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Fedora 43

31. Oktober 2025 um 09:41

Mit ein wenig Verspätung ist Fedora 43 fertig. Ich habe in den letzten Monaten schon viel mit der Beta gearbeitet und war schon damit überwiegend zufrieden. Fedora 43 ist das erste weitgehend X-freie Release (X wie X Window System, nicht wie Twitter …), es gibt nur noch XWayland zur Ausführung von X-Programmen unter Wayland. Relativ neu ist das Installationsprogramm, auf das ich gleich näher eingehe. Es ist schon seit Fedora 42 verfügbar, aber diese Version habe ich in meinem Blog übersprungen.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Fedora 43 Workstation mit Gnome.

Fedora 43 mit Gnome in einer virtuellen Maschine

Installation

Das Installationsprogramm beginnt aus deutschsprachiger Sicht gleich mit einem Ärgernis: Zwar kann die Sprache mühelos auf Deutsch umgestellt werden, nicht aber das Tastaturlayout. Dazu verweist das Installationsprogramm auf die Systemeinstellungen. Dort müssen Sie nicht nur das gewünschte Layout hinzufügen, sondern auch das vorhandene US-Layout entfernen — vorher ist das Installationsprogramm nicht zufrieden. Das ist einigermaßen umständlich.

Die Einstellung des Tastaturlayouts muss in den Gnome-Systemeinstellungen erfolgen

In virtuellen Maschinen wird bei der Installationsmethode (gemeint ist die Partitionierung des Datenträgers und das Einrichten der Dateisysteme) nur eine Option angezeigt: Gesamten Datenträger verwenden. Damit haben Sie weder Einfluss auf die Größe der Partitionen noch auf den Dateisystemtyp oder dessen Optionen. Das Standardlayout lautet: EFI-Partition (vfat), Boot-Partition (ext4) und Systempartition (btrfs mit zwei Subvolumes für / und /home und aktiver Komprimierung). Eine Swap-Partition gibt es nicht, Fedora verwendet schon seit einiger Zeit Swap on ZRAM.

Bei der Installation von Fedora in eine Virtuelle Maschine sind auf den ersten Blick nur wenig Optionen erkennbar …

Wenn Sie die Installation auf einem Rechner durchführen, auf dem schon Windows oder andere Linux-Distributionen installiert sind, wird die Auswahl größer:

  • Die Option Share disk with other operation systems (vielleicht wird der Text bei späteren Versionen noch übersetzt) erscheint, wenn das Setup-Programm Windows oder andere Linux-Distributionen auf der SSD erkennt. In diesem Fall nutzt Fedora den verbleibenden freien Platz auf der SSD und richtet dort eine Boot- und eine Systempartition ein. Wenn es auf der SSD keinen oder zu wenig Platz gibt, sollten Sie zusätzlich die Option Zusätzlichen Speicherplatz zurückgewinnen aktivieren. Sie können dann in einem weiteren Dialog einzelne Partitionen löschen oder verkleinern.
  • Gesamten Datenträger verwenden löscht alle vorhandene Partitionen und richtet dann wie oben beschreiben EFI-, Boot- und Systempartition ein.

  • Zuweisung des Einhängepunkts bietet Linux-Profis die Möglichkeit, schon vorhandene Dateisysteme zu nutzen. Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Dateisysteme einzurichten. Eine bietet der über den unscheinbaren Menü-Button erreichbare Speicher-Editor. Dort können Sie Partitionen, Logical Volumes, RAID-Setup und Dateisysteme samt Verschlüsselung einrichten. Es mangelt nicht an Funktionen, aber leider ist die Bedienung sehr unübersichtlich. Alle hier initiierten Aktionen werden sofort durchgeführt und können nicht rückgängig gemacht werden. Alternativ können Sie vorweg in einem Terminal mit parted Partitionen einrichten und dann mit mkfs.xxx darin die gewünschten Dateisysteme anlegen. Falls das Dateisystem verschlüsselt werden soll, müssen Sie sich auch darum selbst kümmern (Kommando cryptsetup). Das erfordert ein solides Linux-Vorwissen.

Das Setup-Programm wirkt mit den bereits installierten Distributionen überfordert. (Es sind in Wirklichkeit nur sechs Distributionen, nicht mehrere Dutzend …) Manuelle Partitions-Setups müssen über den »Speichereditor« durchgeführt werden.
Der »Speichereditor« zur manuellen Partitionierung listet alle Subvolumes aller btrfs-Dateisysteme auf und ist auch sonst extrem unübersichtlich in seiner Bedienung

In der Speicher-Konfiguration können Sie das Dateisystem verschlüsseln (außer Sie haben sich im vorigen Schritt für die Zuweisung des Einhängepunkts entschieden). Zur Verschlüsselung geben Sie zweimal das Passwort an und stellen ein, welches Tastaturlayout beim Bootvorgang für die Eingabe dieses Passworts gelten soll.

Die Verschlüsselung des Dateisystems gelingt nur problemlos, sofern Sie im vorigen Schritt keine manuelles Setup eingerichtet haben

Zuletzt zeigt das Installationsprogramm eine Zusammenfassung der Einstellungen ein. Ein Benutzeraccount samt Passwort wird erst später beim ersten Start von Gnome eingerichtet.

Zusammenfassung des Setups

Alles in allem ist die Bedienung des neuen Programms zwar einfach, sie bietet aber zu wenig Optionen für eine technisch orientierte Distribution. Der aktuelle Trend vieler Distributionen besteht darin, den Installationsprozess auf Web-basierte Tools umzustellen. Die Sinnhaftigkeit erschließt sich für mich nicht, schon gar nicht, wenn dabei auch noch die Funktionalität auf der Strecke bleibt. Muss das Rad wirklich immer wieder neu erfunden werden?

Nach dem Neustart landen Sie in einen Assistenten, der bei der Grundkonfiguration von Gnome hilft: Sprache und Tastaturlayout noch einmal bestätigen, Zeitzone einstellen etc. Vollkommen missglückt ist das Dialogblatt zur Aktivierung von Drittanbieter-Softwarequellen. Gemeint sind damit die RPM-Fusion-Paketquellen mit Paketen und Treibern (z.B. für NVIDIA-Grafikkarten), die nicht dem Open-Source-Modell entsprechen. Im Zentrum des Bildschirms befindet sich ein Toggle-Button mit den Zuständen aktivieren oder deaktivieren. Es ist unmöglich zu erkennen, ob Sie den Button zur Aktivierung drücken müssen oder ob dieser den Zustand »bereits aktiv« ausdrückt. (Auflösung: Sie müssen ihn nicht drücken. Wenn mit blauem Hintergrund »aktivieren« angezeigt wird, werden die zusätzlichen Paketquellen mit Weiter eingerichtet.)

Klicken Sie nicht auf »Drittanbieter-Softwarequellen aktivieren«! Das würde die Option deaktivieren. (Ein Meisterbeispiel für GUI Fails …)

Erst jetzt werden Sie dazu aufgefordert, einen Benutzer einzurichten, der dann auch sudo-Rechte erhält. Sobald Sie alle Daten samt Passwort festgelegt haben, können Sie sich einloggen und mit Fedora loslegen.

Erst ganz zum Schluss richten Sie den Benutzer-Account ein

Um den Hostname hat sich weder das Installationsprogramm noch der Setup-Assistent gekümmert. Außerdem sollten Sie gleich ein erstes Update durchführen:

sudo hostnamectl set-hostname <name>
sudo dnf update

Die Partitionierung eines zuvor leeren Systems sieht so aus:

lsblk

  NAME   MAJ:MIN RM  SIZE RO TYPE MOUNTPOINTS
  zram0  251:0    0  3,8G  0 disk [SWAP]
  vda    253:0    0   32G  0 disk 
  ├─vda1 253:1    0  600M  0 part /boot/efi
  ├─vda2 253:2    0    1G  0 part /boot
  └─vda3 253:3    0 30,4G  0 part /home
                                  /

cat /etc/fstab

  UUID=8ecb5756-a227-47e4-bb45-bf7087952ff5   /         btrfs subvol=root,compress=zstd:1 0 0
  UUID=32281370-1a5c-4440-8e16-60715e191080   /boot     ext4  defaults 1 2
  UUID=E969-E24F                              /boot/efi vfat  umask=0077,shortname=winnt 0 2
  UUID=8ecb5756-a227-47e4-bb45-bf7087952ff5   /home     btrfs subvol=home,compress=zstd:1 0 0

Versionen

Die folgende Tabelle fasst die Versionen der Kernkomponenten von Fedora 43 zusammen:

Basis               Programmierung     Server
---------------     --------------     --------------------------
Kernel     6.17     bash       5.3     Apache      2.4
glibc      2.42     gcc       15.2     CUPS        2.4
Wayland    1.24     git       2.51     MariaDB   10.11 / MySQL 8.4
Gnome        49     Java        25     OpenSSH    10.0
Mesa       25.2     PHP        8.4     PostgreSQL   18
Systemd     258     Podman     5.6     Postfix    3.10
NetworkMan 1.54     Python    3.14     qemu/KVM   10.1
GRUB       2.12     Node.js     22     Samba      4.23

Die einzige Auffälligkeit ist die komplett veraltete MariaDB-Version. Aktuell ist 12.0, Debian verwendet immerhin 11.8. Die von Fedora eingesetzte Version 10.11 wurde im Februar 2023 (!!) veröffentlicht.

Dafür enthält Fedora mit Version 8.4 eine ganz aktuelle MySQL-Version. Generell steht MySQL erst seit Fedora 41 wieder regulär in Fedora zur Verfügung; ältere Versionen waren MariaDB-only.

Neuerungen

Wenn man von durch Software-Updates verbundenen optischen Änderungen absieht (z.B. in Gnome), gibt es relativ wenig technische Änderungen, und noch weniger davon sind sichtbar.

Gnome und gdm sind seit Version 49 Wayland-only. Darüber wurde in den letzten Wochen schon viel geschrieben. Seit die NVIDIA-Treiber endlich Wayland-kompatibel sind, ist der Abschied von X nicht mehr aufzuhalten. (Persönlich vermisse ich X nicht. Die meisten Linux-Anwender werden keinen Unterschied bemerken bzw. arbeiten ohnedies schon seit zwei, drei Releases mit Wayland, ohne es zu wissen …)

Fedora 43 verwendet erstmals RPM 6.0 als Basis zur Verpackung von Software-Paketen. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten beim Signieren von Paketen, aber an der Anwendung des rpm-Kommandos (das Sie ohnedies selten benötigen werden, es gibt ja dnf) ändert sich nichts.

Distributions-Upgrades auf die neue Fedora-Version können Sie jetzt äußerst komfortabel direkt im Gnome-Programm Software starten.

Distributions-Upgrade in Gnome »Software« starten

Wie bisher können Sie natürlich auch auf die folgende Kommandoabfolge zurückgreifen:

sudo dnf update
sudo dnf repolist --releasever 43
sudo dnf system-upgrade download --releasever 43
sudo dnf offline reboot

Auf UEFI-Systemen setzt das Installationsprogramm nun eine GPT-Partitionierung voraus (nicht MBR).

Die /boot-Partition wird mit 2 GiB großzügiger als bisher dimensioniert, um Platz für zukünftige neue Boot-Systeme zu schaffen.

dnf module gibt es nicht mehr, weil das Modularity-Projekt eingestellt wurde. Bei Fedora ist das weniger schade als bei RHEL, wo ich dieses Feature wirklich vermisse.

dracut, das Tool zum Erzeugen von initramfs-Dateien, verwendet nun zstd statt xz zum Komprimieren der Dateien. Das macht die Boot-Dateien größer, aber den Boot-Vorgang schneller.

Fazit

Ich habe in den letzten Monaten sehr viel unter Fedora gearbeitet. Fedora ist dabei zu meiner zweiten Lieblingsdistribution geworden (neben Arch Linux). Im Betrieb gab es eigentlich nichts auszusetzen. Auch die Distributions-Upgrades haben mehrfach gut funktioniert: Ich habe zuletzt eine physische Installation von Fedora 41 auf 42 und vorgestern auf 43 aktualisiert. Zwischenzeitlich hat sich sogar der Rechner geändert, d.h. ich habe die SSD bei einem Rechner aus- und bei einem anderen Rechner wieder eingebaut. Hat alles klaglos funktioniert.

Das neue Installationsprogramm (neu schon seit der vorigen Version, also Fedora 42) ist aber definitiv ein Rückschritt — und das alte war schon keine Offenbarung. Bevor der Installer in Zukunft unter RHEL 11 zum Einsatz kommen kann, muss Red Hat noch viel nacharbeiten. Wie soll damit ein für den Server-Einsatz übliches RAID- oder LVM-Setup gelingen?

Der oft gehörten Empfehlung, Fedora sei durchaus für Einsteiger geeignet, kann ich deswegen nur teilweise zustimmen. Im Betrieb ist Fedora in der Tat so unkompliziert und stabil wie vergleichbare Distributionen (Debian, Ubuntu etc.). Für die Installation gilt dies aber nur, wenn Sie den gesamten Datenträger — z.B. eine zweite SSD — für Fedora nutzen möchten und mit dem vorgegebenen Default-Layout einverstanden sind. Unkompliziert ist natürlich auch die Installation in eine virtuelle Maschine. Aber jeder Sonderwunsch — ext4 statt btrfs, eine getrennte /home-Partition etc. — wird sofort zum Abenteuer. Schade.

Quellen/Links

Mozilla veröffentlicht Sicherheits-Update Firefox 144.0.2

28. Oktober 2025 um 22:02

Mozilla hat Firefox 144.0.2 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion. Auch eine Sicherheitslücke wurde behoben.

Download Mozilla Firefox 144.0.2

Mozilla hat Firefox 144.0.2 für Windows, macOS und Linux veröffentlicht. Firefox 144.0.1 wurde für diese Plattformen übersprungen, da diese Versionsnummer einem Android-Update vorbehalten war.

Mit dem Update auf Firefox 144.0.2 behebt Mozilla eine Sicherheitslücke.

Mehrere Verbesserungen wurden vorgenommen, um die Kompatibilität mit Apple macOS zu verbessern, darunter ein Problem, bei dem die Emoji-Auswahl-Tastenkombination sowie der Menüeintrag nach dem Wechsel zwischen Apps nicht mehr funktionierten. Auch das Ziehen von Bildern in Anwendungen von Drittanbietern wie „Vorschau“ konnte fehlschlagen. Nach dem Update auf macOS 26 konnte es außerdem zum einem Aufhängen des Browsers kommen, wenn Lesezeichenordner Schleifen oder wiederholte Verweise auf sich selbst enthielten, und ein Performance-Problem bei der Video-Wiedergabe unter hoher Systemlast nach dem neuesten macOS-Update wurde behoben.

Ein möglicher Absturz bei Systemstart unter Window, der unter anderem durch die Sicherheits-Software von Avast ausgelöst worden ist, wurde behoben.

Die Liste der verfügbaren Sprachen in den Einstellungen konnte mehr Sprachen enthalten, als heruntergeladen wurden oder derzeit unterstützt werden.

Die Tastatur-Bedienung der Suchmaschinen in der Adressleiste wurde verbessert.

Ein Problem wurde behoben, von dem Microsoft OneDrive betroffen war und bei dem kuratierte Fotosammlungen auf der Seite „Für Sie“ nicht geladen werden konnten.

Das Öffnen neuer Fenster hat unter bestimmten Umständen nicht mehr korrekt funktioniert.

Für manche Nutzer mit aktivierter Telemetrie wurden die Telemetrie-Daten nicht mehr übertragen.

Der Einstellungs-Button für die Seitenleiste war nicht mehr an den unteren Fensterrand fixiert.

Dazu kommen noch Korrekturen für mehrere weitere potenzielle Absturzursachen.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Sicherheits-Update Firefox 144.0.2 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Mehrfachumbenennung von Dateien

28. Oktober 2025 um 07:00

Anknüpfend an den Artikel „Bilder unter Linux effizient per Kommandozeile skalieren“ möchte ich diesmal zeigen, wie man mehrere Bilder auf einmal zur Weiterverarbeitung umbenennen kann.

Solche Aufgaben können notwendig werden, wenn die Dateien aus unterschiedlichen Quellen stammen – so wie im folgenden Beispiel: Ich hatte vier verschiedene Zuarbeiten mit jeweils eigenen Benennungsregeln erhalten. Um die insgesamt 95 Dateien einheitlich in eine bestehende Webseite einzubinden, mussten sie alle nach einem gemeinsamen Schema umbenannt werden.

