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Aggressoren auf der Love World Peace Parade in Berlin

20. September 2021 um 12:26
Von: hoergen

Am Samstag den 18.09.2021 fand die Love World Peace Parade in Berlin statt. Die Pandemie ist noch im Gange, die Politik beschliesst, dass Gastronomen auf einer freiwilligen Basis von 3G (geimpft, getestet, genesen) auf 2G wechseln können und Berlin will mit diesem Tag ein Zeichen für den Frieden in der Welt setzen. Frieden in der gesamten Welt, der auf so vielen Ebenen dringend gebraucht und von den meisten Menschen auf dieser Welt so gewünscht wird.

 

Viele Menschen hatten sich zusammengefunden und sind auch von weit her angereist, um diesen Tag respektvoll zu würdigen. Respektvoll nicht nur dem Frieden im Allgemeinen gegenüber, sondern auch respektvoll im Umgang miteinander, gerade in Zeiten wie dieser Pandemie.

 

Berlin bot sich von einer vielfältigen Seite. Von Sprühregen bis Sonnenschein war für jeden Geschmack etwas dabei. Und natürlich arbeiteten die Veranstalter eng zusammen mit den Behörden, um diese Veranstaltung so sicher wie möglich zu gestalten. So wurde darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Masken getragen und Abstand gehalten werden musste. Die Veranstalter machten auch hier regelmäßig Durchsagen mit dem klaren Hinweis, die Veranstaltung abzubrechen, wenn sich nicht an diese Regeln gehalten werde.

 

So startete die Parade um 14 Uhr mit einem zersprengelt tanzenden Publikum und regelmäßigen Durchsagen. Begleitet von der Polizei mit Schallmessgeräten, denn die Lautstärke durfte auch 90db nicht übersteigen. Warum eigentlich? Egal. Zwischendurch wurde der Zug immer wieder für längere Zeit angehalten und die DJs mussten auf Anweisung der Polizei die Musik ausmachen. Als Grund wurde die Nichteinhaltung von Abstand- und Maskenregelungen genannt. Von meiner Position aus konnte ich das nicht nachvollziehen, aber sicherlich hatte die Polizei da eine bessere Übersicht.

 

So fuhr der Zug die Route entlang, unterbrochen durch Zwangspausen, aber schließlich kamen wir wieder zurück zum Ausgangspunkt an der Siegessäule.

 

Und ab da wurde es immer merkwürdiger.

 

Zuerst leitete die Polizei den Truck, den ich begleitete auf die falsche Straßenseite, so dass der später wenden musste (weil er laut Polizei nicht entgegen der Straßenrichtung parken durfte). Dann durfte der Truck nicht mehr an seine vorhergesehene Parkposition. Weil laut Polizei jetzt die Essens- und Getränkebuden zu eng zusammenständen.

 

Mit mehreren Ermahnung, dass das Publikum bestehend aus zirka 40 tanzenden Menschen mit Masken und Abstand sich nicht an die Regelungen halten würden, wurde immer wieder die Musik abgestellt.

 

Anschliessend wurde den Verantwortlichen gesagt, dass man jetzt um 18 Uhr (Veranstalungsende 22 Uhr) die Musik ausmachen muss, weil dieser Teil nicht mehr zum Veranstaltungsort gehöre (50 Meter von der eigentlichen Parkposition). Nach Rückfragen und Ausführung des verantwortlichen Polizisten wurde der Aufforderung gefolgt, dass die Veranstaltung trotz weiterer gebuchter Acts, mit teils weit angereisten Künstlern beendet wird. Die Empfehlung der Polizei war, dass man sich in die Masse der Zuschauer an der Siegessäule einreihen solle.

 

Also begann das Team sich zu koordinieren und den Truck abzubauen. Einer der Mitarbeiter telefonierte gerade, schob dabei den Mund-Nasen-Schutz herunter, damit ihn die Gegenstelle verstehen konnte, als eine Gruppe von zirka 6 Polizisten explosionsartig auf ihn stürmte, den Kopf nach hinten drückte, die Arme verdrehte und ihn abführte. Völlig geschockt standen zirka 30 Menschen drum herum und beobachteten diesen brutalen Vorgang. Die Verantwortlichen eilten sofort herbei und versuchten die Situation zu deeskalieren, wurden aber abgewehrt.

 

Ein wenig später fragte ein weiterer Mitarbeiter einen Polizisten, was denn da genau passiert wäre und warum man mit so einer unverhältnismäßigen Brutalität gegen einen Mitarbeiter des Teams vorgegangen wäre. Als Erklärung sagte der Polizist, dass man diesem Mitarbeiter immer wieder gesagt hätte, dass er den Mund-Nasen-Schutz tragen solle und er ihn immer wieder abgenommen hätte. Und man würde egal, ob es sich um “Querdenker oder solche Leute wie hier handele” keinen Unterschied beim Durchsetzen der Regeln machen.

 

Interessanterweise hatte ich persönlich genau mit diesem Mitarbeiter während der gesamten Parade sehr viel zu tun und ich habe ihn nicht ohne MNS gesehen, ausser wenn er etwas getrunken oder gegessen hatte.

 

Rückblickend drängt sich mir der Eindruck auf, dass man von Anfang an den Auftrag hatte, die Parade zu sabotieren. Und als das erfolgreich gelungen war, frage ich mich, warum man dann noch diesen brutalen Überfall durchführen musste?

 

Wären wir alle in einer einzigen Firma, wäre das Mobbing mit tätlichen Übergriff. Insgesamt ein sehr toxisches Verhalten gegenüber Menschen, die ein Zeichen für Frieden setzen wollen. Die alle Auflagen auch spontan erfüllt haben, die an sie gestellt wurden.

 

An dem Tag, der für den Frieden steht. An einer Parade, an der für Frieden demonstriert und gelebt wird. Ausgerechnet friedliche Teilnehmer vom Staatsapparat angegriffen werden ist das traurigste Statement, dass ein Staat in so einem Moment abgeben kann.

 

Es lässt mich sprachlos zurück.

 

 

 

Kommando zurück - Bash History Tipps

28. August 2021 um 19:14
Von: hoergen

Die Standard-Kommandozeile Bash bei Kubuntu (wie auch bei vielen anderen Linux Distributionen) hat eine sehr praktische History bzw ein Verlauf, welche Befehle man so eingegeben hat.

 

Die entsprechende Datei heisst .bash_history (mit einem vorangehenen Punkt - weil es sich um eine versteckte Datei handelt) liegt im Benutzerverzeichnis z.B. /home/hoergen/.bash_history

 

Die gesamte History (Verlauf) auflisten mit dem Befehl: history
Dann wird ein Liste der Eingaben mit vorangestellter Zeilennummer ausgegeben.

 

Das können unter Umständen sehr viele Zeilen sein. Wenn man nach dem Befehl eine Zahl angibt, so werden die letzten Zeilen der History (Verlaufs) angezeigt wie z.B. history 8 zeigt die letzten 8 Zeilen der History an.

Damit man z.B. den Befehl aus der gefundenen Zeile nicht nocheinmal eingeben muss, kann man zur Abkürzung die Zeilennummer mit einem vorangestellten Ausrufezeichen verwenden z.B. !1500

 

In der History kann auch gesucht werden

  • Suchen - Strg+r - und anfangen zu tippen
  • Weitersuchen - nochmal Strg+r drücken
  • Zeile aus der Suche übernehmen und starten - Eingabe Taste drücken
  • Zeile aus der Suche übernehmen und etwas ändern - Ende- oder Pfeil nach rechts Taste

 

Und zum Korrigieren sind diese Tastenkürzel hilfreich

  • Will man die Zeile löschen und ist am Anfang der Zeile: Strg+k
  • Will man die Zeile löschen und ist am Ende der Zeile: Strk+u
  • Will man die zuvor gelöschte Zeile wieder herstellen: Strg+y
  • Das nächste Wort löschen Alt+d
  • Das vorherige Wort löschen Strg+w

 

In der Zeile bewegen

  • Pos 1 oder Strg+a springt an den Zeilenanfang
  • Ende oder Strg+e springt an das Zeilenende
  • Alt+f springt ein Wort vorwärts (Forward)
  • Alt+b springt ein Wort zurück (Back)

 

Es gibt noch wesentlich mehr Kürzel und Befehle, die sich mit der History der Bash beschäftigen. Was sind eure Highlights?

 

 

 

 

Apple - Altruismus oder knallhartes Geschäftsmodell?

15. August 2021 um 12:23
Von: hoergen

TLDR; Ein Milliarden Business zum Schaden der Opfer.

 

Apple will jetzt “im Kampf gegen Kinderpornographie” die Bilder auf den Endgeräten scannen. Diesen Satz bitte wirken lassen.

Alle Studien, die eine digitale Überwachung und Durchsuchung untersucht haben, haben bisher belegt, dass solche Aktionen zu keinerlei nennbaren Erfolg geführten haben. (von 55% auf 55,006%)

Zusammengefasst sei gesagt: Nur komplette Vollidioten fordern eine Onlineüberwachung, denn das gefährdet die Opfer massiv mehr, da eine Notwendigkeit in einen echten Schutz (mehr ErmittlerInnen) nicht mehr als erforderlich angesehen wird. Onlineüberwachung schadet den Opfern!

 

Zurück zum Vorstoss von Apple. Apple ist wie jede andere Firma auf dieser Welt Umsatz getrieben. Das ist kein empörter Vorwurf, sondern eine sachliche Feststellung. Das ist als Ausgangsposition wichtig, wenn solche Bestrebungen eingeordnet werden sollen.

 

Welche Motivation könnte also dahinter stecken, wenn man eine plötzliche Umkehr vom Turbokapitalismus zum Altruismus ausschliesst?

 

Was macht Apple da genau? Apple sucht auf allen Endgeräten nach Bildern, dann wird von jedem Bild so eine Art Quersumme (Hash) berechnet. Dann wird nur dieser Hash auf die Apple Server hochgeladen (nicht das Bild!). Die Wahrscheinlichkeit, dass unterschiedliche Bilder den gleichen Hashwert haben, ist extrem gering.

 

Auf den Apple Server existiert eine Datenbank mit Hashes von illegalen Bildern. Die hochgeladenen Telefon-Hashwerte werden mit dem Server-Hashwert verglichen. Gibt es einen Treffer, wird bei Apple ein Alarm ausgelöst und weitere Maßnahmen werden in die Wege geleitet. Das ist die Geschichte, die die Werbeabteilung verbreitet.

 

Jetzt kommt der schlechte Teil für die Kunden, der allerdings riesige Gewinne für Apple und die Aktieninhaber bescheren kann.

 

Folgendes einfaches Szenario: Ich mache ein Bild. Schicke es an dich. Dabei ist völlig egal über welchen Kanal ich es schicke (Messenger, Social Network, Email, Bluetooth, usw). Also unabhängig des Dienstes wird der Hashwert von unseren Telefonen zu Apple hochgeladen. Das ist das erste Metadatum (Metadaten), das Apple nun vergleichen bzw miteinander abgleichen kann.

