“.
Mit Firefox 157 hat Mozilla eine neue Optik für seinen Browser eingeführt. Diese wurde intern unter dem Projektnamen „Nova“ entwickelt. Charakteristisch für das neue Design von Firefox sind vor allem die starken Rundungen. Auch zahlreiche Icons wurden erneuert. Wo bislang Grau oder Blau als Akzentfarbe eingesetzt worden ist, setzt Mozilla nun auf Violetttöne. Und während Flächen bislang einfarbig und graue Farben dominant waren, setzt Mozilla mit „Nova“ auf mehr Farbe und teilweise auch auf dezente Verläufe. Dabei hat der Nutzer standardmäßig die Auswahl zwischen jeweils zwölf hellen sowie dunklen Farbstimmungen.
Während man sagen kann, dass das neue Design durch die Rundungen sowie Farbwahl den aktuellen Zeitgeist trifft, liegt es natürlich auf der Hand, dass es auch Nutzer gibt, welche die bisherige Optik bevorzugen. Für diese Nutzer hatte Mozilla bereits das Proton-Theme auf seiner offiziellen Erweiterungs-Plattform veröffentlicht, welches zwar nicht die Rundungen und Icons verändert, aber zumindest farblich nahe an der bisherigen Optik ist.
Mit Firefox 161 geht Mozilla einen Schritt weiter: Zur bisherigen Standard-Auswahl kommen unter der Überschrift „Klassische Themes“ weitere elf Farbvarianten hinzu, jeweils in einer hellen und dunklen Ausführung. Dabei entspricht die Variante „Grau“ dem bereits genannten Proton-Theme. Der Unterschied zu den bisherigen Farbvarianten: Die „klassischen” Themes setzen auf einfarbige Symbolleisten anstelle von Farbverläufen. Wie bei den anderen Nicht-Standard-Varianten wird außerdem nicht so stark auf Violett als Akzentfarbe gesetzt.
Einige Elemente auf Inhaltsseiten wie den Firefox-Einstellungen nutzen weiterhin Violett, da diese Stellen nicht durch Firefox-Themes angesprochen werden. An prominenten Stellen wie der Adressleiste, dem Menü oder diversen Panels verschwindet mit den angebotenen Farbvarianten hingegen das Violett aus Firefox.
Eines der neuen „klassischen” Themes ist ein Theme mit sogenanntem „OLED-Schwarz“. Gemeint ist damit ein Theme, welches reines Schwarz als Hintergrundfarbe verwendet.
Bei der Displaytechnik OLED leuchten die Pixel selbst. Bei reinem Schwarz bleiben die entsprechenden Pixel ausgeschaltet. Dadurch erscheinen diese Flächen vollständig schwarz und verbrauchen keine Energie für die Lichterzeugung. Dunkle Themes verwenden aus ästhetischen Gründen in der Regel kein reines Schwarz. Mit einem „OLED-Theme” lässt sich dieser Vorteil für die entsprechend eingefärbten Bereiche ausnutzen.
Wem das nicht reicht, der findet auf addons.mozilla.org im Übrigen eine Auswahl von mehr als 515.000 kostenlosen Themes, die größtenteils von Drittanbietern stammen.
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Vor ein paar Wochen habe ich hier beschrieben, wie ich das Sprachmodell Qwen 3.8 Flash Next auf einem Rechner mit Strix-Halo-CPU und 128 GB RAM ausführe. Dort habe ich auch angekündigt, den Coding-Agenten Pi vorzustellen, mit dem ich das lokale Modell getestet habe: Pi ist so ziemlich das Gegenteil von Claude Code — minimalistisch, sparsam mit dem Kontext und gerade deswegen ideal für lokal ausgeführte Sprachmodelle.
Claude Code ist für mich aktuell das beste CLI-Coding-Tool. Das gilt aber nicht für das Zusammenspiel mit lokalen Modellen. Zwar lässt sich Claude Code über die Umgebungsvariable ANTHROPIC_BASE_URL mit LM Studio, llama.cpp & Co. verbinden, aber die Ergebnisse sind ernüchternd: Schon für einen Miniprompt wie »Can we talk?« vergehen je nach Modell Minuten, bis die erste Antwort erscheint.