Umsetzung

Auf einem Ubuntu-System erfolgt die Mehrfachumbenennung ganz einfach: Zunächst wird das Verzeichnis geöffnet, in dem sich alle zu verarbeitenden Bilder befinden.

Dateien – Ansicht Bilder (ungeordnet)
Dateien – Ansicht Bilder (ungeordnet)

Im Dateimanager „Dateien“ (früher „Nautilus“) werden mit Strg + A alle Dateien markiert.

Dateien – Ansicht Bilder (alle ausgewählt)
Dateien – Ansicht Bilder (alle ausgewählt)

Mit einem Rechtsklick lässt sich nun die Option „Umbenennen“ auswählen. Hier wird „[Ursprünglicher Dateiname]“ durch den endgültigen Dateinamen ersetzt und über „+ Hinzufügen“ der neue Suffix ausgewählt.

Dateien – Auswahl Umbenennen (Mehrfachumbenennung)
Dateien – Option „Umbenennen“ (Mehrfachumbenennung)

In diesem Fall habe ich mich für „001, 002, 003, 004“ entschieden.

Dateien – Auswahlmöglichkeiten (Automatische Nummerierung)
Dateien – Auswahlmöglichkeiten: „Automatische Nummerierung“ und „Metadaten“

Der Vorgang wird durch Klicken auf „Umbenennen“ abgeschlossen.

Dateien – Auswahl (Mehrfachumbenennung)
Dateien – Auswahl (Mehrfachumbenennung)
Dateien – Erfolgreiche Umbenennung
Dateien – Erfolgreiche Umbenennung

Fazit

Die Mehrfachumbenennung unter GNOME ist ein einfaches, aber äußerst praktisches Werkzeug – besonders in Kombination mit einer automatischen Skalierung, wie im zuvor genannten Artikel beschrieben. So lässt sich die Verarbeitung großer Bildmengen deutlich effizienter gestalten und viel Zeit sparen.

Der Beitrag Mehrfachumbenennung von Dateien erschien zuerst auf intux.de.

Tipp: virtuelle Linux-Maschinen, Probleme mit Zwischenablage und Uhrzeit beheben

20. Oktober 2025 um 16:21

In meinem Arbeitsalltag wimmelt es von virtuellen Linux-Maschinen, die ich primär mit zwei Programmen ausführe:

  • virtual-machine-manager alias virt-manager (KVM/QEMU) unter Linux
  • UTM (QEMU + Apple Virtualization) unter macOS

Dabei treten regelmäßig zwei Probleme auf:

  • Bei Neuinstallationen funktioniert der Datenaustausch über die Zwischenablage zwischen Host und VM (= Gast) funktioniert nicht.
  • Die Uhrzeit in der VM ist falsch, nachdem der Host eine Weile im Ruhestand war.

Diese Ärgernisse lassen sich leicht beheben …

Anmerkung: Ich beziehe mich hier explizit auf die Desktop-Virtualisierung. Ich habe auch VMs im Server-Betrieb — da brauche ich keine Zwischenablage (Text-only, SSH-Administration), und die Uhrzeit macht wegen des dauerhaften Internet-Zugangs auch keine Probleme.

Zwischenablage mit Spice als Grafik-Protokoll

Wenn das Virtualisierungssystem das Grafiksystem mittels Simple Protocol for Independent Computing Environments (SPICE) überträgt (gilt per Default im virtual-machine-manager und in UTM), funktioniert die Zwischenablage nur, wenn in der virtuellen Maschine das Paket spice-vdagent installiert ist. Wenn in der virtuellen Maschine Wayland läuft, was bei immer mehr Distributionen standardmäßig funktioniert, brauchen Sie außerdem wl-clipboard. Also:

sudo apt install spice-vdagent wl-clipboard 
sudo dnf install spice-vdagent wl-clipboard
sudo pacman -S spice-vdagent wl-clipboard

Nach der Installation müssen Sie sich in der VM aus- und neu einloggen, damit die Programme auch gestartet werden. Manche, virtualisierungs-affine Distributionen installieren die beiden winzigen Pakete einfach per Default. Deswegen funktioniert die Zwischenablage bei manchen Linux-Gästen sofort, bei anderen aber nicht.

Synchronisierung der Uhrzeit

Grundsätzlich beziehen sowohl die virtuellen Maschine als auch der Virtualisierungs-Host die Uhrzeit via NTP aus dem Internet. Das klappt problemlos.

Probleme treten dann auf, wenn es sich beim Virtualisierungs-Host um ein Notebook oder einen Desktop-Rechner handelt, der hin- und wieder für ein paar Stunden inaktiv im Ruhezustand schläft. Nach der Reaktivierung wird die Zeit im Host automatisch gestellt, in den virtuellen Maschinen aber nicht.

Vielleicht denken Sie sich: Ist ja egal, so wichtig ist die Uhrzeit in den virtuellen Maschinen ja nicht. So einfach ist es aber nicht. Die Überprüfung von Zertifikaten setzt die korrekte Uhrzeit voraus. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, können alle möglichen Problem auftreten (bis hin zu Fehlern bei der Software-Installation bzw. bei Updates).

Für die lokale Uhrzeit in den virtuellen Maschinen ist das Programm chrony zuständig. Eigentlich sollte es in der Lage sein, die Zeit automatisch zu justieren — aber das versagt, wenn die Differenz zwischen lokaler und echter Zeit zu groß ist. Abhilfe: starten Sie chronyd neu:

sudo systemctl restart chronyd

Um die automatische Einstellung der Uhrzeit nach der Wiederherstellung eines Snapshots kümmert sich der qemu-guest-agent (z.B. im Zusammenspiel mit Proxmox). Soweit das Programm nicht automatisch installiert ist:

sudo apt install qemu-guest-agent
sudo dnf install qemu-guest-agent
sudo pacman -S qemu-guest-agent

Quellen / Links

Mozilla veröffentlicht Firefox 144 für Android

17. Oktober 2025 um 12:28

Mozilla hat Firefox 144 für Android veröffentlicht. Dieser Artikel beschreibt die Neuerungen von Firefox 144 für Android.

Download Firefox für Android im Google Play Store

Neuerungen von Firefox 144 für Android

Das Panel mit Informationen zur Verbindungssicherheit und blockierten Trackern, welches nach Tippen des Schild-Symbols in der Adressleiste erscheint, wurde komplett neu gestaltet.

Firefox 144 für Android

Firefox zeigt jetzt in Form einer Leiste an, wenn die durch Firefox erfolgte Übersetzung einer Website dargestellt wird.

Der QR-Code-Scanner hat eine Zurück-Schaltfläche erhalten, um das Verlassen dieser Ansicht zu erleichtern, wenn die System-Buttons von Android nicht dargestellt werden.

Der Lesezeichen-Bildschirm zeigt nun für alle Ordner an, wie viele Lesezeichen sich darin befinden.

Dazu kommen weitere neue Plattform-Features der aktuellen GeckoView-Engine, diverse Fehlerbehebungen, geschlossene Sicherheitslücken sowie Verbesserungen unter der Haube.

Keine Unterstützung mehr für sehr alte Geräte

Firefox 144 läuft nicht länger auf Geräten mit Android 5 bis Android 7 als Betriebssystem sowie auf Geräten mit einer 32-Bit x86-CPU.

Firefox für Android in Huawei AppGallery verfügbar

Firefox für Android ist für Nutzer eines Huawei-Smartphones ab sofort auch in der Huawei AppGallery verfügbar.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 144 für Android erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Wie ein fish im Wasser

16. Oktober 2025 um 08:51

Seit über 30 Jahren nutze ich Linux, und knapp 25 Jahre davon war die bash meine Shell. Ein eigener Prompt, der das aktuelle Verzeichnis farbig anzeigte, was das Maß der Dinge :-)

Mein Umstieg auf die zsh hatte mit Git zu tun: Die zsh in Kombination mit der Erweiterung Oh my zsh gibt im Prompt direktes Feedback über den Zustand des Repositories (aktiver Zweig, offene Änderungen). Außerdem agiert die zsh in vielen Details »intelligenter« (ein viel strapazierter Begriff, ich weiß) als die bash. Es macht ein wenig Arbeit, bis alles so funktioniert wie es soll, aber ich war glücklich mit meinem Setup.

Seit ein paar Monaten habe ich die Default-Shell meiner wichtigsten Linux-Installationen neuerlich gewechselt. Ich gehöre jetzt zum rasch wachsenden Lager der fish-Fans. fish steht für Friendly Interactive Shell, und die Shell wird diesem Anspruch wirklich gerecht. fish bietet von Grund auf eine Menge Features, die zsh plus diverse Plugins inklusive Oh my zsh erst nach einer relativ mühsamen Konfiguration beherrschen. Die Inbetriebnahme der fish dauert bei den meisten Distributionen weniger als eine Minute — und die Defaultkonfiguration ist so gut, dass weitere Anpassungen oft gar nicht notwendig sind. Und sollte das doch der Fall sein, öffnet fish_config einen komfortablen Konfigurationsdialog im Webbrowser (außer Sie arbeiten in einer SSH-Session).

Die Stärken der fish im Vergleich zu bash und zsh haben aus meiner Sicht wenig mit der Funktionalität zu tun; einige Features der fish lassen sich auch mit bash-Hacks erreichen, fast alle mit zsh-Plugins. Der entscheidende Vorteil ist vielmehr, dass die fish out of the box zufriedenstellend funktioniert. Für mich ist das deswegen entscheidend, weil ich viele Linux-Installationen verwende und keine Zeit dafür habe, mich jedesmal mit dem Shell-Setup zu ärgern. Deswegen hatte ich in der Vergangenheit auf meinen wichtigsten Installationen zsh samt einer maßgeschneiderten Konfiguration, auf allen anderen aber der Einfachheit halber die bash oder eine unkonfigurierte zsh-Installation.

Auf den ersten Blick sieht die »fish« aus wie jede andere Shell

Installation

Die Installation ist schnell erledigt. Alle gängigen Distributionen stellen fish als Paket zur Verfügung. Also apt/dnf install fish, danach:

chsh -s $(which fish)

Aus- und neu einloggen, fertig.

Falls Ihnen die fish doch nicht zusagt, ist die bisherige Shell ebenso schnell mit chsh -s $(which bash) oder chsh -s $(which zsh) reaktiviert.

Features

Im Prinzip verhält sich die fish wie jede andere Shell. Insbesondere gelten die üblichen Mechanismen zum Start von Kommandos, zur Ein- und Ausgabeumleitung mit < und >, zur Bildung von Pipes mit | sowie zur Verarbeitung von Kommandoergebnissen mit $(cmd). Was ist also neu?

  • Während der Eingabe verwendet die fish Farben, um verschiedene Bestandteile Ihres Kommandos (z.B. Zeichenketten) zu kennzeichnen. Das sieht nett aus, der entscheidende Vorteil ist aber, dass Sie oft Tippfehler erkennen, bevor Sie Return drücken: Kommandos, die es gar nicht gibt, werden rot hervorgehoben, ebenso nicht geschlossene Zeichenketten. (Die Farben sind vom aktiven Farbschema abhängig.)
  • Die Vervollständigung von Kommandos, Optionen, Datei- und Variablennamen mit der Tabulator-Taste ist noch »intelligenter« als bei bash und zsh. fish greift dazu auf über 1000 *.fish-Dateien im Verzeichnis /usr/share/fish/completions zurück, die Regeln für alle erdenklichen Fälle enthalten und mit jeder fish-Version erweitert werden. Die fish zeigt sogar kurze Hilfetexte an (siehe die folgende Abbildung). Wenn es viele mögliche Vervollständigungen gibt, zeigt fish diese in mehreren Spalten an. Sie können mit den Cursortasten das gewünschte Element auswählen.

  • Bei der Eingabe von Kommandos durchsucht die fish die History, also eine Datei, in der alle zuletzt ausgeführten Kommandos gespeichert wurden. In etwas blasserer Schrift schlägt es das passendste Kommando vor. Die fish berücksichtigt dabei auch den Kontext (welches Verzeichnis ist aktiv, welche Kommandos wurden vorher ausgeführt) und schlägt oft — fast schon ein wenig unheimlich — das richtige Kommando vor. Wenn Sie dieses Kommando ausführen möchten, vervollständigen Sie die Eingabe mit Cursor rechts (nicht Tabulator!) und drücken dann Return. Durch ähnliche Kommandos können Sie mit den Cursortasten blättern.

  • Alternativ können Sie auch mit Strg+R suchmuster nach früher ausgeführten Kommandos suchen. Die fish sucht nach dem Muster nicht nur in den Anfangsbuchstaben, sondern in den gesamten Zeichenketten der History.

  • Wenn das aktuelle Verzeichnis Teil eines Git-Repositories ist, zeigt fish den Namen des aktuellen Zweigs in Klammern an. (Wenn Sie mehr Git-Infos sehen wollen, ändern Sie die Prompt-Konfiguration.)

Die »fish« zeigt Hilfetexte zu allen »mysql«-Optionen an, die mit »–default« beginnen.

Globbing-Eigenheiten

In Shells wird die Umwandlung von *.txt in die Liste passender Dateinamen als »Globbing« bezeichnet. Die fish verhält sich dabei fast gleich wie die bash — aber mit einem kleinen Unterschied: Wenn es keine passenden Dateien gibt (z.B. keine einzige Datei mit der Endung .txt), löst die fish einen Fehler aus. Die bash übergibt dagegen das Muster — also *.txt — an das Kommando und überlässt diesem die Auswertung. In der Regel tritt der Fehler dann dort auf. Also kein großer Unterschied?

Es gibt Sonderfälle, in denen das Verhalten der bash günstiger ist. Stellen Sie sich vor, Sie wollen mit scp alle *.png-Dateien von einem externen Rechner auf Ihren lokalen Rechner übertragen:

scp externalhost:*.png .

In der bash funktioniert das wie gewünscht. Die fish kann aber mit externalhost:*.png nichts anfangen und löst einen Fehler aus. Abhilfe: Sie müssen das Globbing-Muster in Anführungszeichen stellen, also:

scp "externalhost:*.png" .

Analoge Probleme können auch beim Aufruf von Paketkommandos auftreten. apt install php8-* funktioniert nicht, wohl aber apt install "php8-*". Hintergründe zum Globbing-Verhalten können Sie hier nachlesen:

Tastenkürzel

Grundsätzlich gelten in der fish dieselben Tastenkürzel wie in der bash. In der fish gibt es darüberhinaus weitere Kürzel, von denen ich die wichtigsten hier zusammengestellt habe. bind oder fish_config (Dialogblatt bindings) liefert eine wesentlich längerer Liste aller Tastenkürzel. Beachten Sie, dass es vom Desktopsystem und vom Terminal abhängt, ob die Alt-Tastenkürzel wirklich funktionieren. Wenn die Kürzel vom Terminal oder dem Desktopsystem verarbeitet werden, erreichen Sie die fish nicht.

Kürzel              Bedeutung
------------------  -------------------------------------------------------
Alt+Cursor links    führt zurück ins vorige Verzeichnis (prevd)
Alt+Cursor rechts   macht die obige Aktion rückgängig (nextd)
Alt+E               öffnet den Dateinamen mit $EDITOR
Alt+H oder F1       zeigt die man-Seite zum eingegebenen Kommando an (Help)
Alt+L               führt ls aus
Alt+P               fügt der Eingabe &| less hinzu (Pager)
Alt+S               fügt sudo am Beginn der Eingabe ein
Alt+W               zeigt Aliasse und eine Beschreibung des Kommandos (What is?)

Noch eine Anmerkung zu Alt+S: In meiner Praxis kommt es ständig vor, dass ich sudo vergesse. Ich führen also dnf install xy aus und erhalte die Fehlermeldung, dass meine Rechte nicht ausreichen. Jetzt drücke ich einfach Alt+S und Return. Die fish stellt sudo dem vorigen, fehlgeschlagenen Kommando voran und führt es aus.

Konfiguration

Das Kommando fish_config öffnet einen Konfigurationsdialog im Webbrowser. Falls Ihr Webbrowser gerade minimiert ist, müssen Sie das Fenster selbst in den Vordergrund bringen. Im Browser können Sie nun ein Farbenschema auswählen, noch mehr Informationen in den Prompt integrieren, die Tastenkürzel nachlesen etc.