 

Apple weiss nun, dass wir beide in Kontakt miteinander stehen. Das zweite Metadatum ist, wann wir in Kontakt miteinander standen. Schicken wir uns immer mal wieder Bilder, kann als drittes Metadatum interpoliert werden, in welchem Verhältnis wir zueinander stehen. Das wird durch ein viertes Metadatum geschärft, zu welchen Uhrzeiten wir das tun. Schicken wir uns die Bilder nur während der Bürozeiten zu, so ist es wahrscheinlich ein Kollege/Kollegin. Passiert das auch ausserhalb der Bürozeiten, ist es vermutlich mehr eventuell eine Freundschaft. Nachts deutet auf eine sehr tiefgehende bis sexuelle Freundschaft hin. Auch die Uhrzeit, wann so ein Bild auf einen Telefon auftaucht und dann auf dem anderen Telefon. ist ein weiteres ein fünftes Metadatum.

 

Vorstellbar sind noch mehr Metadaten. Aber ich wollte nur mal illustrieren, welche Aussagen darüber gemacht werden können, dass ein Bild auf zwei Telefonen auftaucht. Ob es der Wahrheit entspricht oder nicht, interessiert dabei nur bis zu einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.

Wenn dieses Bild in soziale Netzwerke geschickt oder einfach nur weiter verteilt wird , dann kann ein superkomplexes Netzwerk an Kontakten und deren Beziehung zueinander erstellt werden.

 

DAS sind Daten, nach denen mindestens die Werbeindustrie giert. Und das ist ein Milliarden Business.

 

In meinen Augen will Apple nicht helfen. Apple will verdienen. Das ist auch komplett ok. Aber was ich absolut moralisch verwerflich finde ist, dass vorgegaugelt wird, dass man Opfern helfen will und es wissenschaftlich bewiesen ist, dass das keine Hilfe ist.

 

Politiker und Moralisten, die diesen Schritt von Apple begrüßen haben entweder keine Ahnung, oder verdienen skrupellos an diesem perfiden Geschäftsmodell mit.

 

Bisher wird dieses Geschäftsmodell nur in den USA ausgerollt. Bestimmt ist eine weltweite Verbreitung geplant.

 

Mehr Informationen:

  1. Edward Snowden dazu: Snowden: Apple verbreitet Massenüberwachung auf der ganzen Welt
  2. Fefe - Jemand hat eine Kollision in Apples Bild-Hash-Verfahren gefunden.

 

 

Work-Life-Balance und die 4 Tage Woche - Eine Meinung

13. Juli 2021 um 10:49
Von: hoergen

Der Wunsch nach Arbeitszeitverkürzung und die Umsetzung gibt es schon seit sehr langer Zeit. Dazu gekommen ist die sogenannte Work-Life-Balance. Heutzutage gibt es kaum ein Unternehmen oder eine Organisation die das nicht anbietet.

Mir sind zu den Themen ein paar Gedanken gekommen, die ich niederschreiben wollte.


Die 4-Tage Woche

Der gesamte Komplex mit der Arbeitszeitverkürzung, ob es jetzt die 4-Tage Woche oder die 3-Tage Woche ist oder welche Verkürzung es auch immer sein mag, ist immer verbunden mit dem Kampf der Arbeitgeber gegen die Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer wollen eine Verkürzung und die Arbeitgeber nicht. Die Gründe für jede Seite sind natürlich offensichtlich.

 

Völlig wertfrei betrachtet: Arbeit wird immer komplexer und bekommt mehr Hilfsmittel und Tools, so dass sie in immer kürzerer Zeit von immer weniger Menschen durchgeführt werden kann (so die Theorie). Je mehr Arbeit von weniger Menschen durchgeführt werden kann, desto höher ist der Gewinn. Natürlich ist ein ArbeitgeberInnen an einer Erhöhung des Gewinns interessiert und der ArbeitnehmerInnen an einem monetären oder zeitlichen Ausgleich, dafür dass er komplexere Arbeit in immer kürzerer Zeit erledigt.

 

Diese Themen sollten bei der Diskussion um eine Arbeitszeitverkürzung immer mit einbezogen werden. Und meiner Beobachtung nach werden diese Themen unterschiedlich gewichtet mit einbezogen. Natürlich wieder je nach Seite (Lobby).


Work-Life-Balance
Ein weiteres Thema ist die Work-Life-Balance. Ich habe zu diesem Thema sehr gemischte Gefühle, weil es meines Erachtens oft nur ein Pflaster auf eine Wunde ist, die nicht versorgt wird.

 

Work-Life-Balance kam vor Jahren auf, als man feststellte, dass immer mehr ArbeitnehmerInnen psychisch und physisch ausfielen. So wurde eine Strategie entwickelt, wie die Menschen sich selbst einen Ausgleich schaffen können, durch Freizeitangebote der Unternehmen, günstige Konditionen für Sportangebote und vieles mehr.

 

Einerseits ist das eine sehr schöne Sache, aber meines Erachtens geht es das eigentliche Problem, den eigentlichen Grund der Überbelastung nicht an. Es legt nur ein “Pflaster” über das Problem und löst es aber nicht. Es schiebt die Verantwortung auf die sowieso schon übermäßig belastete Arbeitnehmerschaft. Es lindert nur ein Symptom. Es heilt nicht.

Was sind denn eigentlich die Gründe für die physische und psychische Überlastung? Wie belastbar ist ein Mensch? Was kann ein einzelner Mensch oder eine Gruppe zusammen leisten? Die Antwort ist: Das kommt darauf an.

 

Immer wieder sieht man Beispiele von Menschen und Gruppen, die Unglaubliches schaffen. Wieso geht das nicht immer und überall? Eine sehr vereinfachte Antwort ist: Es liegt an der Umgebung.

Ein guter Vergleich ist “Schwimmen". Beim Schwimmen ist die Umgebung wichtig. Zwei Szenarien in der vorausgesetzt wird, dass geschwommen werden muss:

 

Szenario 1: Ein wunderschöner Pool an einem herrlichen Sommertag, mit einer fantastischen Aussicht in das weite Tal. Daneben stehen frisch gebracht ein leckerer Cocktail und vom Beistelltisch weht der Duft von frischen Früchten herüber. Die Lust in den Pool zu steigen und lange zu schwimmen ist sehr groß.

 

Szenario 2: Wüste. Glühende Hitze bei über 50° C. Der Sand schmilzt die Sohlen der Schuhe weg und man weiss, man muss durch diesen Treibsand “schwimmen", um weiter zu kommen und zu überleben. Von hinten ertönen schreiend Befehle endlich durch den Treibsand zu schwimmen. Seit 2 Tagen hat man nichts mehr getrunken und die Hoffnung die Zivilisation lebend zu erreichen schwindet immer mehr.

 

Zugegeben sind die zwei Szenarien extrem. In beiden Szenarien wird “motiviert” , aber der Unterschied “Motivation” ist sehr deutlich und auch auf vielen Ebenen extrem unterschiedlich. Und auch die Umgebung ist absolut gegensätzlich.

 

Mein eigentlicher Punkt ist das Betriebsklima und Führung bzw das Management. Es gibt viele Führungsseminare und Motivationstrainings und es gibt auch Studien, die eindeutig belegen, je erfolgreicher ein ManagerIn ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen PsychopathIn handelt. Das gilt aber nur für einen bestimmten “Glaubensbereich". Also einer Auffassung oder einem Verständnis über eine bestimmte Form der Wirtschaft bzw Economie. Provokant kann man diese Theorie auch gerne Einpeitscher oder Sklaventreiber nennen. Sie ist leider heute immer noch bei lernresistenten Unternehmen sehr weit verbreitet und versucht mit Work-Life-Balance das Bild wissentlich oder unwissentlich toxisch zu schönen.

 

Dass es auch anders geht und dass Work-Life-Balance nicht zum Verdecken von grundlegenden Problemen eines Unternehmens benutzt wird, gibt es glücklicherweise immer mehr, da intelligente Unternehmen verstanden haben, wie man es richtig und auch erfolgreich macht. Leider sind es immer noch viel zu wenige.

 

Meinens Erachtens sollte sich jedes Unternehmen, das sich mit Work-Life-Balance beschäftigt um ein Vielfaches mehr damit beschäftigen, welche Führungskräfte bzw Management sie beschäftigen. Und welchen Führungsstil sie fördern. Denn Menschen sind extremst belastbar, aber durch den falschen Führungsstil schwindet diese Belastbarkeit mittel- bis langfristig, bis hin zum totalen Ausfall und schädigt damit das Image und den Ruf des Unternehmens, das Betriebsklima, andere Mitarbeiter und definitiv die Produktivität und damit auch den Gewinn.

 

Die Attraktivität eines Unternehmens kann also nur sehr schlecht an den Faktoren 4-Tage-Woche oder Anzahl der Work-Life-Balance Angebote abgelesen werden. Attraktiv ist ein Unternehmen in dem man sein Arbeitsleben leben möchte.

 

Weitere Artikel

  1. Persönlichkeitsstörung: “Auffällig viele Psychopathen werden Chef”
    https://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-05/psychopathen-interview-psychologe-jens-hoffmann
  2. Psychopathische Manager haben weniger Erfolg https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/psychopathen-schlechtere-chefs-100.html

 

Linux Musikproduktion - Audio & Routing

08. Juli 2021 um 10:05
Von: hoergen
Linux Musikproduktion - Audio & Routing

 

Um unter Linux das hochkonfigurierbare Audiosystem zu verstehen, braucht man gerade am Anfang ein paar Stichwörter, damit man weiß wo man nachschauen muss. Das mag gerade zu Beginn für professionelle Anwender sehr komplex erscheinen, dafür ermöglicht es aber Audioroutings und Konfigurationen Out Of The Box, wofür sie von Anwendern aus der Windows und Apple Welt sehr beneidet werden.

 

Audio Routing

Für professionelles Audio unter Linux nutzt man normalerweise den Jack Audio-Server https://jackaudio.org/ . Um dann komfortabel die Ein- und Ausgänge und die Programme miteinander zu verbinden (Routing) gibt es Tools wie QJackCTL, Cadence, Claudia und Catia. Kurz zu den einzelnen Tools

 

QJackCTL ist ein Programm mit dem man den Jack Audioserver konfigurieren, starten und stoppen kann. Ebenso kann man dort die “Strippen ziehen". In der allerneusten Version vom 07.07.2021 ist das Interface mit dem man die Strippen ziehen kann wesentlich überarbeitet worden, so dass sie der 2D Ansicht der ehemaligen LADISH Konfigurationstools entspricht.

 

Cadence  ist das Programm um Jack zu konfigurieren. Das Programm stammt von dem Macher von kx.Studio und ist bereits abgekündigt vermerkt. Das heisst, es wird nicht weiter entwickelt.

 

Claudia und Catia sind sogenannte LADISH Frontends und auch bereits abgekündigt.

 

LADISH - LADI Session Handler - wobei LA für Linux Audio steht, aber ich leider nicht erkunden konnte wofür das DI steht? Direct Interface?

 

Audio Server unter Linux

Das kann für einen Neueinsteiger sehr verwirrend sein. Denn man muss erstmal verstehen, dass es unter Linux nicht nur einen einzige Audiokonfiguration gibt, sondern dass da gleich mehere Dinge (Audio Server) existieren.