Eine Ursache dafür ist das sogenannte Context Bloating. Claude Code schickt bei jedem Prompt einen riesigen Basiskontext mit. Wenn Sie in einer leeren Session nach »Can we talk?« das Kommando /context ausführen, zeigt Claude Code eine Kontextnutzung von 50k bis 60k Token an:
Bei den Anthropic-Modellen mit einem Kontextfenster von einer Million Token ist das (fast) vernachlässigbar. Ein lokales Modell mit einem Kontextfenster von 260.000 Token ist aber schon zu 20 bis 25 Prozent gefüllt, bevor Sie überhaupt etwas Sinnvolles gefragt haben. Und all diese Token müssen von Ihrer lokalen Hardware verarbeitet werden, die nun mal nicht mit Cloud-Rechenzentren mithalten kann. Manche Kritiker sprechen bei Claude Code deswegen nicht nur von Context, sondern auch von Feature Bloating.
Hinter Pi steckt Mario Zechner: Der Österreicher hat unter anderem das Game-Framework libGDX entwickelt. Als ihm Claude Code zu komplex und zu geschwätzig wurde, hat er kurzerhand einen eigenen Agenten geschrieben. Der Code steht unter der MIT-Lizenz und wird mittlerweile von der Organisation Earendil weiterentwickelt. Seit 1.10.2026 gibt es die Version 1.0, aktuell (Anfang November 2026) ist schon Version 1.5.
Die Grundidee lässt sich schnell zusammenfassen: Moderne Sprachmodelle wissen ohnehin schon, wie man eine Shell bedient, wie ein Git-Repository funktioniert und wie man eine Datei bearbeitet. Vieles von dem, was ein Systemprompt, AGENTS.md, Skills usw. hinzufügen, kostet zuerst einmal Token und lenkt ab. (Das sagen übrigens nicht nur die Pi-Entwickler, das sagt interessanterweise — wenn auch in einem etwas anderen Zusammenhang — sogar Anthropic!)
Pi aktiviert deswegen standardmäßig nur vier Tools: read, write, edit und bash. Es gibt kein eigenes Tool für die Volltextsuche, keines für Webzugriffe. Wer suchen will, ruft über bash einfach grep oder rg auf. Der komplette Systemprompt inklusive aller Tool-Definitionen beträgt nur gut 1.000 Token. Das ist ein Fünfzigstel von dem, was Claude Code mindestens braucht! Bei einem lokalen Modell mit 130.000 oder 260.000 Token ist das der Unterschied zwischen »unbrauchbar langsam« und »funktioniert«.
Der Preis für diese Sparsamkeit sind weniger Funktionen, weniger Komfort im Terminal und weniger Tools. Pi ist aber erweiterbar (dazu gleich mehr). Erfreulich für Umsteiger: Pi liest beim Start AGENTS.md und ersatzweise CLAUDE.md, und zwar global, aus allen übergeordneten Verzeichnissen sowie aus dem aktuellen Verzeichnis.
Pi setzt Node.js (Version 22.19 oder neuer) voraus. Zur Installation verwenden Sie am einfachsten das Installations-Script oder npm (hier zur Referenz die Originalanleitung).
$ curl -fsSL https://pi.dev/install.sh | sh # Linux, macOS
> powershell -c "irm https://pi.dev/install.ps1 | iex" # Windows
$ npm i -g --ignore-scripts @earendil-works/pi-coding-agent # Node.js
Das Installations-Script hat den Vorteil, dass es alle Abhängigkeiten auf exakte Versionen fixiert; Updates führen Sie dann mit pi update durch. Weitere Installationsvarianten beschreibt https://pi.dev.
Anschließend starten Sie den Agenten im Projektverzeichnis mit pi und melden sich mit /login bei einem der über 40 unterstützten Anbieter an. Neben Anthropic, OpenAI und Google funktionieren auch OpenRouter, DeepSeek oder Groq. Bei OpenAI können Sie sogar ein ChatGPT-Abo verwenden.

Für mich viel interessanter ist aber die Anbindung eines lokalen Modells. Dazu tragen Sie den Server in ~/.pi/agent/models.json ein. Das folgende Beispiel geht davon aus, dass LM Studio auf dem lokalen Rechner läuft und dort das Modell Qwen 3.8 Flash Next geladen ist:
{
"providers": {
"lmstudio": {
"baseUrl": "http://localhost:1234/v1",
"api": "openai-completions",
"apiKey": "lmstudio",
"models": [
{ "id": "qwen3.8-flash-next",
"contextWindow": 262144 }
]
}
}
}
Pi spricht mit LM Studio über die OpenAI-kompatible Schnittstelle. Die meisten Inferenz-Engines unterstützen diese API, d.h., die gleiche Konfiguration funktioniert sinngemäß auch für Ollama, vLLM oder die auf Strix Halo optimierten Engines, die ich in meinem Artikel zu Qwen 3.8 Flash Next vorgestellt habe. Sie müssen nur baseUrl und die Modell-ID anpassen. Die Angabe von contextWindow ist optional; ohne sie nimmt Pi 128.000 Token an. Welche Modelle gerade zur Auswahl stehen, zeigt /model.