In SSH-Sessions scheitert der Start eines Webbrowsers. In diesem Fall können Sie mit fish_config prompt bzw. fish_config theme das Promptaussehen und das Farbschema direkt im Textmodus verändern.

fish-Konfiguration im Webbrowser

Wenn Sie Änderungen durchführen, werden diese im Terminal mit set -U fish_xxx newvalue ausgeführt und in Konfigurationsdateien in .config/fish gespeichert, insbesondere in:

~/.config/fish/fish_variables                (Farbeinstellungen)
~/.config/fish/functions/fish_prompt.fish    (Prompt)

Das Gegenstück zu .bashrc oder .zshrc ist die Datei .config/fish/config.fish. Das ist der richtige Ort, um eigene Abkürzungen zu definieren, den PATH zu erweitern etc. config.fish enthält einen vordefinierten if-Block für Einstellungen, die nur für interaktive fish-Sessions relevant sind. Alle anderen Einstellungen, die z.B. in Scripts gelten sollen, führen Sie außerhalb durch. Das folgende Listing zeigt ein paar typische Einstellungen:

# Datei .config/fish/config.fish
...

# PATH ändern
fish_add_path ~/bin
fish_add_path ~/.local/bin

# keine fish-Welcome-Nachricht
set -U fish_greeting ""

# Einstellungen nur für die interaktive Nutzung
if status is-interactive
    # abr statt alias
    abbr -a ls eza
    abbr -a ll 'eza -la'
    abbr -a gc 'git commit'

    # Lieblingseditor
    set -gx EDITOR /usr/bin/jmacs
end

Das obige Listing zeigt schon, das die fish gängige Einstellungen anders handhabt als bash und zsh:

Abkürzungen: Anstelle von alias sieht die fish das Kommando abbr vor. alias steht auch zur Verfügung, von seinem Einsatz wird aber abgeraten. abbr unterscheidet sich durch ein paar Details von alias: Die Expansion in das Kommando erfolgt bereits, wenn Sie Return drücken. Sie sehen daher, welches Kommando wirklich ausgeführt wird, und dieses Kommando (nicht die Abkürzung) wird in der History gespeichert.

PATH-Änderungen: Sie müssen die PATH-Variable nicht direkt verändern, sondern können stattdessen fish_add_path aufrufen. Ihr Pfad wird am Ende hinzugefügt, wobei die Funktion sicherstellt, dass es keine Doppelgänger gibt.

Variablen (set): Die Optionen des set-Kommandos zur Einstellung von Variablen funktionieren anders als in der bash:

  • -g: Die Variable ist in der gesamten fish-Session zugänglich (Global Scope), nicht nur in einer Funktion oder einem Block.
  • -x: Die Variable wird an Subprozesse weitergegeben (Export).

  • -U: Die Variable wird dauerhaft in .config/fish/fish_variables gespeichert und gilt daher auch für künftige fish-Sessions (Universal). Sie wird aber nicht exportiert, es sei denn, Sie verwenden -Ux.

  • -l: Definiert eine lokale Variable, z.B. innerhalb einer Funktion.

Zusätzliche eingebaute Kommandos

Jede Shell hat eine Menge integrierter Kommandos wie cd, if oder set. In der fish können Sie mit builtin -n alle derartigen Kommandos auflisten. Die meisten Kommandos entsprechen exakt den bash- und zsh-Vorgaben. In der fish gibt es aber einige originelle Erweiterungen: math führt einfache Berechnungen aus, random produziert ganzzahlige Zufallszahlen, string manupuliert Zeichenketten ohne die umständliche Parametersubstitution, path extrahiert Komponenten aus einem zusammengesetzten Dateinamen, count zählt Objekte (vergleichbar mit wc -l etc. Das folgende Listing zeigt die Anwendung dieser Kommandos:

math "2.5 * 3.8"

  9.5

string split " "  "lorem ipsum dolor est"

  lorem
  ipsum
  dolor
  est

string replace ".png" ".jpg" file1.png file2.png file3.png

  file1.jpg
  file2.jpg
  file3.jpg

string sub -s 4 -e 8 "abcdefghijkl"   # Start und Ende inklusive

  defgh

path basename /home/kofler/images/img_234.png

  img_234.png

path dirname /home/kofler/images/img_234.png

  /home/kofler/images

path extension /home/kofler/images/img_234.png

  .png

random 1 100

  13

random choice a b c

  c

count *          # das aktuelle Verzeichnis hat
                 # 32 Dateien/Verzeichnisse
  32

ps ax | count    # gerade laufen 264 Prozesse

  264

Programmierung

Die Bezeichnung Friendly Interactive Shell weist schon darauf hin: Die fish ist für die interaktive Nutzung optimiert, nicht für die Programmierung. Die fish unterstützt aber sehr wohl auch die Script-Programmierung. Diese ist insofern attraktiv, weil die fish-Entwickler auf maximale Kompatibilität verzichtet haben und die schlimmsten Syntaxungereimtheiten der bash behoben haben. fish-Scripts sind daher ungleich leichter zu verstehen als bash-Scripts. Umgekehrt heißt das leider: fish-Scripts sind inkompatibel zu bash und zsh und können nur ausgeführt werden, wo die fish zur Verfügung steht. Für mich ist das zumeist ein Ausschlusskriterium.

Anstelle einer systematischen Einführung will ich Ihnen hier anhand eines Beispiels die Vorteile der fish beim Programmieren nahebringen. Das Script ermittelt die Anzahl der Zeilen für alle *.txt-Dateien im aktuellen Verzeichnis. (Ich weiß, wc -l *.txt wäre einfacher; es geht hier nur darum, diverse Syntaxeigenheiten in wenig Zeilen Code zu verpacken.) Die bash-Variante könnte so aussehen:

#!/bin/bash
files=(*.txt)
if [ ${#files[@]} -eq 0 ]; then
    echo "No .txt files found"
    exit 1
fi
for file in "${files[@]}"; do
    if [ -f "$file" ]; then
        lines=$(wc -l < "$file")
        echo "$file: $lines lines"
    fi
done

Das äquivalente fish-Script ist deutlich besser lesbar:

#!/usr/bin/env fish
set files *.txt
if not count $files > /dev/null
    echo "No .txt files found"
    exit 1
end
for file in $files
    if test -f $file
        echo "$file: "(count < $file)" lines"
    end
end

Auf ein paar Details möchte ich hinweisen:

  • Kontrollstrukturen werden generell mit end abgeschlossen, nicht mit fi für if oder mit esac für case.
  • Bedingungen für if, for etc. müssen weder in eckige Klammern gestellt noch mit einem Strichpunkt abgeschlossen werden.

  • Die fish verarbeitet Variablen korrekt selbst wenn sie Dateinamen mit Leerzeichen enthalten. Es ist nicht notwendig, sie in Anführungszeichen zu stellen (wie bei "$file" im bash-Script).

Wenn Sie in eigenen Scripts Optionen und andere Parameter verarbeiten möchten, hilft Ihnen dabei das Builtin-Kommando argparse. Eine gute Zusammenstellung aller Syntaxunterschiede zwischen bash und fish gibt die fish-Dokumentation.

Paketmanager fisher

Das Versprechen von fish ist ja, dass fast alles out-of-the-box funktioniert, dass die Installation von Zusatzfunktionen und deren Konfiguration ein Thema der Vergangenheit ist. Aber in der Praxis tauchen trotzdem immer Zusatzwünsche auf. Mit dem Paketmanager fisher können Zusatzmodule installiert werden. Eine Sammlung geeigneter Plugins finden Sie hier.

Die Geschichte von fish

Die fish ist erst in den letzten Jahren so richtig populär geworden. Das zeigt, dass es auch in der Linux-Welt Modetrends gibt. fish ist nämlich alles andere als neu. Die erste Version erschien bereits 2005.

fish wurde ursprünglich in C entwickelt, dann nach C++ und schließlich nach Rust portiert. Erst seit Version 4.0 (erschienen im Februar 2025) besteht fish ausschließlich aus Rust-Code sowie in fish selbst geschriebenen Erweiterungen.

Fazit

Die fish punktet durch die gut durchdachte Grundkonfiguration und die leichte Zugänglichkeit (Konfiguration und Hilfe im Webbrowser). Es gibt nicht das eine Feature, mit dem sich die fish von anderen Shells abhebt, es ist vielmehr die Summe vieler, gut durchdachter Kleinigkeiten und Detailverbesserungen. Das Arbeiten in der fish ist intuitiver als bei anderen Shells und macht mehr Spaß. Probieren Sie es aus!

Bei der Programmierung ist die fish inkompatibel zu anderen Shells und insofern kein Ersatz (auch wenn die fish-eigenen Features durchaus spannend sind). Zur Ausführung traditioneller Shell-Scripts brauchen Sie weiterhin eine traditionelle Shell, am besten die bash.

Quellen/Links

YouTube-Videos

Mozilla veröffentlicht Firefox 144

15. Oktober 2025 um 07:30

Mozilla hat Firefox 144 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Neue Profilverwaltung

Chronik, Lesezeichen, Passwörter und mehr speichert Firefox in einem sogenannten Profil. Während Firefox das Konzept von Profilen bereits seit der allerersten Version kennt, handelte es sich dabei immer eher um ein Detail im Hintergrund. Mit den neuen Profilen samt neuer Profilverwaltung macht Mozilla dieses Feature sichtbarer und erlaubt einen schnellen Wechsel über das Menü. Dies kann zum Beispiel praktisch für Nutzer sein, die ihren Arbeits- von ihrem Privat-Firefox trennen wollen.

Im Gegensatz zu den „traditionellen“ Profilen kann den neuen Profilen ein Profilbild zugeordnet werden, welches in der Taskleiste über das Firefox-Symbol gelegt wird, was das parallele Arbeiten mit mehreren Profilen erleichtert. Außerdem bietet die neue Profilverwaltung direkt beim Erstellen eines neuen Profils eine Theme-Auswahl zwecks besserer Unterscheidung an. Optional kann Firefox auch mit einer Profilauswahl statt mit einem festgelegten Standard-Profil starten.

Firefox 144 Firefox 144 Firefox 144

Bereits seit Firefox 138 rollt Mozilla dieses Feature aus, allerdings erst für einen sehr kleinen Teil der Firefox-Nutzer. In der Zwischenzeit gab es weitere Verbesserungen. Ab Firefox 144 und über die kommenden Wochen soll eine flächendeckende Ausrollung für Nutzer von Windows 11, macOS und Linux erfolgen. Nutzer von Windows 10 müssen länger auf dieses Feature warten.

KI-Suchmaschine Perplexity

Seit Firefox 139 rollt Mozilla Perplexity als Suchmaschine in Firefox aus – allerdings erst für 25 Prozent der Nutzer in Deutschland, den USA sowie Großbritannien. Im Laufe der kommenden Wochen soll Perplexity flächendeckend für alle Nutzer ausgerollt werden.

Perplexity unterscheidet sich von traditionellen Suchmaschinen dadurch, dass man nicht seitenweise Listen als Ergebnis erhält, sondern KI-basierte Antworten in natürlicher Sprache.

Firefox 144

Verbesserungen der Übersetzungsfunktion

Es ist nicht direkt eine Verbesserung von Firefox 144, weil die Ausrollung unabhängig von Firefox-Versionen erfolgt. Da es zeitlich aber ungefähr zusammenfällt, sei an dieser Stelle erwähnt, dass Mozilla durch neu trainierte Sprachmodelle die Qualität zahlreicher Sprachen für die Übersetzung von Websites verbessert hat. Mit Isländisch, Aserbaidschanisch und Bengali werden außerdem drei weitere Sprachen unterstützt.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Firefox nutzt nicht länger den 3DES-CBC-Algorithmus zum Speichern von Passwörtern, sondern das modernere AES-256-CBC, was die Sicherheit der lokal gespeicherten Daten deutlich erhöht.

Auch wurden in Firefox 144 wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 144 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Sonstige Endnutzer-Neuerungen in Firefox 144

Der aktive Tab ist nun immer sichtbar, auch wenn sich dieser in einer zusammengeklappten Tab-Gruppe befindet. Außerdem können Tabs nun in eine zusammengeklappte Tab-Gruppe verschoben werden, ohne, dass diese sich automatisch öffnet.

Der Bild-im-Bild-Modus für Videos kann jetzt auch beendet werden, ohne das Video zu pausieren. Dafür muss die Schließen-Schaltfläche geklickt oder die ESC-Taste betätigt werden, während die Shift-Taste gehalten wird.

Unter Windows verwendet Firefox beim Öffnen eines Links aus einer anderen Anwendung nur ein Fenster auf dem aktuellen virtuellen Desktop oder öffnet bei Bedarf ein neues Fenster.

Deaktivierung von KI-Funktionen und Google Lens

Firefox 144 unterstützt neue Unterehmensrichtlinien zur Deaktivierung diverser KI-Funktionen sowie zur Deaktivierung der inversen Bildersuche via Google Lens. Diese Richtlinien werden bereits vom Enterprise Policy Generator unterstützt.

KI-Features in Firefox mit dem Enterprise Policy Generator von Sören Hentzschel deaktivieren

Verbesserungen der Entwicklerwerkzeuge

Im Inspektor ist es in der Anzeige der CSS-Deklarationen nun möglich, über ein Symbol neben CSS-Variablen direkt zur Definition der jeweiligen Variable zu springen.

Im Events-Tooltip des Inspektors werden benutzerdefinierte Events nun entsprechend gekennzeichnet, um sie leichter von nativen DOM-Events unterscheiden zu können.

Wird über about:config die Option devtools.anti-tracking.enabled auf true gesetzt, kann in den Entwicklerwerkzeugen ein neues „Anti tracking“-Panel genutzt werden, welches die Ressourcen anzeigt, welche durch den Tracking-Schutz von Firefox blockiert worden sind. Diese können dann individuell auch entblockt und wieder geblockt werden.

Firefox 144

Verbesserungen der Webplattform und für Erweiterungs-Entwickler

Firefox unterstützt jetzt die View Transitions API Level 1. Die View Transitions API bietet einen Mechanismus zum einfachen Erstellen animierter Übergänge zwischen verschiedenen Website-Ansichten.

Weitere Verbesserungen der Webplattform und für Erweiterungsentwickler lassen sich wie immer in den MDN Web Docs nachlesen.

Letzte Version für 32-Bit-Linux

Firefox 144 ist die letzte Firefox-Version, welche auf Linux-Systemen mit 32-Bit-CPU verwendet werden kann. Die meisten Linux-Distributionen und Browser unterstützen solche Systeme schon seit langer Zeit nicht mehr. Wenn am 11. November 2025 Firefox 145 erscheinen wird, wird für Linux-Nutzer eine 64-Bit-CPU vorausgesetzt. Firefox ESR 140, die Firefox-Version mit Langzeit-Unterstützung, wird weiterhin und bis mindestens September 2026 auf Linux-Systemen mit 32-Bit-CPU laufen.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 144 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Ubuntu 25.10

13. Oktober 2025 um 14:26

Aktuell komme ich mit den Blog-Artikeln zu neuen Linux-Distributionen kaum mehr hinterher. Ubuntu 25.10 ist gerade fertig geworden, und zur Abwechslung gibt es deutlich mehr technische Neuerungen/Änderungen (und auch mehr Bugs) als sonst. Ich konzentriere mich hier vor allem auf die neue SSD-Verschlüsselung mit Keys im TPM. Generell ist Ubuntu 25.10 als eine Art Preview für die nächste LTS-Version 26.04 zu sehen.

Ubuntu 25.10 mit Gnome 49 und Wayland

Neuerungen

Neben den üblichen Software-Updates, auf die ich diesmal nicht im Detail eingehe (topaktueller Kernel 6.17!) gibt es vier grundlegende Neuerungen:

  • Gnome unterstützt nur noch Wayland als Grafiksystem. Diese Neuerung hat das Gnome-Projekt vorgegeben, und die Ubuntu-Entwickler mussten mitziehen. Ich kann nicht sagen, ob mit Überzeugung — immerhin ist das ja auch eine Vorentscheidung für Ubuntu 26.04. Die Alternative wäre gewesen, sowohl für dieses als auch für das kommende Release bei Gnome 48 zu bleiben. Persönlich läuft Gnome + Wayland für mich in allen erdenklichen echten und virtuellen Hardware-Umgebungen gut, d.h. ich trauere X nicht nach. (Über XWayland können natürlich weiterhin einzelne X-Programme ausgeführt werden — wichtig für Programme, die noch nicht auf Wayland-kompatible Bibliotheken portiert sind. Aber der Desktop als Ganzes und der Display Manager müssen jetzt Wayland verwenden.)
  • initramfs-Dateien mit Dracut: Ubuntu verwendet zum Erzeugen der für den Boot-Prozess erforderlichen Initial-RAM-Filesystem (umgangssprachlich der initrd-Dateien) das von Red Hat etablierte Kommando dracut und weicht damit vom Debian-Fundament ab, das weiterhin mkinitramfs verwendet. Das bewährte Kommando update-initramfs bleibt erhalten, aber dieses Script ruft nun eben dracut auf. Die Änderung gilt aktuell nur für Ubuntu Desktop, während Ubuntu Server vorerst bei mkinitramfs bleibt (mehr Details).