 

ALSA - Das ist die Basis für Audio unter Linux. Hier sind die Treiber und rudimentäre Soundprogramme. Die Konfiguration geschieht meist automatisch und wird in Textdateien im System abgespeichert.

 

PulseAudio - Das ist für normale Desktopanwender, quasi das Consumer Audiosystem. Die Konfiguration passiert automatisch und die Einstellungen sind in den verschiedenen Desktopoberflächen, wie KDE/Plasma oder GNOME integriert.

 

Jack - Ist ein sogenannter Low Latency Audio Server für Professionelle Anwendungen. Die Konfiguration erfolgt etnweder auf dem harten Weg per Textdateien, oder mit grafischen Programmen wie QJackCTL, Cadence, Claudia oder Catia.

 

Pipewire - Ist das zukünftige Audiosystem für Linux, das die Vorteile und Bequemlichkeit von PulseAudio und die professionellen Anforderungen von Jack miteinander vereint. Nach einer Übergangszeit, sähe eine Installation so aus, dass ALSA mit den Treibern immer noch die Grundlage bildet und darüber liegt dann Pipewire und regelt den Rest. Und das sogar noch Latenzärmer, als Jack es sowieso schon macht.


Pipewire Status: Mitte 2021 fangen die Distributionen an Pipewire zu integrieren. Man kann es auch selbst installieren, muss sich aber darauf gefasst machen ein wenig basteln zu müssen. Vermutlich haben alle wichtigen Distributionen Pipewire Ende 2022 komplett integriert.

 

Zukünftige Audio- und Routingkonfigurationen werden statt mit dem LADISH Protokoll mit dem NSM (Non Session Management) Protokoll konfiguriert. Dazu wird es aber noch einen eigenen Artikel geben.

 

Entsprechende Tools sind:

RaySession https://raysession.tuxfamily.org/en/manual
RaySession ist ein Audio-Session-Manager für GNU / Linux. Er ermöglicht es, mehrere Audioprogramme in der gleichen Sitzung zu starten, Projekte gemeinsam zu speichern und so vermeidbare Doppelkonfigurationen und Schritte wezulassen, um zu einer bestimmten Konfiguration zurückzukehren.

 

Agordejo https://www.laborejo.org/documentation/agordejo/english.html
Agordejo (Esperanto: ‘Ort, um Dinge einzurichten’) ist ein Session-Manager für die Musikproduktion. Er dient dazu, Programme zu starten, sich deren (JACK-)Verbindungen zu merken und das Leben im Allgemeinen zu erleichtern.

 

Quellen:

  1. Linux Audio Wiki https://wiki.linuxaudio.org
  2. LADISH Entwicklerseite https://github.com/LADI/ladish/
  3. kx.Studio https://kx.studio/
  4. QJackCTL https://qjackctl.sourceforge.io/
  5. Patchage https://drobilla.net/software/patchage
  6. RNCBC (Tools für Jack) https://www.rncbc.org/drupal/
  7. NSM (Non Session Management) API http://non.tuxfamily.org/nsm/API.html
  8. NSM Erklärung https://wiki.linuxaudio.org/apps/categories/nsm

 

 

 

 

Open Source Voice Assistants

07. Juli 2021 um 12:24
Von: hoergen

Siri, Duo, Alexa, Cortana oder wie sie alle heissen. Diese digitalen Assistenten, die immer einen Kanal zur Hersteller Cloud brauchen und über diesen Kanal auch immer mithören und das natürlich auch beim Hersteller verarbeiten. Warum tut man sich sowas an und stellt sich eine Wanze ins Eigenheim? Man muss schon einen gehörigen Schaden haben sich sowas in sein privates Zuhause zu stellen und auch noch Geld dafür zu bezahlen. Egal. Es gibt für sowas OpenSource Alternativen. Hier will ich einfach mal ein paar aufzählen

 

  1. Kalliope - https://kalliope-project.github.io/
    Kalliope is a modular always-on voice controlled personal assistant designed for home automation. Kalliope can be installed on multiple linux system, and also on small single-board computers like the Raspberry Pi.

  2. Mycroft - https://mycroft.ai/
    Mycroft is the world’s first open source assistant. Mycroft runs anywhere – on a desktop computer, inside an automobile, or on a Raspberry Pi. This is open source software which can be freely remixed, extended, and improved. Mycroft may be used in anything from a science project to an enterprise software application.

  3. SUSI - https://github.com/fossasia/susi_linux
    This project aims at creating an implementation of Susi, capable to run on Linux Devices in a headless mode. It will enable you to bring Susi AI intelligence to all devices you may think like a Speaker, Car etc.

  4. Jasper - https://jasperproject.github.io/
    Jasper is an open source platform for developing always-on, voice-controlled applications. Use your voice to ask for information, update social networks, control your home, and more. Jasper is always on, always listening for commands, and you can speak from meters away. Build it yourself with off-the-shelf hardware, and use our documentation to write your own modules.

  5. Snips - https://snips.ai/
    Using Voice to Make Technology Disappear. Snips provides Private-By-Design, Decentralized Voice Assistant Technology and Solutions. Snips was built from scratch to protect your privacy. Everything runs directly on-device, meaning no one will ever hear your voice but you. This required over 4 years of research, during which our team pushed the limits of what can be done with AI on tiny devices. (Raspi)
    Update 21.11.2019 : Sonos kauft französische Sprachassistenten-Firma Snips

  6. Leon - https://getleon.ai/
    Leon is an open-source personal assistant who can live on your server. He does stuff when you ask him for. You can talk to him and he can talk to you. You can also text him and he can also text you. If you want to, Leon can communicate with you by being offline to protect your privacy.

  7. Mozilla DeepSpeech - https://github.com/mozilla/DeepSpeech
    Project DeepSpeech is an open source Speech-To-Text engine, using a model trained by machine learning techniques, based on Baidu’s Deep Speech research paper. Project DeepSpeech uses Google’s TensorFlow project to make the implementation easier. Blogbeitrag „Mozilla stellt weltweit größten Sprach-Datensatz kostenlos zur Verfügung


  8. Almond https://almond.stanford.edu/
    Almond is the open virtual assistant that you can access through your phone and the web. It helps you configure your devices, accounts, and public services, retrieve data from them, and execute actions on them. It also lets you share your data with your friends and families easily. Oh, by the way, it’s open source and it protects your privacy!


  9. Vosk https://github.com/alphacep/vosk-api
    Update 07.07.2021

    Vosk is a speech recognition toolkit. Features:
    Supports 18 languages and dialects - English, Indian English, German, French, Spanish, Portuguese, Chinese, Russian, Turkish, Vietnamese, Italian, Dutch, Catalan, Arabic, Greek, Farsi, Filipino, Ukrainian. More to come.
    Works offline, even on lightweight devices - Raspberry Pi, Android, iOS
    Installs with simple pip3 install vosk
    Portable per-language models are only 50Mb each, but there are much bigger server models available.
    Provides streaming API for the best user experience (unlike popular speech-recognition python packages)
    There are bindings for different programming languages, too - java/csharp/javascript etc.
    Allows quick reconfiguration of vocabulary for best accuracy.
    Supports speaker identification beside simple speech recognition.

    Github https://github.com/alphacep/vosk-api

 

Es gibt sicherlich noch mehr. Falls ihr ein paar kennt, dann schreibt mir das bitte in die Kommentare.

 

 

Chia - Elektroschrott statt Energie

03. Juni 2021 um 14:01
Von: hoergen

Bitcoin und Ethereum sind böse! Warum? Weil sie Unmengen an Strom verbrauchen, langsam sind und auch noch extrem hohe Gebühren haben. Aber eigentlich nur weil sie so eine Menge Strom verbrauchen. Also Bitcoin, Ethereum aka Kryptowährung ist böse! Das ist die öffentliche Meinung.

 

Friemeln wir das mal auseinander.

 

Bitcoin und Ethereum sind Kryptowährungen und Blockchain neben zrika über 7000 anderen Kryptowährungen und ein wenig weniger Blockchains. Wer also sagt Kryptowährungen sind böse, hat einen etwas übersteigerten Hang zu unsinnigen Aussagen und kann sich gleich in die Reihe der Rassisten und anderen VerallgemeinerernInnen stellen.

 

Wie hier erklärt nutzen z.B. Bitcoin und Ethereum das energieintensive Proof of Work (PoW). Dieser Energiehunger hat unter anderem dazu geführt, dass eine riesige Anzahl von Projekten, die alternative Energiegewinnung nach Vorne bringen wollen massiv gefördert wurden. Nicht, dass das jetzt den massiven Energiehunger rechtfertigen würde, aber wenn man schon darüber spricht, sollte man auch über die nicht gerade kleinen, sondern eher großen Nebeneffekte sprechen! Wer Kryptowährung mag, aber die Energieverschwendung meiden will, der schaut sich nach PoS Kryptowährungen um.

 

So jetzt aber zu, eigentlichen Thema: Chia, dem gesellschaftlich gefeierten Elektroschrott Müllberg.

 

Einfach gesagt ist Chia eine Kryptowährung aus Kalifornien (Ironie: Kalifornien stand ja schon immer für Umweltfreundlichkeit). Diese Kryptowährung ist auf die Bereitstellung von Festplattenplatz ausgerichtet. Das heisst, das was bei den anderen mit PoW oder PoS gemacht wird, wird hier mit Harddisks gemacht (Proof of Space and Time). Wer genauer wissen will, wie das geht, liest sich bitte das Whitepaper durch.

 

Seit vor ein paar Monaten bekannt wurde, dass Chia startet, gab es ein immenses Bestellvolumen an Festplatten, so dass es im Moment sogar einen Festplattenlieferengpass gibt. Das heißt, es werden seit Monaten unvorstellbar riesige Mengen an Festplattenarrays weltweit aufgebaut, so dass selbst die NSA mit ihren riesen Datensilos aussehen wie blutige Anfänger.

 

Zum Thema, dass Chia angeblich umweltfreundlicher als Bitcoin oder Ethereum sein soll

 

Festplatten müssen gebaut, verschifft, betrieben und regelmäßig ausgetauscht werden. Sie verbrauchen Energie bei der Herstellung, beim Betrieb und sind einfach nur noch Elektroschrott, wenn sie nach 6 Monaten weggeschmissen werden. Wenn das besser sein soll, dann weiß ich aber auch nicht!

 

PS: Chia war schon immer eine Verarsche. Alleine in den Ökoläden hat man es als Superfood für teures Geld. Leinsamen hat den gleichen Effekt ist aber massiv günstiger!

 

 

 

PoW, PoS und Zinsen bei Kryptowährungen

03. Juni 2021 um 13:32
Von: hoergen

Ja, das mit dem Energieverbrauch wird auch oft falsch erklärt, wobei es eigentlich ganz einfach ist.
Es gibt bei Bitcoin das “Minen” (Suche nach dem nächsten Bitcoin ode rEthereum) und das sogenannte PoW (Proof of Work). Das PoW ist ein Wettstreit, wer zuerst einen Algorithmus Hashcash https://www.bitcoinmining.com/what-is-hashcash/ lösen kann. Das ist ist ziemlich rechenintensiv und verbraucht eben sehr viel Strom.