Mittlerweile hat Pi außerdem einen eingebauten Provider für den Router-Modus von llama.cpp. Dabei verwaltet llama serve mehrere GGUF-Modelle und lädt diese bei Bedarf. In Pi richten Sie die Verbindung mit /login llama.cpp ein, laden mit /llama ein Modell und wählen es dann mit /model aus.
Hinweis: Achten Sie darauf, dass Sie in Ihrer Inferenz-Engine ein ausreichend großes Kontextfenster einstellen. Viele Engines verwenden per Default einen winzigen Kontext von 4.096 oder 32.768 Token. Für agentisches Coding ist das viel zu wenig, auch mit Pi. Ich verwende auf meinem 128-GB-Rechner das Maximum, das viele lokale Modelle aktuell unterstützen, also 256k Token (262144).
Ein Agent mit so wenigen Tools klingt trostlos. Pi kompensiert den anfänglichen Minimalismus mit vier Erweiterungsmechanismen:
Skills liest Pi aus den folgenden Verzeichnissen:
~/.pi/agent/skills
~/.agents/skills
projektverzeichnis/.pi/skills
projektverzeichnis/.agents/skills
Alle vier Mechanismen lassen sich zu einem Pi Package zusammenfassen und über npm oder Git weitergeben. Installiert werden Pakete mit pi install npm:paketname.
Lange Zeit war die Meinung der Pi-Entwickler zu MCP klar: »No MCP. Build CLI tools with READMEs.« Wer partout MCP wollte, musste das Paket pi-mcp-adapter installieren.
Mit Version 0.99 (Ende September 2026) hat sich das geändert: Pi unterstützt MCP-Server jetzt direkt, sowohl lokal (stdio) als auch remote (Streamable HTTP, inklusive OAuth-Login). Die Konfiguration erfolgt in ~/.pi/agent/mcp.json bzw. projektspezifisch in .pi/mcp.json. Das Format entspricht dem von Claude Code, d.h., Sie können vorhandene mcpServers-Einträge einfach kopieren. Alternativ richten Sie Server mit pi mcp add ein:
$ pi mcp add filesystem -- npx -y @modelcontextprotocol/server-filesystem .
$ pi mcp add docs --url https://example.com/mcp --bearer-token-env-var DOCS_TOKEN
$ pi mcp list
Innerhalb von Pi zeigt /mcp den Zustand aller Server an. Dort können Sie Server auch aktivieren oder deaktivieren und sich bei OAuth-Servern anmelden.
Interessant ist, wie Pi das Kontextproblem löst, das MCP-Server üblicherweise verursachen. Per Default landen die Tool-Definitionen der MCP-Server nämlich gar nicht im Kontext. Stattdessen aktiviert Pi ein zusätzliches Tool namens Codemode. Damit schreibt das Sprachmodell kleine JavaScript-Programme, die in einer Sandbox ausgeführt werden. Dort kann das Modell mit searchTools() nach passenden MCP-Tools suchen, diese aufrufen, die Ergebnisse filtern und nur die wirklich relevanten Ergebnisse zurückgeben. Im Systemprompt steht pro MCP-Server nur eine Zeile mit einer Kurzbeschreibung. Alternativ können Sie in mcp.json für jeden Server bzw. für einzelne Tools einstellen, ob diese direkt deklariert werden (direct), erst nach einer Suche mit tool_search (deferred) oder gar nicht (hidden).
Ob dieses Konzept auch mit lokalen Modellen gut funktioniert, hängt vom Modell ab: Ein Modell, das zuverlässig JavaScript schreibt und Tools sucht, profitiert davon. Für kleinere Modelle ist es vermutlich besser, wenige wichtige Tools mit direct freizugeben.
Zu den Lücken in Pi zählt nach wie vor die Websuche. Pi greift auf das bash-Tool mit curl zurück, um einzelne Webseiten mit bekannter URL zu lesen, aber das ist kein echter Ersatz. Hier liegt kein technisches Problem vor, sondern ein wirtschaftliches: Die meisten Suchmaschinen leben von der Werbung. Sie erkennen agentische Websuchen und blockieren diese rasch. Die fehlende Websuche ist kein Pi-spezifisches Problem, sondern betrifft auch andere Open-Source-Agenten außerhalb des reinen Coding-Umfelds, z.B. Hermes und OpenClaw.