  • Rust Utilities: Nicht nur im Linux-Kernel wächst die Bedeutung der Programmiersprache Rust, auch immer mehr Standard-Utilities von Linux werden aktuell im Rahmen von uutils neu in Rust implementiert. Der entscheidende Vorteil von Rust ist eine bessere interne Speicherverwaltung, die weniger Sicherheitsprobleme verspricht (keine Buffer Overflows, keine Null Pointer). In Ubuntu 25.10 wurde sudo durch die Rust-Implementierung sudo-rs ersetzt. Analog kommen auch die Rust-Core-Utilities zum Einsatz (Paket rust-coreutils, siehe /usr/lib/cargo/bin/coreutils). Das betrifft viele oft benötigte Kommandos, z.B. cat, chmod, chown, cp, date, dd, echo, ln, mv, shaXXXsum etc. Ein Blick in /usr/bin zeigt eine Menge entsprechender Links. Sicherheitstechnisch ist die Umstellung erfreulich, aber die Neuimplementierung hat natürlich auch zu neuen Fehlern geführt. Schon während der Beta-Phase hat Phoronix über größere Probleme berichtet, und ganz ist der Ärger vermutlich noch nicht ausgestanden. Update 27.10.: Ein Fehler in date hat dazu geführt, dass automatische Updates nicht mehr funktionieren, siehe den Bugbericht im Launchpad. Dieser Fehler ist mittlerweile behoben.

  • TPM-Unterstützung: Bei der Installation können Sie die Keys für die Dateisystemverschlüsselung nun im TPM speichern. Auf die Details gehe ich gleich ausführlich ein.

Flatpak-Probleme

Viel schlechte Presse haben sich die Ubuntu-Entwickler mit einem Flatpak-Bug eingehandelt. Aktuell gibt es ja zwei alternative Formate für (Desktop-)Pakete, Snap (Ubuntu) versus Flatpak (Red Hat und der Rest der Welt). Aufgrund einer AppArmor-Änderung funktionierten Flatpaks unter Ubuntu nicht mehr. Bugbericht, Behebung, fertig?

Und genau hier begann das eigentliche Fiasko. Der Bug-Bericht stammt nämlich vom 5. September. Dennoch wurde Ubuntu 23.10 fünf Wochen später mit eben diesem Bug freigegeben. Und das ist doch ein wenig peinlich, weil es den Eindruck vermitteln könnte, dass es Ubuntu nur wichtig ist, dass das eigene Paketformat funktioniert. (Und auch wenn Ubuntu ein großer Snap-Befürworter ist, gibt es eine Menge Ubuntu-Derivate, die auf Flatpaks setzen.)

Seit ein paar Tagen gibt es einen Fix, dieser wird aber noch nicht ausgeliefert. (Es kann sich nur noch um wenige Tage handeln.) Alternativ kann als Workaround das AppArmor-Profil für fusermount3 deaktiviert werden:

sudo ln -s /etc/apparmor.d/fusermount3 /etc/apparmor.d/disable/
sudo apparmor_parser -R /etc/apparmor.d/fusermount3

Natürlich ist die ganze Geschichte ein wenig der Sturm im Wasserglas, aber es ist/war definitiv ein vermeidbarer Sturm.

Dateisystem-Verschlüsselung mit Keys im TPM

Zuerst eine Einordnung des Themas: Wenn Sie eine Linux-Installation mit einem verschlüsselten Dateisystem einrichten, müssen Sie während des Boot-Vorgangs zwei Passwörter eingeben: Ganz zu Beginn das Disk-Verschlüsselungspasswort (oft ‚Pass Phrase‘ genannt), und später Ihr Login-Passwort. Die beiden Passwörter sind vollkommen getrennt voneinander, und sie sollten aus Sicherheitsgründen unterschiedlich sein. Elegant ist anders.

Wenn Sie dagegen unter macOS oder Windows das Dateisystem verschlüsseln (FileVault, Bitlocker), gibt es trotzdem nur ein Login-Passwort. Analog gilt das übrigens auch für alle Android- und Apple-Smartphones und -Tablets.

Warum reicht ein Passwort? Weil der Key zur Verschlüsselung des Dateisystems in der Hardware gespeichert wird und während des Boot-Vorgangs von dort ausgelesen wird. Auf x86-Rechnern ist dafür das Trusted Platform Module zuständig. Das TPM kann kryptografische Schlüssel speichern und nur bei Einhaltung bestimmter Boot-Regeln wieder auslesen. Bei aktuellen AMD-CPUs sind die TPM-Funktionen im CPU-Package integriert, bei Intel kümmert sich der Platform Controller Hub (PCH), also ein eigenes Chipset darum. In beiden Fällen ist das TPM sehr Hardware-nah implementiert.

Der Sicherheitsgewinn bei der Verwendung des TPMs ergibt sich daraus, dass das Auslesen des Verschlüsselungs-Keys nur gelingt, solange die Verbindung zwischen Disk und CPU/Chipset besteht (die Disk also nicht in einen anderen Rechner eingebaut wurde) UND eine ganz bestimmte Boot-Sequenz eingehalten wird. Wird die Disk ausgebaut, oder wird der Rechner von einem anderen Betriebssystem gebootet, scheitert das Auslesen des Keys. (Genaugenommen enthält das TPM nicht direkt den Key, sondern den Key zum Key. Deswegen ist es möglich, den Dateisystemverschlüsselungs-Key im Notfall auch durch die Eingabe eines eigenen Codes freizuschalten.)

Die Speicherung des Keys im TPM ermöglicht es also, das Dateisystem zu verschlüsseln, OHNE die Anwender ständig zur Eingabe von zwei Schlüssel zu zwingen. Die TPM-Bindung schützt vor allen Angriffen, bei denen die SSD oder Festplatte ausgebaut wird. Wenn der gesamte Rechner entwendet wird, schützt TPM immer noch vor Angriffen, die durch das Booten von einem fremden System (Linux auf einem USB-Stick) erfolgen. Allerdings kann der Dieb den Rechner ganz normal starten. Das Dateisystem wird dabei ohne Interaktion entschlüsselt, aber ein Zugriff ist mangels Login-Passwort unmöglich. Das System ist also in erster Linie so sicher wie das Login-Passwort. Weiterhin denkbar sind natürlich Angriffe auf die auf dem Rechner laufende Software (z.B. ein Windows/Samba/SSH-Server). Kurzum: TPM macht die Nutzung verschlüsselter Dateisysteme deutlich bequemer, aber (ein bisschen) weniger sicher.

Zum Schluss noch eine Einschränkung: Ich bin kein Kryptografie-Experte und habe die Zusammenhänge hier so gut zusammengefasst (und definitiv vereinfacht), wie ich sie verstehe. Weder kann ich im letzten Detail erklären, warum es bei Windows/Bitlocker unmöglich ist, den Key auch dann auszulesen, wenn der Rechner von einem Linux-System gebootet wird, noch kann ich einschätzen, ob die von Ubuntu durchgeführte Implementierung wirklich wasserdicht und fehlerfrei ist. Aktuell ist sowieso noch Vorsicht angebracht. Die Ubuntu-Entwickler bezeichnen Ihr System nicht umsonst noch als experimentell.

Ubuntu mit TPM-Verschlüsselung einrichten

Ubuntu bezeichnet die Speicherung des Verschlüsselungs-Keys als noch experimentelles Feature. Dementsprechend habe ich meine Tests in einer virtuellen Maschine, nicht auf physischer Hardware ausgeführt. Mein Host-System war Fedora mit QEMU/KVM und virt-manager. Beim Einrichten der virtuellen Maschine sollten Sie UEFI aktivieren. Außerdem müssen Sie unbedingt ein TPM-Device zur virtuellen Maschine hinzufügen.

Virtuelle Maschine mit TPM-Device einrichten

Bei der Installation entscheiden Sie sich für die Hardware-gestützte Verschlüsselung.

Zuerst aktivieren Sie die Verschlüsselung …
… und dann die Variante »Hardwaregestützte Verschlüsselung« auswählen

Im nächsten Dialog können Sie den Entschlüsselung des Datenträgers von einem weiteren Passwort abhängig machen. (Der Key für die Verschlüsselung ist dann mit einem TPM-Key und mit Ihrer Passphrase abgesichert.) Sicherheitstechnisch ist das die optimale Variante, aber damit erfordert der Boot-Vorgang doch wieder zwei Passworteingaben. Da können Sie gleich bei der »normalen« Verschlüsselung bleiben, wo Sie das LUKS-Passwort zum Beginn des Boot-Prozesses eingeben. Ich habe mich bei meinen Tests auf jeden Fall gegen die zusätzliche Absicherung entschieden.

Eine zusätzliche Passphrase macht das System noch sicherer, der Bequemlichkeits-Gewinn durch TPM geht aber verloren.

Die Zusammenfassung der Konfiguration macht schon klar, dass das Setup ziemlich komplex ist.

Der Installer richtet vier Partitionen ein: /boot/efi, /boot, / sowie eine zusätzliche Partition mit Seed-Daten

Der Key für die Verschlüsselung wird zufällig generiert. Der Installer zeigt einen Recovery-Key in Textform und als QR-Code an. Diesen Key müssen Sie unbedingt speichern! Er ist erforderlich, wenn Sie den Datenträger in einen anderen Rechner übersiedeln, aber unter Umständen auch nach größeren Ubuntu- oder BIOS/EFI-Updates. Wenn Sie den Recovery-Key dann nicht mehr haben, sind Ihre Daten verloren!

Sie müssen den Recovery-Key unbedingt speichern oder aufschreiben!
Dieser QR-Code enthält einfach den darunter dargestellten Zahlencode. (Es handelt sich nicht um einen Link.)

Nach dem Abschluss der Installation merken Sie beim nächsten Reboot nichts von der Verschlüsselung. Der Key zum Entschlüsseln der SSD/Festplatte wird vom TPM geladen und automatisch angewendet. Es bleibt nur der »gewöhnliche« Login.

Als nächstes habe ich mir natürlich das resultierende System näher angesehen. /etc/fstab ist sehr aufgeräumt:

cat /etc/fstab

  /run/mnt/ubuntu-boot/EFI/ubuntu /boot/grub none bind
  /swap.img none    swap    sw  0   0

Selbiges kann man von der Mount-Liste leider nicht behaupten. (Diverse Snap-Mounts habe ich weggelassen, außerdem habe ich diverse UUIDs durch xxx bzw. yyy ersetzt.)

findmnt  -t ext4,vfat

  TARGET                             SOURCE                                         FSTYPE
  /                                  /dev/mapper/ubuntu-data-xxx                    ext4
  ├─/run/mnt/ubuntu-boot             /dev/vda3                                      ext4
  ├─/run/mnt/ubuntu-seed             /dev/vda2                                      vfat
  ├─/run/mnt/data                    /dev/mapper/ubuntu-data-xxx                    ext4
  │ ├─/run/mnt/data/usr/lib/firmware /dev/mapper/ubuntu-data-xxx[/var/.../firmware] ext4
  │ └─/run/mnt/data/usr/lib/modules  /dev/mapper/ubuntu-data-xxx[/var/.../modules]  ext4
  ├─/run/mnt/ubuntu-save             /dev/mapper/ubuntu-save-yyy                    ext4
  ├─/usr/lib/firmware                /dev/mapper/ubuntu-data-xxx[/var/.../firmware] ext4
  ├─/var/lib/snapd/seed              /dev/vda2                                      vfat
  ├─/boot/grub                       /dev/vda3[/EFI/ubuntu]                         ext4
  ├─/usr/lib/modules                 /dev/mapper/ubuntu-data-xxx[/var/.../modules]  ext4
  └─/var/lib/snapd/save              /dev/mapper/ubuntu-save-yyy                    ext4

lsblk

  vda                     253:0    0    32G  0 disk
  ├─vda1                  253:1    0     1M  0 part
  ├─vda2                  253:2    0   4,9G  0 part  /var/lib/snapd/seed
  │                                                  /run/mnt/ubuntu-seed
  ├─vda3                  253:3    0   750M  0 part  /boot/grub
  │                                                  /run/mnt/ubuntu-boot
  ├─vda4                  253:4    0    32M  0 part
  │ └─ubuntu-save-yyy     252:1    0    25M  0 crypt /var/lib/snapd/save
  │                                                  /run/mnt/ubuntu-save
  └─vda5                  253:5    0  26,4G  0 part
    └─ubuntu-data-xxx     252:0    0  26,3G  0 crypt /run/mnt/data/usr/lib/modules
                                                     /usr/lib/modules
                                                     /run/mnt/data/usr/lib/firmware
                                                     /usr/lib/firmware
                                                     /
                                                     /run/mnt/data

Die Partition ubuntu-save (Mount-Punkt /run/mnt/ubuntu-save) enthält lediglich eine JSON-Datei sowie ein paar Key-Dateien (ASCII).

Die Partition »ubuntu-save« enthält lediglich einige Key-Dateien

Ich bin ein großer Anhänger des KISS-Prinzips (Keep it Simple, Stupid!). Sollte bei diesem Setup etwas schief gehen, ist guter Rat teuer!

Mit virtuellen Maschinen kann man schön spielen — und das habe ich nun gemacht. Ich habe eine zweite, neue VM eingerichtet, die 1:1 der ersten entspricht. Diese VM habe ich mit dem virtuellen Datenträger der ersten VM verbunden und versucht zu booten. Erwartungsgemäß ist das gescheitert, weil ja der TPM-Speicher bei der zweiten VM keine Keys enthält. (Das Experiment entspricht also dem Ausbau der Disk aus Rechner A und den Einbau in Rechner B.)

Wichtig: Der Key ist ohne Bindestriche einzugeben. Die Eingabe erfolgt im Blindflug (ich weiß, Sicherheit), was bei 40 Ziffern aber sehr mühsam ist.

Wird die Disk ausgebaut bzw. von einer anderen virtuellen Maschine genutzt, muss der Recovery-Key mühsam eingegeben werden.

Immerhin hat der Boot-Vorgang anstandslos funktioniert — allerdings nur einmal. Beim nächsten Reboot muss der Recovery-Key neuerlich eingegeben werden. Ich habe keinen Weg gefunden, die Keys im TPM der zweiten virtuellen Maschine (Rechner B) zu verankern. Wenn sich wirklich die Notwendigkeit ergibt, die SSD in einen neuen Rechner zu migrieren, wäre das eine große Einschränkung.

Danach habe ich wieder VM 1 gebootet. Dort hat alles funktioniert wie bisher. VM 1 hat also nicht bemerkt, dass die Disk vorübergehend in einem anderen Rechner genutzt und auch verändert wurde. Ich bin mir nicht sicher, ob das wünschenswert ist.

Letztlich bleiben zwei Fragen offen:

  • Wie sicher sind die Daten, wenn das Notebook in falsche Hände gerät?
  • Wie sicher ist es, dass ich an meine eigenen Daten rankomme, wenn beim Setup etwas schief geht? Aus meiner persönlichen Sichtweise ist dieser zweiter Punkt der wichtigere. Die Vorstellung, dass nach einem Update der Boot-Prozess hängenbleibt und ich keinen Zugriff mehr auf meine eigenen Daten habe, auch keinen Plan B zur manuellen Rettung, ist alptraumhaft. Es ist diese Befürchtung, weswegen ich das System gegenwärtig nie in einem produktivem Setup verwende würde.

Einfacher ist oft besser, und einfacher ist aktuell die »normale« LUKS-Verschlüsselung, auch wenn diese mit einer wenig eleganten Passwort-Eingabe bei jedem Boot-Prozess verbunden ist. Da weiß ich immerhin, wie ich zur Not auch aus einem Live-System heraus meine Daten lesen kann.

Fazit

Ubuntu 25.10 ist aus meiner Sicht ein mutiges, innovatives Release. Ich kann die Kritik daran nur teilweise nachvollziehen. Die Nicht-LTS-Releases haben nun einmal einen gewissen Test-Charakter und sind insofern mit Fedora-Releases zu vergleichen, die auch gelegentlich etwas experimentell sind.