 

  1. Wer den Wettstreit gewinnt, der darf einen neuen Block an die Blockchain hinzufügen.
  2. In diesem Block werden eine gewisse Anzahl Transaktionen gespeichert
  3. Jede dieser Transaktionen kostet natürlich Gebühren
  4. Wer den Block hinzufügen darf, darf auch die Gebühren der Transaktionen behalten


Bei z.B. TRON/TRX und bei einigen anderen Kryptowährungen gibt es zum einen kein energieintensives “Minen", sondern dort wurde die Anzahl der Tokens bzw Coins ganz einfach festgelegt und im aller ersten Block (Genesisblock) der Blockchain gespeichert und zum Anderen kommt das PoS (Proof of Stake) zum Einsatz. Das wiederum funktioniert ein wenig wie eine Lotterie.

 

  1. Man muss einen “Einsatz” bringen. Also so viele Coins wie man aufbringen kann
  2. Diese Coins werden dann für eine gewisse Zeit eingefroren gefreezed / ge"staked” (Staking). Also so, wie wenn das FBI Konten von Verbrechern einfriert
  3. Dann bewirbt man sich für den nächsten Block in der Blockchain
  4. Die Teilnehmer mit den höchsten Beträgen, haben auch die höhere Wahrscheinlichkeit den nächsten Block erstellen zu dürfen. Aber da es nur eine Wahrscheinlichkeit ist, können auch kleinere “Pools” den Zuschlag bekommen.
  5. Wer den nächsten Block erstellen darf, darf wieder die Gebühren behalten.

 

Daher passiert es auch recht häufig, dass Kryptobörsen ihren Kunden ein Staking anbieten. Das bedeutet, dass die Börsen die Coins der Kunden zu ihren Pools hinzufügen dürfen und damit deren Wahrscheinlichkeit auf Ertrag durch die Erstellung des nächsten Blocks steigert. An dem Ertrag werden die Kunden dann natürlich mit einem gewissen Anteil beteiligt. Im Prinzip sowas wie Zinsen.

 

 

Du hast doch Ahnung von Computern - Support

03. Juni 2021 um 10:20
Von: hoergen

“Du kennst dich doch mit Computern aus, ich hab da ein Problem, hast du eben mal schnell Zeit?”

Jeder ITler kennt diese Sätze. Und jeder weiss wohin so ein Satz “Du kennst dich mit Computer aus, kann ich dich was fragen?” hinführen kann. Ein paar Beispiele:
- Zweitägige Instalationsarie von einem selbstverdaddeltem System
- Neuverkabelung
- WLAN Strecken Konfiguration
- Routerkonfiguration
- Firewall
- Antivirus Schlangenölsoftware
- Beratung für Smart TVs
- Internet Provider Wahl
- Provider Probleme
- Car Audio Systeme
- Surround Sound Beratung für die heimische Kinoanlage
- Windows, Mac, Android, Ipfosten Fone
- wildeste Apps, von denen noch nie jemand gehört hat
- usw und so fort

Eine kleinere oder größere Weile im Leben ist man so blöd und hilft den Leuten, von denen man dann anschließend so lange nichts mehr hört, bis sie wieder ein Problem haben. Die eine Hälfte meldet sich dann mit Beschuldigungen “Du hast mir das empfohlen, jetzt musst du mir auch helfen", die anderen unter einem Vorwand und ist “hilflos". Wenn das Problem gelöst ist, hört man so lange nichts mehr von den Leuten, bis wieder mal ein Problem auftaucht.

Ein Klassiker sind Kaufberatungen. “Ich brauche einen Computer, was soll ich kaufen". Du evaluierst wägst ab, hilfst einen vertrauenswürdiges Produkt und Laden zu finden. Und dann kommt das Schnäppchenfritze oder die Billigelse mit dem “Angebot” vom Discounter umme Ecke und du sollst dann alle Probleme von dem Ding lösen. Die dann auch meistens erst nach einem halben Jahr oder einem Jahr auftreten. Ganz DreisteInnen behaupten dann auch noch, man hätte ihnen zum Kauf geraten.

Ein kleiner Tipp für alle, die diese Situation kennen. Seid nicht so hilfsbereit, oder lasst euch mit einem > 50€ Stundenlohn bezahlen. Zum einen werdet ihr weniger Anfragen haben und zum anderen bekommt ihr wenigstens Geld für eure Lebenszeit von diesen Menschen. Entfernt solche toxischen Menschen aus eurem Leben. Sie sind auf Dauer eine unnötige Belastung, wenn sie keine Kunden sind.

Da ich persönlich immer noch Spaß an der gesamten Materie habe und auch an anderen Themen, wie Musik und entsprechende Software, bin ich schon lange in Foren und Communities unterwegs. Ich erstelle Tutorials , wie man was machen kann, damit jede Person, die es interessiert sich das anschauen kann. Und vielleicht hilft es ja der einen oder der anderen.

Ich diskutiere nur noch in Foren über Einzelprobleme von Leuten zusammen mit anderen Leuten, damit wiederum andere Menschen, die die gleichen Probleme haben das dort nachlesen können, oder sich an der Diskussion beteiligen können. Alles andere ist für mich indiskutabel.

Kauft seriöse Hardware und installiert Linux. Euer Geiz ist geil dürft ihr mir gerne bezahlen.

 

Wohnungsenteignung

30. Mai 2021 um 10:58
Von: hoergen

Ich persönlich finde diese Diskussion, gerade in Berlin, um Wohnungsenteignungen und Zurückkauf mal wieder so halb durchdacht. Toxisches Politiker Amtsperiode-Denken.

Klar, wäre es schön, wenn die Stadt mehr Wohnungen wie z.B. Wien besäße. Allerdings hat Wien vor über 100 Jahren damit angefangen und hat auch nicht zwischendurch aus Geldgier eine Menge Wohnungen (und übrigens auch Infrastruktur) verkauft.

Und klar wäre es gut, wenn nicht jeder daher gelaufene Arschlochinvestor, sich seiner sozialen Verantwortung entzieht, die Gesetze missbraucht, um seinen Gewinn zu maximieren.

Aber, wer wirklich nachhaltig etwas an dieser Situation verändern will und das auch nicht nur in seiner Amtsperiode, der denkt ein wenig länger als 4 Jahre. Der denkt in 20/50/100 Jahren. Alles andere ist Augenwischerei und toxischer Populismus.

Was die Politik schnell und unumstößlich auf den Weg bringen sollte, sind Maßnahmen, womit es jedem Bürger möglich ist auch sehr langfristig Wohneigentum zu schaffen. Da wären zum Beispiel

 

  • Mietkauf. Für eine erhöhte Miete kann man z.B. die Wohnung über einen Zeitraum von 20/30 Jahren kaufen. Eine super Altersvorsorge! Und der Staat kann mit dem zusätzlich eingenommenen Geld neue Wohnungen bauen oder kaufen.
  • Extrem günstige Kredithilfe vom Staat
  • Wer schon eine Wohnung/Haus hat erhält diese Möglichkeit erst wieder, wenn dieses Eigentum verkauft wird.
  • Wer zusätzlich Wohungen/Häuser kauft muss eine erhöhte Steuer dafür entrichten, die für die Finanzierung von Mietkauf und Kredithilfe verwand wird.

 

Alle diese Angebote dürften nur für natürliche Einzelpersonen gelten und Firmen, Organisationen, Gemeinschaften MÜSSEN kategorisch ausgeschlossen werden, um von vornherein einen Missbrauch zu verhindern.

Und Fachleute kennen da sicherlich noch wesentlich mehr Wege, wie man das langfristig so einfädeln kann, dass Eigentum besser verteilt werden kann. Fragt die Fachleute!

 

Es ist immer ein Weg, da wo auch ein Wille ist. Aber wenn kein Wille da ist ……

 

PS: Wenn sich jemand trotz eines Vollzeitjobs z.B. keinen Mietkauf leisten kann, dann ist da spätestens die nächste Baustelle. Nur mal so als Tipp für aufstrebende PolitikerInnen.

 

 

 

libinput & Mausgesten in KDE

26. Mai 2021 um 11:18
Von: hoergen

Mir ist aufgefallen, dass ich gar nichts über Touchpads und Mausgesten im Blog hier habe, diese aber schon seit einer gefühlten Ewigkeit benutze. Was man dafür braucht ist ein einigermaßen aktuelles Notebook mit einem Touchpad, das Zweifinger-, oder Dreifingergesten unterstützt.

In modernen Linux Desktop Distributionen, wie zum Beispiel Kubuntu kommt libinput als zum Einsatz, um sämtliche Eingaben für sogenannte Display Server zur Verfügung zu stellen. Also alles, was sich Tastatur, Maus, Touchpad, Stift oder sonst noch Eingabegerät nennt, mit dem man irgendwelche Eingaben am Computer machen kann. Libinput ist der Input Manager des Displayservers Wayland.

Hintergrund zum Thema Display Server unter Linux:

Da unter Linux vieles modular aufgebaut ist, also viele Programme und Programmbibliotheken arbeiten zusammen um z.B. eine komplexe Sache erledigen. Frei nach dem Prinzip “teile und herrsche", ist auch die grafische Anzeige in verschiedenen Programm(bibliotheken) unterteilt. So ist die grafische Anzeige bei Linux Desktopsystemen klassischerweise in 3 verschiedene “Programme” aufgeteilt: 1. Display Server, 2. Fenstermanager,, 3. Desktopmanager . Beim letzten Punkt verschwimmt die Teilung mittlerweile etwas. Grob kann man aber sagen, dass:

  1. Display Server (Xorg/Wayland) organisieren beispielsweise die grafische Auflösung, grafische Darstellung, Multimonitorsetup und auch Netzwerkkommunikation zwischen Displayservern auf unterschiedlichen Computern.
  2. Fenstermanager organisieren die Darstellung, Funktion und Verwaltung von Fenstern, Scrollballken, Fenstereigenschaften, Icons usw
  3. Desktopmanager organisieren die Kommunikation zwischen verschiedenen Programmen (z.B. Copy&Paste) und einiges mehr.

Der Displayserver Xorg ist schon relativ alt und der Nachfolge.Displayserver ist Wayland, der so langsam in die Distributionen mit einzieht. Mehr zu diesem Thema findest du auf englisch hier https://freedesktop.org/wiki/Software/ .

 

So, nun aber zum eigentlichen Thema Mausgesten auf dem Touchpad einrichten.