Glücklicherweise gibt es Packages, die eine Suchfunktion für Pi nachliefern. Die meisten davon benötigen aber einen Key oder ein Abo. Beispielsweise nutzt npm:@burneikis/pi-web-search die Websuche von Anthropic; dass setzt aber einen Claude-API-Key voraus. Ich habe stattdessen pi-anysearch-tools ausprobiert. Die Installation ist unkompliziert:
$ pi install npm:pi-anysearch-tools
Das Paket erfordert allerdings eine Registrierung und einen Key bei https://anysearch.com. AnySearch hat (Stand: November 2026) einen großzügigen Free Plan, der immerhin 1.000 Suchanfragen pro Tag erlaubt. Für mehr Suchen oder eine bessere Suchqualität müssen Sie ein Abo abschließen. Den Key tragen Sie in ~/.pi/agent/anysearch.json ein:
{
"anysearchApiKey": "as_sk_xxx"
}
Bei meinen Tests hat das Zusammenspiel zwischen Pi und AnySearch ausgezeichnet funktioniert. Seit Pi MCP unterstützt, können Sie natürlich auch einen MCP-Server für die Websuche einbinden.
Pi hat kein Permission-System. Das Modell ruft bash auf. Damit läuft jedes Kommando mit Ihren Rechten; im Worst Case gilt das auch für rm -rf! Im Unterschied zu Claude Code gibt es weder einen Auto-Modus noch einen Classifier, der Kommandos vor der Ausführung begutachtet. Wer die Grenzen der Permission-Systeme kommerzieller Coding-Agenten kennt, mag das konsequent finden. Tatsächlich habe ich mit Pi durchwegs gute Erfahrungen gemacht. Dennoch gilt: Pi ist nur so gut wie die Modelle, die es nutzt.
Immerhin gibt es einen sogenannten Project Trust: Wenn ein Projektverzeichnis eigene Einstellungen, Extensions, Skills oder MCP-Server mitbringt (also z.B. .pi/settings.json oder .pi/mcp.json), fragt Pi beim Start, ob Sie diesem Projekt vertrauen. Das verhindert, dass ein fremdes Repository unbemerkt Code in den Pi-Prozess lädt. Auf die Aktionen des Sprachmodells hat das aber keinen Einfluss.
Die Dokumentation empfiehlt stattdessen, Pi in einen Container oder eine virtuelle Maschine zu stecken, und beschreibt dafür mehrere Varianten. Das ist nicht so komfortabel wie die Sandboxing-Systeme kommerzieller Coding-Agenten, aber sicherheitstechnisch ein vernünftiger Ansatz.
Ebenfalls nicht eingebaut sind Subagenten, ein Planungsmodus, Hintergrund-Tasks oder eine Worktree-Unterstützung. Die Entwickler argumentieren, dass solche Features besser als Extension aufgehoben sind. Tatsächlich gibt es fertige Pakete, die genau das nachrüsten. Wer alles auf einmal will, greift zu omp: Das ist ein Fork von Pi, der LSP-Integration, Debugger-Anbindung, Subagenten und Planungsmodus mitbringt. Leider ist man damit wieder bei der Komplexität, vor der Pi ursprünglich geflüchtet ist.
Pi speichert jede Session als JSONL-Datei in ~/.pi/agent/sessions, sortiert nach Arbeitsverzeichnis. Mit /resume kehren Sie zu einer früheren Session zurück, mit /fork zweigen Sie von einer beliebigen Nachricht eine neue ab. /compact fasst den bisherigen Verlauf zusammen.
Neuartig aus Claude-Code-Perspektive ist /tree: Das Kommando stellt die Session als Baum dar, in dem Sie navigieren und zwischen Zweigen wechseln können. Wenn Sie einen Prompt zurücknehmen und anders formulieren, geht der alte Ast nicht verloren; Sie können jederzeit dorthin zurückspringen und beide Varianten vergleichen. Das ist deutlich mächtiger als eine lineare Rewind-Funktion.
Für die Automatisierung gibt es Betriebsarten ohne Benutzeroberfläche: pi -p "prompt" liefert die Antwort und endet dann. --mode json gibt einen Event-Stream aus, --mode rpc erlaubt die Steuerung über stdin und stdout. Mit --export machen Sie aus einer Session eine HTML-Datei. Mit --tools bzw. -t bestimmen Sie, welche Tools aktiv sind. Beispielsweise aktiviert pi -t +codemode,-write zusätzlich codemode und deaktiviert write.