Das interessanteste neue Feature ist aus meiner Sicht definitiv die Speicherung der Crypto-Keys im TPM. Leider bin technisch nicht in der Lage, die Qualität/Sicherheit zu beurteilen. Noch hat das Feature einen experimentellen Status, aber falls TPM-Keys in Ubuntu 26.04 zu einem regulären Feature werden, würde es sich lohnen, das Ganze gründlich zu testen. Allerdings haben sich diese Mühe bisher wohl nur wenige Leute gemacht, was schade ist.

Generell hätte ich beim TPM-Keys-Feature mehr Vertrauen, wenn sich Ubuntu mit Red Hat, Debian etc. auf eine distributionsübergreifende Lösung einigen könnte.

Post Scriptum am 5.11.2025

Ich habe in den letzten Monaten aktuelle Versionen von CachyOS, Debian, Fedora, openSUSE und Ubuntu getestet. Immer wieder taucht die Frage auf, welche Distribution ich Einsteiger(inne)n empfehle. Ubuntu ist schon lange nicht mehr meine persönliche Lieblingsinstallation. Von den genannten fünf Distributionen hat Ubuntu aber definitiv das beste und einfachste Installationsprogramm. Und für den Start mit Linux ist das durchaus entscheidend …

Quellen/Links

TPM

Testberichte

Mozilla arbeitet an kostenloser VPN-Integration in Firefox

11. Oktober 2025 um 18:38

Das Mozilla VPN ist ein kostenpflichtiges VPN für das komplette System. Mit dem Firefox VPN arbeitet Mozilla an einer kostenlosen VPN-Integration in den Firefox-Browser.

Mit dem Mozilla VPN bietet Mozilla in Zusammenarbeit mit Mullvad sein eigenes Virtual Private Network an und verspricht neben einer sehr einfachen Bedienung eine durch das moderne und schlanke WireGuard-Protokoll schnelle Performance, Sicherheit sowie Privatsphäre: Weder werden Nutzungsdaten geloggt noch mit einer externen Analysefirma zusammengearbeitet, um Nutzungsprofile zu erstellen.

Jetzt Mozilla VPN nutzen

Firefox VPN: Kostenlose VPN-Integration in Firefox

Mozilla arbeitet an einer VPN-Integration in Firefox. Im Laufe der kommenden Monate wird Mozilla diese für einen kleinen Teil der Nutzer testweise aktivieren. Aktuell ist der Funktionsumfang noch sehr reduziert, soll im Laufe der Zeit aber erweitert werden. Die langfristige Vision formuliert Mozilla selbstbewusst: Man wolle den besten Browser mit integriertem VPN auf dem Markt bauen.

Firefox VPN

Das Mozilla VPN soll weiterhin als kostenpflichtiges Abonnement-Produkt bestehen bleiben, welches das komplette System abdeckt und auf bis zu fünf Geräten gleichzeitig genutzt werden kann. Das Firefox VPN soll ausschließlich den Firefox-Browser abdecken und kostenlos bleiben.

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Raspberry Pi OS Trixie

10. Oktober 2025 um 17:43

Einige Wochen nach dem Release von Debian 13 »Trixie« hat die Raspberry Pi Foundation auch Raspberry Pi OS aktualisiert. Abseits der Versionsnummern hat sich wenig geändert.

Der Raspberry Pi Desktop »PIXEL« sieht bis auf das Hintergrundbild ziemlich unverändert aus.

Raspberry Pi Imager

Die »Installation« von Raspberry Pi OS funktioniert wie eh und je: Sie laden die für Ihr Betriebssystem passende Version des Raspberry Pi Imagers herunter und wählen in drei Schritten Ihr Raspberry-Pi-Modell, die gewünschte Distribution und schließlich das Device Ihrer SD-Karte aus. Einfacher kann es nicht sein, würde man denken. Dennoch habe ich es geschafft, auf einem Rechner mit zwei SSDs (einmal Linux, diese SSD war aktiv in Verwendung, einmal Windows) die Installationsdaten auf die Windows-SSD statt auf die SD-Karte zu schreiben. Schuld war ich natürlich selbst, weil ich nur auf das Pictogram gesehen und nicht den nebenstehenden Text gelesen habe. Der Imager hat die SSD mit dem SD-Karten-Icon garniert.

Vorsicht bei der Bedienung des Raspberry Pi Imagers!

Wenn Sie möchten, können Sie im Imager eine Vorweg-Konfiguration durchführen. Das ist vor allem für den Headless-Betrieb praktisch, erspart aber auch erste Konfigurationsschritte im Assistenten, der beim ersten Start erscheint.

Die Vorab-Konfiguration ist vor allem für den Headless-Betrieb (also ohne Tastatur und Monitor) praktisch.

Versionsnummern

Raspberry Pi OS Trixie profitiert mit dem Versionssprung vom neueren Software-Angebot in Debian Trixie. Die aktuelleren Versionsnummern sind gleichzeitig das Hauptargument, auf Raspberry Pi OS Trixie umzusteigen.

Basis               Programmierung     Server
---------------     --------------     ---------------
Kernel     6.12     bash       5.2     Apache      2.4
glibc      2.41     gcc       14.2     CUPS        2.4
Wayland    1.23     git       2.47     MariaDB    11.8
NetworkMan 1.52     Java     21/25     OpenSSH    10.0
Mesa       25.0     PHP        8.4     PostgreSQL   17
Systemd     257     Python    3.13     Postfix    3.10
                                       Samba      4.22

Einheitliche Konfiguration

Die größte Änderung am Desktop »PIXEL« (vom Hintergrundbild abgesehen) betrifft die Konfiguration: Das Control Center umfasst nun auch Desktop-Einstellungen, die Bildschirm-Konfiguration und die Drucker-Konfiguration. Das ist definitiv ein Fortschritt im Vergleich zur bisher recht willkürlichen Aufteilung der Konfiguration über diverse Programme mit recht uneinheitlichem Erscheinungsbild.

Das Konfigurationsprogramm umfasst nun wesentlich mehr Module

gpioset

Die Syntax von gpioset hat sich geändert (vermutlich schon vor einiger Zeit, aber mir ist es erst im Rahmen meiner Tests mit Raspberry Pi OS Trixie aufgefallen):

  • Der gewünschte Chip (Nummer oder Device) muss mit der Option -c angegeben werden.
  • Das Kommando läuft per Default endlos, weil es nur so den eingestellten Status der GPIOs garantieren kann. Wenn Sie wie bisher ein sofortiges Ende wünschen, übergeben Sie die Option -t 0. Beachten Sie, dass -t nicht die Zeit einstellt, sondern für ein regelmäßiges Ein- und Ausschalten gedacht ist (toggle). Ich habe die Logik nicht verstanden, aber -t 0 führt auf jeden Fall dazu, dass das Kommando sofort beendet wird.

  • Alternativ kann das Kommando mit -z im Hintergrund fortgesetzt werden.

Das folgende Kommando gilt für Chip 0 (/dev/gpiochip0) und somit für die »gewöhnlichen« GPIOs. Dank -t 0 wird das Kommando sofort beendet.

gpioset -c 0 -t 0  7=1   # GPIO 7 (Pin 26) auf "high" stellen
sleep 3
gpioset -c 0 -t 0  7=0   # GPIO 7 (Pin 26) auf "low" stellen

Verwenden Sie besser das Kommando pinctrl, wenn Sie GPIOs im Terminal oder in bash-Scripts verändern wollen!

Sonstiges

Raspberry Pi OS verwendet nun per Default Swap on ZRAM. Nicht benötigte Speicherblöcke werden also komprimiert und in einer RAM-Disk gespeichert. Besonders gut funktioniert das bei Raspberry-Pi-Modellen mit viel RAM.

Raspberry Pi OS wird keine Probleme mit dem Jahr 2038 haben. Die zugrundeliegenden Änderungen stammen von Debian und wurden einfach übernommen.

Dank neuer Meta-Pakete ist es einfacher, von Raspberry Pi OS Lite auf die Vollversion umzusteigen. Das ist aus Entwicklersicht sicher erfreulich, der praktische Nutzen hält sich aber in Grenzen.

Mathematica steht aktuell noch nicht zur Verfügung, die Pakete sollen aber bald nachgeliefert werden.

Auch die Software für einige HATs (KI- und TV-Funktionen) müssen erst nachgereicht werden.

Fazit

Alles in allem ist das Raspberry-Pi-OS-Release unspektakulär. Das hat aber auch damit zu tun, dass Raspberry Pi OS bereits in den letztes Releases umfassend modernisiert wurde. Zur Erinnerung: Raspberry Pi OS verwendet Wayland, PipeWire, den NetworkManager etc., verhält sich also mittlerweile ganz ähnlich wie »normale« Linux-Distributionen. Diesmal gab es einfach weniger zu tun :-)

Bei meinen bisherigen Tests sind mir keine Probleme aufgefallen. Umgekehrt gibt es aber auch so wenig Neuerungen, dass ich bei einem vorhandenen Projekt dazu rate, die Vorgängerversion Raspberry Pi OS »Bookworm« einfach weiterlaufen zu lassen. Die Raspberry Pi Foundation rät von Distributions-Updates ab, und der Nutzen einer Neuinstallation steht in keinem Verhältnis zum Aufwand. Und es nicht auszuschließen, dass mit den vielen Versions-Updates doch die eine oder andere Inkompatibilität verbunden ist.

Quellen und Links

Tipp: Probleme mit Raspberry-Pi-Boot-Reihenfolge beheben

08. Oktober 2025 um 15:00

Mein Raspberry Pi 5 ist mit einem SSD-Hat ausgestattet (Pimoroni, siehe Blog). Auf der SSD ist Raspberry Pi OS Bookworm installiert. Jetzt möchte ich aber Raspberry Pi OS Trixie ausprobieren. Das System habe ich mit dem Raspberry Pi Imager auf eine SD-Card geschrieben. Sowohl SSD als auch SD-Karte sind angeschlossen, die Boot-Reihenfolge ist auf SD-Card first eingestellt.

Boot-Reihenfolge einstellen

raspi-config verändert die Variable BOOT_ORDER, die im EEPROM gespeichert wird. Die Variable kann mit `rpi-eeprom-config´ gelesen werden:

rpi-eeprom-config

  [all]
  BOOT_UART=0
  WAKE_ON_GPIO=0
  POWER_OFF_ON_HALT=1
  BOOT_ORDER=0xf461

0xf461 bedeutet (die Auswertung erfolgt mit den niedrigsten Bits zuerst, also von rechts nach links):

1 - Try SD card
6 - Try NVMe
4 - Try USB mass storage
f - RESTART (loop back to the beginning)

Die Einstellung ist also korrekt, trotzdem bootet der Pi hartnäckig von der SSD und ignoriert die SD-Card. Warum?

Analyse

Schuld sind die Partition-UUIDs! Die SSD habe ich vor eineinhalb Jahren mit dem SD Card Copier geklont. Die Option New Partition UUIDs habe ich nicht verwendet, ich sah keinen Grund dazu. Jetzt liegt folgendes Problem vor: Die SSD und die vom Rasbperry Pi Imager erzeugte SD-Card haben die gleichen Partition-UUIDs!

lsblk -o NAME,PARTUUID,UUID,MOUNTPOINT

  NAME          PARTUUID     UUID                                   MOUNTPOINT
  mmcblk0                                                            
  ├─mmcblk0p1   8a676486-01  1E1E-DAB6                              /boot/firmware
  └─mmcblk0p2   8a676486-02  b8316dab-786b-45e8-815c-3d4bbf198d98    

  nvme0n1                                                            
  ├─nvme0n1p1   8a676486-01  1E1E-DAB6                               
  ├─nvme0n1p2   8a676486-02  b8316dab-786b-45e8-815c-3d4bbf198d98   /
  └─nvme0n1p3   8a676486-03  293896b6-33ee-43de-87d4-56944456cec6 

Deswegen sind die UUIDs in /etc/fstab und in /boot/firmware/cmdline.txt nicht eindeutig:

cat /etc/fstab

  proc                  /proc           proc    defaults          0       0
  PARTUUID=8a676486-01  /boot/firmware  vfat    defaults          0       2
  PARTUUID=8a676486-02  /               ext4    defaults,noatime  0       1


cat /boot/firmware/cmdline.txt

  console=serial0,115200 console=tty1 root=PARTUUID=8a676486-02 rootfstype=ext4 \
    fsck.repair=yes rootwait quiet splash plymouth.ignore-serial-consoles cfg80211.ieee80211_regdom=AT

Solange beide Datenträger verbunden sind, ist nicht vorhersehbar, welche Partitionen tatsächlich genutzt werden. Am einfachsten wäre es natürlich, das Kabel zur SSD vorübergehend zu trennen; das ist aber nicht empfehlenswert, weil es hierfür keinen richtigen Stecker gibt, sondern nur eine sehr filigrane Kabelpressverbindungen, die möglichst nicht anrührt werden sollte.

Lösung

Ich habe den Pi ohne SD-Karte neu gebootet und dann

  • die Filesystem-UUIDs geändert,
  • /etc/fstab angepasst und
  • /boot/firmware/cmdline.txt ebenfalls angepasst.

Im Detail: Da die ursprüngliche Partitionierung der SSD von der SD-Karte übernommen wurde, liegt eine MBR-Partitionstabelle vor. In diesem Fall ergeben sich die Partition-UUIDs aus der Disk-ID plus Partitionsnummer. Die Disk-ID (Hex-Code mit 8 Stellen) kann mit fdisk geändert werden:

fdisk /dev/nvme0n1

  Welcome to fdisk (util-linux 2.38.1).
  Command (m for help): x.                   <-- aktiviert den Expertenmodus
  Expert command (m for help): i             <-- ID ändern
  Enter the new disk identifier: 0x1234fedc. <-- neue ID als Hex-Code
  Disk identifier changed from 0x8a676486 to 0x1234fedc.
  Expert command (m for help): r             <-- zurück ins Hauptmenü (return)
  Command (m for help): w                    <-- Änderungen speichern (write)

  The partition table has been altered.
  Syncing disks.

Mit fdisk -l vergewissern Sie sich, dass die Änderung wirklich funktioniert hat:

fdisk -l /dev/nvme0n1

  ...
  Disk identifier: 0x1234fedc

Weil der Datenträger in Verwendung ist, zeigt fdisk -l /dev/nvme0n1 weiter die alte UUID an. Sie müssen glauben, dass es funktioniert hat :-(

Bevor Sie einen Reboot machen, müssen Sie nun mit einem Editor auch /etc/fstab und /boot/firmware/cmdline.txt anpassen. In meinem Fall sehen die Dateien jetzt so aus:

cat /etc/fstab

  proc                  /proc           proc    defaults          0       0
  PARTUUID=1234fedc-01  /boot/firmware  vfat    defaults          0       2
  PARTUUID=1234fedc-02  /               ext4    defaults,noatime  0       1

cat /boot/firmware/cmdline.txt

  console=serial0,115200 console=tty1 root=PARTUUID=1234fedc-02 rootfstype=ext4 \
    fsck.repair=yes rootwait quiet splash plymouth.ignore-serial-consoles cfg80211.ieee80211_regdom=AT

Jetzt ist ein Reboot fällig, um zu testen, ob alles funktioniert. (Bei mir hat es im ersten Versuch NICHT funktioniert, weil ich bei fdisk das write-Kommando vergessen habe. Dann muss die SSD ausgebaut, ein USB-Gehäuse mit einem Computer verbunden und der Vorgang wiederholt werden.)

Ab jetzt sind die Partitions-UUIDs von SD-Karte und SSD voneinander unterscheidbar. Die Umschaltung des Boot-Systems mit raspi-config funktioniert, wie sie soll.

Quellen/Links

Verbesserte Qualität der Website-Übersetzungen in Firefox

07. Oktober 2025 um 18:33

Firefox besitzt eine Übersetzungsfunktion für Websites, welche im Gegensatz zu Cloud-Übersetzern wie Google Translate lokal arbeitet, die eingegebenen Texte also nicht an einen fremden Server sendet. Die Qualität der Übersetzungen sollte nun auf einem verbesserten Niveau sein.

Firefox wird seit Version 118 standardmäßig mit einer lokalen Funktion zur maschinellen Übersetzung von Websites für den Browser ausgeliefert. Das bedeutet, dass die Übersetzung vollständig im Browser geschieht und keine zu übersetzenden Inhalte an einen Datenriesen wie Google oder Microsoft übermittelt werden müssen.