 

Vorbereitung
Installiert sind bei meinem Kubuntu 20.04 folgende Pakete xserver-xorg-input-libinput, libinput-bin, libinput-tools, libinput10, xinput, xdotool . Diese sollten bereits installiert sein. Prüfe das zuerst mit dem Befehl
sudo apt list xserver-xorg-input-libinput libinput-bin libinput-tools libinput10 xinput xdotool
Sollte eines der Pakete fehlen, installiere es mit sudo apt install PAKETNAME

 

Konfiguration
Konfiguriert wird libinput entweder systemweit für alle Benutzer in der Datei /etc/libinput-gestures.conf oder nur für den entsprechenden (eigenen) Benutzer im Homeverzeichnis des Benutzers in der Textdatei ./conf/libinput-gestures.conf . Als Vorlage kann man sich die Datei aus /etc/libinput-gestures.conf in das eigene Benutzerverzeichnis kopieren mit cp /etc/libinput-gestures.conf ~/.config/libinput-gestures.conf . Die Benutzerkonfiguration “überschreibt” immer die systemweite Konfiguration.

 

In der Datei steht am Anfang auch eine Erklärung auf Englisch, wie man das mit der Konfiguration funktioniert

# Each gesture line has 3 [or 4] arguments separated by whitespace:
#
# action motion [finger_count] command
#
# where action and motion is either:
# swipe up
# swipe down
# swipe left
# swipe right
# pinch in
# pinch out

 

Grob gesagt: Jede Gestenkonfiguration pro Zeile enthält 3 bis 4 Argumente, die mit einem Leerzeichen getrennt werden. Bei mir sieht das zum Beispiel so aus (nur 3 und 4 Fingergesten. Keine 2 Fingergesten, da es sich sonst eventuell mit dem Scrollen beisst)

# Show all windows on the Screen
gesture swipe up 3 xdotool key ctrl+F9
gesture swipe down 4 xdotool key ctrl+F8

# Minimize current window
gesture swipe down 3 xdotool key super+space
#gesture swipe up 3 xdotool key super+Page_Down
gesture swipe left 3 xdotool key ctrl+super+Left
gesture swipe right 3 xdotool key ctrl+super+Right


Wichtig hierbei sind 2 Dinge!

  1. Die Aktionen, was passiert, wenn man “swiped” muss in den Systemeinstellungen (grafisch) - Verhalten des Arbeitsbereiches - Arbeitsflächen-Effekte schon konfiguriert sein. Oder aber auch über Systemeinstellungen - Kurzbefehle - Globale-Kurzbefehle - KWin konfiguriert sein!
  2. Die Windows- bzw Linux Taste wird in den Systemeinstellungen als “Meta” bezeichnet. In der Konfiguration von libinput wird sie aber als “Super” bezeichnet. Ansonsten gilt Alt, Ctrl,Shift, Blank, Tab, Page_up, Page_down, left, right, up, down, usw

 

Starten des Dienstes

Es gibt zwei Wege den entsprechenden Dienst zu starten, damit die Gesten funktionieren. Der bevorzugte Weg ist dieser hier

libinput-gestures-setup service

Dann muss noch konfiguriert werden, dass der Dienst für den Desktop aktiv ist

libinput-gestures-setup autostart

Wenn man etwas an der Konfiguration ändert, so kann man das im laufenden Betrieb aktiv machen, indem man

libinput-gestures-setup stop && libinput-gestures-setup start 

oder das hier eingibt

libinput-gestures-setup restart

Den Status prüft man mit dem Befehl

libinput-gestures-setup status

 


Zusätzliche Infos

  • Mit xinput list bekommst du eine Auflistung aller möglichen Eingabegeräte, die an deinem Computer angeschlossen sind.
  • Mit xinput list-props ID bekommst du die Parameter, die mit dem entsprechenden Device (Maus, Tastatur, Touchpad) möglich sind.
  • Mit xinput set-prop ID EIGENSCHAFTEN (ohne Kommas) kannst du die meisten Eigenschaften verändern.

 

Quellen

  1. Libinput-gestures https://github.com/bulletmark/libinput-gestures
  2. Dokumentation (englisch) https://wayland.freedesktop.org/libinput/doc/latest/features.html
  3. Libinput Home https://freedesktop.org/wiki/Software/libinput/

 

 

KDE Mausklick "Problem"

25. Mai 2021 um 16:21
Von: hoergen

Ich habe seit längerer Zeit das Problem in dem Musikprogramm (DAW) Bitwig, dass Klicks irgendwie nicht so richtig gut verarbeitet werden. In letzter Zeit wird das Problem intensiver und daher habe ich mich mal auf die Suche gemacht, um dieses Problem in meinem Kubuntu 20.04 einzugrenzen.

Dazu kommt noch, dass seit dem Wechsel von evdev nach libinput sind auch die erweiterten Einstellungen der Mauseigenschaften in den Systemeinstellungen nicht mehr verfügbar. Aber Linux wäre nicht Linux, wenn man das nicht in einer Textdatei selber eintragen könnte.

Im Homeverzeichnis des Benutzers gibt es das versteckte Verzeichnis .config und dort gibt es die Textdatei kdeglobals .

Die Datei kdeglobals öffnet man mit einem Texteditor wie z.B. Kate und sucht den Abschnitt der mit [KDE] anfängt. Bei mir sieht dieser Teil dann mit der entsprechenden weiteren Konfiguration mit einem kürzeren Doppelklick (DoubleClickInterval - Angabe in Millisekunden) so aus

[KDE]
AnimationDurationFactor=1.000000
ColorScheme=Breeze
LookAndFeelPackage=org.kde.breezedark.desktop
ScrollbarLeftClickNavigatesByPage=false
ShowDeleteCommand=false
ShowIconsInMenuItems=true
ShowIconsOnPushButtons=true
SingleClick=true
contrast=4
DoubleClickInterval = 200

 

 

Obsidian - Error file watchers

25. Mai 2021 um 15:56
Von: hoergen

Obsidian startet manchmal mit einer Fehlermeldung, dass nicht genügend File Watchers zur Verfügung ständen “System limit for number of file watchers reached, watch...” und man diese doch erhöhen möchte. Das taucht bei mir mal hier mal da nach einem kompletten Neustart auf und hat etwas mit einem Bug des Electron Frameworks zu tun ….

Einen Workaround für diesen Fehler kann man direkt im Systen eingeben.

Man öffnet mit root Rechten die Datei /etc/sysctl.con mit einem Editor und fügt folgende Zeile an das Ende (wenn die Zeile noch nicht da sein sollte)

fs.inotify.max_user_watches=524288

Mit folgendem Befehl wird geprüft, ob die Einstellung auch übernommen wurde

sudo sysctl -p

Danach sollte Obsidian wieder starten.

 

Ein anderer Ansatz ist es im Verzeichnis /etc/sysctl.d/ die Datei 10-user-watches.conf anzulegen und dort die obige Zeile einzutragen

 

Weitere Artikel

  1. Obsidian - Markdown your Power

 

 

Der Weg ist am Ziel

20. Mai 2021 um 09:33
Von: hoergen

Ein sehr erfahrener Wildhüter und eine Psychologin überleben einen Flugzeugabsturz im Amazonas Regenwald.

Glücklich und erleichtert, dass sie überlebt hat und ausgerechnet mit einem sehr kompetenten Wildhüter im Nirgendwo gelandet ist, fragt die Psychologin den Wildhüter, ob er ihr sagen könne, was essbar ist und ob er sie beide zurück in die Zivilisation führen könne.

Er beugt sich runter zum Boden, nimmt einen Stein, ein Blatt und ein wenig Erde in die Hand und fragt die Psychologin “Was lösen diese Blätter bei Ihnen für Gefühle aus?". Sie antwortet irritiert “Wie soll uns das zurück in die Zivilisation führen?".

Daraufhin der Wildhüter “Ich möchte Ihnen mit Hilfe der Psychologie vermitteln, dass es einen Weg nach Hause gibt. Ich werde Sie auf ihrem Weg begleiten und wir können jeden Tag für 5 Minuten miteinander reden, aber erfolgreich können Sie den Weg nach Hause nur in sich selbst finden.”

 

 

Nextcloud 21 Update www-data Problem

12. April 2021 um 15:03
Von: hoergen

Nach dem Update auf Nextcloud 21 gab es das Problem, dass die CRON Jobs nicht mehr liefen und der OCC Befehl “sudo -u www-data ./occ db:add-missing-indices” zur Erstellung der fehlenden Indizes auch nicht mehr funktionierte. Ein Aufruf brachte lediglich das Ergebnis “killed” bzw “Getötet". Was so viel heißt wie: Abgebrochen und nicht durchgeführt.

Lösung
Wenn eine Nextcloud mit APCU konfiguriert ist, dann benötigt Nextcloud 21 in der PHP Konfiguration unter /etc/php/7.4/cli/conf.d/20-apcu.ini oder /etc/php/8.0/cli/conf.d/20-apcu.ini eine weitere Zeile, die einfach unten angehängt wird, die folgendermaßen aussieht

apc.enable_cli=1

 

Die Lösung des Problems stammt von  hier.

 

 

 

 

Tutorial - BigBlueButton - Rundgang und ein einfacher Meeting Leitfaden

04. April 2021 um 20:58
Von: hoergen

In diesem Tutorial stelle ich einen einfachen Leitfaden für Meetings vor, dann gehe dann mit euch einmal quer durch die Opensource Webkonferenz Software Big Blue Button und erzähle ein wenig Etwas zu den verschiedenen Optionen und Möglichkeiten.

 

 

LibreOffice findest du hier https://de.libreoffice.org/

Einfacher Leitfaden für Online Meetings & Schulungen

Vorbereitung

  1. Agenda und Ablauf festlegen

  2. Zeit bestimmen

  3. Informative Einladungen verschicken

  4. Hinweise auf die Regeln des Meetings wie z.B. Bitte Headsets benutzen, bitte stumm schalten, wer nicht spricht, Kameras nicht notwendig, Telefone bitte aus, bitte pünktlich sein.



Meeting Vorbereitung

  1. 5-10 Minuten vorher online sein

  2. Benötigte Materialien (Präsentationen) hochladen

  3. Eventuell benötigter Text in die gemeinsamen Notizen kopieren

  4. Einstellungen für den Raum nochmal überprüfen



Meeting Start

  1. Präsent sein, mit den Teilnehmern reden (Smalltalk)

  2. z.B. nach 5 Minuten mit dem Meeting starten / Teilnehmerliste runter laden

  3. Wer schreibt das Protokoll in den gemeinsamen Notizen? Oder alle?

  4. Noch mal der Hinweis auf die Regeln und dann die Agenda abarbeiten



Meeting Ende

  1. Notizen speichern / runter laden

  2. Meetingprotokoll an alle Teilnehmer verschicken

  3. Ergebnisse dokumentieren

 

 

 

 

 

Fragen zu Artikeln oder Themen aus dem Blog

12. März 2021 um 08:27
Von: hoergen

Liebe Leute, in letzter Zeit bekomme ich sehr viele weiterführend Fragen zu Artikeln über das Kontaktformular. Also per Email direkt zugeschickt. Das ist nicht Sinn und Zweck dieses Blogs, dass Informationen fern der Öffentlichkeit geteilt werden. Wenn ihr Fragen habt, dann stellt sie bitte in den Kommentaren, damit andere Leute auch die Chance haben etwas zu lernen, oder eventuell zu helfen. Vielen Dank.