Ich habe Pi mit dem lokalen Modell Qwen 3.8 Flash Next getestet (siehe auch meinen Blog-Artikel zu Qwen 3.8 Flash Next). Als ersten Test habe ich Pi gebeten, ein Spiel in der Art von Space Invaders zu programmieren. Die erste, fehlerfrei spielbare Version war nach vier Minuten fertig. Auch meine Verbesserungswünsche samt einem größeren Refactoring wurden anstandslos und zügig ausgeführt.


Ein einfaches Browser-Spiel ist ein netter Test, aber wie sieht es mit realem Code aus? Pi und Qwen 3.8 Flash Next schlagen sich wacker. Heute habe ich in einer größeren PHP-Datei (ca. 2000 Zeilen / 60 kByte Code) eine Sicherheitsanalyse durchgeführt. Pi musste natürlich auch diverse verknüpfte Code-Dateien lesen. Das Ergebnis war inhaltlich exzellent und formal gut aufbereitet, aber Claude Code (oder Pi im Zusammenspiel mit kommerziellen Cloud-Modellen) wäre viel schneller fertig gewesen. Wenn Sie diesbezüglich einmal verwöhnt sind, fällt diese Gemächlichkeit schwer, zumal gleichzeitig der Lüfter hochdreht, um die CPU zu kühlen. Lokale Modelle verdeutlichen den mit der KI verbundenen Ressourcenaufwand viel spürbarer als Cloud-Modelle!
Ich verwende KI-Agenten nicht nur für das Coding, sondern auch für eine erste Korrektur meiner in Markdown-Syntax verfassten Texte (Rechtschreibfehler, Grammatik, inhaltliche Fehler, Redundanzen etc.). Die Geschwindigkeit spielt dabei eine untergeordnete Rolle; bei längeren Texten kann ich Korrekturläufe auch über Nacht ausführen. Mit dem Coding-Agent Pi hat dieser Test zugegebenermaßen wenig zu tun, vielmehr betreffen die Ergebnisse das von mir genutzte Sprachmodell.
Das Korrekturlesen für diesen Text samt einer inhaltlichen Kontrolle hat mehr als eine Viertelstunde gedauert. Qwen-3.8-flash-next ist dabei übertrieben pingelig vorgegangen. In Pi können Sie dem Sprachmodell beim »Denken« zusehen. Qwen hat immer wieder dieselben Dinge überprüft und viele — aus meiner Sicht — komplett sinnlose Doppel- und Dreifachkontrollen durchgeführt. (Hinterlassen Sie einen Kommentar, wenn Sie doch noch einen Fehler finden!) Mein Prompt war: »proofread @pi-agent.md: fix obvious typos or grammar errors; list everything else; also check content on factual errors«

Um es zusammenzufassen: Pi mit Qwen 3.8 Flash Next funktioniert ausgezeichnet, aber kommerzielle Coding-Agenten bzw. Pi in Kombination mit kommerziellen Modellen arbeiten eben noch besser.
Für mich kann Pi plus ein lokales Modell Claude Code noch nicht vollständig ersetzen. Das habe ich zu Beginn meiner Tests auch nicht erwartet. Für große Software-Projekte bieten kommerzielle CLIs von Anthropic, OpenAI oder Mistral mehr Qualität, Geschwindigkeit und Arbeitskomfort.
Aber Pi zeigt, wie wenig ein Coding-Agent braucht. Pi glänzt da, wo kommerzielle Agenten schwächeln: im Zusammenspiel mit lokalen Modellen mit begrenztem Kontext und begrenzter Rechenleistung. Wenn Sie aus Gründen des Datenschutzes oder der Unabhängigkeit mit einem lokalen Modell arbeiten möchten, ist Pi die erste Wahl.
Von der geringeren Geschwindigkeit und Qualität lokaler Modelle einmal abgesehen, empfand ich die fehlende Websuche als das größte Hindernis für produktives Arbeiten: Für mich ist ein Coding-Agent auch ein Hilfsmittel zur Recherche. Bei Bugs im Zusammenspiel mit modernen Bibliotheken oder bei Setup-Problemen mit neuen Tools erwarte ich, dass der Agent aktuelle Infos aus dem Internet beschaffen kann. Bei Open-Source-Coding-Agenten wie Pi ist dazu die Anbindung an einen externen Suchdienst notwendig, die zumindest bei intensiver Nutzung zusätzliche Kosten verursacht.
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