Kleinere Verbesserungen der Übersetzungsqualitativ erfolgten im Laufe der Zeit bereits durch Anpassungen innerhalb von Firefox. Die zugrundeliegenden Sprachmodelle für die deutsche Sprache waren bisher allerdings unverändert und beinhalteten noch nicht die zahlreichen Verbesserungen der Trainings-Pipeline, an denen Mozilla in der Zwischenzeit gearbeitet hat. Nun hat Mozilla für diverse Sprachen, darunter auch Deutsch, neu trainierte Sprachmodelle veröffentlicht, welche für bessere Übersetzungen sorgen sollten.

Da die Sprachmodelle über die Remote-Einstellungen von Firefox bereitgestellt werden, ist die Aktualisierung der Sprachmodelle an kein Firefox-Update gebunden und erfolgt unabhängig von der verwendeten Firefox-Version.

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Mozilla veröffentlicht Firefox 143.0.4

03. Oktober 2025 um 20:08

Mozilla hat Firefox 143.0.4 veröffentlicht und behebt damit Verbindungsprobleme auf Google-Websites.

Download Mozilla Firefox 143.0.4

Mozilla hat Firefox 143.0.4 für Windows, macOS und Linux veröffentlicht und damit das Fallback-Verhalten von HTTP/3 auf HTTP/2 verbessert, nachdem es für einige Nutzer mit bestimmter Drittanbieter-Software sporadisch zu langsamen oder fehlgeschlagenen Ladevorgängen auf manchen Google-Websites kommen konnte.

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openSUSE Leap 16

03. Oktober 2025 um 07:58

Mit Version 16 springt openSUSE gewissermaßen in ein neues Zeitalter. Eine Weile war unklar, in welcher Form und auf welcher Basis openSUSE (überhaupt) weitergeführt wird. Letztlich haben sich die Entwickler zu einem pragmatischen Ansatz entschieden: Auch mit Version 16 bleibt openSUSE Leap eine »normale« Distribution mit Paket-Updates (kein Immutable System mit atomaren Updates) — so wie der große Enterprise-Bruder SLES 16. Für diesen Artikel habe ich einen ersten Blick auf die Distribution geworfen.

openSUSE Leap 16 mit KDE Desktop

Installation

openSUSE verwendet das neue, HTML-basiertes Installationsprogramm agama, dessen Minimalismus Parallelen zu Fedora zeigt. Das Programm läuft unter Gnome im Webbrowser Firefox im Full-Screen-Modus. Es ist mir zwar gelungen, den Voll-Screen-Modus zu beenden, ich konnte aber keine anderen Programme starten, d.h. es liegt kein vollwertiges Live-System vor.

Tipp 1: Mit [Strg]+[+] bzw. [Strg]+[-] können Sie den Zoomfaktor verändern. Per Kontextmenüs können Sie Screenshots erstellen. Je nach (erkannter) Bildschirmauflösung wird das seitliche Menü nicht dauerhaft angezeigt, kann aber über den Menü-Button eingeblendet werden.

Tipp 2: Es ist möglich, das Installationsprogramm von einem externen Rechner aus zu bedienen. Dazu wechseln Sie mit Strg+Alt+F1 in eine Konsole. Dort wird die URL (https://agama.local) und das Passwort angezeigt. Jetzt können Sie im Webbrowser die URL oder IP-Adresse angeben, müssen die unsichere Verbindung (selbst signiertes Zertifikat) akzeptieren und sich einloggen. Eigentlich cool!

Die Installation läuft im Webbrowser, der aber normalerweise nicht sichtbar ist (Fullscreen-Modus)
Ein Wechseln in die Textkonsole offenbart einen Login-Link zur Weboberfläche des Installers

Im ersten Schritt stellen Sie rechts oben Sprache und Tastaturlayout für das Installationsprogramm ein und entscheiden Sie sich zwischen Leap 16 und Leap Micro 6.2. (Ich habe nur ersteres ausprobiert.)

Einstellung der Sprache des Setup-Programms (rechts oben) und Auswahl des Grundsystems

Jetzt beginnt die eigentliche Installation. Wenn Sie einen statischen Hostnamen wünschen, geben Sie den gewünschten Namen an. Unter Lokalisierung stellen Sie nochmals (!) Sprache, Tastatur und Zeitzone ein — dieses Mal für das zu installierende System. Eleganter wäre, wenn der Installer die bereits durchgeführten Einstellungen einfach übernehmen würde, aber sei’s drum.

Neuerliche Spracheinstellung, jetzt für das Zielsystem

Im Punkt Netzwerk können Sie eine WLAN-Konfiguration durchnehmen. Ethernet-Verbindungen mit DHCP werden automatisch hergestellt.

Damit kommen wir zur Partitionierung und zum Einrichten der Dateisystemeim Punkt Speicherung. Der Installer schlägt vor, drei Partitionen einzurichten: /boot/efi, eine Swap-Partition und eine Systempartition mit btrfs-Dateisystem und neu Subvolumes (/boot, /var, /root, /home usw.). Optional können Sie das Setup auf LVM umstellen (was im Zusammenspiel mit btrfs aber selten große Vorteile mit sich bringt) und eine Verschlüsselung aktivieren. Für Installationen in eine virtuelle Maschine oder auf einen Rechner, wo Sie einfach die gesamte SSD nutzen möchten, ist das Layout OK.

Wenig Auswahl bei der Partitionierung und Einrichtung der Dateisysteme

Auf »echter« Hardware schlägt das Setup-Programm vor, alle vorhandenen Partitionen des Datenträgers zu löschen und dann openSUSE zu installieren. VORSICHT!! Das Setup-Programm bietet die Möglichkeit, auf die Partitionierung Einfluss zu nehmen, die Menüs sind aber nicht ganz leicht zu erkennen (siehe die folgenden fünf Screenshots).

Vorsicht: Per Default löscht der Installer alle vorhandenen Betriebssysteme
Eine manuelle Partitionierung ist möglich, aber die Optionen sind gut versteckt
Wenn Sie einzelne Partitionen oder Dateisysteme ändern wollen, ist hier das entscheidende Menü
Der Editor für eine Partition / ein Dateisystem
Parallel-Installation von openSUSE zu diversen anderen Linux-Distributionen

Aufpassen müssen Sie auch beim Punkt Software: Standardmäßig wird nur eine Minimalinstallation ohne Desktop-System durchgeführt! Sie müssen die Auswahl ändern und haben dann die Wahl zwischen Gnome, KDE und XFCE.

Bei der Software-Auswahl muss ein Desktop-System ausgewählt werden!

Zuletzt richten Sie einen Benutzer ein, der automatisch sudo-Rechte erhält. Installieren startet nun die Installation.

Jetzt läuft die Installation

Ich habe mehrere Installationen in VMs durchgeführt, eine »echte« auf meinen Mini-PC. Echte Fehler sind keine aufgetreten, aber intuitiv ist die Bedienung des neuen Installers wirklich nicht. Warum muss das Rad ununterbrochen neu erfunden werden, wenn soviele andere Linux-Probleme einer Lösung harren?

Software-Versionen und Paketverwaltung

Die Versionsnummern wichtiger Basispakete stimmen zum größten Teil mit jenen von Debian 13 überein.

Basis               Programmierung     Server
---------------     --------------     ---------------
Kernel     6.12     bash       5.2     Apache      2.4
glibc      2.40     gcc       15.1     CUPS        2.4
Wayland    1.24     git       2.51     MariaDB    11.8
GRUB       2.12     Java     17/21     OpenSSH    10.0
Mesa       24.3     PHP        8.4     PostgreSQL   17
Systemd     257     Podman     5.4     Postfix    3.10
NetworkMan 1.52     Python    3.13     qemu/KVM   10.0
Gnome        48                        Samba      4.22
KDE Plasma  6.4

Generell ist das Angebot in Leap 16 im Vergleich zu den Vorgängerversionen 15.n aber geschrumpft, worauf LinuxUser hinweist (32.400 Pakete im Vergleich zu 44.700). Für Desktop-Programme ist Flatpak die beste Alternative. Darüberhinaus wird sich weisen, wie groß das Angebot von Paketen sein wird, die in externen Repositories angeboten werden.

Für Multimedia-Pakete war in der Vergangenheit Packman zuständig. Es ist zu erwarten, dass es dort in Zukunft ein Leap-16-Repository geben wird. Aktuell ist das aber noch nicht der Fall.

Am Fundament der Paketverwaltung hat sich wenig geändert — dafür sind weiterhin rpm (Low-Level) und zypper (High-level) zuständig. Desktop-Programme können wahlweise mit Software (Gnome) oder Discover (KDE) installiert werden. Das allumfassende Paketverwaltungs-Modul innerhalb von YaST gibt es nicht mehr.

Standardmäßig sind nur die Repos repo-oss und repo-openh264 aktiv:

zypper repos

  Repository priorities are without effect. All enabled repositories share the same priority.

  # | Alias                       | Name                      | Enabled | GPG Check | Refresh
  --+-----------------------------+---------------------------+---------+-----------+--------
  1 | Leap                        | Leap 16.0                 | No      | ----      | ----
  2 | openSUSE:repo-non-oss       | repo-non-oss (16.0)       | No      | ----      | ----
  3 | openSUSE:repo-non-oss-debug | repo-non-oss-debug (16.0) | No      | ----      | ----
  4 | openSUSE:repo-openh264      | repo-openh264 (16.0)      | Yes     | (r ) Yes  | Yes
  5 | openSUSE:repo-oss           | repo-oss (16.0)           | Yes     | (r ) Yes  | Yes
  6 | openSUSE:repo-oss-debug     | repo-oss-debug (16.0)     | No      | ----      | ----
  7 | openSUSE:repo-oss-source    | repo-oss-source (16.0)    | No      | ----      | ----

Für Verwirrung — auch in Software und Discover — kann das inaktive Repo Leap 16.0 sorgen. Es bezieht sich aber nur auf das Installationsmedium und wird im weiteren Betrieb tatsächlich nicht mehr gebraucht.

Das non-oss-Repo enthält diverse proprietäre Programme:

zypper modifyrepo --enable openSUSE:repo-non-oss

AdobeICCProfiles
bladeRF-fpga-firmware
bladeRF-fx3-firmware
bpg-fonts
discord
iozone
iozone-doc
ivtv-firmware
john-wordlists
Leap-Addon-NonOss
Leap-Addon-NonOss-release
libunrar-devel
libunrar7_1_10
libunrar7_1_10-x86-64-v3
ncat
ndiff
netperf
nmap
non_oss
nping
opera
patterns-non_oss
patterns-non_oss_opt
perlref
Reaction
Reaction-data
steamcmd
stream
unrar
wine-mono
xv
xv-doc
zenmap

Erste Schritte unter KDE

Ich habe openSUSE sowohl mit Gnome als auch mit KDE installiert, aber die weiteren Tests dann in einem KDE-System durchgeführt. KDE verwendet sowohl in virtuellen Maschinen als auch auf echter Hardware X11. Das ist ein wenig enttäuschend, Fedora 42 läuft per default mit Wayland (Fedora 43 beta natürlich auch), und meine Erfahrungen damit waren ausgezeichnet.

Der Versuch, die Auflösung meines 4k-Monitors auf 1920×1080 zu reduzieren, scheiterte. Der Bildschirminhalt wird komplett falsch skaliert, oben und unter im Monitor bleibt ein schwarzer Streifen. Bei 2560×1600 kam gar kein Bild zustande. Diese Probleme hatte ich noch nie. Ich bin dann bei der 4k-Auflösung geblieben und habe die Skalierung verändert. Das funktioniert unter KDE glücklicherweise wunderbar.

Zur Paketverwaltung ist Discover vorgesehen. Prinzipiell funktioniert das Programm zufriedenstellend. Irritierend ist auch hier die (korrekt!) inaktive Paketquelle Leap 16.

Paketverwaltung mit Discover. Es irritiert, dass »Leap 16« nicht aktiv ist — aber diese Paketquelle ist nur für die Installation relevant, danach nicht mehr.

Bei der Systemadministration sind Sie auf die Module der KDE-Systemeinstellungen angewiesen. YaST steht nicht mehr zur Verfügung.

Wie schon erwähnt, entscheidet sich der Installer, wenn Sie nicht andere Optionen einstellen, für ein btrfs-Dateisystem mit vielen Subvolumes aber ohne Komprimierung.

cat /etc/fstab 

UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /                       btrfs  defaults                      0  0
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /var                    btrfs  subvol=/@/var                 0  0
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /usr/local              btrfs  subvol=/@/usr/local           0  0
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /srv                    btrfs  subvol=/@/srv                 0  0
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /root                   btrfs  subvol=/@/root                0  0
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /opt                    btrfs  subvol=/@/opt                 0  0
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /home                   btrfs  subvol=/@/home                0  0
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /boot/grub2/x86_64-efi  btrfs  subvol=/@/boot/grub2/x86_64-efi  0  0
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /boot/grub2/i386-pc     btrfs  subvol=/@/boot/grub2/i386-pc  0  0
UUID=EC5D-8DB9                             /boot/efi               vfat   utf8                          0  2
UUID=c3b4e719-0afe-4ad0-aea0-ad6a8c5c81e1  /.snapshots             btrfs  subvol=/@/.snapshots          0  0

lsblk

nvme1n1     259:6    0   1.8T  0 disk 
├─nvme1n1p1 259:7    0 372.5G  0 part 
├─nvme1n1p2 259:8    0     1G  0 part /boot/efi
├─nvme1n1p3 259:9    0   400G  0 part 
├─nvme1n1p4 259:10   0   100G  0 part 
├─nvme1n1p5 259:11   0   200G  0 part 
├─nvme1n1p6 259:12   0 279.4G  0 part 
├─nvme1n1p7 259:13   0 244.1G  0 part 
└─nvme1n1p8 259:14   0   100G  0 part /var
                                      /usr/local
                                      /srv
                                      /root
                                      /opt
                                      /home
                                      /boot/grub2/i386-pc
                                      /boot/grub2/x86_64-efi
                                      /.snapshots
                                      /

Neuerungen

Hinter den Kulissen gibt es eine Menge Neuerungen im Vergleich zu Version 15.n (siehe die Release Notes). Ganz kurz die wichtigsten Details:

  • Wie schon erwähnt: YaST gibt es nicht mehr. openSUSE empfiehlt, Cockpit zur Administration zu verwenden.
  • Per Default kommt SELinux zum Einsatz, AppArmor ist immerhin noch als Option verfügbar.

  • openSUSE 16 ist year-2038-safe.

  • openSUSE 16 soll bis 2031 jährlich mit neuen Versionen gepflegt werden. (Das wäre dann Version 16.6.) openSUSE 17 soll dann 2032 erscheinen. Warten wir ab, ob es dabei bleibt.

  • openSUSE 16 setzt bei x86-CPUs den V2-Level voraus. Konkret bedeutet das, dass die CPUs nicht älter als gut 15 Jahre sein dürfen (Details). 32-Bit-CPUs werden nicht mehr unterstützt.

  • Auf Rechnern mit NVIDIA-GPU werden die entsprechenden Paketquellen automatisch aktiviert und die proprietären Treiber installiert. Solche Systeme sollte jetzt out-of-the-box funktionieren. (Habe ich aber nicht getestet, mein Testrechner hat eine AMD-CPU/GPU.)

  • PulseAudio wurde durch PipeWire ersetzt.

  • Per Default darf root sich nicht via SSH anmelden. Verwenden Sie einen Account mit sudo-Rechten, oder ändern Sie ggfs. /etc/ssh/sshd_config.

  • libvirt + Docker: Wenn Sie Docker und libvirt (Qemu/KVM) einsetzen, funktioniert in den virtuellen Maschinen das Networking nicht mehr. Schuld ist Docker, das nicht in der Lage ist, sein Firewall-System auf nft umzustellen :-( Die Lösung ist gleich wie unter Fedora: Sie müssen das libvirt-Firewall-Backend zurück auf iptables setzen (Details).

  • nmap: Das populäre nmap-Tool hat die Lizenz geändert. openSUSE enthält die letzte Version unter der alten Lizenz.

Migrationstool

Es gibt ein neues Migrationstool, mit dem Sie einerseits openSUSE 15.6 auf Version 16.0 upgraden und andererseits einen Wechsel zwischen verschiedenen SUSE-Varianten (Leap, Tumblewheed, Slowroll, Enterprise) durchführen können. Ich habe das Programm allerdings nicht ausprobiert.