Digitale Währung, Stablecoin & Kryptowährung

05. März 2021 um 14:34
Von: hoergen

https://hyperblog.de/media/users/hoergen/podcast/202210305_digitalew_hrung_stablecoin_kryptow_hrung.mp3?mtime=1614953257

Da von außen gesehen diese drei Begriffe alle recht ähnlich klingen und in Medien, die sich nicht wirklich damit auseinander gesetzt haben, immer wieder alles heillos durcheinander geworfen wird, will ich hier versuchen etwas mehr Klarheit zu schaffen.

 

Eine Digitale Währung

  • ist ein Zahlungsmittel innerhalb z.B. eines Computerspiels oder das was Facebook mit Libra oder Diem vor hatte (oder hat).
  • Facebook hatte zwar versucht diese Währung als “Kryptowährung” zu definieren, aber das wäre ungefähr so hanebüchen, als würde man im Bereich Mobilität das Anstupsen eines Steines mit der Fortbewegung in einem Helikopter gleichsetzen.
  • Eine Digitale Währung wird fast immer nur von einer Entität (Firma) kontrolliert und von dieser mit einem Wert versehen.

Ein Stablecoin ist

  • eine Blockchain basierte Währung,
  • die oft an eine FIAT Währung (Euro, Dollar, Rubel) gebunden ist.
  • oder auch an Werte wie z.B. Gold oder Silber
  • Das könnte man als so eine Art Wertspiegel von der konventionellen FIAT Währung in die Kryptowährungswelt betrachten. Der Stablecoin hat also den Wert der entsprechenden FIAT Währung.
  • Der Sinn eines Stablecoins ist, dass der Wert, den man los schickt auch noch den Wert hat, wenn der Coin beim Empfänger ankommt.
  • Da gibt es z.B. Tether (USDT), USDC, DAI, Carbon, SUN und viele weitere. Schweden plant sogar selbst einen Stablecoin namens E-Krona.
  • FIAT Währungen werden von Staaten bzw Staatenverbunden, und den Zentralbanken gesteuert.

Eine Kryptowährung

  • ist nicht nur oder nicht unbedingt ein Zahlungsmittel,
  • sondern enthält auch wie z.B. bei TRON oder Ethereum weitergehende Funktionalitäten wie
  • Smart Contracts
  • und dApps.
  • Eine Kontrolle einer Kryptowährung durch eine Entität, wie ein Staat oder eine einzige Firma ist komplett unmöglich.
  • Der Wert der Währung wird im Prinzip von allen Nutzern der Währung bestimmt.
  • Der Einsatz einer Blockchain und VOR ALLEM die Dezentralität der Blockchain garantieren den Schutz vor Manipulation und Kontrolle durch einzelne Machtstrukturen.

 

Ein Artikel mit weiteren Details zu Stablecoins hat Blockwelt im Dezember 2019 veröffentlicht https://blockchainwelt.de/stablecoins-sind-preisstabile-kryptowaehrungen-moeglich/

 

Weitere Artikel zu diesem Thema hier im Blog

  1. Blockchain kurz und verständlich
  2. Blockchain kompliziert? Im Prinzip nicht
  3. Zentralisiert, Dezentralisiert und Verteilt - Was ist was?

 

 

 

Schöner aussehen mit Nanett

23. Februar 2021 um 18:02
Von: hoergen

https://hyperblog.de/media/users/hoergen/podcast/20210223_sch_ner_aussehen_mit_nanett_150.mp3

Um es gleich vorweg zu nehmen Nanett ist keine App, Blockchain, Person, Kleidung oder Schminkschatulle. Nanett ist einfach nur eine geschummelte Abkürzung.

Kennt ihr die Menschen, die was erklären wollen, aber man nach 5 Minuten eigentlich immer noch nicht weiß, von was die sprechen? Und wie fühlt ihr euch nach 10 Minuten, immer noch nicht wissend, um was es eigentlich geht? Dann gibt es die Menschen, die mit einem Satz alles auf den Punkt bringen. Sind die nicht großartig?

Hand aufs Herz: Mit welcher Sorte Mensch trefft ihr euch lieber?

Das ist ein exzellentes Beispiel, was für Gefühle Kommunikation bei unseren Zuhörern auslösen kann. Verwirrung, Ärger, Ablehnung, Zustimmung, Freude, informiert sein.

Ein guter Sprecher, Erzähler oder einfach nur Diskussionsteilnehmer achtet immer darauf, dass er einen Kontext, also einen Bezug (Inhalt, Ort, Zeit) herstellt, zu dem was er sagt. So kann ein Zuhörer alles auch richtig einordnen.

Beispiel
“Müller hat nen Radiosender überfallen”

Der Interpretationsspielraum ist hier riesig. Warum hat Müller den Sender überfallen? Wo hat er welchen Radiosender überfallen? London, Rio, Tokio? Wann? Eben? Gestern? Letzte Woche? Und … wer ist Müller?

Es könnte eine Meldung aus einer Tageszeitung sein. Oder aber der Erzähler spricht z.B. über den Überfall 1939 der Deutschen auf eine polnischen Radiostation. Man wird es vielleicht nie erfahren? Und will es auch nicht, weil die Gespräche mit dem Erzähler einfach nur anstrengende Ratespielchen sind, wofür man nicht unbedingt 24/7 aufgelegt ist.

Manchmal hätte man einfach gerne mal ein bisschen Luxus und würde beim Zuhören alles nur einfach erfahren, ohne Nachzufragen. Einfach Wellness beim miteinander reden.

Was hat das alles mit Nanett zu tun und wer ist das?
Die etwas längere Einleitung soll ein Gefühl dafür vermitteln, wie sich unsere Zuhörer (oder Leser) fühlen können. Wer sadistsich veranlagt ist, der kann das so weiter treiben, braucht aber dafür dann auch das entsprechende Publikum. Jedes Tierchen hat sein … und so weiter.

Ich will eine Lanze dafür brechen, wenn eine Person etwas sagt, oder heutzutage per Messenger weiterleitet, sie ein wenig Kontext und Inhalt mitgibt. Nanett ist lediglich eine Abkürzung für “Nachrichten Netiquette". Also eine Hilfe wie man Nachrichten inhaltlich erfolgreich einer anderen Person näher bringt.

Denn alles was von uns kommt, formt das Bild, das Andere von uns haben.

Es hat auch einen großen Einfluss, ob sich Menschen zu uns hingezogen, oder von uns abgestoßen fühlen. Daher würde ich mir wünschen, wenn Menschen anderen Menschen z.B. per Messenger oder Social Network oder Email oder wie auch immer Nachrichten schicken, dass diese nicht nur aus einem Link bestehen, aus dem man noch nicht mal rauslesen kann, was sich dahinter verbirgt, sondern noch einen kleinen erklärenden Satz, worum es sich hier handelt, und warum der Link geschickt wird.

Geht auch nicht davon aus, dass jedes System, über das ihr einen Link verschickt, diese zusätzlichen Daten wie Bild und Kurzbeschreibung (OpenGraph) vervollständigt. Es gibt sehr viele Menschen, die diese Funktion ganz bewusst deaktivieren. Denn jeder Zugriff auf diese Informationen wird von jenem Link protokolliert und erzeugt somit eine Menge Metadaten. Wer das als Paranoia abtut, der hat die letzten 20 Jahre komplett verschlafen. Willkommen in der Zukunft.

 

 

Low Latency für die Musikproduktion

22. Februar 2021 um 22:30
Von: hoergen

https://hyperblog.de/media/users/hoergen/podcast/20210222_low_latency_f_r_die_musikproduktion_150.mp3

Da ich unter Linux Musik produziere gibt es hier und da Möglichkeiten, wie man das System etwas tunen kann. Eines der Dinge ist, dass man sich einen Low Latency Kernel installiert, wenn man an die Grenzen des Rechners stößt. Allerdings hat dieser dann eventuell so den einen oder anderen Nachteil, wenn man den Rechner noch für Alltagsarbeiten nutzt. Daher arbeite ich mit dem ganz normalen Kernel von Kubuntu 20.04 LTS der auch wunderbar seinen Dienst verrichtet.

 

Es gibt da aber dennoch die eine oder andere Kleinigkeit, die man machen kann, um das System zu optimieren. Quasi zu Fokussieren. Erik Rigtorp hat hier einen Low Latency Tuning Guide geschrieben, der ein paar sehr eigentlich selbstverständliche und ein paar interessante Vorschläge enthält.

 

Aktuell teste ich gerade recht zufriedenstellend, das Abschalten des Hyperthreadings.

Kurz gesagt: In meinem Rechner arbeitet ein Intel mit 4 CPU Cores, die virtuell jeweils nochmal aufgeteilt werden. In meinem System werden dadurch 8 CPUs angezeigt, die jeweils eigene Prozesse abarbeiten können. Das so eine Multiparallelität nicht immer von Vorteil ist, wenn man eine Sache benutzen möchte, kennt man ja schon aus der realen Welt, bzw auch von anderen Betriebsystemen.

Es gibt verschiedene Wege das Hyperthreading abzuschalten, ich habe mich im Moment für die Konsole entschieden und gegen das BIOS, so kann ich das immer recht spontan an und wieder ausschalten.

Daher habe ich mir folgendes kleines Script namens cpu_disable_hyperthreading.sh angelegt, um den Parameter komfortabel umschalten zu können. Das Skript muss mit root Rechten bzw sudo ausgeführt werden !

 

#!/bin/bash 
# Titel: Hyperthreading ausschalten
# Autor: hoergen
# Datum: 12.02.2021
#  
#  Zum Ausführen des Scriptes muss man root sein
#  
# Quelle: https://rigtorp.se/low-latency-guide/
#  
#  


while [ -n "$1"  ]; do

       case "$1" in

               -h) echo -e "\n\nOhne Parameter wird das Hyperthreading ausgeschaltet"
echo " und der aktuelle Status wird angezeigt"
                   echo    " -h zeigt diese Hilfe an"
                   echo -e " -a aktiviert das Hyperthreading wieder.\n\n";;
               -a)  echo "\n\nSchalte Hyperthreading aus. Ausgeschaltet=0"
                    echo on > /sys/devices/system/cpu/smt/control;;

               *) echo "\n\nOhne Parameter wird das Hyperthreading ausgeschaltet"
                  echo "Schalte Hyperthreading an. Angeschaltet=1"
                  echo off > /sys/devices/system/cpu/smt/control;;
       esac
       shift
done





# Disable Hyperthreading
#echo "Schalte Hyperthreading aus. Ausgeschaltet=0"  
#echo off > /sys/devices/system/cpu/smt/control
hyperStatus=$(cat /sys/devices/system/cpu/smt/active)
echo -e "\n\nHyperthreading ist aus:0 / an:1 = $hyperStatus"

# Check if turbo boost is enabled enabled = 0  
turboBoost=$(cat /sys/devices/system/cpu/intel_pstate/no_turbo)
echo -e "Turbo Boost ist an:0 / aus:1 = $turboBoost\n\n"  


 

Hier nun das gesamte Paper: Low Latency tuninng guide by Eric Rigtorp (25.04.2020) https://rigtorp.se/low-latency-guide/

 

 

 

 

Was sind dApps

17. Februar 2021 um 14:40
Von: hoergen

https://hyperblog.de/media/users/hoergen/podcast/20210217_was_sind_dapps.mp3

 

Bitcoin, Blockchain, Kryptowährungen und dApps, alles neue Begriffe und alles scheint super kompliziert (weil es keiner ordentlich erklärt).