Das neue opensuse-migration-tool

SSH-Server und Firewall

Der SSH-Server wird standardmäßig installiert, läuft aber nicht. Abhilfe:

systemctl enable --now sshd

Als Firewall läuft standardmäßig das von Fedora und RHEL bekannte Programm firewalld. Standardmäßig sind nur die Ports für SSH und den DHCP-Client offen:

firewall-cmd --list-services

  dhcpv6-client ssh

Qemu/KVM-Zwischenablage

Wenn Sie openSUSE 16 in einer virtuellen Maschine mit Qemu ausführen, funktioniert die Zwischenablage nicht. Abhilfe: zypper install spice-vdagent, unter Gnome (Wayland!) zusätzlich zypper install wl-clipboard.

Fazit

In openSUSE 16 ist viel Zeit, Mühe und Liebe geflossen — und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Die Frage ist allerdings, ob das reicht. Das Angebot am Distributionsmarkt ist überwältigend groß, und mir fällt es ehrlich schwer, eine klare Zielgruppe für openSUSE zu erkennen.

  • Den Mainstream decken Debian, Fedora und Ubuntu ab. Meine Empfehlung an Linux-Desktop-Einsteiger geht ganz stark in diese Richtung.
  • Server-seitig wieder Debian und Ubuntu plus RHEL und Klone.
  • Wer gerne immer Up-to-date ist: Arch Linux (oder ein Derivat).
  • CachyOS kitzelt maximale Performance aus dem Rechner, verbunden mit den Arch-Linux-Vorteilen und aktuell einem Hype-Faktor.
  • Linux Mint vielleicht für Einsteiger. (Ich war allerdings nie ein riesiger Mint-Fan und sehe wenig Vorteile im Vergleich zu Debian/Fedora/Ubuntu.)
  • Pop!_OS als Distribution für system76-Kunden. Und falls der COSMIC-Desktop je fertig + stabil wird, könnte die Distribution ein interessantes Angebot für technisch orientierte Anwender werden (Entwickler/Admins/Freaks).

Im Vergleich zu Debian/Fedora/Ubuntu ist in Leap 16 das Software-Angebot geringer. Die Aktualität vieler Pakete kann wiederum mit Fedora und Ubuntu nicht mithalten. Als ausgesprochen einsteigerfreundlich empfinde ich Leap auch nicht (schon gar nicht die Installation). YaST als Argument fällt weg. (Das Konfigurations-Tool wurde schon in den letzten Jahren nur noch sehr halbherzig gepflegt.) Der Dateisystem-Editor von openSUSE während der Installation war Weltklasse, aus meiner Sicht besser als bei allen anderen Distributionen. Er ist dem neuen Installationsprogramm zum Opfer gefallen.

Wer sollte sich also für openSUSE entscheiden, und warum? openSUSE 16 ist natürlich eine super Trainings-Umgebung für SLES 16. Aber ist das genug? Selbst innerhalb der SUSE-Welt empfand ich Tumblewheel (oder Slowroll) in den letzten Jahren deutlich spannender als Leap.

Quellen/Links

Neues von Linux: 6.17 veröffentlicht sowie anstehende bcachefs-Entfernung

30. September 2025 um 21:52

Kurz notiert: in den letzten beiden Tagen gab es einige Nachrichten vom Linux-Kernel.

Zuallererst wurde der Kernel in Version 6.17 veröffentlicht. Die Änderungen führen einerseits bessere Steueroption zur Auswahl von Prozessormitigationen, Live-Patching auf 64-Bit Arm sowie einige Verbesserungen an Dateisystemen wie ext4 und Btrfs ein. Die historische Sonderbehandlung von Einprozessorsystemen (ohne SMP) wird rückgebaut. Wer an allen Änderungen im Detail interessiert ist, kann einen Blick in die entsprechenden LWN Artikel oder bei LinuxNews werfen.

Apropos Dateisysteme: das jüngst aufgenommene bcachefs, um das sich vor und während seines Aufenthaltes im Mainline-Zweig viele kontroverse Diskussionen ergaben, wird Mainline im nächsten Release (6.18) voraussichtlich wieder verlassen. Torvalds kündigte im Commit zur Entfernung an, dass es als DKMS-Paket ausgeliefert werden soll.

Damit endet allerdings sicherlich auch die Maßgabe, dass die Module, von denen bcachefs abhängig ist, auf das Dateisystem abgestimmt werden. Hier gab es genau Streit, weil die Änderungen, die Kent Overstreet erwartet hatte, von den zuständigen Maintainern äußerst kritisch aufgenommen wurden. Ob die Änderungen in den anderen Modulen nun wieder zurückgesetzt werden, bleibt abzusehen.

Mozilla veröffentlicht Sicherheits-Update Firefox 143.0.3

30. September 2025 um 19:10

Mozilla hat Firefox 143.0.3 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion. Auch mehrere Sicherheitslücken wurden behoben.

Download Mozilla Firefox 143.0.3

Mozilla hat Firefox 143.0.3 für Windows, macOS und Linux veröffentlicht. Firefox 143.0.2 wurde für diese Plattformen übersprungen, da diese Versionsnummer einem Android-Update vorbehalten war.

Mit dem Update auf Firefox 143.0.3 behebt Mozilla zwei Sicherheitslücken.

Die Verzögerung, um einen Tab per Drag and Drop an den linken Rand der Tableiste anzuheften, wurde standardmäßig von 350 auf 500 ms erhöht, um die Wahrscheinlichkeit für versehentliches Anheften zu reduzieren, und kann außerdem ab sofort via about:config angepasst werden (browser.tabs.dragDrop.pinInteractionCue.delayMS).

Die Option dom.webgpu.enabled in about:config kann jetzt auch in finalen Firefox-Versionen aktiviert werden, um den WebGPU-Standard zu aktivieren. Die Implementierung ist zwar noch nicht vollständig, aber durch die kürzliche Aktivierung in Safari ist ein erhöhter Bedarf für Entwickler entstanden, das Feature auch in Firefox testen zu können.

Das Aktualisieren mancher Erweiterungen via about:addons war nicht mehr möglich. Außerdem konnte das Öffnen der Einstellungen einer Erweiterung über den Dialog, der nach dessen Installation erschien, dazu führen, dass manche Browser-Funktionen wie beispielsweise Tastatur-Befehle bis zum Neustart des Browsers nicht mehr im gleichen Fenster funktionierten. Ebenfalls in Zusammenhang mit Erweiterungen steht die Korrektur eines Problems, bei dem die gespeicherten Daten einer Erweiterung einen Firefox-Absturz bei Programmstart verursachen konnten.

Ein Performance-Problem beim Laden mancher Websites wurde behoben, welches auftreten konnte, wenn man mit einem Netzwerk verbunden ist, welches UDP-Verbindungen blockiert.

Auf dem Bildschirm Firefox View war es nicht länger möglich, einzelne Bereiche einzuklappen.

Bereits in Firefox 143.0.1 wurde eine injizierte DLL-Datei der Sicherheits-Software von Trend Micro in einer bestimmten Version blockiert, weil diese Firefox-Abstürze verursachte. Aufgrund fehlender Rückmeldung von Trend Micro wurden jetzt auch alle zukünftigen Versionen blockiert. Außerdem wurde eine DLL-Datei der Meta Quest Link App blockiert, weil diese Abstürze bei der Verwendung von WebRTC verursachte.

Dazu kommen eine Korrektur für Nutzer vertikaler Tabs, Korrekturen für vier weitere potenzielle Absturzursachen sowie mehrere Verbesserungen, die in Zusammenhang mit einem geplanten VPN-Experiment stehen und eine Verbesserung für ein geplantes Experiment für einen verbesserten Algorithmus der Adressleisten-Vorschläge.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Sicherheits-Update Firefox 143.0.3 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Kiosk-Anzeigesystem auf dem Raspberry Pi

25. September 2025 um 04:00

Auf Anfrage einer Bildungseinrichtung, die ein Anzeigesystem für aktuell laufende Kurse auf ihrer Webseite realisieren möchte, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, ein stabiles, kostengünstiges und quelloffenes System umzusetzen.

Hardware-Auswahl

Bei der Hardware fiel die Entscheidung nicht schwer: Ein Raspberry Pi ist für diesen Einsatzzweck bestens geeignet. Als Gehäuse empfiehlt sich ein passiv gekühltes Modell aus Aluminium, um einen lautlosen und langlebigen Betrieb zu gewährleisten.

Installation

Bereits vor einigen Jahren habe ich ein ähnliches System für eine Fahrschule realisiert, das seit nunmehr fast fünf Jahren zuverlässig als „Schaufensterwerbung“ im Dauerbetrieb läuft.

Als Grundlage für das aktuelle Projekt diente mir die Anleitung „Fullscreen-Browser nach Boot auf Raspberry Pi – Kiosk-Mode“ von Easy Tec. Ich setze voraus, dass auf dem Raspberry Pi bereits Raspberry Pi OS installiert ist und ein SSH-Zugang besteht.

Benötigte Pakete installieren

sudo apt install xdotool unclutter

Mit xdotool kann der Chromium-Browser automatisiert gesteuert werden. unclutter blendet den Mauszeiger nach kurzer Inaktivität aus.

Kiosk-Skript erstellen

Nun wird das Skript kiosk.sh erstellt. Wichtig: Den Benutzernamen intux ggf. durch den tatsächlich verwendeten Benutzer ersetzen. Für einen ersten Testlauf greife ich meine eigene Website intux.de ab.

sudo nano /home/intux/kiosk.sh

Inhalt von kiosk.sh:

#!/bin/bash

xset s noblank
xset s off
xset -dpms

unclutter -idle 0.5 -root &

sed -i 's/"exited_cleanly":false/"exited_cleanly":true/' /home/intux/.config/chromium/Default/Preferences
sed -i 's/"exit_type":"Crashed"/"exit_type":"Normal"/' /home/intux/.config/chromium/Default/Preferences

/usr/bin/chromium-browser --noerrdialogs --disable-infobars --kiosk https://intux.de

while true; do
   xdotool keydown ctrl+Tab; xdotool keyup ctrl+Tab;
   sleep 10
done

Systemd-Dienst einrichten

Um sicherzustellen, dass Chromium nach jedem Neustart automatisch im Kiosk-Modus gestartet wird, wird ein systemd-Dienst eingerichtet:

sudo nano /lib/systemd/system/kiosk.service

Inhalt von kiosk.service:

[Unit]
Description=Chromium Kiosk
Wants=graphical.target
After=graphical.target

[Service]
Environment=DISPLAY=:0.0
Environment=XAUTHORITY=/home/intux/.Xauthority
Type=simple
ExecStart=/bin/bash /home/intux/kiosk.sh
Restart=on-abort
User=intux
Group=intux

[Install]
WantedBy=graphical.target

Anschließend wird der Dienst aktiviert und gestartet:

sudo systemctl enable kiosk.service
sudo systemctl start kiosk.service

Ein Neustart schließt die Einrichtung ab:

sudo reboot

Auflösung anpassen

Ich habe mich für eine Bildschirmauflösung von 1280 × 720 Pixel (16:9) entschieden. Diese lässt sich bequem über die grafische Oberfläche des Raspberry Pi OS einstellen.

Raspberry Pi – Auflösung
Raspberry Pi – Auflösung
Raspberry Pi – Auflösung 1920 x 1080
Raspberry Pi – Auflösung 1920 x 1080
Raspberry Pi – Auflösung 1280 x 720
Raspberry Pi – Auflösung 1280 x 720

Erster Testlauf

Raspberry Pi – Kiosk-Webseitendarstellung
Raspberry Pi – Kiosk-Webseitendarstellung

System duplizieren

Da das System nun wie gewünscht funktioniert, habe ich es auf weitere Geräte dupliziert – eines für jede Etage des Gebäudes. Um die einzelnen Systeme im Netzwerk unterscheiden zu können, erhielten sie unterschiedliche Hostnamen:

  • Uranus
  • Venus
  • Mars
  • Pluto

Der Hostname lässt sich über raspi-config anpassen:

sudo raspi-config

Nach dem Klonen stellte ich jedoch fest, dass der Kiosk-Dienst auf den neuen Systemen nicht wie erwartet startete. Die Ursache war die Datei SingletonLock von Chromium. Diese muss gelöscht werden:

rm -rf /home/intux/.config/chromium/SingletonLock

Fazit

Mit überschaubarem Aufwand und etwas Recherche ließ sich ein praktikables Open-Source-Projekt umsetzen, das nun im Realbetrieb zeigen kann, wie zuverlässig es funktioniert.

Der Beitrag Kiosk-Anzeigesystem auf dem Raspberry Pi erschien zuerst auf intux.de.

Enterprise Policy Generator 7.1 ermöglicht Deaktivierung von KI-Funktionen in Firefox

23. September 2025 um 17:57

Der Enterprise Policy Generator richtet sich an Administratoren von Unternehmen und Organisationen, welche Firefox konfigurieren wollen. Mit dem Enterprise Policy Generator 7.1 ist nun ein Update erschienen, welches die Deaktivierung von KI-Funktionen in Firefox ermöglicht.

Enterprise Policy Generator

Download Enterprise Policy Generator für Firefox

Die Enterprise Policy Engine erlaubt es Administratoren, Firefox über eine Konfigurationsdatei zu konfigurieren. Der Vorteil dieser Konfigurationsdatei gegenüber Group Policy Objects (GPO) ist, dass diese Methode nicht nur auf Windows, sondern plattformübergreifend auf Windows, Apple macOS sowie Linux funktioniert.

Der Enterprise Policy Generator hilft bei der Zusammenstellung der sogenannten Enterprise Policies, sodass kein tiefergehendes Studium der Dokumentation und aller möglichen Optionen notwendig ist und sich Administratoren die gewünschten Enterprise Policies einfach zusammenklicken können.

Neuerungen vom Enterprise Policy Generator 7.1

Der Enterprise Policy Generator 7.1 bringt Unterstützung für zwei neue Unternehmensrichtlinien, die ab Firefox 144 und höher unterstützt werden.

Die GenerativeAI-Richtlinie erlaubt die Aktivierung respektive Deaktivierung der LLM-Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini und Microsoft Copilot, der KI-Zusammenfassung für die Link-Vorschau sowie von Vorschlägen für Tab-Gruppen, worunter sowohl Vorschläge für den Namen der Gruppe als auch weitere Tabs fallen. Eine weitere Option gilt als Sammeleinstellung für sämtliche KI-Features, welche von dieser Richtlinie unterstützt werden. Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft weitere KI-Features Teil dieser Richtlinie werden.

Über die VisualSearchEnabled-Richtlinie ist es möglich, die inverse Bildersuche über Google Lens zu aktivieren oder zu deaktivieren.

KI-Features in Firefox mit dem Enterprise Policy Generator von Sören Hentzschel deaktivieren

Für Linux-Nutzer wurde außerdem die Erklärung dahingehend erweitert, dass es auch möglich ist, die Datei policies.json für systemweit geltende Richtlinien in /etc/firefox/policies zu platzieren.

Entwicklung unterstützen

Wer die Entwicklung des Add-ons unterstützen möchte, kann dies tun, indem er der Welt vom Enterprise Policy Generator erzählt und die Erweiterung auf addons.mozilla.org bewertet. Auch würde ich mich sehr über eine kleine Spende freuen, welche es mir ermöglicht, weitere Zeit in die Entwicklung des Add-on zu investieren, um zusätzliche Features zu implementieren.

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Bilder unter Linux effizient per Kommandozeile skalieren

22. September 2025 um 04:00

Wer regelmäßig Webprojekte betreut, kennt das Problem: Große Bilddateien können die Ladezeiten einer Website deutlich beeinträchtigen und wirken sich negativ auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) aus. Besonders dann, wenn eine größere Anzahl von Fotos verarbeitet werden muss, ist eine manuelle Bearbeitung mit grafischen Programmen nicht nur zeitraubend, sondern auch ineffizient.

In einem aktuellen Fall erhielt ich rund 120 Fotos eines Fotografen, die für eine Galerie auf einer Webseite vorgesehen waren. Die Bilddateien lagen jedoch in einer Größe vor, die weder performant für das Web war noch den SEO-Richtlinien entsprach.

Da ich für meine Projekte eine maximale Bildbreite von 1024 Pixeln definiert habe, griff ich – wie bereits im Artikel „Bilder per Batch skalieren“ beschrieben – auf ein bewährtes Werkzeug aus dem Open-Source-Bereich zurück: ImageMagick.

Mit einem einfachen Befehl ließ sich die gesamte Bildersammlung direkt über das Terminal verarbeiten:

mogrify -resize 1024x1024 *.jpg

Dieser Befehl skaliert alle .jpg-Dateien im aktuellen Verzeichnis auf eine maximale Kantenlänge von 1024 Pixeln – unter Beibehaltung des Seitenverhältnisses. Innerhalb weniger Sekunden war der gesamte Stapel an Bildern webgerecht optimiert.

Solche kleinen, aber wirkungsvollen Tools aus der Open-Source-Welt sind nicht nur ressourcenschonend, sondern tragen auch dazu bei, Arbeitsabläufe deutlich zu beschleunigen – ganz ohne aufwendige GUI-Programme oder proprietäre Softwarelösungen.

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Firefox 143.0.1 behebt durch Trend Micro verursachten Absturz

19. September 2025 um 17:13

Mozilla hat Firefox 143.0.1 veröffentlicht und umgeht damit einen durch die Sicherheits-Software von Trend Micro verursachten Absturz.

Download Mozilla Firefox 143.0.1

Die von Trend Micro entwickelte Sicherheits-Software löste durch sogenannte DLL-Injection für Nutzer von Firefox 143 einen Absturz von Tabs aus. Mozilla hat ein Update auf Firefox 143.0.1 veröffentlicht, womit deren DLL-Dateien für die Ausführung in Firefox blockiert werden, damit Firefox für betroffene Nutzer nicht länger abstürzt.

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Mozilla veröffentlicht Firefox 143 für Android – letzte Version für sehr alte Geräte

18. September 2025 um 19:23

Mozilla hat Firefox 143 für Android veröffentlicht. Dieser Artikel beschreibt die Neuerungen von Firefox 143 für Android.

Download Firefox für Android im Google Play Store

Verbesserter Downloads-Bildschirm für laufende Downloads

Der Downloads-Bildschirm wurde erweitert, um auch den Fortschritt laufender Downloads verfolgen und diese verwalten zu können.

DNS über HTTPS (DoH)

Firefox unterstützt nun auch auf Android offiziell die Privatsphäre-Funktion DNS over HTTPS (DoH). Die Funktion kann in den Einstellungen von Firefox aktiviert werden.

Sonstige Neuerungen von Firefox 143 für Android

Der Startbildschirm zeigt bis zu acht Verknüpfungen zu den meistbesuchten oder manuell hinzugefügten Websites an. Per Wischgeste können weitere acht Verknüpfungen angezeigt werden. Diese Möglichkeit wird mit Firefox 144 entfernt werden. Dafür gibt es ab sofort neben der Überschrift „Verknüpfungen“ einen Link „Alle anzeigen“, worüber bis zu 16 Verknüpfungen auf einem Bildschirm angezeigt werden können.

Für Nutzer, die zwecks Synchronisation angemeldet sind, erscheint nun das persönliche Avatar anstelle eines generischen Icons im Menü. Auf dem Startbildschirm zeigt das Menü außerdem nicht länger die Navigationsleiste mit den Schaltflächen Zurück, Vorwärts, Teilen und Aktualisieren an.

Firefox unterstützt jetzt den xHE-AAC Audio-Codec, wenn Android 9 oder neuer genutzt wird.

Dazu kommen weitere neue Plattform-Features der aktuellen GeckoView-Engine, diverse Fehlerbehebungen, geschlossene Sicherheitslücken sowie Verbesserungen unter der Haube.

Letzte Version für sehr alte Geräte

Firefox 143 ist die letzte Firefox-Version, welche noch auf Geräten mit Android 5 bis Android 7 als Betriebssystem oder einer 32-Bit x86-CPU läuft.

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Mozilla veröffentlicht Firefox 143

16. September 2025 um 19:30

Mozilla hat Firefox 143 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Windows: Websites als Web-Apps ausführen

Firefox auf Windows unterstützt jetzt die Ausführung von Websites als Web-Apps, welche direkt an die Taskleiste angeheftet werden können und dann ähnlich wie eine native App mit einer vereinfachten Oberfläche, aber inklusive Zugriff auf die installierten Add-ons ausgeführt werden. Zum Hinzufügen einer Website zur Taskleiste gibt es eine neue Schaltfläche in der Adressleiste.

Diese Funktion steht aktuell nicht zur Verfügung, wenn Firefox über den Microsoft Store installiert worden ist. Auch Unterstützung auf macOS und Linux wird mit einem späteren Update folgen.

Firefox 143

Nutzer, welches dieses Feature nicht benötigen, können die Schaltfläche deaktivieren, indem über about:config die Option browser.taskbarTabs.enabled per Doppelklick auf false gesetzt wird.

Leichteres Anheften von Tabs

Das Anheften von Tabs ist eine Option, um diese besonders platzsparend in der Tableiste unterzubringen. Ein weiterer Vorteil: Alle angeheftete Tabs werden beim Start von Firefox immer sofort geladen, nicht nur der aktive Tab.

Bisher musste das Kontextmenü genutzt werden, um Tabs anzuheften. Ab sofort ist dies auch durch Ziehen an den Anfang der Tableiste möglich. Dies gilt sowohl für die horizontale Tableiste als auch für die vertikalen Tabs. Bei Nutzung der vertikalen Tabs bewirbt eine schließbare Platzhalter-Grafik diese neue Funktion.

Firefox 143

Firefox 143

Inverse Bildersuche via Google Lens

Nutzer, welche Google als Standardsuchmaschine eingestellt haben, erhalten bei Rechtsklick auf ein Bild einen neuen Kontextmenü-Eintrag „Grafik mit Google Lens suchen“. Bei Google Lens handelt es sich um eine sogenannte inverse Bildersuche. Das bedeutet: Statt nach einem Begriff zu suchen und ein Bild zu erhalten, schickt man ein Bild an eine Suchmaschine, welche Künstliche Intelligenz (KI) nutzt, um Fragen zum Inhalt des Bildes beantworten zu können, zum Beispiel was für eine Blume auf einem Bild zu erkennen ist.

Google Lens in Firefox

Google Lens in Firefox

Google Lens in Firefox

Diese Neuerung wird schrittweise im Laufe der kommenden Wochen ausgerollt werden.

Technisch ist die Implementierung streng genommen nicht an Google gebunden, derzeit aber nur für Google Lens vorhanden. Wer das Feature manuell aktivieren möchte, kann dies über about:config tun, indem der Schalter browser.search.visualSearch.featureGate per Doppelklick auf true gesetzt wird.

Microsoft Copilot als Chatbot-Option

Seit Firefox 135 integriert Mozillas Browser mehrere KI-Chatbots. Dabei stehen Google Gemini, ChatGPT, Anthropic Claude sowie Le Chat Mistral zur Verfügung. Die Chatbots können direkt über die Sidebar genutzt werden. Firefox 143 ergänzt Microsoft Copilot als Option.

Microsoft Copilot als Chatbot in Firefox 143

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Auch in Firefox 143 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 143 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Sonstige Endnutzer-Neuerungen in Firefox 143

Beim Herunterladen einer Datei im privaten Modus fragt Firefox nun, ob diese nach Beendigung der Sitzung behalten oder gelöscht werden soll. Das Verhalten kann auch in den Einstellungen von Firefox angepasst werden.

Firefox 143

Wichtige Termine und Ereignisse wie zum Beispiel der Muttertag können jetzt in der Adressleiste angezeigt werden. Diese Funktion steht für Nutzer in Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich und Italien zur Verfügung. Für Nutzer in den USA können Aktienempfehlungen in Echtzeit angezeigt werden.

Die Übersetzungsfunktion zeigt jetzt auch ein Übersetzungssymbol in der Adressleiste an, wenn auf der Website zu wenig Text vorhanden ist, damit sich Firefox sicher sein kann, die Sprache korrekt erkannt zu haben.

Tabs können jetzt auch per Drag and Drop in eine zugeklappte Tabgruppe verschoben werden. Außerdem werden Tabgruppen jetzt auch nach dem Bereinigen des Firefox-Profils wiederhergestellt.

Sidebar-Erweiterungen integrieren automatisch eine Schaltfläche in die Seitenleiste von Firefox. Nutzer können Erweiterungs-Schaltflächen nun über die Sidebar-Einstellungen oder das Kontextmenü aus der Seitenleiste ausblenden.

Wenn eine Website Zugriff auf die Kamera anfragt, erscheint nun direkt im Berechtigungsdialog eine Vorschau, was besonders beim Wechsel zwischen mehreren Kameras hilfreich ist.

Der Fingerprinting-Schutz wurde verbessert, indem es konstante Werte für mehrere weitere Attribute der Computer der Benutzer meldet.

Das Pipetten-Werkzeug der Entwicklerwerkzeuge, um eine beliebige Farbe einer Website in die Zwischenablage zu kopieren, kann jetzt auch über die Tastatur geöffnet werden, allerdings nur bei geöffneten Entwicklerwerkzeugen.

Firefox unterstützt jetzt Windows UI Automation, wodurch die Unterstützung für Barrierefreiheits-Tools wie Windows Voice Access, Text Cursor Indicator und Narrator verbessert wird. Diese Neuerung wird schrittweise im Laufe der kommenden Wochen ausgerollt werden.

Verbesserungen der Webplattform und für Erweiterungs-Entwickler

Firefox verwendet jetzt einen aktualisierten Algorithmus zur Größenanpassung von CSS Grids, um besser mit der Spezifikation übereinzustimmen. Grid-Layouts, die prozentuale Zeilengrößen oder Rasterelemente mit Elementen mit Seitenverhältnissen verwenden, werden nun in mehr Fällen korrekt dargestellt.

Für input-Elemente vom Typ color werden nun alle in CSS gültigen Farbangaben und nicht mehr nur Angaben in der hexadezimalen Schreibweise ohne Alpha-Wert unterstützt.

Firefox 143 unterstützt den xHE-AAC Audio-Codec, wenn Windows 11 22H2 oder neuer oder macOS genutzt wird.

Das ::details-content Pseudo-Element wird jetzt unterstützt, womit der Inhalt des <details>-Elements gestaltet werden kann.

Weitere Verbesserungen der Webplattform und für Erweiterungsentwickler lassen sich wie immer in den MDN Web Docs nachlesen.

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Firefox integriert inverse Bildersuche via Google Lens

10. September 2025 um 20:52

Mozilla hat eine neue Funktion in Firefox integriert, über welche Bilder an eine Suchmaschine gesendet werden können, um Fragen zu deren Inhalt beantworten zu können. Das Ganze funktioniert über Google Lens.

Nutzer von Firefox für Windows, macOS und Linux, welche Google als Standardsuchmaschine eingestellt haben, erhalten zukünftig bei Rechtsklick auf ein Bild einen neuen Kontextmenü-Eintrag „Grafik mit Google Lens suchen“. Bei Google Lens handelt es sich um eine sogenannte inverse Bildersuche. Das bedeutet: Statt nach einem Begriff zu suchen und ein Bild zu erhalten, schickt man ein Bild an eine Suchmaschine, welche Künstliche Intelligenz (KI) nutzt, um Fragen zum Inhalt des Bildes beantworten zu können, zum Beispiel was für eine Blume auf einem Bild zu erkennen ist.

Google Lens in Firefox
Google Lens in FirefoxGoogle Lens in Firefox

Technisch ist die Implementierung streng genommen nicht an Google gebunden, derzeit aber nur für Google Lens vorhanden. Mozilla plant eine experimentelle Auslieferung für einen Teil der Nutzer ab Firefox 143. Wer das Feature manuell aktivieren möchte, kann dies über about:config tun, indem der Schalter browser.search.visualSearch.featureGate per Doppelklick auf true gesetzt wird.

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Enterprise Policy Generator 7.0 für Firefox veröffentlicht

08. September 2025 um 17:53

Der Enterprise Policy Generator richtet sich an Administratoren von Unternehmen und Organisationen, welche Firefox konfigurieren wollen. Mit dem Enterprise Policy Generator 7.0 ist nun ein Update erschienen.

Enterprise Policy Generator

Download Enterprise Policy Generator für Firefox

Die Enterprise Policy Engine erlaubt es Administratoren, Firefox über eine Konfigurationsdatei zu konfigurieren. Der Vorteil dieser Konfigurationsdatei gegenüber Group Policy Objects (GPO) ist, dass diese Methode nicht nur auf Windows, sondern plattformübergreifend auf Windows, Apple macOS sowie Linux funktioniert.

Der Enterprise Policy Generator hilft bei der Zusammenstellung der sogenannten Enterprise Policies, sodass kein tiefergehendes Studium der Dokumentation und aller möglichen Optionen notwendig ist und sich Administratoren die gewünschten Enterprise Policies einfach zusammenklicken können.

Neuerungen vom Enterprise Policy Generator 7.0

Allgemeine Verbesserungen

Der Enterprise Policy Generator erfordert jetzt Firefox 128 oder höher. Die mindestens erforderliche Firefox-Version wird außerdem nicht länger für Richtlinien angezeigt, welche vor Firefox 128 implementiert worden sind.

Ein Fehler wurde behoben, der dazu führte, dass der Wert für die OverrideFirstRunPage-Richtlinie nach dem Exportieren und erneuten Importieren der Konfiguration als „undefined“ angezeigt wurde.

Unter der Haube wurde eine Verschachtelung von CSS eingeführt, um die Wartbarkeit des Designs zu verbessern. Außerdem wurde die JavaScript-Methode zum Ausblenden der leeren Kategorien nach dem Filtern durch eine CSS-Lösung ersetzt.

Erweiterte Unterstützung von Unternehmensrichtlinien

Die Preferences-Richtlinie wurde um Unterstützung für die Einstellungen mathml.disabled, privacy.baselineFingerprintingProtection, privacy.fingerprintingProtection, security.csp.reporting.enabled, security.pki.certificate_transparency.disable_for_hosts, security.pki.certificate_transparency.disable_for_spki_hashes, security.pki.certificate_transparency.mode, svg.context-properties.content.enabled, svg.disabled, webgl.disabled, webgl.force-enabled und xpinstall.enabled erweitert, die Unterstützung für die obsolete Einstellung security.osclientcerts.assume_rsa_pss_support wurde entfernt.

Die DisableBuiltinPDFViewer-Richtlinie wurde mit einer neuen Beschreibung wieder eingeführt, da das Verhalten in Firefox 140 geändert worden ist. Die Unterstützung für diese Richtlinie wurde ursprünglich in Enterprise Policy Generator 6.0 entfernt, da die PDFjs-Richtlinie eingeführt wurde, um das gleiche Verhalten zu erzielen. Die Richtlinien DisableBuiltinPDFViewer und PDFjs schließen sich gegenseitig aus.

Einige Beschreibungen für die EnableTrackingProtection-Richtlinie zur Konfiguration des Schutzes vor Aktivitätenverfolgung wurden aktualisiert. Außerdem wurde die Richtlinie um Unterstützung für die Optionen SuspectedFingerprinting, BaselineExceptions, ConvenienceExceptions sowie Category erweitert.

Die Permissions-Richtlinie wurde um die Option ScreenShare erweitert, um die Konfiguration von Anfragen zur Bildschirmfreigabe zu unterstützen.

Die SanitizeOnShutdown-Richtlinie wurde aktualisiert, indem die obsoleten Optionen Downloads und OfflineApps entfernt worden sind, ein Kompatibilitätshinweis für die Option FormData hinzugefügt worden ist und Reihenfolge sowie Beschreibungen der Optionen verbessert worden sind.

Die Option temporarily_allow_weak_signatures der ExtensionSettings-Richtlinie war bisher nur als globale Option verfügbar, nicht jedoch für einzelne Erweiterungen.

Die DisableFirefoxAccounts-Richtlinie wurde durch die Richtlinie DisableAccounts ersetzt und bestehende Konfigurationen wurden migriert.

Die DisablePrivateBrowsing-Richtlinie wurde entfernt und in bestehenden Konfigurationen zur PrivateBrowsingModeAvailability-Richtlinie migriert.

Entwicklung unterstützen

Wer die Entwicklung des Add-ons unterstützen möchte, kann dies tun, indem er der Welt vom Enterprise Policy Generator erzählt und die Erweiterung auf addons.mozilla.org bewertet. Auch würde ich mich sehr über eine kleine Spende freuen, welche es mir ermöglicht, weitere Zeit in die Entwicklung des Add-on zu investieren, um zusätzliche Features zu implementieren.

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