 

dApps, wird immer wieder erklärt, sind dezentralisierte Apps. Damit hören dann 90% der “Erklärungen” auf. Manche gehen ein Stück weiter und erklären, dass diese nicht nur auf einem Server laufen, sondern auf vielen Servern. Und manche erzählen auch, dass die auf der Blockchain laufen. So, wer hat das jetzt vollumfänglich verstanden und kann sich was darunter vorstellen?

 

Dabei ist das so einfach.

 

Der klassische Ansatz von (online) Apps oder Software ist, dass man einen Dienst benutzt und dort (beim Dienstanbieter) seine Daten hinterlegt. Beispiel Emailprovider, Facebook, Apple, Google, usw.

 

dApps sollen das ändern. Nämlich, dass die Daten bei mir selbst liegen und die dApp, darf, abstrakt gesagt, die Daten benutzen, um ihre Funktionen auszuführen.

Beispiel klassisch: Jemand der eine sehr teure Uhrensammlung hat, muss die Uhren von Zeit zu Zeit warten lassen und sie auch putzen. Als Vergleich mit einem klassischen Online Services, hat er die Uhren bei einem Serviceanbieter im Depot, dort werden sie gewartet und geputzt. Der Serviceanbieter ist also im physischen Besitz dieser Uhren und kann theoretisch alles mit den Uhren und den Informationen über den Besitzer machen, was er möchte.

Beispiel dApp: Diese Uhrensammlung befindet sich bei dem Besitzer zu Hause. Regelmäßig kommt jemand vorbei wartet und putzt diese Uhrensammlung. Der Besitzer befindet sich also im physischen Besitz der Uhren und der Serviceanbieter kann lediglich auch nur den angeforderten Service erbringen und das auch nur in dem geschützten Bereich bei dem Besitzer zu Hause.

 

Grob gesagt: bei einer dApp, also einer dezentralen App, befinden sich die persönlichen Daten beim Nutzer, die dApp kommt vorbei, erbringt ihren “Service” und geht dann wieder. Der Servicegeber (Email, Social Network, usw) hat keine Hoheit über die Daten.

 

Das ist der große Unterschied zu herkömmlichen Apps/Software. Natürlich gibt es noch weitere Unterschiede, wie z.B. die Offenlegung des Quellcodes (Opensource), um die Servicequalität und Vertrauenswürdigkeit eines Serviceerbringers überprüfen zu können.

 

Ich hoffe das hat wieder etwas Licht ins Dunkel der neuen Welt gebracht?

 

 

 

Live online jammen mit SonoBus

14. Februar 2021 um 17:40
Von: hoergen

Was ist das


Sonobus ist eine Software, die entweder eigenständig, oder als VST3 Plugin benutzt werden kann, um mit anderen Menschen live Peer to Peer zu musizieren. Die Software läuft auf allen gängigen Betriebsystemen wie Linux, Windows,Mac, Android und IOS.

 

Natürlich ist eine schnelle Internetanbindung eines jeden Teilnehmers wichtig. Und mit Schnell ist nicht nur der Down- und Upload 100Mbit/20Mbit) gemeint, sondern die Latenz. Also wie lange ein Netzwerkpaket von dir zu deinen Mitmusikern braucht. Und der ganze Weg wieder zurück. Das wird oft auch als Ping bezeichnet (so heisst das Programm), der als Wert Milisekunden zurück gibt. Je niedriger dieser Wert in Millisekunden ist, desto besser. Wenn der Wert z.B. über 50ms geht, könnte es etwas abenteuerlich werden und man sollte vielleicht lieber auf sehr langsame Musik, bzw sehr unrhythmische Musik ausweichen, oder die Jamsession als hochexperimentell verstehen ;)

 

Für einige dieser Betriebsysteme gibt es bereits fertige Versionen zum installieren als Download. Für andere Betriebsysteme, wie Linux muss die Software selbst erstellt (comopiliert) werden. Das ist zwar etwas aufwändiger, aber sehr einfach zu machen und dafür auch wesentlich angepasster an das eigene System.

 

Auf der Entwicklerseite sind die paar einfachen Schritte gut erklärt dokumentiert, die ich hier etwas angepasst wiederhole, um zu zeigen, dass es wirklich sehr einfach ist. Ich compiliere die Software auf einem Notebook mit Kubuntu 20.04 LTS und dem KXStudio Repository, auf dem ich Musik mit Bitwig produziere.

 

Das Videotutorial zum Blog

YoutubePeerTube

 

Neue Installationsanleitung

Die Installation aus den Quellen hat sich in der letzten Version geändert und dadurch einfacher geworden. Wer noch die alten Quellen und Installation von meiner letzten Beschreibung auf der Festplatte hat, kann das aber trotzdem weiter benutzen. Ich belasse die alte Beschreibung weiter unten, damit man sich dort ein wenig orientieren kann, wie das zuvor ging und in welchen Pfaden das auf der Festplatte .

Anmerkung: Es gibt zwar eine fertige .DEB installationsdatei für Ubuntum, allerdings halte ich diesen Weg für den sichereren, da durch das selber kompilieren die Software exakt auf das eigene System angepasst wird. Ander sähe es aus, wenn das Paket über die öffentlichen Ubuntuserver verfügbar wären. Desweiteren benutze ich eine 20.04 LTS Version. Hier könnten auch noch ein paar unabsichtliche Fallen bei der Runterladbaren Version enthalten sein, wenn diese auf neuere Programmbibliotheken zugreifen will.

Also wieder im entsprechenden Verzeichnis (siehe alte Beschreibung) angekommen ~/Programme/Sonobus/sonobus gleich mal den Quellcode aktualisieren mit

git pull

mit diesem Befehl werden alle Dateien des Quellcodes auf den aktuellen Stand abgeglichen und sämtliche Neuerungen von dem sogenannten Software-Repository, also dem zentralen Speichertort im Internet runtergeladen. Das Programm git weiss noch von der alten Installation, wo sich dieses Repository befindet (auf github.com) und legt mit dem Download los.

Nachdem das alles erledigt und alle Dateien aktualisiert sind, geht es daran die neue Version von SonoBus zu kompilieren. Dazu muss man in ein weiteres Unterverzeichnis “linux” wechseln

cd linux

In diesem Verzeichnis befindet sich eine Datei namens “BUILDING.md” in der genau beschrieben wird, wie man die Software für Fedora und für Ubuntu (Debian basierte Distributionen) kompiliert (erstellt). Dazu ruft man zuerst deb\_get\_prereqs.sh mit root Rechten auf, um sicher zu stellen, dass auch alles auf dem System installiert ist, um das Programm zu kompilieren.

sudo ./deb_get_prereqs.sh

Wenn das alles sauber durchgelaufen ist, dann ruft man das Script build.sh auch wieder mit root Rechten auf

sudo ./build.sh

Das dauert ein wenig und wenn hier alles sauber durchgelaufen ist, kann man SonoBus im System installieren mit

sudo ./install.sh

Und schon hat man die aktuelle Version kompiliert und installiert.

 

******* ALT *******

Vorbereitung

Damit die Software erstellt (compiliert) werden kann, müssen bestimmte Pakete installiert sein (wie z.B. den Compiler und die Bibliotheken, deren Funktionen im Programmcode aufgerufen werden und das Programm mit dem der Programmcode/Quellcode auf den eigenen Computer kopiert wird). Genug der Erklärungen, legen wir los.

Die Konsole öffnen und mit folgendem Befehl **alle notwendigen Programme (Compiler, Bibliotheken, usw) installieren**. Hier finden sich mehr Pakete, als auf der Entwicklerseite, weil diese davon ausgehen, dass der Compiler und Git schon auf deinem System installiert ist.

Pakete installieren

sudo apt install libopus-dev libopus0 libjack-jackd2-dev libasound2-dev libx11-dev libxext-dev libxinerama-dev libxrandr-dev libxcursor-dev libgl-dev libfreetype6-dev opus-tools git build-essential

Verzeichnisse erstellen
In meinem Fall habe ich in meinem Home-Verzeichnis ein Verzeichnis, das “Programme” heisst und in diesem Verzeichnis erstelle ich ein Unterverzeichnis “Sonobus". Wenn du das genauso machen willst und das Verzeichnis “Programme” noch nicht hast, dann gehe folgendermaßen in der Konsole vor

Wechsel zuerst in dein Homeverzeichnis /home/deinBenutzerName/ entspricht der Tilde ~

cd ~

Erstelle das Verzeichnis “Programme” und wechlse in das Verzeichnis

mkdir Programme
cd Programme

Erstelle das Verzeichnis “Sonobus” und wechsle in das Verzeichnis

mkdir Sonobus
cd Sonobus

 

Den Quellcode Downloaden
Jetzt “downloade” bzw klone den Quellcode (das dauert 1-2 Minuten)

git clone https://github.com/essej/sonobus.git

Wechlse in das Unterunterverzeichnis “Builds/LinuxMakefile”

cd Builds/LinuxMakefile

Auf einem U/Kubuntu System rufst du zur Sicherheit, dass auch alles installiert ist, dieses Script mit root (Superuser) Rechten auf

sudo bash ubuntu\_get\_prereqs.sh

 

Sonobus erstellen und installieren
Und jetzt erstellst (compilierst) du das Programm

./build.sh

Das dauert jetzt eine Weile (10 Minuten+) Je nachdem wie schnell dein Computer ist. Wenn alles fertig ist, dann sieht du wieder die Eingabezeile und die letzten Ausgaben dürften ungefähr so aussehen

Linking SonoBus - Shared Code
Linking SonoBus - Standalone Plugin
Linking SonoBus - VST3

Jetzt kannst du Sonobus installieren mit (root Rechten)

sudo ./install.sh

 

Zum Deinstallieren gibt es in diesem Unterverzeichnis auch noch ein Script

sudo ~/Programme/Sonobus/sonobus/Builds/LinuxMakefile/uninstall.sh

Der lange Pfad mit der Tilde stellt nur sicher, dass auch das richtige Skript im richtigen Verzeichnis aufgerufen wird und ihr könnt diesen Befehl aus jedem Verzeichnis aus aufrufen.

 

Sonobus aufrufen

  1. Jetzt kannst du mit deinem normalen Benutzer das Programm aus der Konsole aufrufen. indem du einfach Folgendes eingibst und Enter drückst
    SonoBus
  2. Oder unter Kubuntu kannst du das Programm über das Menü in der Kategorie “Multimedia” finden und dort anklicken.
  3. Oder lade in deiner DAW das VST Plugin Sonobus.

 

Ich wünsche dir und deinen Freunden viel Spaß beim online Musizieren !

 

Quellen

  1. Sonobus Webseite https://sonobus.net/
  2. Sonobus Handbuch https://sonobus.net/sonobus_userguide.html
  3. Sonobus git Repository (Quellcode) https://github.com/essej/sonobus
  4. Kubuntu https://kubuntu.org/
  5. KX Studio https://kx.studio/
  6. Bitwig https://www.bitwig.com/

 

 

 

 

 

Lieber '91 als '21

29. Januar 2021 um 13:35
Von: hoergen

… oder Gründe warum ich Kontakte lösche.

Treffen ausmachen wird immer schwieriger. Trotz manigfaltiger Möglichkeiten der Kommunikation wird die Qualität der Kommunikation immer schlechter und aufwändiger. Ich gebe mal zwei vielleicht überspitzte Beispiele wie das 1991 ablief und wie das 2021 abläuft .. oder auch nicht überspitzt.

 

Treffen 1991

  • [Telefonanruf]
  • Hey lass mal wieder Treffen, haste am 23.04.1994 um 20:30 Uhr Zeit in der Kneipe zum Krug?
  • Nee, aber wie wärs am 25.04.1995 um 19:45 Uhr in der Bar zur Legende?
  • Ja geht klar. Bis dann ich freu mich
  • Bis dann freu mich auch.

Die Zwei treffen und sprechen sich erst wieder am 25.04.1995 um 19:45 Uhr in der Bar zur Legende und haben eine tollen Abend zusammen.

 

Treffen 2021

  • [Messenger owÄ]
  • Hey
  • Hey
  • Wir sollten uns mal wieder treffen
  • Ja stimmt. lang her.
  • Haste Lust
  • Jo schon
  • Wann?
  • Sag du
  • Wann kannst du denn?
  • Eigentlich immer
  • Wie wärs denn in 3 Tagen?
  • Ja klingt gut, aber lass nochmal vorher checken
  • jo
  • ok
  • [2 Tage vorher]
  • sag mal, wir wollen uns doch treffen
  • ja
  • steht das bei dir noch?
  • moment muss mal checken, ob ich da frei bin
  • aber wir haben doch
  • nee geht
  • wo wollen wir uns eigentlich treffen
  • keine Ahnung
  • hab auch keine Idee
  • ….. [3 Stunden Stille] ….
  • Du wie hiess nochmal der Laden wo Jens-Thorben-Manitu die Susanna-Luisa-Elfe getroffen hat?
  • Ich glaube Schnauzbart 3000
  • Ja genau
  • ….. [4 Stunden Pause] …
  • Wollen wir uns um Schnauzbart 3000 treffen?
  • ok
  • super!
  • ….. [1 Tag vorher]
  • Hey
  • Hey
  • du wir treffen uns doch morgen
  • Echt? Weiss ich gar nichts von
  • Doch, scroll mal hoch
  • Achjaaa stimmt, hätte ich beinahe vergessen
  • Gut dass ich dich nochmal daran erinnere
  • Das hätte ich jetzt echt vergessen
  • Ist ja nichts passiert.
  • Wo wollen wir uns treffen?
  • Im Schnauzbart 3000
  • Echt da?
  • Jo, war der letzte Stand
  • Haste nicht nen anderen Vorschlag
  • Nee, du?
  • nee
  • …. [1 Stunde Pause] ….
  • Achso, was ich noch fragen wollte
  • ja
  • Wieviel Uhr wollen wir uns treffen
  • Sag was
  • Halb neun?
  • Abends?
  • ja klar, ich steh erst um 11 auf
  • Abends?
  • Nee Morgens
  • heheh achso
  • Geht das für dich in Ordnung?
  • Dass du um 11 Uhr aufstehst? Was hab ich damit zu tun?
  • Neee ich meine die Uhrzeit morgen zum Treffen
  • Achso, nee ist mir zu früh
  • Wann denn
  • Schlag was vor
  • 21 Uhr?
  • nee viel zu früh
  • 22 Uhr
  • da kann ich nicht
  • na dann schlag ne Uhrzeit vor
  • So um 23 Uhr?
  • also 23 Uhr?
  • Kann ich nicht genau sagen, ich ruf dich kurz vorher nochmal an ok?
  • ähm wenn es nicht passt können wir es auch verschieben
  • neneneee schon gut
  • Was ist denn da so Wichtiges?
  • Hab vorher Abendbrot und weiss nicht wie lange das dauert
  • ähm okeee ….
  • Ich ruf dich auf jeden Fall an
  • …. [Tag des Treffpunkts so um 23 Uhr] ….
  • [23:45] Hey wo bleibst du denn, du wolltest doch anrufen?
  • [00:30] ich geh jetzt nach Hause, ich hoffe dir ist nichts passiert
  • …. [1 Woche später] …
  • Heyyyyy sorrryyyyyyyy ich hab verpennt, konnte erst später Abendbrot essen und bin dann noch schnell mit Harry-Winnetou-Jessaia was trinken gegangen und sind dann total versackt und in die voll geile Party reingestolpert, da habe ich Sissi-Sorbet-Sandra kennen gelernt hahahaha. Wir wollen heiraten. Termin steht noch aus. Sag dir aber Bescheid, sobald sie sich zurück meldet. Erinner mich bitte unbedingt dran. Wenn du magst können wir uns ja mal wieder treffen. Schlag einfach was vor.

 

Ich frage mich ernsthaft immer wieder zum Einen, wer eine so lange NICHT Kommunikation durchhält - ist das der Grund warum KIs entwickelt werden? - und ob es überhaupt zu einem geplanten Treffen kommen kann? Zusätzlich würde mich noch interessieren, ob dieser Kontakt beibehalten wird?

 

Mein vorherrschendes Credo bei solchen Menschen ist: Je größer die Distanz, desto schöner mein Leben.

 

 

Das Sterben der Communities

20. Januar 2021 um 14:49
Von: hoergen

Ich habe mir eine ganze Weile überlegt, wie ich diesen Artikel nennen sollte und habe ich mich gegen “Der Aufstieg des Klassenclowns” und “Idiocracy gets real” und “Letargie für die Massen” entschieden.

 

Wer den Film “Idiocracy” kennt, der bekommt so eine Ahnung, auf was ich anspiele. Für alle anderen, die den Film nicht kennen. Es ist ein Film mit zwei Ebenen. Die eine Ebene ist einfach nur eine Ulk Geschichte und die zweite Ebene ist eine extrem krasse Kritik an der Gesellschaft und deren Verdummung.

 

Ich würde jetzt nicht behaupten, dass die Gesellschaft so dermaßen verdummt, aber es passiert seit langer Zeit etwas, das in einem anderen Kontext als “das Wir wird zum Ich” beschrieben wird und das einen massiven Einfluss auf das Wissen und die Community Kultur hat.

 

Zuerst haben uns Social Networks beigebracht, wie man sich möglichst “unsocial” verhält. Jeder will der Beste sein, die Schönste, die Person mit dem geilsten Lifestyle, niemand hat Probleme und du bekommst das schönste und das beste Essen von allen. Jeden Tag. Und das erste Gebot ist: Aufreger. Je mehr, desto besser. Der Fokus und der Druck auf “Individualisierung” ist so riesig geworden, dass so viele Menschen einen großen Teil ihres Daseins darauf ausrichten, anders als Andere zu sein.

 

Das führt dazu, dass eine Hierarchie quer durch alle Menschen gezogen wird. Jeder fühlt sich ein wenig besser, als der Andere. Man spricht weniger offen miteinander, weil man sowieso mehr weiss. Und wenn man nicht mehr weiß, dann will man das kaschieren, damit andere nicht merken, dass man dann doch nicht den Yoda Level erreicht hat.

 

Das ist das zentrale Problem. Viele Menschen hören auf offen miteinander zu reden. Zurecht. Denn Hyänen sind überall, die dir ein Bein stellen, sobald sie es können. Oft genug nicht einmal, weil sie bösartige wären, sondern einfach weil es geht. Frei nach dem Motto “Lieber einen Freund verlieren als einen guten Witz. (Horaz)". Und natürlich gibt es auch die Bösartigen. Die gab es aber auch schon vorher.

 

Was passiert, wenn wir nicht mehr offen miteinander reden? Wissen wird nicht mehr transferiert. Inspiration passiert immer seltener. Und das ist schlimm. Denn die großen Dinge auf dieser Welt sind durch Kommunikation und Verbreitung entstanden. Viele Erfindungen, jede Menge technischer Fortschritt basiert auf Arbeiten und Gedanken anderer Menschen. Es gibt einen Spruch “Man muss das Rad nicht noch einmal erfinden". Aber genau dahin entwickeln wir uns, wenn wir dieser geistige Fehlhaltung nichts entgegen bringen.

 

Woher kommt das und wem bringt das was? Darüber kann man viel spekulieren. Ein Gedanke, den ich recht interessant finde ist, dass der Mensch immer nach Macht strebt. Mal ganz ohne Bewertung. Und wenn der Mensch nach Macht strebt, dann braucht er etwas, worüber er Macht hat. Klassisches Szenario: König und Untertanen. Also wenn ich als König eine Masse schaffe, die darauf wartet, dass der König sich äußert, eine Richtung vorgibt, oder eine Ächtung ausspricht und dann folgsam tut, was gesagt wird, habe ich Macht.

 

So eine Masse schafft man, indem man sie entzweit. Das klingt jetzt ein wenig paradox, daher will ich das kurz erläutern. Wenn eine Masse ein gemeinsames Verständnis ihrer Kultur, Werte und ihrer Gemeinschaft hat, ist es nahezu unmöglich, dass irgend so ein Blender daher kommt und die Marschrichtung vorgibt. Der eine oder die andere wird darauf hereinfallen, aber die Gemeinschaft nicht. Weil sie zusammenhält und sich gegenseitig an ihre Werte erinnert. Schafft es der Blender aber, vielen Einzelnen einzureden, sie wären besser als die anderen, auch besser als Jene, denen er genau das selbe einredet, distanzieren sie sich voneinander, machen vielleicht nicht genau das, was der Blender möchte, aber er hat es geschafft, das Band des “Wir passen gegenseitig aufeinander auf” zu durchschneiden. Jeder kämpft für sich und irgendwann rufen sie alle nach der “starken Hand". DAS könnte dann dieser oder ein anderer Blender sein.

 

Diese starke Hand, das zeigt uns die Geschichte immer und immer wieder, wird in den allermeisten Gelegenheiten etwas Schlechtes hervorbringen. Wir sollten daraus lernen.

 

Daher würde ich mir wünschen, dass die Menschen sich von diesem unsäglichen Egotripp abwenden und wieder anfangen wie eine Gemeinschaft zu denken. Das schaffen sogar die Ameisen besser als manche Menschen.

 

In einer Gemeinschaft zu denken heißt konstruktiv mitzuwirken. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es ist ungeheuer wichtig: Ironie, Zynismus und Sarkasmus gehören zur destruktiven Kommunikation. Wenn ihr also aufrichtig etwas FÜR die Gemeinschaft tun wollt, dann vermeidet diese Art der Kommunikation, wie der Teufel das Weihwasser. Nur weil es geht, heißt es nicht, dass es gut ist.

 

Ich hoffe, dass die Communities von ihren kleinen Inseln auf breiter Front zurück in das reale Leben der Menschen zurück kehren. Kümmert euch um eure Freunde. Die Anstrengung ist es wert.

 

 

 

 

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